Weiße Wanne - Wassereinwirkungsklasse W2.2-E

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S

Swoti

Hallo zusammen,
unser Bodengutachten ist letzte Woche eingetroffen und die Erde hat wohl eine gute Qualität und kann zum verfüllen genutzt werden.
Leider wurde eine Wassereinwirkungsklasse W2.2-E festgestellt und der Bauträger empfiehlt daher eine weiße Wanne aufgrund des drückenden Wassers. Nun ist das Baugebiet ein Weinberg mit leichter Neigung und der Winzer der das Gelände seit mehr als 30 Jahren "beackert" meinte in einem Gespräch zu mir, dass es ihn doch sehr wundern würde und er nicht versteht wo das drückende Wasser denn herkäme.
Wir sind natürlich beide Laien und daher meine Frage: Ich habe gehört, dass sich die Bodengutachter inzwischen immer absichern und eine worst-case Szenario annehmen. Würdet ihr eine weiße Wanne verbauen bei dieser Einwirkungsklasse? Welche Informationen bräuchtet ihr um hieerzu was sagen zu können?

Danke!
 
S

Swoti

Es ist ein neues Baugebiet mit etwa 30 Bauplätzen und leider ist es vom Erschließenden Unternehmen noch nicht freigegeben, das soll aber kommenden Do erfolgen. Daher baut da noch niemand. Das Gelände was auf gleicher Höhe nebenan liegt ist bestimmt schon so 50-60 Jahre alt.
 
A

Allthewayup

Der Winzer beackert i.d.R. auch nur den Mutterboden, die Aussage ist so viel Wert wie die Prognose der Meteorologen zum Sommer 2023.

Ist im Gutachten bzw. bei der Bohrung Grund- oder Schichtenwasser angetroffen worden? Wenn ja, in welcher Tiefe
Wurden nahegelegene Grundwassermessstellen erwähnt?
Wie ist der exakte Bodenaufbau (Bodenschichten, Zusammensetzung und Mächtigkeit)?

Ggf. staut sich Niederschlagswasser zeitweise zu Schichtenwasser.

Ich würde nicht behaupten, dass sich der Geologe bei meinem Bodengutachten besonders „dick angezogen“ hat.
 
S

Swoti

Im Report steht: Grundwasser wurde nicht angetroffen. Die sandigen Kiese sind gut durchlässig. Möglich sind Schichtwasserzutritte (schwebendes Grundwasser) ab GOK.
Und weiter unten:
4.8 Versickerung von Regenwasser
Eine Versickerung von Regenwasser ist in den sandig-kiesigen Steinen möglich. Als kf-Wert für eine Vorbemessung kann ein Wert von max. 1·10-4 m/sec angesetzt werden. Dies ist durch einen Versickerungsversuch zu verifizieren.

wie gesagt als Laie sagt mir das aber nicht viel.
 
A

Allthewayup

Der kf-Wert ist der Durchlässigkeitsbeiwert des Bodens welcher im Gutachten Anhand der Korngrößenverteilung rechnerisch (näherungsweise) bestimmt wird. Den genauen Wert bekommt man nur durch besagte Sickerversuche.
Bei einem Wert von 1x10-4 versickert das Wasser rein durch Schwerkraft also mit 0,0001m/s, sprich 36cm in der Stunde. Das ist wenig, auch wenn das im Gutachten als „gut durchlässig“ beschrieben wird. Vermutlich aufgrund dieses Wertes deshalb das stauende Schichtenwasser. Ich habe einen Wert von 5x10-3, das entspricht 18m/h theoretische Versickerungsgeschwindigkeit. Das ist ein gut durchlässiger Boden.

Hier ein paar Denkanstöße:
- Keine Baufirma wird dafür haften, wenn bei der Bauweise nicht den Empfehlungen im Gutachten gefolgt wird.
- Wetterphänomene nehmen an Intensität tendenziell zu.
- Ein WU-Keller ist eine Investition in die Qualität und Wertstabilität der Immobilie.
- Die Versicherung wird nach einem ausreichend großen Schadensereignis evtl. einen Gutachter schicken. Erkennt er aufgrund von Nachforschungen diverse Unstimmigkeiten bei der Bauweise kann es u.U. unschön werden, da euch dann Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten unterstellt werden könnte was zum Ausschluss aus der Elementarversicherung bzw. deren Unwirksamkeit führt.
- Verkauft ihr das Haus eines Tages und habt lediglich mit schwarzer Wanne gebaut, habt ihr eine Auskunftspflicht über die nicht erfüllte Wassereinwirkungsklasse des Kellers. (Hat mir mein Sachverständiger sogar eindringlich bestätigt)
- Du willst doch im neuen Haus auch bei Sturm und Regen gut schlafen können?

Zumindest habt ihr kein dauerhaft anstehendes Grundwasser, dass heißt ihr braucht keine Grundwasserabsenkung für den Kellerbau. Das spart ne Menge Geld.
 
Zuletzt aktualisiert 04.03.2024
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