Schwimmend verlegtes Parkett nachträglich verkleben möglich?

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X_SH5_X

Hallo zusammen,
wir haben im vergangenen Jahr ein Haus umgebaut (bzw. sind teilweise noch dran). Mit so einem Projekt wird man ja in vielen Dingen schlauer und man würde einiges anders machen.
Eines dieser Dinge ist bei mir das schwimmend verlegte Parkett. Wir haben Dielenboden mit den Maßen 2200x180x12cm schwimmend auf einer Lage Trittschalldämmung verlegt. Wir hatten das Problem, dass in einem Raum der Estrich ein wenig höher war um dementsprechen wurde bisschen mit Trittschalldämmung unterfüttert um auf die gleiche Höhe zu kommen. Das ist noch nicht mal was mich stört. Mich stört einfach dass der Boden, vor allem im Flur wo man immer langläuft knarrt. Vor allem an den Übergängen von einer Paneele zur anderen. Vermutlich war der Boden darunter nicht eben genug, ich hatte gedacht, dass man ein wenig mit der Trittschalldämmung sowas ausgleichen kann.
Jetzt stelle ich mir die Frage, ob es generell sinnvoll und möglich ist, das Parkett nochmal rauszuholen und nachträglich zu verkleben. Müsste ich hier vorab Ausgleichsmasse auf den Estrich machen um wirklich einen komplett ebenen, planen Boden zu bekommen? Oder reicht es beim Verkleben auch so aus, da die Bretter ja fest verklebt sind.
Im Bereich, wo wir vorher bisschen mit der Trittschaldämmung angeschrägt haben würde ich von einem befreundeten Fliesenleger vermutlich das Ganze bisschen schräg anspachten lassen.
Was gibt es noch zu beachten? Die Leisten an der Wand sind geklebt, sollten hoffentlich so abgehen, dass man die nochmal benutzen kann. Die Türen sind noch nicht unten mit Silikon "abgedichtet", das sollte daher kein Problem sein. Die Übergänge zwischen den Räumen sind mit Leisten abgedeckt, die stellen auch kein Problem dar.
Die Frage ist halt ob es sinnvoll ist und sich der Aufwand lohnt oder ich es nachher alles noch schlimmer mache ;)
Ich würde hier eventuell mal in einem kleinen Raum (13m²) anfangen und das ganze versuchen. Wie sind eure Meinungen dazu?
Ach und bitte keine Ratschläge wie...."am besten direkt verklebt"......oder "am besten direkt von nem Fachmann machen lassen".......Danke ;)
 
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X_SH5_X

Und damit sollte auch das knarren vorbei sein oder kann das noch andere Ursachen als die fehlende Verklebung haben?
 
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gery

Und damit sollte auch das knarren vorbei sein oder kann das noch andere Ursachen als die fehlende Verklebung haben?
Ja, es könnte daran Liegen, dass da eine zu weiche Unterlage verlegt wurde. Kannst mal angeben was da für eine Unterlage drunter verlegt wurde?
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Untergrund zu uneben ist und darum sich die Dielen beim begehen zu weit durchdehnen.
 
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X_SH5_X

Hallo zusammen. Als Trittschalldämmung haben wir folgende verwendet:
Haro Visco Pro DS Trittschalldämmung mit Dampfbremse für Parkett und Laminatböden
Hatten das beides zusammen in einem Onlineshop gekauft.
 
KlaRa

KlaRa

Moderator
Parkettleger lernen ihr Handwerk über die AUsbildungsphase von rd. 3,5 Jahren, dazu noch in der Folgezeit in ihrer Gesellenphase.
Sie lernen, was ein ordnungsgemäßer Untergrund ist, was erforderlich ist, um die mineralischen Ausgleichsmassen fest mit dem Untergrund zu verbinden, bei Langdielen messen sie die Holzfeuchte vor der Verklebung, da sich dieser Werkstoff durch Quelldruck erheblich ausdehnen kann.
Für die Verklebung, auch das lernen sie, ist die richtige Winkelhaltung des Mutterspachtels erforderlich, mit Wechsel der Zahnleiste, wenn diese durch Verschleiß abgeschabt ist, damit die korrekte Klebstoff-Auftragsmenge zur Arretierung der Parkettdielen erfolgen kann.
Das alles kann man nicht en passant aus der Heimwerkerliteratur lernen!
Deswegen mein gut gemeinter Rat: Derartige Gewerke dem Fachbetrieb überlassen, der die vielen einzelnen "Fettnäpfe" erkennen kann - im Gegensatz zum Heimwerker.
Mehr Geld an der richtigen Stelle auszugeben kann der preiswertere Weg sein.
So führe ich an dieser Stelle nur den (von mir damals bearbeiteten) Fall auf, dass der Heimwerker Parkett in seinem Wohnzimmer selbst fest verklebte, aus ästhetischen Gründen aber keine Randfuge ließ.
Das Parkett fügte sich der klimatischen Raumbedingung (in einem Sommer), und drückte durch Quelldruck den Hausgiebel an der Außenwandseite um 5cm nach außen.
Im Ergebnis musste ein Statiker ans Werk. Der Boden wurde zwar freigeschnitten, es mussten jedoch Stützmaßnahmen im Sinne der Statik durchgeführt werden.
Letztendlich hätte der Bauherr von dem nun gegen ihn gerichtlich erstrittenen Betrag wäwhrend der Zeit, wo ein Parkettlegerbetrieb die Arbeiten ausgeführt hätte, mit seiner Frau auf die Malediven reisen können.
Nicht jedes Gewerk gehört in Laienhände!
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Gut gemeinter Rat: KlaRa
 
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