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Schallschutz VDI Richtlinie 4100 & DIN 4109 im Fertighausbau

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Hallo zusammen,

ich konnte zu den technischen Standards beim Schallschutz von Fertighausherstellern (in Holzständerbauweise) auf deren Internetseiten und BLB auf Anhieb wenig bis nichts finden.
Also weder zum Schallschutz gegenüber Außenschall (Zug, Straße, etc gem. DIN 4109) noch zum Schallschutz gegenüber der Nachbarbebauung (hier sollte die strengere VDI 4100 ggfs. angewendet werden können).

Rhetorische Frage: Warum ist das so?

...das kann ich mir langsam denken: ich fürchte, die relativ anspruchsvolle Schallschutzstufe II oder gar SSt III der Richtlinie 4100 wird nur mit unverhältnismäßig hohem Mehraufwand (und entsprechenden Mehrkosten) realisiert werden können?!

Andererseits habe ich im Wiki dies hier gefunden:

Der Bundesgerichtshof hat 2007 in einem Grundsatzurteil für Doppelhaushälften festgestellt, dass die Schallschutzstufen II und III der VDI-Richtlinie 4100 bzw. der erhöhte Schallschutz nach Beiblatt 2 der DIN 4109 als allgemein anerkannte Regel der Technik anzusehen sind, nicht jedoch die Stufe I oder die DIN-Norm 4109 (Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Juni 2007 – VII ZR 45/06).[6]

Die Beschaffenheitsvereinbarung musste dabei den erwarteten Schallschutz nicht explizit aufführen, sodass auch ein über die alten DIN-Kenngrößen zu erwartender Schallschutz zum gewöhnlichen Bestandteil des Bauauftrages wird, soweit dieser den allgemein anerkannte Regeln der Technik entsprechend ausgeführt werden kann. Unsicherheiten zu den allgemein anerkannte Regeln der Technik wurden durch die späteren BGH-Entscheidungen ausgeräumt und machen einen hochwertigen Schallschutz zur Grundannahme bei Neubauten. (Quelle: Wikipedia)


Dazu gibt es noch weitere Urteile, die in die gleiche Richtung gehen.

Ich will zwei DHH in KfW40 in Holzständerbauweise bauen lassen.
1. Diese sollten dann "ohne weitere Erwähnung in der BLB zumindest gem. VDI 4100 SST II oder Beiblatt 2 der DIN 4109" errichtet werden, oder? Das ist aber toll!

Aber so naiv will ich eigentlich gar nicht sein... in der Bau- und Leistungsbeschreibung finde ich dazu jedenfalls nichts und auf Nachfrage beim Hersteller wird mir angeboten zusätzlich eine Knauf Diamant Platte partiell für die Innenwände und eine schallentkoppelte Decke zu verbauen (Mehrkosten in Summe ca 5000 Euro pro DHH).
Die Treppen von EG ins DG seien angeblich standardmäßig entkoppelt.
Finde ich jedenfalls interessant.

2. Gibt es grundsätzlich einen Fertighaushersteller (Holzständerbauweise), der beim Thema Schallschutz bekanntermaßen besonders versiert ist?

Dass mir einer einen Schallschutzausweis nach DeGA Empfehlung 103 (2018) in den Werkvertrag aufnimmt, das wäre natürlich unfassbar (und ist vermutlich ebenso unrealistisch wie unwirtschaftlich?)...


3. Ein Bauakustiker stellt einen solchen DeGA Schallschutzausweis wohl aus, was kostet das Gutachten?
Hat hier jemand Erfahrungswerte?

Ich poste keinen link zur DeGA Empfehlung 103, aber die haben einiges dazu publiziert.

PS: ihr merkt schon, ich versuche den mutmaßlichen Widerspruch Holzständerbauweise und exzellente Schalldämmung aufzulösen... ;) evtl geht es anderen Bauherren ähnlich.
 
Was sind Deine Beweggründe, dass Du so auf dem Schallschutz rumreitest? Der "normale" Häuslebauer lebt nämlich mit den heutigen Fertighäusern (Holzständerwerk) sehr gut. Baust Du in einer Einflugschneise oder einer besondern lärmbelästigten Ecke?
 
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Nun ja, es interessiert mich einfach, was hier als technischer Standard heutzutage möglich ist.
Schallschutztechnisch kannst Du auch ein Fertighaus wie einen Bunker ausstatten - auch das ist Stand der Technik, musst nur die richtigen Materialien verbauen (das ist dann nicht nur der Wandaufbau, sondern muss ganzheitlich betrachtet werden wie z.B. zusätzlich bei den Fenstern). Alles eine Frage des Geldes - ob sinnvoll, vom 08/15 Standard abzuweichen, ist eine Frage.
 
anspruchsvolle Schallschutzstufe II oder gar SSt III der Richtlinie 4100 wird nur mit unverhältnismäßig hohem Mehraufwand (und entsprechenden Mehrkosten) realisiert werden können?!
Da kommts drauf an, wer das realisieren soll: Die typischen Typ-Fertighaus-Steller (Hanse, Weber etc...) müssten sich für die Einhaltung der Richtwerte der VDI 4100 von 2012 schon teilweise ganzschön lang machen, was immer auf individuelle und damit für diese Firmen aufwändige und teuere "Speziallösungen" erfordert. Zahlreiche (zugegebenermaßen eher höherpreisige) Architekten vertreten aber auch die Meinung, dass bei sauberer Planung und Verarbeitung die Richtwerte der 4100 auch ohne nennenswerten Mehraufwand erreicht werden können. Aber bei denen ist auch das Anspruchsdenken ein anderes, als beim Fertighauswerk.

hat 2007 in einem Grundsatzurteil für Doppelhaushälften
Ich kenne das Urteil nicht im Wortlaut, gehe aber davon aus, dass es hier um den Schallschutz zwischen zwei Doppelhäusern/Wohneinheiten geht, und nicht um den Schallschutz gegen Außenlärm oder die Schallübertragung innerhalb der eigenen Wohneinheit. Die Einhaltung der 4100 zwischen zwei DHH ist aber bei Einhaltung des Stands der Technik kein Hexenwerk.

ch will zwei DHH in KfW40 in Holzständerbauweise bauen lassen.
Von wem? Einem "klassischen, großen" FH-Steller oder Architekt mit Vergabe? Wie sieht die Kommuntrennwand aus?

Das ist aber toll!
Das Thema BLB ist windig und kritisch. Wenn du auf etwas wert legst, lass es schriftlich vereinbaren.

Knauf Diamant Platte partiell für die Innenwände und eine schallentkoppelte Decke
Das würde jeweils den Schallschutz innerhalb einer Wohneinheit verbessern, jedoch ohne nennenswerte Auswirkung auf den Schallschutz zwischen den WE. Aber: Wenn die Planung (und auch die Umsetzung) grundsätzlich murks ist, kann dir auch das tollste Material mit den besten Papier-Werten nicht helfen. Vor allem im FH-Bau.

2. Gibt es grundsätzlich einen Fertighaushersteller (Holzständerbauweise), der beim Thema Schallschutz bekanntermaßen besonders versiert ist?
Mir wäre da keiner bekannt; das Niveau ist bei allen großen vergleichbar übersichtlich. DHH machen die wenigsten, gut ist hier selten.

DeGA Schallschutzausweis
Lass den Käse. Vereinbare in deinem Werkvertrag genau, welche Norm eingehalten werden soll (zwischen den WE, innerhalb einer WE, gegen Außenlärm etc...). Wenn du darauf Wert legst, ziehe schon während der Planung einen Bauakustiker hinzu, der kann dann nach Errichtung auch Nachweismessungen durchführen. Kostet (je nach Umfang) einen mittleren 4stelligen Betrag.

Der "normale" Häuslebauer lebt nämlich mit den heutigen Fertighäusern (Holzständerwerk) sehr gut.
Er will ein Doppelhaus. Das liegt bei fast allen Fertighausbauern außerhalb der Kompetenz-Skala.

musst nur die richtigen Materialien verbauen
Das ist ein Trugschluss. Gerade bei Holzständer/Holztafelbau kannst du schlechte Planung und Ausführung nicht einfach mit "Premium"-Material wettmachen. Beim Massivbau funktioniert das ausgezeichnet, aber das Konzept Fertighaus verzeiht bauakustisch so gut wie nichts. Credo: Es ist einfacher, ein schalltechnisch gutes Massiv-Haus zu bauen, als ein gleichwertiges Fertighaus.
 
Das ist ein Trugschluss. Gerade bei Holzständer/Holztafelbau kannst du schlechte Planung und Ausführung nicht einfach mit "Premium"-Material wettmachen. Beim Massivbau funktioniert das ausgezeichnet, aber das Konzept Fertighaus verzeiht bauakustisch so gut wie nichts. Credo: Es ist einfacher, ein schalltechnisch gutes Massiv-Haus zu bauen, als ein gleichwertiges Fertighaus.
Das die Planung wichtig ist, wollte ich nicht unterschlagen! Das stimmt natürlich und diese muss zwingend gut gemacht sein.
 

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