36er Ytong Aussenmauer, Massivbauweise, Schimmelbildung, Dämmung

4,40 Stern(e) 5 Votes
O

olali2

Hallo, wir haben für unser geplantes EFH nun ein Angebot von einem BU gekommen, was uns eigentlich gut gefallen hat.

Nun wurde uns (von einem Fertighausbauer) gesagt, dass man falls Massiv gebaut wird unbedingt auch eine Dämmung anbringen sollte, da sonst Schimmelproblem auftritt.

Was meint ihr? KfW-Werte sind hier zu vernachlässigen.
 
E

E.Curb

Moin,

Nun wurde uns (von einem Fertighausbauer) gesagt, dass man falls Massiv gebaut wird unbedingt auch eine Dämmung anbringen sollte, da sonst Schimmelproblem auftritt.
Es ist durchaus möglich, die Außenwand monolithisch zu erstellen und trotzdem die Wärmeschutzanforderungen zu erfüllen. Eine zusätzliche Dämmung ist dann nicht erforderlich. Und Schimmel ist da auch kein Problem. Die Frage ist allerdings : Ist eine 36er AW aus Porenbeton wirklich massiv ?

Und bedenke, dass das Mauerwerk auch andere Eigenschaften besitzen muss --> Statik / Schallschutz. Also bei Auswahl des richtigen Baustoffs immer über den berühmten Tellerrand schauen

Gruß
 
O

o.s.

Hallo, auch wir planen ein Einfamilienhaus und haben zwei Angebote mit einschaligem Rohbau ohne WDVS. Der Grund: Wir wollen uns die Problematik mit Algen und schneller Verschmutzung von WDVS nicht einhandeln. Sowohl bei Porenbeton als auch bei Wärmedämmziegeln liegt die Dämmung im Stein. Dadurch gibt es weniger Taupunktunterschreitungen am Putz, was als Vorteil zu Werten ist. Allerdings fehlt eine zweite schützende Schicht, so dass die Rohbauer ordentlich arbeiten müssen, um Wärmebrücken zu vermeiden. An Wärmebrücken könnte sich evtl. Schimmel bilden, wenn ihr nicht ordentlich lüftet. Ich empfehle in jedem Fall, egal ob WDVS oder Porenbeton: Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit einplanen. Sehr komfortabel, immer frische Luft, kein Schimmel, mit Wärmerückgewinnung auch sehr öko.

Gruß
Olaf
 

€uro

.... Die Frage ist allerdings : Ist eine 36er AW aus Porenbeton wirklich massiv ?
Dem kann ich nur zustimmen. Die div. "Krümelsteine" sind mitunter ein Witz.
Bei den heutigen Anforderungen, ist "Gewaltenteilung" sinnvoll d.h., die zum Teil konkurrierenden Ansprüche jeweils einem "Spezialisten" zuweisen. Das endet im Idealfall bei einem zweischaligen Wandaufbau + massiver Verblendung.
Das wollen bzw. können sich Viele nicht leisten, da meist goldenen Türgriffen, Marmor im Bad oder einer Gaube der Vorzug gegeben wird
Nicht von ungefähr nimmt die Notwendigkeit Technischer Kälte bei sog. "Leichtbauweise" zu. Rechnet man hier die reale Energiebilanz, wird aus dem PH oder Kfw55 schnell mal ein simpler EnEV Standard

v.g.
 
O

o.s.

Hallo €uro
(...) Die div. "Krümelsteine" sind mitunter ein Witz.
Kannst du das genauer begründen? WDVS aus Styropor krümelt mindestens genau so. Siehst du Unterschiede in der Stabilität zwischen Porenbeton, Hochlochziegeln und Ziegeln mit Perlite-oder Mineralwolle-Füllung?

Bei den heutigen Anforderungen, ist "Gewaltenteilung" sinnvoll d.h., die zum Teil konkurrierenden Ansprüche jeweils einem "Spezialisten" zuweisen. Das endet im Idealfall bei einem zweischaligen Wandaufbau + massiver Verblendung. Das wollen bzw. können sich Viele nicht leisten, da meist goldenen Türgriffen, Marmor im Bad oder einer Gaube der Vorzug gegeben wird
Das wäre in unserem Fall mindestens 22.000 Euro mehr - repräsentative Handformverblender noch nicht mit eingerechnet. Das wollen oder können wir uns nicht leisten, auch ohne goldene Türgriffe nicht...

Nicht von ungefähr nimmt die Notwendigkeit Technischer Kälte bei sog. "Leichtbauweise" zu. Rechnet man hier die reale Energiebilanz, wird aus dem PH oder KfW55 schnell mal ein simpler EnEV Standard
Nix nicht verstehen.

Gruß
Olaf
 
B

Bauexperte

Hallo,

.... Die Frage ist allerdings : Ist eine 36er AW aus Porenbeton wirklich massiv ?
Da ist er wieder; ich schätze Deinen feinsinnigen Humor sehr

Und bedenke, dass das Mauerwerk auch andere Eigenschaften besitzen muss --> Statik / Schallschutz. Also bei Auswahl des richtigen Baustoffs immer über den berühmten Tellerrand schauen
Porenbeton

Es handelt sich um einen Hochwärmedämmenden Massivbaustoff, der aufgrund seiner geschlossen zelligen Porenstruktur sowohl statische als auch bauphysikalische Eigenschaften übernehmen kann – in der Regel ohne Zusatzmaßnahmen und Ergänzungsbaustoffe.

Schalldämmung:

Porenbeton relativiert den physikalischen Grundsatz „Je schwerer ein Bauteil, desto besser die Luftschalldämmung“. Denn Porenbeton hat durch seine Porenstruktur gewissermaßen eine innere Dämpfung. Auch
die DIN 4109 berücksichtigt dies: Porenbetonwände mit einer flächenbezogenen Masse bis 250 kg/m2 erhalten einen Bonus von 2 dB. Neue Bauteilmessungen lassen sogar noch weitere Verbesserungen erkennen. Mit Wänden und Massivdächern aus Porenbeton können alle Außenlärmpegelbereiche schallschutztechnisch abgedeckt werden.

Nach Eignungsprüfung III für DIN 4109 werden bei zweischaligen Haustrennwänden aus Porenbeton mit je 17,5 cm PP4-0,6 und 50 mm Schalenabstand, vollflächig mit mineralischem Dämmstoff verfüllt, sogar die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz erfüllt.

Quelle: meine HP

Freundliche Grüße
 
B

Bauexperte

Hallo,

Nun wurde uns (von einem Fertighausbauer) gesagt, dass man falls Massiv gebaut wird unbedingt auch eine Dämmung anbringen sollte, da sonst Schimmelproblem auftritt.
Was meint ihr? KfW-Werte sind hier zu vernachlässigen.
Ich schätze diese "qualifizierten" Aussagen sehr Mittlerweile dürfte es sich hier herum gesprochen haben, dass ich kein Freund des Sondermülls bin; ergo kann meine Antwort auch Niemanden überraschen.

Wie mein feinsinniger Freund bereits festgestellt hat, spricht Nichts gegen einen monolithischen Wandaufbau. Allerdings gilt es auch hier zu beachten - die Häuser müssen lt. EnEV recht dicht (imho zu dicht) gebaut werden. Du mußt Dir also die Frage beantworten, ob Du Zeit hast, Deine Räumlichkeiten entsprechend zu lüften; insbesondere im ersten Jahr nach Einzug. Auch wenn der Porenbeton geklebt wird, kommt doch durch den Estrich - und in der Folge durch die menschliche Atmung, viel Wasser ins Haus. Du solltest also zumindest mal über eine Lüftungsanlage nachdenken.

Bei monolithischer Bauweise - und wenn ein Partner dauerhaft zuhause ist - kannst Du (noch gerade) auf eine Lüftung verzichten. Packst Du Dein Haus zusätzlich in ein WDVS - würde ich allerdings die Steinstärke reduzieren, es sei denn, Du peilst KfW 55 an - hast Du diese Wahlmöglichkeit nicht mehr, denn dann ist Schimmel garantiert. So viel zur Aussage Deines Fertighausbauers

Freundliche Grüße
 
B

Bauexperte

Hallo,

... Allerdings fehlt eine zweite schützende Schicht, so dass die Rohbauer ordentlich arbeiten müssen, um Wärmebrücken zu vermeiden ...
Das zum einen und zum anderen wird heute gerne ein WDVS verbaut, weil sich dann die Haarrisse durch normale Setzungen hinter dem Styrodur "verstecken"

Freundliche Grüße
 
Zuletzt aktualisiert 27.05.2022
Im Forum Maurer / Maler / Gipser gibt es 1253 Themen mit insgesamt 11210 Beiträgen

Ähnliche Themen
08.05.2019Porenbeton oder Kalksandstein mit WDVS aus Polystyrol - Seite 2Beiträge: 29
20.07.2018Zu viele Fenster für EnEV 2016 Beiträge: 12
06.04.2017Bauweise: 36,5 cm Porenbeton oder 17,5 cm + 14 cm WDVS - Seite 3Beiträge: 37
13.04.2012WDVS, Aussenwand, Dämmung, Energieexperten Erfahrungsberichte Beiträge: 21
01.02.2021Y-Tong (Porenbeton) - qualitativer Baustoff? (Schallschutz!) - Seite 2Beiträge: 91
27.03.201724er Ytong + Dämmung oder Ytong 36,5er Beiträge: 63
23.08.201317,5 Poroton + 16 WDVS oder 36,5 Porenbeton Beiträge: 20
07.04.2015Wandaufbau eines Landhauses Beiträge: 25
14.05.2020Schallschutz VDI Richtlinie 4100 & DIN 4109 im Fertighausbau - Seite 6Beiträge: 49
31.12.2021Schallschutz DIN 4109-1 bei RMH ausreichend? Beiträge: 17

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben