Plan für Altbau-Dämmung machen - Wie vorgehen?

4,90 Stern(e) 10 Votes
P

parcus

Eine Wärmebildkamera kann man sowieso vergessen, denn diese sind nur eine temporäre Momentaufnahme und haben wegen der Witterungsverhältnisse keine Aussagekraft. Die Betrachtung müsste über einen Zeitraum gehen und alle äußeren Einflüsse berücksichtigen.
 
A

Akillo!

Eine Wärmebildkamera kann man sowieso vergessen, . . .
Wenn man den Kollegen Adam kritisieren will, dann richtig: Warum können Wärmebildkameras nicht aussagekräftig sein? Weil sie nur eine Art des Wärmeverlustes im Sinne der Gesetze der Themodynamik widerspiegeln, nämlich die Strahlungsverluste.
 
C

Cronos86

Wenn man den Kollegen Adam kritisieren will, dann richtig: Warum können Wärmebildkameras nicht aussagekräftig sein? Weil sie nur eine Art des Wärmeverlustes im Sinne der Gesetze der Thermodynamik widerspiegeln, nämlich die Strahlungsverluste.
Wärmebildkameras geben natürlich eine Aussage, aber die ist nicht immer so eindeutig wie sie oft erscheint. Die Bilder brauchen immer eine Legende, da sich die Farbskala je nach Einstellung an der maximalen und der minimalen Temperatur justiert. Somit bedarf der Bilder auch immer eine Interpretation.
Und wie ich bereits geschrieben habe interpretiere ich die Bilder aus dem Gutachten von Adam so, dass der Fensterrahmen besser gedämmt ist als die Wände nach der Behandlung mit seinem Wundermittel, was rechnerisch nicht sein dürfte. Ich bin gerne bereit mich da eines besseren belehren zu lassen.
 
A

Akillo!

Weil das Thena hier bestimmt noch von vielen Bauherren gegoogelt werden wird: Die Transmissionswärmeverluste eines Gebäudes entstehen durch: Wärmeleitung, Konvektion und Strahlungsverluste.
Eine Wärmebildkamera kann nur dann Reduzierungen der Heizlast eines Gebäudes sinnvoll belegen, wenn die Art der Dämmung alle drei Verlustfaktoren linear zu ihren Anteilen am Gesamtverlust reduziert.
Bei XPS/EPS/Klemmfilz/Glaswolle/Hanf/Stroh/Sägespänen ist das cum grano salis der Fall. Misst man nach der Dämmung den neuen Infrarotabstrahlungswert, dann entspricht dessen Reduzierung der gesamten zu erwartenden Reduzierung der Heizlast.
Die Raumfahrt (aus der die Nanofarbebstammt) stand seit Erfindung des Satelliten vor der Aufgabe, die stark differierenden thermischen Beanspruchungen von Raumfahrzeugen zu meistern. Mit einem Nanoanstrich, also einer reinen Farbe, ist es ohne weiteres möglich, die thermischen Verhältnisse der sonnenab- wie sonnenzugewandten Seite zum Beispiel der ISS anzugleichen. Der springende Punkt ist allerdings der, dass es im Weltall weder Konvektion noch Wärmeableitung gibt, da dort ein Vakuum vorliegt. So kann man bildlich gesprochen erreichen, dass sich in der ISS niemand an der Innenseite der sonnenzugewandten Seite die Hand verbrennt, noch dass jemandem, der seinen Allerwertesten an die sonnenabgewandte Seite drückt, selbiger dort festfriert. Warum aber schützen hochtemperaturbeständige keramische Werkstoffe die Raumkapsel beim Widereintritt in die Erdatmosphäre? Antwort: Nichtnweil die Nasa oder Elon Musk zu dumm wären, sondern weil der Nanoanstrich nur Strahlungshitze abwehrt, nicht aber Konvektion/Wärmeleitung.
Nanoanstriche reduzieren also den Anteil der Strahlung an den Transmissionswärmeverlusten. Und zwar ziemlich gut. Einen genauen Wert des Infrarotanteils bei Mauerwerk/Holz/Kunststoff/Blechen findet man im Netz nicht. Der Anteil der Konvektion dürfte stark von der Windeinwirkung abhängen. Der Anteil von Wärmeleitung vom Feuchtegehalt der Außenluft. Je nach Witterungsverhältnissen hat man es also mit einem schwankenden Anteil zu tun. Und ausgrechnet dann, wenn die Heizlast witterungsbedingt steigt (Windchill/Starkregen), sinkt der Infrarotanteil. Und dabei handelt es sich um langwelliges IFR, wohingegen die solaren Einstrahlungsgewinne aus kurzwelligem IFR bestehen.
Die durch einen Nanoanstrich verringerte langwellige IFR-Strahlung dürfte einen niedrigen, einstelligen %-Satz der Transmissionswärmeverluste ausmachen und wäre selbst bei einem diesbezüglichen “Wirkungsgrad“ von nahezu 100 % — ausgedrückt in einem Pseudo-Lambda-Wert von z. B. 0,000049 — im Vergleich zu den offensichtlichen Kosten keine wirkliche Empfehlung.
Eine extrem hohe Dämmung gibt es bei Hochvakuumspeichern. Deren Halbwertszeit beträgt durchaus neun Monate. Sie eignen sich also für Saisonalspeicherung sensibler Wärme. Ihr Aufbau ist aber auch klar: doppelwandig und Füllung des Zwischenraums mit einem IFR-reflektierenden Granulat.
Analog dazu gibt es Vakuumisolationspaneele, die eigener Aussage nach ein Lambda von 0,004 schaffen. Sofern die Erzeugung eines hinreichend hohen Vakuums im Material tatsächlich verfahrenstechnisch erreicht wird, dann wäre ein solcher Wert realistisch. Preislich interessant ist das aber wohl nicht. Bei beengten Platzverhältnissen oder dem Wunsch nach einer schlanken Ästhetik ist das dann aber wohl sinnvoll.
 
C

chand1986

Weil das Thena hier bestimmt noch von vielen Bauherren gegoogelt werden wird: Die Transmissionswärmeverluste eines Gebäudes entstehen durch: Wärmeleitung, Konvektion und Strahlungsverluste.
Eine Wärmebildkamera kann nur dann Reduzierungen der Heizlast eines Gebäudes sinnvoll belegen, wenn die Art der Dämmung alle drei Verlustfaktoren linear zu ihren Anteilen am Gesamtverlust reduziert.
Bei XPS/EPS/Klemmfilz/Glaswolle/Hanf/Stroh/Sägespänen ist das cum grano salis der Fall. Misst man nach der Dämmung den neuen Infrarotabstrahlungswert, dann entspricht dessen Reduzierung der gesamten zu erwartenden Reduzierung der Heizlast.
Die Raumfahrt (aus der die Nanofarbebstammt) stand seit Erfindung des Satelliten vor der Aufgabe, die stark differierenden thermischen Beanspruchungen von Raumfahrzeugen zu meistern. Mit einem Nanoanstrich, also einer reinen Farbe, ist es ohne weiteres möglich, die thermischen Verhältnisse der sonnenab- wie sonnenzugewandten Seite zum Beispiel der ISS anzugleichen. Der springende Punkt ist allerdings der, dass es im Weltall weder Konvektion noch Wärmeableitung gibt, da dort ein Vakuum vorliegt. So kann man bildlich gesprochen erreichen, dass sich in der ISS niemand an der Innenseite der sonnenzugewandten Seite die Hand verbrennt, noch dass jemandem, der seinen Allerwertesten an die sonnenabgewandte Seite drückt, selbiger dort festfriert. Warum aber schützen hochtemperaturbeständige keramische Werkstoffe die Raumkapsel beim Widereintritt in die Erdatmosphäre? Antwort: Nichtnweil die Nasa oder Elon Musk zu dumm wären, sondern weil der Nanoanstrich nur Strahlungshitze abwehrt, nicht aber Konvektion/Wärmeleitung.
Nanoanstriche reduzieren also den Anteil der Strahlung an den Transmissionswärmeverlusten. Und zwar ziemlich gut. Einen genauen Wert des Infrarotanteils bei Mauerwerk/Holz/Kunststoff/Blechen findet man im Netz nicht. Der Anteil der Konvektion dürfte stark von der Windeinwirkung abhängen. Der Anteil von Wärmeleitung vom Feuchtegehalt der Außenluft. Je nach Witterungsverhältnissen hat man es also mit einem schwankenden Anteil zu tun. Und ausgrechnet dann, wenn die Heizlast witterungsbedingt steigt (Windchill/Starkregen), sinkt der Infrarotanteil. Und dabei handelt es sich um langwelliges IFR, wohingegen die solaren Einstrahlungsgewinne aus kurzwelligem IFR bestehen.
Die durch einen Nanoanstrich verringerte langwellige IFR-Strahlung dürfte einen niedrigen, einstelligen %-Satz der Transmissionswärmeverluste ausmachen und wäre selbst bei einem diesbezüglichen “Wirkungsgrad“ von nahezu 100 % — ausgedrückt in einem Pseudo-Lambda-Wert von z. B. 0,000049 — im Vergleich zu den offensichtlichen Kosten keine wirkliche Empfehlung.
Eine extrem hohe Dämmung gibt es bei Hochvakuumspeichern. Deren Halbwertszeit beträgt durchaus neun Monate. Sie eignen sich also für Saisonalspeicherung sensibler Wärme. Ihr Aufbau ist aber auch klar: doppelwandig und Füllung des Zwischenraums mit einem IFR-reflektierenden Granulat.
Analog dazu gibt es Vakuumisolationspaneele, die eigener Aussage nach ein Lambda von 0,004 schaffen. Sofern die Erzeugung eines hinreichend hohen Vakuums im Material tatsächlich verfahrenstechnisch erreicht wird, dann wäre ein solcher Wert realistisch. Preislich interessant ist das aber wohl nicht. Bei beengten Platzverhältnissen oder dem Wunsch nach einer schlanken Ästhetik ist das dann aber wohl sinnvoll.
Alles richtig. Ich nehme mir bloß die Freiheit, das Ganze mal zu übersetzen:

Strahlung macht den mit Abstand kleinsten Teil der Wärmeverluste eines Gebäudes aus. Aber nur auf diese Strahlungsverluste habe der Anstrich Auswirkungen.

Fun Fact: Tatsächlich ist gerade in unserer Atmosphäre mit Wasserdampf und CO2 der Effekt durch den Treibhauseffekt dieser beiden Gase noch minimiert, weil ein Teil der Strahlungsabfuhr im LWR dadurch ohnehin effektiv verlangsamt wird und die Strahlungsabfuhr deshalb noch weniger Gewicht hat.

Das die behauptete Wirkung in ihrer behaupteten Größe physikalisch unmöglich darstellbar ist, wurde dem lieben „Vertriebler“ hier schon mehrfach dargelegt. Physik gilt halt auch für jene, die es mal abgewählt haben. Lerneffekt: Null
 
Zuletzt aktualisiert 03.01.2026
Im Forum Dämmung / Isolation gibt es 1063 Themen mit insgesamt 7942 Beiträgen
Oben