Hybrid Gas/LWWP oder Gas mit power-to-heat

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N

nordanney

Könntest du das erklären?
Gas + WP bedeutet, dass Du ZWEI Heizungen verbaust. Ist ein kräftiges Investment. Und am Ende ist es egal, ob Du im Winter Gas oder Strom kaufst. Kommt finanziell gleich aus.
Ich dachte bisher, es sei wirtschaftlicher als nur eine LWWP, wo wir im Winter ne Menge Strom dazu kaufen müssen oder nur Gas, wo wir unseren eigenen Strom gar nicht für die Heizung mitbenutzen könnten. Also meine Logik war: Bevor der überschüssige Strom nur eingespeist wird, könnte er in den Übergangszeiten die Heizung unterstützen oder im Sommer zumindest das Warmwasser bereitstellen.
Im Sommer macht die PV-Anlage warmes Wasser. Aber über den Umweg der WP. Im Herbst und Frühjahr unterstützt sie die Heizung. Liefert einen Teil des Stroms für die WP. Im Winter kaufst Du ganz normal Strom ein.
Im Winter würde die PV-Anlage aber niemals reichen und deutlich höhere Kosten verursachen als eine Gasheizung.
Die PV-Anlage produziert keine Kosten, sondern generiert Erträge. Und Gasverbrauch zu Stromverbrauch ist (mehr oder weniger) identisch.

Warum also zwei Heizungen in einem Haus verbauen? Entscheide Dich für eine Variante und bau die PV-Anlage dazu. Optimiere Deinen Eigenverbrauch und freu Dich über ein gutes Investment.
 
T

T_im_Norden

Ein bestehendes Haus bei dem die Heizung erneuert wird ?
Falls ja bitte einige Daten zum Haus wie bisheriger Verbrauch etc.
 
L

Lumpi_LE

Genau, wie @nordanney schreibt, evtl. kann man ein paar Euro beim Verbrauch sparen, aber den höheren Invest sparst du auch in 1-200 Jahren nicht wieder ein.
Entweder Gas oder LWWP, je nach Investkosten nimmt sich das nicht viel.

Ich bin Fan von LWWP+PV, hab keine Strom/Heizkosten und der Invest liegt auf 20 Jahre bei gut 1000€/Jahr.
 
T

Träumerle

Korrektur zu oben, ich wollte eigentlich ausdrücken: "Im Winter würde die PV-Anlage aber niemals reichen und die LWWP deutlich höhere Kosten verursachen als eine Gasheizung."

Hier ein paar Daten zum Haus:
- große Wohnfläche (ca. 270qm)
- Baujahr 66; Dämmung nur eher mittelmäßig
- Fenster werden jetzt zur Hälfte ausgetauscht (die andere Hälfte ist von 2008; nur 2-fach verglast, aber sehr guter Zustand; den Austausch verschieben wir noch um ein paar Jahre)
- nur Heizkörper, keine Flächenheizungen
- letzte Gasabrechnung umfasste ca. 42000 kWh; also ca 156kWh/m2. Das wäre laut verschiedenen Internetportalen leicht unterdurchschnittlich. Ich vermute aber, dass unser Warm-Wasser-Verbrauch höher sein wird als der der damaligen Besitzer.

zum Invest: Sollten wir für die Hybrid-Heizung eine BAFA-Förderung von 30% bekommen, läge der Preisunterschied zwischen Gasbrennwertgerät und Hybrid-Gas-LWWP deutlich niedriger.

zur Motivation: Die Option reine LWWP wäre mir aus Umweltgedanken natürlich die liebste. Aber ich habe Sorge, dass diese Heizungsform nicht zu unserem Haus passt, insofern sie aufgrund des im Winter hohen Strombedarfs unwirtschaftlich wäre. So habe ich überlegt, wie wir einen regenerativen Energieanteil integrieren können und gleichzeitig das "sichere" Gas für die knackigen Wintermonate beibehalten können.

Ich habe eine Rückfrage @nordanney : Gasverbrauch zu Stromverbrauch sei mehr oder weniger identisch? Wie ist das gemeint (kWh / Kosten?) ? Sorry, ich bin erst seit ein paar Wochen in Baufragen eingestiegen und habe Nachholbedarf...

Danke für alle eure Antworten. Ich freu mich auch auf weitere kritische Rückmeldungen. Lieber jetzt dazulernen als nach dem Heizungseinbau ;-)
 
N

nordanney

Bei einem energetisch schlechtem Haus wie Deinem nur Gas! Hättest das mal früher sagen sollen ;-)

Die Option reine LWWP wäre mir aus Umweltgedanken natürlich die liebste.
Nur bei Neubau oder entsprechender Sanierung. Und dann auch nur mit Ökostrom.
Ich habe eine Rückfrage @nordanney : Gasverbrauch zu Stromverbrauch sei mehr oder weniger identisch? Wie ist das gemeint (kWh / Kosten?)
In Bezug auf die Kosten.

WP ist für Niedrigenergiehäuser (Neubau/Sanierung) mit Flächenheizung. Um effektiv zu sein, benötigt sie geringe Vorlauftemperaturen. Würde bei Dir garantiert zu einem finanziellen Desaster werden.
 
Zuletzt aktualisiert 07.12.2021
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