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Häuslebaur

Homestaging - Inszenierung einer Immobile

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Homestaging - das Heim zur Bühne gestalten - Inszenierung einer Immobile

Bei bewohnten Immobilien gilt zu beachten: Oft sind sie geprägt durch den Besitzer und sprechen nicht das ästhetische Empfinden der Allgemeinheit an. Zwischen betagten Möbeln und mit Nippes überfüllten Räumen, die eventuell mehr dem Zweck dienen, als Wohlbefinden geben, kann der Kaufinteressent keinen Freiraum für sich und seine Bedürfnisse finden. Er wird eventuell vom Chaos erdrückt, sei es auch nur von einer nicht aufgeräumten Küche, indem sein geliebtes Küchengerät gedanklich keinen Platz findet.

Gegensätzlich kann durch Home-Staging in einer leerstehenden Immobilie mittels hochwertiger und/oder geschmackvoller und Zeitgeschmack treffender Möblierung und sparsamer Dekoration eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden, die es dem Käufer ermöglicht, sich dort heimisch zu fühlen.
Viele Menschen können erst durch eine Möblierung, sei sie auch noch so spärlich zB durch ein Sofa, den Raum in seiner Grösse greifen und die Proportionen verstehen. Auch haben viele Menschen ein Problem damit, einen leeren Raum für sich mit Möbeln zu füllen und ihm eine Funktion zu geben und brauchen somit die Anregung, wo und wie etwas stehen könnte. Die Wirkung der Gestaltung läuft unterbewusst ab.

Das Resümé bei beiden genannten Varianten: das Haus wird nicht verkauft!

Homestaging ist ein Marketing-Mittel zur Förderung des Verkaufs von Wohnimmobilien durch professionelle Umgestaltung und Ent-Personalisierung der Immobilie bzw. des Lebensraumes.

Bei einer Bestandsaufnahme der zu verkaufenden Immobilie sollte man sich auch nicht vor kleinen Reparaturen scheuen: Aufgefrischtes Parkett reflektiert das einfallende Licht um einiges mehr und entkalkte Armaturen lassen den Wasserstrahl wieder gerade heraus, während eine verrottete Gartenpforte und defekte Dachpfannen den Verfall des Hauses unterstreichen.

Auch der Geruchssinn kann positiv beeindruckt werden: der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee weckt die Sinne beim Kaufinteressent positiv, während ein verstopftes und altes Abflussrohr seinen Muff im kleinen Bad verteilt und die Nase vor diesem Raum rümpfen lässt.

Durch diese Maßnahmen, wozu auch mein Lieblingsmittel, nämlich das Entrümpeln und Aufräumen gehört, kann die Wertigkeit der Gebrauchtimmobilie, aber auch die eines unbewohnten Neubaus gesteigert werden, damit die Immobilie zum höchstmöglichen Preis verkauft oder vermietet werden kann.

Da man selbst nach längerem Bewohnen betriebsblind gegenüber renovierungs- und veränderungsbedürftigen Wohnräumen ist, gibt es mittlerweile in jeder grösseren Stadt einige ambitionierte Homestager oder Innendesigner, die auf privaten Akademien Seminare absolviert haben und sich auf den Verkauf von Immobilien spezialisiert haben. Aber auch engagierte Immobilienmakler besuchen diese Seminare, um Ladenhüter verkaufen zu können.

Nach einer Umgestaltung wird das Objekt am besten von einem Fotografen wirkungsvoll in Szene gesetzt, damit professionelle Fotos Kaufwillige auf die Immobilie positiv aufmerksam machen.

Preislich sollte man für das Homestaging 1% des veranschlagten Verkaufspreises einkalkulieren. Wenn man auf die Dienstleistung eines Homestagers verzichtet, ist es nicht selten, dass die Immobile 10% unter dem eigentlichen Wert verkauft werden muss. Bei einer 200 Tsd-€-Immobile kann man 2 Tsd investieren oder für 20 Tsd weniger verkaufen.

Es ist wie bei einem Gebraucht-Pkw: eine kürzlich durchgeführte Inspektion sowie die gründliche Außen- und Innenreinigung, eventuell noch mit Lack- und Kunststoffpolitur, kann auch hier einige Hundert Euros mehr einbringen.
 
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Aus meiner Sicht und Erfahrung kommt es aber stark auf den Interessenten an.
Eine "Schrottimmobilie" lockt vielleicht damit mehr Interessenten an, verkauft wird das Objekt dann aber meist doch nicht, während ein Neubau oder ein solides Haus in einer gefragten Lage immer gut verkäuflich ist, wenn der Preis in Ordnung ist.
HS ist in erster Linie bei leer stehenden Altbauten interessant, bei denen man die Blicke von Dingen ablenken kann, die etwas in die Jahre gekommen sind. Z.B. wirken schreckliche Fliesen oder stellenweise ausgebleichtes Parkett nicht mehr so unschön, wenn ein Großteil von einem Teppich bedeckt wird o.ä.
 
Ich denke, dass aber durch Homestaging der eigentliche Zustand der zu verkaufende Immobilie auch verfälscht werden kann. Gerade hier sehe ich doch einige "Fallen", in die potenzielle Käufer hinein tappen könnten.
Um einen höheren Kaufpreis zu erzielen, wird m. E. durch HS übertüncht was der Käufer nicht sehen soll. Eben z. B. der o.g. in die Jahre gekommener Boden oder die Wandfliesen, möglicherweise auch schwerwiegende Mängel. Auch hatte ich schon erlebt, dass Wände, die von Grund auf erneuert werden müssten, einfach mit neuer Farbe auf neu getrimmt wurden.
Meine Frage wäre jetzt, ist das eine entdeckte Marktlücke um Käufern von gebrauchten Immobilien Geld aus dem Kreuz zu Leiern, oder aber wertet das HS wirklich Immobilien auf?

Versteht mich bitte nicht falsch, nur ich sehe das sehr skeptisch und schaue in der Tat bei Immobilien die durch HS aufgepimmt wurden noch viel genauer hin.

Ich hinterfrage deshalb, weil kürzlich ein Bekannter von mir fast darauf hereingefallen wäre. Da wurde in einer Eigentumswohnung die Küche mittels Pappmöbel geschönt, roch wunderbar nach frischer Farbe. Dann mal den Papphochrank nebst Pappunterschränke beiseite genommen...was da zum Vorschein kam war nicht sehr schön.
 
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Da sollte aber auch der Käufer mit in die Verantwortung genommen werden.
Wer nicht skeptisch wird, wenn der Verkäufer sein Haus vorm Verkauf neu streicht, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
 
Sicher, dass würden du wie ich und einige andere auch tun. Nur wird dem Käufer so nicht suggeriert eine Immobilie zu erhalten, die "frisch" renoviert ist und in der ggf. nicht mehr viel getan werden muß?
 
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