Zinsbindung und Kreditlaufzeit auf 10, 15 oder 20 Jahre?

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S

sisqonrw

Hallo, da wir jetzt ein Einfamilien-Reihenhaus gefunden haben, möchten wir vorab wissen, welche Laufzeit zu empfehlen ist. Die Banken schauen bestimmt nur, wie Sie am meisten verdienen.

Was empfehlt ihr so? 10, 15 oder 20 Jahre?

Das Objekt kostet ca. 200.000 € (ohne Notarkosten und grunderwerbsteuer)

Grüße und Danke für die Antworten!
 
B

backbone23

Ja, Lebensversicherung und BSV = Bausparvertrag.

Keine Ahnung wie die Konditionen bei den Fördermitteln der Stadt sind. Es gibt aber noch verschiedene andere Fördermöglichkeiten: Landesbank, KfW-Bank ... also dahingehend auch mal informieren.

Die anfängliche Rate von 800 € ist natürlich nicht sehr hoch, da ist schon fraglich ob sich eine längere Zinsbindung lohnt oder man lieber eine kürze wählt und mehr tilgt.

Ich denke Ihr solltet euch mal unabhängig beraten lassen!
 
S

sisqonrw

Was meinst du mit eingebunden werden? Meinst du als Sicherheit der Bank geben?

Mann kann doch mittlerweile auch die Rate ändern. Wir hatten halt gedacht so in 2 Jahren ca. die Rate noch oben anzupassen.
 
B

backbone23

Z. B. als Sicherheit. Meinte aber eher "in 10 Jahren wird Summe X fällig, welche zum tilgen verwendet werden soll".

Du hast ja nicht geschrieben wann "später" ist. ;) Aber die Frage ist doch auch, wie sicher ist es, dass deine Frau wieder arbeiten geht.

Ich möchte dir aber nichts schlecht reden, falls du das denkst. ;)
 
S

sisqonrw

Meine Frau möchte wieder nach 2-3 Jahren wieder arbeiten gehen. Der Arbeitgeber muss Sie ja wieder laut Mutterschutzgesetz beschäftigen.
 
Elina

Elina

Ich empfehle 5 Jahre Zinsbindung. Da sind die Zinsen am niedrigsten. Man sollte in den ersten 5 Jahren soviel sondertilgen wie möglich und kann dann anschließend auf 90% oder sogar 80% Beleihung neu abschließen, was auch nochmal enorm Zinsen spart. Da kommen in 5 Jahren schon zigtausend Euro zusammen, die man an Zinsen spart und die man besser in die Tilgung steckt.
Gerade bei einer 100% Finanzierung, die wir übrigens auch gemacht haben, macht der Zinsanteil gerade am Anfang einen gewaltigen Batzen aus. Den sollte man so gering wie möglich halten und das geht eben nur mit hoher Tilgung und kurzer Zinsbindung. Nach der ersten Zinsbindungsfrist kann man dann ja weitersehen, ob man länger abschließt.

Man hat dann aber

- eine bessere Beleihungsgrenze schon nach 5 Jahren - spart extrem!
- die Möglichkeit, bei größeren Zuflüssen diese direkt zur Tilgung zu nutzen und nicht erst nach 10 Jahren - verkürzt die Laufzeit!
- in der teuersten Phase des Kredits massiv Zinsen gespart, da 5 Jahre zu 10 Jahren Zinsbindung auch schon gern mal 0,5% ausmachen.

Zur Verdeutlichung: bei 100k Euro Darlehen machen 0,5% Zinsen mehr oder weniger fast 50 Euro im Monat aus!
Sich langfristig die "günstigen Zinsen sichern" die dann aber nicht mehr günstig sind, weil langfristig eben auch Zinsaufschlag bedeutet, ist vor allem eins: teuer.
Ich persönlich finde mehr Sicherheit in einer möglichst schnellen Reduzierung der Restschuld als darin zu wissen, daß meine sehr hohe Restschuld zumindest auf 20 Jahre mit denselben Zinsen belastet wird. Zinserhöhungen sind in der heutigen Wirtschaftslage ein überschaubares Risiko, im Gegensatz zu Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit, Tod etc. bei denen eine lange Zinsbindung dann leider auch nix bringt.

Und noch ein Wort zum Mutterschutz: sei dir da bitte nicht zu sicher. Arbeitgeber, die eine Mutter loswerden wollen, können das auch. Meine Ballettlehrerin zb wurde nach ihrem ersten Kind "rausgelobt", indem man sie auf eine Stelle versetzte (sie hat KEINEN Anspruch darauf, auf derselben Stelle wiederbeschäftigt zu werden!), bei der ständige Dienstreisen auf dem Plan standen - mit teils wochenlanger Abwesenheit. Da hat sie freiwillig gekündigt. Ebenso denkbar sind Posten mit Arbeitszeiten bis spät abends oder Versetzungen in andere Filialen, wo man weite Anfahrtswege hat oder sogar umziehen müßte. Dein Satz zum Mutterschutz ist leider ziemlich naiv und weltfremd. Kann sein daß deine Frau mit ihrem Arbeitgeber Glück hat, aber wenns so läuft wie oben beschrieben - und das ist alles rechtlich korrekt - dann würde ich das Einkommen nicht so fest einkalkulieren. Die Bank kalkuliert es gar nicht ein.
 
D

Doc.Schnaggls

@Elina : Du bist keine Bankerin, oder?

Sei mir bitte nicht böse, aber Deine "Empfehlungen" hier mögen für Euch perfekt sein, für andere Bauherren können sie aber eventuell böse enden.

Zunächst mal sind nicht bei einem Darlehen mit 5 jähriger Zinsbindung die Zinsen derzeit am niedrigsten, sondern nach wie vor bei einem variablen Zinssatz.

Zudem sind Deine Berechnungen sehr grob gestrickt - 0,5% Zinsunterschied machen bei einem Darlehen über EUR 100.000,00 eher EUR 40,00 als EUR 50,00 im Monat aus (EUR 41,66 um ganz genau zu sein).

Wie Du selbst bei den von Dir angenommen EUR 50,00 pro Monat innerhalb von 5 Jahren auf eine Ersparnis von Zitat "zigtausend Euro" kommen willst ist mir absolut schleierhaft. EUR 50,00 x 12 Monate x 5 Jahre ergeben bei mir immer noch EUR 3.000,00 - da bin ich von zigtausend (beginnt bei Zwanzigtausend) noch meilenweit entfernt.

Das Risiko der massiven Zinsänderung blendest Du, bis auf einen kurzen Nebensatz ohne Begründung aus - mehr als riskant...

Warum man bei einem längerfristigen Zins in den ersten Jahren nicht massiv sondertilgen können und damit die Zinsbelastung reduzieren kann ist mir auch nicht so wirklich klar...

Die Idee nach 5 Jahren neu zu berechnen ist zwar ganz charmant, aber nach 5 Jahren hast Du eben auch kein neues Haus mehr und musst entsprechende Abschläge in Kauf nehmen.

Grüße,

Dirk
 
f-pNo

f-pNo

Ich empfehle 5 Jahre Zinsbindung. Da sind die Zinsen am niedrigsten. Man sollte in den ersten 5 Jahren soviel sondertilgen wie möglich und kann dann anschließend auf 90% oder sogar 80% Beleihung neu abschließen, was auch nochmal enorm Zinsen spart. Da kommen in 5 Jahren schon zigtausend Euro zusammen, die man an Zinsen spart und die man besser in die Tilgung steckt.
Gerade bei einer 100% Finanzierung, die wir übrigens auch gemacht haben, macht der Zinsanteil gerade am Anfang einen gewaltigen Batzen aus. Den sollte man so gering wie möglich halten und das geht eben nur mit hoher Tilgung und kurzer Zinsbindung. Nach der ersten Zinsbindungsfrist kann man dann ja weitersehen, ob man länger abschließt.

Man hat dann aber

- eine bessere Beleihungsgrenze schon nach 5 Jahren - spart extrem!
- die Möglichkeit, bei größeren Zuflüssen diese direkt zur Tilgung zu nutzen und nicht erst nach 10 Jahren - verkürzt die Laufzeit!
- in der teuersten Phase des Kredits massiv Zinsen gespart, da 5 Jahre zu 10 Jahren Zinsbindung auch schon gern mal 0,5% ausmachen.

Zur Verdeutlichung: bei 100k Euro Darlehen machen 0,5% Zinsen mehr oder weniger fast 50 Euro im Monat aus!
Sich langfristig die "günstigen Zinsen sichern" die dann aber nicht mehr günstig sind, weil langfristig eben auch Zinsaufschlag bedeutet, ist vor allem eins: teuer.
Ich persönlich finde mehr Sicherheit in einer möglichst schnellen Reduzierung der Restschuld als darin zu wissen, daß meine sehr hohe Restschuld zumindest auf 20 Jahre mit denselben Zinsen belastet wird. Zinserhöhungen sind in der heutigen Wirtschaftslage ein überschaubares Risiko, im Gegensatz zu Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit, Tod etc. bei denen eine lange Zinsbindung dann leider auch nix bringt.

Und noch ein Wort zum Mutterschutz: sei dir da bitte nicht zu sicher. Arbeitgeber, die eine Mutter loswerden wollen, können das auch. Meine Ballettlehrerin zb wurde nach ihrem ersten Kind "rausgelobt", indem man sie auf eine Stelle versetzte (sie hat KEINEN Anspruch darauf, auf derselben Stelle wiederbeschäftigt zu werden!), bei der ständige Dienstreisen auf dem Plan standen - mit teils wochenlanger Abwesenheit. Da hat sie freiwillig gekündigt. Ebenso denkbar sind Posten mit Arbeitszeiten bis spät abends oder Versetzungen in andere Filialen, wo man weite Anfahrtswege hat oder sogar umziehen müßte. Dein Satz zum Mutterschutz ist leider ziemlich naiv und weltfremd. Kann sein daß deine Frau mit ihrem Arbeitgeber Glück hat, aber wenns so läuft wie oben beschrieben - und das ist alles rechtlich korrekt - dann würde ich das Einkommen nicht so fest einkalkulieren. Die Bank kalkuliert es gar nicht ein.
Wir kommen nicht so häufig auf den gleichen Nenner @Elina :)
Wäre aber auch schlimm, wenn alle die gleiche Meinung hätten. ;)

Generell hat Elina Recht. Allerdings weiß man nicht genau, wohin sich die Zinsen in den nächsten 5 Jahren entwickeln werden. Ich denke, vor 5 Jahren sagten die wenigsten voraus, dass sich der Leitzins auf dieses niedrige Niveau entwickelt.
Es könnte also auch genauso sein, dass Du ggü. der 10-Jahres Finanzierung derzeit die von Elina angesprochenen 0,5 % sparst, aber in 5 Jahren die Zinsen generell um 1,5 % gestiegen sind. Eine Glaskugel haben wir nicht.

Zudem setzt die Variante von Elina voraus, dass Du tatsächlich die Möglichkeit hast, jährlich (hohe) Sondertilgungen zu tätigen. Um das Beispiel nochmals aufzugreifen: bei 100.000 Darlehen machen 0,5% einen Zinsunterschied von 500 Euro aus. Vorausgesetzt, man setzt die p.a. eingesparten 500 Euro auch konsequent für eine höhere Tilgung ein, hast Du nach 5 Jahren zusätzlich 2.500 Euro + Zinseszinsen darauf getilgt, welche Du in der Folge nicht mehr tilgen musst. Ob Dir bei einer Verlängerung diese 2.500 Einsparung (ohne zusätzliche Sondertilgung) wirklich so massiv bei den Konditionen weiterhelfen, kann ich schwer einschätzen.

Welche Zinsbindung ist für Dich sinnvoll?
Dies hängt m.M.n. von Deinem persönlichen Sicherheitsempfinden, Deinem Wunsch nach Planbarkeit (kurzfristig wieder mit dem Thema beschäftigen und neu aufsetzen oder langfristig mit dem gleichen Betrag planen) sowie Deinen persönlichen Umständen (kannst Du überhaupt sondertilgen, wie verändern sich voraussichtlich zukünftig Eure finanziellen Voraussetzungen) ab.
Natürlich spielt auch der Zinsunterschied eine Rolle. Es liegt an Dir, wie viel Bedeutung Du diesem gibst.
Die Möglichkeit der Sondertilgung wird von den meisten Banken von vorn herein angeboten.

Wir haben im Übrigen gesplittet. Kfw kann nur mit max. 10 Jahren Zinsbindung abgeschlossen werden. Das zweitgrößte Darlehen hat 15 Jahre ZB und der große Brocken 20 Jahre. Wir verfolgen aber auch den Plan, dass der Kfw nach 10 Jahren durch das Guthaben eines Bestands-BSV (also nicht neu abgeschlossen) komplett abgelöst werden kann, die gesparte Rate dann in den 15 jährigen läuft und dessen Einsparung am Ende die Tilgung des 20er anhebt.
UNS war eine langfristige Planungssicherheit wichtig!

Unabhängig davon besteht immer die Möglichkeit - sollten die Konditionen nach 10 Jahren tatsächlich besser sein - ein Sonderkündigungsrecht zu nutzen.

Dem letzten Absatz von @Elina kann ich nur beipflichten. Es besteht zwar das Recht auf Wiedereinstellung nach Mutterschutz, aber kein Anrecht auf den gleichen Arbeitsplatz/-bereich wie vorher. "Böse" AG könnten so etwas trickreich ausnutzen.
 
Zuletzt aktualisiert 10.08.2022
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