Welche Heizung bei kfw 55 empfehlenswert?

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N

Nina132

Ah ok, super. Bei uns wurde nämlich am Donnerstag gebohrt und da ist auch der Antrag raus. Unser Sanitär-Ansprechpartner hat uns den Antrag mit den Daten der geplanten Heizung ausgefüllt. Diese ist so geplant und wird im Vertrag mit dem GÜ so aufgelistet, "gekauft" haben wir die WP noch nicht, in der Theorie könnten wir die Heizung ja auch noch ändern. Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob wir damit die Berechtigung für die Förderung haben, oder nicht (da wir ja schon mit dem Festpreis bei GÜ die Heizung "mitgekauft" haben).
 
O

oleda222

Wenn ich die BAFA-Anforderungen richtig verstanden habe, nein weil du den Auftrag für den Bau der Heizung mit Unterschrift beim GÜ erteilt hast und der Antrag zwingend vor Auftragserteilung gestellt werden muss.

Bei Einzelvergabe zu einem späteren Zeitpunkt sieht es dann anders aus...
 
Kaspatoo

Kaspatoo

die ursprünglich gestellte Frage habe ich mir auch bereits gestellt.

In einem Angebot eines GU erhielte das Haus eine Gasbrennwerttherme mit dezentraler Lüftung (laut persönlicher Aussage des GU betrifft dies jedoch nur den Großen Wohnraum im EG (Küche, Esszimmer, Wohnzimmer).

Um KfW55 zu erreichen hätten wir folgende Optionen:
a) Lüftungsanlage mit WRG für alle Räume - 7.900€
b) LWWP Fabr. Rotex - 4.800€
c) SWWP mit Erdkollektoren - 12.500€
d) SWWP mit Tiefenbohrung - 19.300€
e) Stiebel/Tecalor LWWP mit Lüftungsanlage und WRG - 12.400€
f) Pelletheizung Fabr. Wodke vivotec - Preis auf Anfrage
g) Hybridheizung - Preis auf Anfrage

Daraus verstehe ich, dass die Dämmung bereits ausreichend ist.
Auch verstehe ich daraus, dass die Preise für das UG gelten (halb Keller, halb Wohnraum weil Hanglage, Keller gehört laut Angebot auch zur beheizten Hülle).

Ein anderer GU hat mir KWL mit Luft/Wasser Wärmepumpe für ca. 19.000€ Aufpreis angeboten und konnte sich mit erstaunen nicht erklären, wie der andere GU dasselbe für 12.400€ anbieten könne. Beide bieten die Stiebel LWZ 404.

Dafür ist der Endpreis beim zweiten GU besser, ich denke der erste GU hat den Aufpreis für den Keller in den Rohbau Mischkalkuliert.
Äußerst seltsam, tut aber nichts zum Thema.


Unter Strich kann man KfW55 also mit Gas erreichen, wenn man eine KWL dazunimmt. Mit wie angeboten dezentraler Lüftung scheint es nicht erreicht zu werden. Liegt ggf. auch daran dass die dezentrale nicht für alle Räume geplant ist.

Die LWWP LWZ 404 hat aber auch nur eine JAZ von 3,45 oder so ähnlich. Also keine BAFA. Die JAZ der Gas-Therme konnte ich nicht herausfinden.

Aus Sicht der Anschaffungskosten sehe ich also bei uns folgende Rechnung bzw. Optionen zu angeboten Gas und dezentraler Lüftung:

1) KWL für 7.900€
- Extra Kosten für Gasanschluss der Stadt (2.500€ ) und Schornsteinfeger (20x 100€ = 2000€)
- wenn die Gas-Therme eine JAZ von 1,5 schafft, bekommt man 4500€ von der Bafa wieder
- Sofort-Bonus durch KfW Bank = 5000€
- Zinsvorteil nach 25 Jahre gegenüber Bankzinsen von 1,51% ca. 5000€; bei 1,71 ca. 10.000€ (habe ich in einem eigenen Tilgungsplan in Excel nachgerechnet und abgelesen)

2) KWL und LWWP für 12.400€
- Gas Anschluss entfällt, BAFA entfällt ebenfalls
- gleiche Vorteile bei KfW wie oben

3) dezentrale Lüftung und LWWP für 4.800€
- wie 2)
- 3000€ günstiger als Gas und günstiger im Verbrauch, dafür keine KWL


Die LWWP scheint also 4.500€ mehr als die Gastherme zu kosten. Diesen Wert müsste sie also in 20 Jahren durch günstigeren Verbrauch wieder hereinholen.
Wenn ich da die Aussage von co2online nehme:
"Als Faustregel kann gelten: Die Jahresarbeitszahl muss größer sein als der Strompreis dividiert durch den Erdgas- oder Heizölpreis, jeweils pro Kilowattstunde (kWh)."

Und dem mehrfachen Hinweise, auch hier im Forum, dass JAZ wie beim Spritverbrauch von Autos nie wirklich erreicht werden und laut aktuelllem Strom- und Gaspreisvergleich Preise von 25cent und 5cent annehme, bräuchte die LWWP eine JAZ von rechnerisch mindestens 5, durch die Schönung also eher 6.
Mit obiger LWZ404 halte ich 3 für eher realistisch.

Unter diesen Bedenken und der Voraussetzung, dass die Gasthmere eine JAZ von 1,5 locker schafft bin ich aktuell also pro Gas und Contra LWWP. Jedoch Pro KWL.


Falls ich Denkfehler habe bitte gerne Korrigieren, Belehren.
Dass das nun das Angebot von nur einem GU ist, ist mir klar laut kurzer Google-Suche scheinen die Preise aber nicht ganz unrealistisch. Außerdem erwarte ich gegenüber obigem Preis bei der KWL Aufpreis wegen Keller, hat aber nichts weiter mit der Unterscheidung GAS und LWWP zu tun denke ich.
 
G

Goldi09111

Du meinst sicherlich eine Gas Wärmepumpe und keine GBT.

Alles andere wäre mir neu.

Und mit einer GBT und KWL schafft man nicht automatisch KfW 55!
 
G

Grym

Wenn der GU eine GBWT im Standard hat, dann kostet die LWWP Aufpreis und wenn die LWWP im Standard ist, dann kostet die GBWT Aufpreis. Selbst wenn es der gleiche GU ist und letztes Jahr GBWT Standard war und dieses Jahr LWWP...

Eigentlich sollte die LWWP nicht mehr als GBWT+Solar kosten, eher weniger. Aber der GU macht die Preise...
(Solar war doch mit dabei, ist es ja immer - oder nicht?)
 
Kaspatoo

Kaspatoo

ich war heute bei der Energieberatung und habe auch noch mal bei dem GU nachgehakt.
Außerdem war ich nun auch direkt bei einer Baufirma.

Ja, es ist eine GBT + Solar, nicht Gaswärmepumpe.

Unterm Strich habe ich mir folgende Notizen gemacht:

Notizen bei der Baufirma:
Kosten für eine Gasheizung (Fußbodenheizung, Brauchwasserspeicher, Brenner und Solarthermie) ca. 15.000€
Stattdessen Pelletheizung 16.000€ (ohne Solar)
Stattdessen LWWP 22.000€ (ohne Solar, integrierter Brauchwasserspeicher)

Heißt die LWWP kostet ca. 7.000€ mehr.

Notizen beim GU A:
GBWT inkl. Solar (im Angebot enthalten)
LWWP Aufpreis 4.900€ (Rotex) oder 5.900€ (Stiebel-Eltron)
KWL Aufpreis: 7.900€ (UG, EG und DG)
KWL + LWWP Aufpreis 12.400€ (Kombigerät LWZ, Lüftung in UG, EG und DG)

Notizen beim GU B:

GBWT inkl. Solar (im Angebot enthalten)
KWL + LWWP Aufpreis 19.000€ (Kombigerät LWZ, Lüftung in UG, EG und DG)
(dafür insgesamt günstiger als A)

Notizen bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale:
Strom ist im Wärmepumpentarif 3x so teuer wie Gas (15Cent vs. 5Cent).
Mit einer JAZ von angenommen drei benötigt eine LWWP nur 1/3 der Energie.
Unter Strich haben Gas und LWWP damit in etwa denselben Verbrauch.
LWWP kostet mindestens 5000€ Aufpreis.
Gas kostet der Anschluss ca. 2.500€
KfW55 ist jedoch auch bei GBWT + Solar möglich.
In wie weit die JAZ von LWWP geschönt sind und nur z.B. bei +2°C gemessen sind ist sehr schwer zu beurteilen, es lässt sich nur vermuten.
In wie weit schlecht bei Minustemperaturen ein Vorheizregister verbraucht ist mir auch unklar.

LWWP et. al. haben nach der Aussage des Beraters auch nur deswegen so eine gute JAZ, weil der Strom theoretisch aus regenerativen Energien erzeugt werden kann. Er glaubt, dass in den kommenden Jahren die Regierung hier wieder zurückrudern wird. Fachverbände würden derartiges bereits fordern bzw. Abwandlungen fordern. Diese Aussagen habe ich nicht geprüft.

Notizen auf Basis anderer Foren und einer einfachen Google-Recherche zu Verbäruchen diverser User:

- Heizkosten LWWP pro Jahr ca. 750€ - 1200€
- Heizkosten Gas ca. 200-500€ pro Jahr mehr
- Über 10 Jahre (best-before) hinweg wacht das 2000-5000€ maximales Ersparnis
- bisher keine wirklichen Winter bei der die Nachteile einer LWWP zum Tragen kommen, zuletzt 2010 glaube ich
- bei Mehrkosten LWWP von mindestens 5000€ rechnet sich diese nur über längere Zeit


Meine persönliche aktuelle Meinung:
LWWP lohnt sich zunächst einmal nicht.
Allerdings ist dies abhängig davon, was der Gas Anschluss letztlich kostet.
Letzten Endes wird es vermutlich so laufen
- Haus planen ohne Heizung (gedanklich ist Gas zunächst gesetzt)
- Heizlastberechnung durchführen lassen
- konkrete Angebote zu konkreten Heizungen und den letztlichen Kosten erstellen lassen
- eine Nacht drüber schlafen
- wenn dann keine klare Meinung Pro LWWP herrscht, bleibt es bei Gas
 

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