Welche Heizung bei kfw 55 empfehlenswert?

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Hallo! Wir sind gerade dabei ein Haus zu planen und haben, da man das ja nicht so oft tut,viele Fragen. Wir sind durch den B plan unsres Grundstückes gezwungen ein KfW 55 Haus zu bauen und sind uns nun unsicher, welche Art Heizung wir benötigen. Hausbaufirmen sagen mal so und mal so!
Kann man denn eine normale Gasbrenntherme einbauen in Kombination mit Solar-Wasseraufbereitung oder muss man da Erdwärme oder Luft-Wärmepumpen nehmen?
Bin über jede Antwort dankbar!
 
Hallo,

Wir sind durch den B plan unsres Grundstückes gezwungen ein KfW 55 Haus zu bauen
Schau noch mal genau nach, dass kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen; KfW 70 ja, das entspricht heutigem Standard, aber KfW 55? Bin mir auch nicht sicher, dass die Kommune das darf, es sei denn, Du hast Dir ein Grundstück in einem Gebiet ausgesucht, dass einen Signalcharakter haben soll.

Kann man denn eine normale Gasbrenntherme einbauen in Kombination mit Solar-Wasseraufbereitung oder muss man da Erdwärme oder Luft-Wärmepumpen nehmen?
In welche Richtung soll es denn gehen, Fertig- oder Massivhaus?

Freundliche Grüße
 
Hallo Bauexperte,

wir MÜSSEN tatsächlich KFW 55 bauen , aber das wussten wir als wir das Grundstück kauften. Naja und nun schlagen wir uns mit diversen Hausbaufirmen herum und der eine sagt wir erreichen das mit Erdwärme, der nächste sagt Luft-Wärme-Tauscher und andere meinen eine Gastherme tut es auch, da unsere Gebäudehülle ja extrem dicht und gedämmt ist. Wir wollen massiv bauen ( Fertigteilhaus ist genauso ok ) und wissen nun nicht genau, wie wir diesen Standard erreichen können. Das geht nämlich alles ganz schön ins Geld (extra Dämmung überall, andere Fenster, Lüftungsanlage... usw). Tja, was sollen wir nun nehmen?Erdwärme (geht nur mit Tiefenbohrung, da Grundstück zu klein) ist teuer. Wir stehen also da wie der Ochs vorm Tor!
Herzliche Grüße!
 
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Hallo Amazingbee

das Thema Heizung im Neubau ist nicht nur bei einem KfW 55 Haus schwierig zu beantworten. Theoretisch kannst Du mit allen Heizungsanlagen die Vorgaben einhalten. Es kommt ja nicht nur auf die Heizungsanlage an, sondern auf das Gesamtpaket.
Die Kombination aus Heizung, Dämmung etc muss stimmen.

Leider scheinen viele Anbieter da recht kuriose Berechnungen anzustellen, d.h. anscheinend sind viele Heizungsanlagen falsch dimensioniert...

Meiner Meinung nach ist die wichtigste Frage zunächst, von welchem Energieträger willst Du dich langfristig abhängig machen?
Du benötigst um Deine Wohnung zu erwärmen entweder Heizöl (ist heutzutage indiskutabel), Gas oder Strom.

Dann musst Du den Wärmeenergiebedarf Deines Hauses kennen.
Jetzt kannst Du daraus errechnen, wie viel Primärenergie Du benötigst:
Beispiel: Bei einer Wärmepumpe (WP) mit einer JAZ (Jahresarbeitszahl) von 4 benötigst Du für 100W Wärme 25W Strom.

Jetzt kannst Du die verschiedenen Heizungssysteme schon mal anhand ihres Primärenergiebedarfs vergleichen - das dürfte für die KfW-Berechnung wahrscheinlich maßgeblich sein...

Um Dich jetzt für eine Heizung entscheiden zu können, musst Du Dir auch überlegen, welche "Brennstoff"-Kosten (Gas oder eben Stromkosten) Du pro Jahr hast.
Schwierig wird es nur an der Stelle, an der Du Dir überlegen musst, wie die Preisentwicklung in den nächsten Jahren wohl aussehen wird.

Meiner Meinung nach wird der Gaspreis in den nächsten Jahren stärker steigen als der Strompreis - d.h. die Betriebskosten der Gasanlage werden im Verhältnis zur WP wahrscheinlich deutlich höher liegen.
Summierst Du die Betriebskosten (incl. Wartung, Schornsteinfeger, etc) , die in der Laufzeit der Heizung entstehen (man rechnet hier mit 20 Jahren) auf und addierst dazu die Anschaffungskosten der Heizungsanlage (diese liegen bei einer WP deutlich höher als bei einer Gasbrennwerttherme) dann kannst Du vielleicht leichter eine Entscheidung treffen...

Nur leider ist diese Rechnung sehr stark von der Preisentwicklung bei Strom und Gas abhängig - und diese kann kein Mensch wirklich voraussagen...

Meine ganz persönliche Meinung ist dass ich heute - und grade bei einem Neubau (erst recht mit KfW 55) - auf keinen Fall mehr auf Gas setzen würde - aber auch ich kann mich irren :p
Wir werden es in 20 Jahren sehen

Hoffe, dir geholfen zu haben

Viele Grüße aus dem Pott
Micha
 
Hallo,

Hallo Bauexperte,

wir MÜSSEN tatsächlich KFW 55 bauen ... Wir wollen massiv bauen ( Fertigteilhaus ist genauso ok ) und wissen nun nicht genau, wie wir diesen Standard erreichen können. Das geht nämlich alles ganz schön ins Geld (extra Dämmung überall, andere Fenster, Lüftungsanlage... usw). Tja, was sollen wir nun nehmen?Erdwärme (geht nur mit Tiefenbohrung, da Grundstück zu klein) ist teuer. Wir stehen also da wie der Ochs vorm Tor!

Also andere Fenster ist Quatsch - wer hat Euch denn diesen Blödsinn erzählt? Wenn Ihr massiv bauen wollt, müßt Ihr ein dickeres Mauerwerk in Kauf nehmen - 42,5 monolithisch oder 44,5 mit WDVS, dadurch verkleinert sich aber die Wohnfläche um den Wert umlaufend 6,0 oder 8,0 cm auf allen Ebenen. Dann muß in aller Regel bei erster Steingröße teurere Technik verbaut werden, bspw. ein integrales System - bestehend aus LWWP, kontrollierter Be-/Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Hiermit wiederum kauft Ihr Euch den Nachteil ein, dass Euer HWR deutlich an Raum verliert, da diese Systeme ca. 2,0 qm Wandfläche einnehmen und zudem gute 80 cm von der Wand entfernt in den Raum hineinragen. Im Keller können diese Systeme in der Regel nicht aufgestellt werden, es sei denn, der Keller ist Minimum 1,0 m aus dem Erdreich herausgesockelt; diese Anlage muß gegenläufig Zu- und Abluft realisieren!

Bei der zweiten Steingröße kommt es ganz stark auf die Lage des Grundstückes an; ist sie gut (wenige Fenster zum Norden etc.) könnte es sich ausgehen, dass eine LWWP nebst dezentraler Lüftung den gewünschten Standard erbringen. Hier sollte der Statiker oder TGA-Planer sehr genau rechnen!

Aber wie Ihr Euch auch entscheidet, KfW 55 bedeutet einen Mehrpreis für das BV im Rahmen TEUR 20-25 je nach Hausgröße für 42,5er Mauerwerk und TEUR 15 - 20 für 44,5 mit WDVS, wiederum je nach Hausgröße

Freundliche Grüße
 
Hallo!

Es ist in der Tat so, dass ein KfW Effizienzhaus 55 technisch mit größerem Aufwand und höheren Investitionskosten verbunden ist. Wenn der b-plan eine solche Bauweise vorschreibt, dann kommt definitiv nicht umher, dieser Mehrbetrag zu investieren.

Wer nicht unbedingt ein Effizienzhaus nach den Kriterien der KfW bauen muss, der hat mit einer energiesparenden, gut wärmegedämmten Gebäudehülle und einer einfachen Wärmetechnik (günstige Gas-Brennwert-Therme oder Luft-Wasser-Wärmepumpe) und einer effizienten Wohnungslüftungsanlage ein gute Lösung. Der technische Aufbau für eine Solaranlage amortisiert sich i.d.R. auch langfristig nicht.

Gruß

T.H.
 
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