Vergleich Grundwasser-/Sole-/Luft-Wärmepumpe

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S

sub-xero

Hallo zusammen,
bei mir steht ein Neubau an (zweigeschossiges EFH, ca. 140 m² Wohnfläche) und ich möchte für die Heizung auf jeden Fall eine Wärmepumpe einsetzen. Dies in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage mit Speicherakku. Ich möchte keine Kühlung im Haus, ich brauche die WP nur für Heizung und Warmwasser. Das Haus wird keine Lüftungsanlage haben. Ich habe nun von unterschiedlichen Fachleuten so viele unterschiedliche Aussagen bzgl. der Wärmepumpe erhalten, dass ich zu keinem eindeutigen Ergebnis komme. Vielleicht könnt ihr mir etwas auf die Sprünge helfen?

Ich fasse mal meine gesammelten Argumente (Pro/Kontra) grob zusammen:

Wasser-Wasser-WP
  • Höchste Energieausbeute und Effizienz
  • Hohe Anschaffungskosten wegen Grundwasserbohrungen
  • Kosten sind vorab nicht einschätzbar, hängt vom Grundwasserpegel und der Bodenbeschaffenheit ab

Luft-Wasser-WP (wurde mir vom Bauleiter empfohlen)
  • Überschaubare Kosten
  • Geringer Platzbedarf
  • Reicht angeblich für das Haus aus (da bin ich nicht sicher)
  • Der Lüfter ist hörbar (wenn auch relativ leise), was evtl. Nachbarn oder mich selbst stören könnte

Sole-Wasser-WP
  • Längste Lebensdauer (ggf. irrelevant, weil sich nach 10-20 Jahren ohnehin eine moderne Technik lohnt?)
  • Geringe Anschaffungskosten
  • Hoher Platzbedarf für Erdkollektoren (wäre kein Problem, Garten ist groß genug)
Ich würde nach meiner laienhaften Einschätzung die Wasser-Wasser-WP wählen und die Mehrkosten von ca. 10.000 € inkauf nehmen. Gibt es Argumente, die ich übersehen habe? Wie sind die Langzeit-Erfahrungen (Wartungsarbeiten, Reparatur- und Wartungskosten?)

Danke schonmal!
 
T

T_im_Norden

WW benötigt geeignetes Grundwasser und eine Genehmigung der Wasserbehörde.
Es besteht auch immer die Gefahr das sich die Anlage zusetzt aufgrund von Mangan oder ähnlichem.

SoleWasser Tiefenbohrung oder Ringgrabenkollektor.

LWWP am einfachsten zu realisieren und am günstigsten, und selbstverständlich schafft die es ein 140 m2 Haus warm zu halten.

Wie immer mein Hinweis WICHTIGER als die Wärmequelle ist die Auslegung der FBH und die Hydraulik derselben.
 
H

hampshire

Grundwasser und Grund erst mal eruieren, wird vielleicht gar nicht so teuer. Wenn doch, ist Sole auch prima. Luft-Wasser wäre für mich die letzte Option aus der vorgegebenen Wahl.
 
B

Bookstar

Nur die LWWP macht hier wirtschaftlich
Sinn. Die neuen Anlagen sind auch sehr leise. Von Sole und Grundwasser würde ich mich sofort verabschieden, sehr teuer und teilweise anfällig (vorallem Grundwasser).

Bei deiner Hausgeräte ist eine LWWP sowieso ideal. Noch besser wäre ein Gasanschluss.
 
S

sub-xero

Danke schon mal für die Antworten! Ich habe auch keine vergleichbaren Beiträge hier gefunden. Die Antworten sind hier ebenfalls sehr gegensätzlich. Daraus schließe ich, dass die Entscheidung nicht einfach ist und von den Rahmenbedingungen abhängt. Würdet ihr versuchen, eine unabhängige Analyse und Beratung zu beauftragen? An wen kann man sich da am besten wenden? "Experten" gibt's wie Sand am Meer.

Mit einer Sole-Wasser-WP muss ich mich noch intensiver auseinandersetzen. Speziell die Vor- und Nachteile von Erdkollektor vs. Tiefenbohrung mit Sonde.

Wenn ich das richtig verstanden habe, muss man für eine Wasser-Wasser-WP erstmal kräftig in Vorleistung gehen: Probebohrung, Wasseranalyse etc. Am Ende kann dabei auch herauskommen, dass es sich nicht lohnt. Das ist meines Erachtens das größte Risiko dabei. Leider gibt es dort in der Nachbarschaft noch niemanden, der schon eine W-W-WP einsetzt, sonst hätte man einen Anhaltspunkt.

@Bookstar : Der Vorschlag mit dem Gasanschluss war jetzt nicht ernst gemeint, oder? :)

Die Auslegung der Fußbodenheizung ist wichtig, das ist mir klar. Sie muss zur Wärmepumpe passen. Worauf es dabei genau ankommt, muss ich noch recherchieren (für Tipps/Links wäre ich dankbar).
 
tomtom79

tomtom79


Ließ Mal ab hier, da ging es um Kostenvergleich Bohrung zur normalen wp.

Grundsätzlich einen Energieberater beauftragen der dir eine Raumweise Heizlastberechnung, mit Verlegeabstände der Fbh und keine fiktiven Raumtemperatur Werten sondern Wohnzimmer mit 22, Bad 24 "ohne Zusatz Heizung sondern Wandheizung per Fbh" mindesten 20 im Schlazimmer usw.

Dann eine Modulirende wo bafa fähig ist.

Also einen cop von 4.0 hat

Dann ob Erdwärme möglich ist und was deine Region verlangt für die Bohrungen. Hier sind 10000euro Unterschied möglich. Bis dir das erspart hast kannst viele Jahre Heizen.

Habt ihr ein riesen Grundstück dann rgk hier ist viel Eigenleistung möglich.

Bei 140m2 kann man zum Glück nicht so viel falsch machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
T

T_im_Norden

Die Auslegung der Fußbodenheizung ist wichtig, das ist mir klar. Sie muss zur Wärmepumpe passen. Worauf es dabei genau ankommt, muss ich noch recherchieren (für Tipps/Links wäre ich dankbar).
Nein das ist falsch , die Auslegung der FBH muss zum Haus und euren Temperatur Wünschen passen und dabei passieren immer wieder die größten Fehler.

Welcher Wärmeerzeuger Sie beliefert ist da erstmal egal.
 
Zuletzt aktualisiert 28.06.2022
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