Tilgungssatz ändern - Bank verlangt nun neue Unterlagen

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Ubibubi

Moin zusammen,

ich habe bei der ING seit zwei Jahren eine Baufinanzierung und dachte mir wegen der aktuellen Zinslage würde es sich lohnen meinen Tilgungssatz von 2,5 % auf 1 % zu senken und das "ersparte" Geld auf dem Tagesgeldkonto zu bunkern für spätere Sondertilgungen. Würde sich in meinem Fall lohnen, da mein Zinssatz noch deutlich niedriger ist, als was man gerade beim Tagesgeldkonto kriegt. Bei meinem Vertrag darf ich auch zweimal kostenlos während der Laufzeit den Tilgungssatz ändern, danach kostet es pro weiterer Änderung 100 €. Also dachte ich mir, nutze ich jetzt die erste Änderung über das Online-Portal, um von dem Vorteil zu profitieren.

Zwei Tage später habe ich im Postfach die Mitteilung, dass die Änderung vorgemerkt ist, ich aber in den nächsten 14 Tagen das Formular "Selbstauskunft und Vermögensaufstellung" ausfüllen sowie die letzten 3 Gehaltsnachweise einreichen soll. Also nichts mehr mit schnell und unkompliziert, wie es einem vorher suggeriert wird.

Jetzt bin ich verunsichert. An meiner finanziellen Situation hat sich nichts nachteilig verändert, aber ich bin skeptisch ob ich das gutgläubig ausfüllen und einreichen soll oder jetzt ungewollt irgendeinen Prozess angeschoben habe mit Neubewertung usw und lieber dort anrufe und den Vorgang abbreche.

Was würdet ihr mir raten?

Vielen Dank vorab für eure Meinungen!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
OWLer

OWLer

Wenn ich eine Bank wäre, würde ich zu dieser wirtschafltichen Situation auch hellhörig werden. "Normale Menschen" reduzieren ihre Tilgung ja nicht aus Spaß, sondern nur aufgrund wirtschaflticher Notwendigkeiten.
 
kati1337

kati1337

Wenn ich eine Bank wäre, würde ich zu dieser wirtschafltichen Situation auch hellhörig werden. "Normale Menschen" reduzieren ihre Tilgung ja nicht aus Spaß, sondern nur aufgrund wirtschaflticher Notwendigkeiten.
Aber welche Relevanz sollte das haben? Darf die Bank an einem geschlossenen Vertrag mit Zinsbindung rütteln, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Geschäftspartners ändert? Ich dachte immer es gilt das Prinzip, dass Verträge bindend sind. Solange der Vertragspartner sich konform verhält, sprich, seine Raten bezahlt, sehe ich keinen Unterschied den eine geänderte, wirtschaftliche Situation für die Bank machen würde - selbst wenn's so wäre? Oder hab' ich da im Kleingedruckten was überlesen?
 
X

xMisterDx

Die Bank will allerdings auch sichergehen, dass der Kredit in einer endlichen Zeit zurückgezahlt wird. Wenn man die Tilgung von 2,5% auf 1% verringert, dann erhöht sich die Rückzahlungsdauer ganz erheblich, unter Umständen so, dass eine komplette Tilgung zu Lebzeiten gar nicht mehr realistisch ist.
Und die Bank hat auch keine Garantie, dass man das Vermögen, welches man jetzt aufs Tagesgeldkonto packt, tatsächlich in 10, 15 Jahren noch hat, wenn die Anschlussfinanzierung ansteht.
Allzu gerne wird dann doch noch dies und das gekauft, "ist ja noch 15 Jahre hin" ;)

Sicher, dass die Tilgung laut Vertrag in beide Richtungen einfach so geändert werden darf? Bei mir steht drin, dass ich die Tilgung erhöhen, aber nicht verringern kann. Eine Verringerung wäre dann Kulanz der Bank, die nur in wirtschaftlicher Notlage in Frage käme...
 
Benutzer123

Benutzer123

Wenn die Tilgung so drastisch reduziert wird dann erhöht sich auch die Restschuld und das Risiko für die Bank drastisch. Ist doch eigentlich ziemlich nachvollziehbar, dass die ein paar Informationen anfordern.
 
Y

ypg

Das ist eine drastische Maßnahme.
Bist Du sicher, dass bei Tilgung von 2,5% die 1% noch in Deinem Zinskorridor liegen? 1% wurde mal mehrere Jahre abgelehnt, weil der Schuldner auch nie (kaum) in der Lage ist, das Darlehen zu bezahlen.
Auf diesen Weg begibst Du Dich gerade.
wegen der aktuellen Zinslage würde es sich lohnen meinen Tilgungssatz von 2,5 % auf 1 % zu senken und das "ersparte" Geld auf dem Tagesgeldkonto zu bunkern für spätere Sondertilgungen.
Aber erkläre mir mal bitte die Rechnung.

Mal angenommen, Du hast 400000€ aufgenommen und tilgst 2,5%, dann tilgst Du 10000€ im ersten Jahr, dann bist Du bei 390000€ Restschuld (sorry für die vereinfachte Rechnung)
Jetzt willst Du aber nur 1% tilgen. Dann tilgst Du nur 4000€ und wärest bei 396000€ Restschuld.
Nun legst Du die „gewonnenen“ 6000€ zu 4% an… macht einen Gewinn von 240€... 240€…!
Das willst Du für eine Sondertilgung nutzen… geh lieber davon essen oder mit den Kindern in den Tierpark.

Was macht das für einen Sinn? Das ist im Jahr weniger als was Du mit 2,5% monatlich tilgen würdest.

Und da fragt die Bank halt nach, weil es keinen Sinn macht, die Tilgung niedriger zu schrauben als einen wirtschaftlichen.
Und ja, Du kannst, der Vertrag gibt es her.
Aber die Bank kann und darf bei konkretem Verdacht nachfragen und aktuelle Einkommensnachweise erfragen. Letztendlich ist das für Dich auch Sicherheit, sollte es dafür einen triftigen Grund geben.
 
Zuletzt aktualisiert 19.04.2024
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