KfW-Effizienzhaus 40 Plus Baukosten Kfw Fördermöglichkeiten

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Hallo liebe Bauexperten und Bauherren mit bereits Erfahrung

Ich bin ein junger 25 jähriger Ingenieur mit Familienplanungen und damit verbundenen Bau-/Kaufvorstellungen.

Seit ca. 1 Monat beschäftige ich mich mit dem Gedanken wie ich nun ins Leben starten soll mit dem Ziel irgendwann ein Haus zu besitzen.

Man könnte sagen dass ich 0 professionelle Kenntnisse bzgl. Hausbau und Finanzierung habe.
Für mich gebe es zwei Möglichkeiten:
-ich baue mir ein Haus nachdem ich ein Grundstück gefunden habe - Wir sind ca. 5-10 Personen mit über 10-30 Jahre Bauerfahrung) die handwerklich sehr begabt sind und können vieles selber zusammenstricken.
-ich kaufe mir ein fertiges Haus.

Wie bei vielen Jünglingen die ohne erwähnenswerte Erben ins Leben starten mache auch ich mir finanzielle Gedanken, da ich mich als sehr kostenbewusst beschreiben würde.
Nun hatte ich bereits 1 Hausbesichtigung als Probe um mal zu erfahren wie so eine Besichtigung läuft und auf was es alles ankommt und anschließend ein Bankberatungstermin mit "Wie könnte ich mir so ein Haus kaufen".

Meine Vorstellung ist es ein Haus zu besitzen mit einem 1. OG (3-4 Z.) + EG (4-5 Z.)+ Einliegerwohnung(2-3 Z.) + Garage (2 Autos) mit etwas Garten. Den 1. OG und die ELGW würde ich zum Start vermieten wollen und später wenn der Bedarf besteht diese auch evtl. selber nutzen.

Ich schätze die Kosten würden hier je nach örtliche Lage / Baujahr etc. auf ein Kostenniveau von 500k€+ zutreffen.

Mein Bankberater riet mir Kapital anzusparen in Höhe von 50-70k€ und dann mich auf die Haussuche / Bauvorhaben zu wagen. Er riet mir auch Bausparverträge zu erstellen und evtl. in Fonds zu investieren um mein Kapital zu vermehren. Und dann würde man bei einem Zinssatz von 1-1,5% schon etwas finden womit man den Rest dann finanzieren könnte.

Nun bin ich zufällig im Internet auf die Kfw-Darlehen gestoßen und habe ganz interessante Zahlen und Stichworte gesehen. Dass man schon für ab 0,50% Zinsen sich pro Wohnung 120k€ Darlehen aufnehmen könnte und dass es Tilgungszuschuss je nach Effizienz gibt Baukindergeld etc.

Hier steht jetzt konkret man bei einem KfW-Effizienzhaus 40 Plus - 25% Tilgungszuschuss und bis zu max. 30k€ vom Staat gefördert bekommen. Man ist ja verpflichtet mit einem Energieexperten begleitend zu bauen und würde auch um den seine Kosten zu decken 50% bis zu max. 4k€ bekommen.

Meine Frage ist es an Euch Experten: Was würde mich denn ca. so ein Haus "1. OG (3-4 Z.) + EG (4-5 Z.)+ Einliegerwohnung(2-3 Z.) + Garage (2 Autos)" mit dem ganzen Energie-SchnickSchnack MATERIALtechnisch kosten? Kann mir da einer einen groben Pi*Daumen Wert sagen? Oder eine Faustformel?

Ich rede hier vom Nötigsten bis zum Mittelniveau. Würde mich das ganze 300k€ oder 500k€ oder 750k€ oder 1Mio€ kosten? Weil wie gesagt könnten mir max. hier 360k€ Darlehen zur Verfügung stehen = 3*120k€ und das wäre sehr interessant zu Wissen wie viel Restsumme ich anderweitig finanzieren müsste.



Ich hoffe ich konnte mein Anliegen so präzise wie möglich und "kurz knackig" erläutern

Vielen Vielen Dank Ich hoffe auf Hilfe..
 
Dir schwebet also ein Dreifamilienhaus mit ca. 300qm Wohnfläche vor, das Du komplett selbst bauen möchtest und hast aktuell keine Ahnung von nichts, sondern siehst lediglich eine Förderung für ein teurer Energieniveau. Nötigstes bis Mittelniveau geht schon mal gar nicht, da Du einen hohen technischen Aufwand per se investieren musst.
Als Bau mit Unternehmen kannst Du einfach mal 330qm x 2.500€ rechnen. Dazu Baunebenkosten + Keller (irgendwelche Abstellräume werden Deine Mieter benötigen bzw. die Haustechnik muss für drei Wohnungen auch verbaut werden) + Außenanlagen + Stellplätze (bei drei Wohnungen werden es eher sechs Stellplätze als nur zwei in der Garage). Das reine Haus ohne Grundstück wird also schon einmal 7-stellig. Und da Du garantiert nicht ohne Lohnkosten auskommen wirst (wer von "Wir" hat ausreichend Zeit, Lust und Laune, ein Jahr oder länger einfach mal so Dein Mehrfamilienhaus zu bauen), wird der Spaß am Ende relativ teuer. Vielleicht sparst Du T€ 50 Lohnkosten, oder T€ 100 oder T€ 200? Frag doch "Wir", die die Bauerfahrung haben.
Da sollte schon eine gute Bonität vorhanden sein = Netto ab T€ 4 sowie Eigenkapital von T€ 200+X

Insgesamt wirst Du mit einem normalen Einfamilienhaus besser und günstiger fahren. Ach ja, wer zahlt die tollen Förderdarlehen nach der 10-jährigen Zinsbindung zurück, wenn der Zinssatz dann bei 3,5% oder 5% liegt? Was, wenn das Haus dann doch plötzlich nicht zur Familienplanung oder zum neuen Job im anderen Bundesland passt? Wer bezahlt den Umbau von EG und OG zu einer Wohneinheit und was sagt die Bank dazu, wenn plötzlich eine Miete fehlt? Und wenn jetzt gerne im Garten bist und mit Deinen Kumpels ein Bier trinken möchtest, hast Du zwei weitere Parteien, die Stunk machen, da Ihr zu laut seid. Usw.

Schöne, aber noch total naive Herangehensweise.

Welches Darlehen bekommst Du denn von Deiner Bank? Das normale Bankdarlehen ist übrigens nicht viel teurer (auch wenn der Tilgungszuschuss fehlt).

P.S. Wenn Du ein Bestandsobjekt mit Deinen Wünschen zur Raumaufteilung für den von Dir genannten Preis bekommst, wohnst Du entweder mitten in blühenden Landschaften oder kaufst Sanierungsbedarf ein.
 
P.S. Wenn Du ein Bestandsobjekt mit Deinen Wünschen zur Raumaufteilung für den von Dir genannten Preis bekommst, wohnst Du entweder mitten in blühenden Landschaften oder kaufst Sanierungsbedarf ein.
Danke für ausführliche Antwort. Ist immer wieder interessant die Meinung aus anderen Perspektiven zu hören und auch das Gegenteil meiner Vorstellungen. Meine Vorstellung ist es bevorzugt auf dem Land zu bauen, da mir das ländliche generell mehr gefällt trotz der verlockenden Infrastruktur im städtischen. Gilt das was du mit Kosten und Aufwendungen aufgezählt hast auch für Fertighäuser/Architektenhäuser?
Wie könnte ich mich informieren was die gesamte Technik kosten würde für ein Effizienzhaus 40 plus? Im Punkto viel Geld für hohe Technologie und Effizienz investieren gebe ich dir ohne viel nachzudenken Recht. Technik & Effizienz kann durchaus Geld kosten. Doch wie kann ich mir eine Vorstellung bilden "Wie viel?" Am Ende der Geschichte muss ich mehrere Optionen miteinander vergleichen und eine Entscheidung treffen. Und da ist das monetäre denke ich mal der 1. Faktor.
 
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Gilt das was du mit Kosten und Aufwendungen aufgezählt hast auch für Fertighäuser/Architektenhäuser?
Fertighaus eher etwas teurer als massiv. Architektenhäuser werden beide, da Du kein fertig geplantes Haus von der Stange wirst kaufen können.
Wie könnte ich mich informieren was die gesamte Technik kosten würde für ein Effizienzhaus 40 plus?
Googeln und mit Hausanbietern reden (für eine Indikation). Alternativ mal in ein Gespräch mit einem Architekten gehen. Ansonsten hier im Forum ein wenig informieren - obwohl die meisten Häuslebauer den Aufwand scheuen für ein paar € mehr Effizienz, die Du im täglichen Leben gar nicht spüren kannst. Du merkt praktisch nicht, ob Du 40 oder 55 gebaut hast. Das Nutzerverhalten ist viel entscheidender als eine Rechengröße.
Im Rahmen der Vermietung (und das auch noch auf dem Land) bekommst Du sowieso keine andere Miete für Dein Investment. Also unnötig - wahrscheinlich ist der Aufwand höher, als der Nutzen aus der etwas höheren Förderung.
Und da ist das monetäre denke ich mal der 1. Faktor.
Vielleicht solltest Du eher mal was zum Deinem finanziellen Background sagen. Wenn Du ein junger Ingenieur ohne Erbe bist, hast Du praktisch keine Bonität. Und damit sollte sich Deine Idee in Wohlgefallen auflösen. Denn jetzt für in 5 Jahren planen, ist sinnfrei. Da kannst Du höchstens anfangen, EK anzusparen.
Hört sich vielleicht böse an, trifft aber wahrscheinlich den Punkt, oder?
 
Ich gebe außerdem zu bedenken, dass ein Zweifamilienhaus zwar oftmals statt eines EFH gebaut werden darf, dies aber bei drei WE ganz anders aussieht. Da musst Du also erst mal ein passendes Grundstück finden, mutmaßlich in einer Gegend, in der Du dann auch selber dauerhaft wohnen möchtest.
 
Du schreibst von "irgendwann" und dann wiederum habe ich den Eindruck, dass du direkt loslegen willst. Dann schielst du auf Förderungen, die teilweise auslaufen (baukindergeld).

Ich gehe davon aus, dass du alleine bauen willst und später eine Partnerin einziehen soll? Was, wenn die dein Haus aber nicht so super findet und sich bautechnisch lieber selbst erfinden will?

Ich würde also raten, sich erstmal dem Thema "Eigenkapitalaufbau" zu widmen und nicht sofort in den Bau6 überzugehen.
 
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