Einschätzung Finanzierung 425k, Eigenkapital 200k, netto 5k - unverheiratet

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Tamstar

Hallo!

Ich trau mich gar nicht es zu sagen, aber: Wir haben einen Notartermin (Mitte April)!

Ich möchte mir, obwohl ichs schon wochen- und monatelang durchrechne, gerne eure Meinung zu unserer Situation holen und ggfs. auch noch ein paar Anmerkungen bekommen zu Nebenkosten oder was wir vielleicht übersehen.

Allgemeines zu uns:
  • Wie alt seid Ihr? 30/31
  • Gibt es Kinder? nein
  • Sind Kinder geplant? nein
  • Was macht Ihr beruflich? beide im öffentlichen Dienst angestellt
  • Wie viele Stunden arbeitet Ihr? beide Vollzeit/39,5
Einkommens- und Vermögenssituation:
  • Welche Einkünfte habt Ihr (netto)? 5.200 € + Jahressonderzahlungen, die kaum der Rede wert sind
  • Wie viel Eigenkapital habt ihr? 200.000 € (Schenkung seiner Mutter) + nicht nennenswerte eigene "Ersparnisse" (Grund bei mir außerdem: Studium, Konsum, dumme Entscheidungen... und er... keine Ahnung, hat familiär bedingt wohl keinen Grund gehabt selbst groß zu sparen)
  • Wie viel Eigenkapital wollt Ihr davon in das Projekt Haus stecken? in den Kredit nach momentanen Bankangeboten ca. 160.000 €, Rest für Renovierungen/Küche
Ausgabensituation:

Mobilitätskosten (Rücklagen kommen später):
  • Monatsticket für Bus und Bahn 130 €
  • Fixkosten Fahrzeuge (Steuer, Versicherung, TÜV, ADAC) 142 €
  • Monatsparkticket 10 €
  • Tanken 300 €
Zwischensumme: 590 €

Versicherungskosten:
  • Haftpflichtversicherung 6 €
  • Risikolebensversicherung wir rechnen mit ca. 50 € (kann das hinkommen?)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung bei mir in der "Rentenvers." enthalten (Versorgungswerk), bei ihm nicht vorhanden
  • Hausratversicherung 13 € (ob/wie sehr sie im Haus steigt können wir auch noch nicht ganz einschätzen, sind jetzt schon mit 150.000 € versichert)
  • Rechtsschutzversicherung 20 €
  • Sonstige Versicherungen 3 € Jagdhaftpflicht
  • Gebäudeversicherung 35 € (kann das hinkommen?)
Zwischensumme: 130 €

Lebenshaltungskosten + Rücklagen:
  • Lebensmittel + Restaurant + Drogerie 500 €
  • Essen in der Arbeit 200 €
  • Handykosten zusammen 15 €
  • Internet, GEZ, Netflix, Amazon etc. 81 €
  • Taschengeld (für Klamotten und sonstigen Konsum) 400 €
  • Rücklagen Auto 100 €
  • Rücklagen Haus 200 €
  • Urlaub 200 €
  • Geschenke 50 €
Zwischensumme: 1.750 €

Hausnebenkosten (hier können wir es noch nicht einschätzen, manche Zahlen vom Vorbesitzer aufgerundet, andere recherchiert):
  • Müllgebühr 13 €
  • Schornsteinfeger 7 €
  • Heizungswartung 20 €
  • Wasser/Abwasser 40 €
  • Strom 100 €
  • Grundsteuer 38 €
  • Straßenreinigung 25 €
  • Heizung (Heizöl) 100 €
  • Anschaffungen fürs Haus 100 €
Zwischensumme: 450 €

Sparleistungen:
  • Wertpapiere 350 €
  • Sparplan 100 €
  • Barsparen 200 €
  • Tagesgeld 100 €
Zwischensumme: 750 €


Einnahmen- und Ausgabensummen:
  • Einnahmen gesamt 5.200 €
  • Ausgaben gesamt 590 + 130 + 1750 + 450 + 750 = 3.670 €
  • Saldo für Kreditrate 1.530 €

Allgemeines zur Immobilie:
  • Wie groß ist das Grundstück? 540 m²
  • Wie hoch ist der Bodenrichtwert? 215 €/m²
  • Neubau, Altbau (Baujahr), Haustyp? Sanierter Altbau, Einfamilienhaus (BJ 61, saniert 2018)
  • Garagen? 3
  • Wie groß ist das Haus? (Wohnfläche / Nutzfläche) 120m²/170m²
Bau- oder Kaufkosten:
  • Kaufkosten 530.000 €
  • Kaufnebenkosten 55.000 €
  • Gesamtkosten 585.000 €
sonstige Kosten:
  • Küchenkosten 15.000 € (aus Eigenkapital)
  • Renovierungskosten/Terrasse 35.000 € (aus Eigenkapital)
Kostenzusammenstellung:
  • Gesamtkosten 585.000 €
  • abziehbares Eigenkapital 160.000€
  • Finanzierungssumme 425.000 €
Wir haben momentan folgende Angebote der Bank vorliegen:
  1. Volltilger: Allianz, 1,51%, 30 Jahre Zinsbindung, 2,66% Tilgung, 1.473 € Rate
  2. 19 Jahre: ING, 1,21%, 19 Jahre Zinsbindung, 2% Tilgung, 1.141 € Rate, Restschuld nach 20 Jahren rund 245.000 €
  3. 30 Jahre: Allianz, 1,61%, 30 Jahre Zinsbindung, 2% Tilgung, 1.276 € Rate, Restschuld nach 30 Jahren rund 100.000€
Wir warten noch auf Angebote mit mehreren Bausteinen: 100k auf 10 Jahre mit +- 0,7% Zinsen und Rest auf 20 oder 30 Jahre

Ich kann noch nicht ganz einschätzen, ob mir die kleinere Restschuld wichtiger ist oder die kleinere Rate...

Meine Fragen, wie oben angedeutet:
Haben wir was vergessen?
Sind die Nebenkosten plausibel?

Und: Sind hier unverheiratete Paare, die einen Partnerschaftsvertrag gemacht haben? Was regelt der bei euch? Kann ich mich als weniger anteilinnehabende Partnerin absichern, dass das Haus bei seinem Tod nicht sofort an Mutti geht?
Grundbuch ist soweit klar, wegen seines Eigenkapitals er 2/3, ich 1/3, aber wie ich gelesen habe, sollte man trotzdem einen privatrechtlichen Vertrag abschließen... haben noch einen Anwaltstermin, aber Erfahrungen vorab wären gut.

Danke fürs Durcharbeiten und viele Grüße

PS: Ja, ich hatte einen Thread, bei dem ich nicht ins Grundbuch sollte, aber 1 Jahr und eine lange Leitung (ich mag ihn trotzdem ;) ) später, kam die Einsicht, dass ich ja gar nicht so verkehrt bin....
Link zum alten Thread wäre: url siehe oben + threads/dem-partner-miete-zahlen-wie.33631
 
bra-tak

bra-tak

sieht alles plausibel aus.
Wir bekommen morgen unseren Finanzierungsvertrag über 515k zugeschickt mit nur 20k Eigenkapital und haben ähnliches Netto wie ihr, aber noch ein Kind. Also Finanzierungstechnisch alles chic bei euch (200k von der Mutter bekommen, da weiß ich nie, ob ich weinen oder lachen soll... das würde sovieles so viel einfacher machen... hachja).

Zu den vertraglichen Sachen kann ich mangels Kenntnis nichts sagen. Werde hier aber mitlesen, da uns diese Frage auch bald beschäftigen wird.
 
K

Kokovi79

Wenn Ihr auf 30 Jahre finanzieren wollt, würde ich den Volltilger wählen, bei den anderen Varianten wäre mir die Restschuld zu hoch.

Wo gibt es denn eine Jagdhaftpflicht für 3€ im Monat? Ist da nur die gesetzliche Mindestsumme abgedeckt? Wäre mir deutlich zu wenig angesichts der möglichen Schäden... und fallen da sonst keine Kosten für das Hobby an? Auch als Nichtpächter ist das ja nicht gerade günstig...
 
WilderSueden

WilderSueden

Wie wichtig ist euch lange Zinsbindung und wieviel muss es wirklich sein? Wenn ihr so lange den Zins festschreiben lasst kostet euch das richtig viel Geld und bei einer Tilgung von 1400€-1500€ und einem Zins von sagen wir mal 1,1% auf 15 Jahre könnt ihr auch der Restschuld entspannt entgegenblicken. Bei eurem Einkommen sehe ich wenig Grund mit 1100 oder 1200€ zu tilgen.

Was mir sonst noch auffällt...300€ für Sprit ist extrem viel. Das sind ja mehr als 200 Liter im Monat. Läuft das Auto so viel oder habt ihr einen Ami-Pickup mit dem umweltfreundlichen 6 Liter Bigblock? Egal welche Variante, 100€ Rücklage fürs Auto passen definitiv nicht dazu.
Bei den Sparraten...wie ist der Bausparvertrag verzinst und könnt ihr den für die Immobilie nehmen? Was ist dieser Sparplan? Was ist die Überlegung dahinter aktuell langfristig auf ein Tagesgeldkonto zu sparen? Da kommen die Rücklagen für Auto/Haus/etc drauf aber sparen des Sparens willen macht bei den aktuellen Guthabenzinsen keinen Sinn.
 
T

Tamstar

Bei eurem Einkommen sehe ich wenig Grund mit 1100 oder 1200€ zu tilgen.

300€ für Sprit ist extrem viel. Das sind ja mehr als 200 Liter im Monat. 100€ Rücklage fürs Auto passen definitiv nicht dazu.

Bei den Sparraten...wie ist der Bausparvertrag verzinst und könnt ihr den für die Immobilie nehmen? Was ist dieser Sparplan? Was ist die Überlegung dahinter aktuell langfristig auf ein Tagesgeldkonto zu sparen?
Am Handy gestaltet sich das schwer zitieren in Häppchen irgendwie schwieriger...

Zur Kreditrate:
Wir haben die 1200€ gewählt, da wir mit den Wohn-/Hausnebenkosten auf rund 2.000€ kommen bei ner 1.500€ Rate würde somit ein komplettes Einkommen allein fürs Wohnen draufgehen, da kann ich nicht gut schlafen.

Zum Sprit/Rücklage Auto:
Wir haben zukünftig 80km Pendelei am Tag. Ich fahre davon 30km zum/vom Bahnhof (=600km im Monat, roundabout 72€) er die Strecke mit dem Motorrad (ist 4* so weit wie jetzt, momentan ca. 30€ Im Monat, also 120€). 200€ also für die Pendelei. Und 100€ für die Alltagsfahrten und Ausflüge mit dem Bulli (der leider wirklich schluckt wie ein Ami). Könnte man jetzt natürlich auch als Urlaub verbuchen und die 100€ den Rücklagen zugute kommen lassen. Oder die Rücklagen einfach aufstocken...

Bausparverträge sind gar nicht angegeben, die sind bei uns beiden zusammen mit den vermögenswirksamen Leistungen schon vom Gehalt abgezogen. Das sind beides Altverträge, die wir nicht anrühren, bringt auch nichts, die einzubringen.

Das, was du meinst, sind wirklich Bargeldumschläge, die da „bespart“ werden.
Er spart da für größere Anschaffungen, ich mach das gleiche auf dem Tagesgeld.

Der Sparplan ist auch noch von mir, ich hatte, wie ich oben schon irgendwo geschrieben hab, mein Geld bis vor kurzem nicht im Griff, der Sparplan war mein Zwangssparen, weil ich da 3 Jahre nicht drankomme (zu 0,01% oder so, aber mir ging’s einfach drum, da überhaupt mal anzufangen).
Wider Erwarten bin ich auch an meine ETFs (das sind 300€ aus der Wertpapier Position) nicht drangegangen, sodass ich die 3.600€, die mir der Sparplan in einem Jahr bringt, auch mit ins Depot schiebe.

Ich komme aus völlig anderen familiären Verhältnissen als er, da gibts nur Schulden zu erben, ich muss selbst schauen, wo ich bleibe und möchte daher meine Sparquote von 500€ möglichst beibehalten. Zum Teil verfügbar (Tagesgeld) zum Teil im Depot. Und klar, das Haus ist ja auch Geldanlage...

Wo gibt es denn eine Jagdhaftpflicht für 3€ im Monat? Ist da nur die gesetzliche Mindestsumme abgedeckt?
Das ist sein Metier...keine Ahnung was da drin ist. Er hat aber gerade auch keine Jagdgelegenheit. Wenn er mal wo mitjagen darf, geht das vom Taschengeld ab. Das letzte Gewehr kam zB aus seinen Umschlägen. Wenn er was schiesst, gehts vom Lebensmittelbudget ab.


200k von der Mutter bekommen, da weiß ich nie, ob ich weinen oder lachen soll... das würde sovieles so viel einfacher machen...
Du, das weiß ich auch manchmal nicht ;)
 
Zuletzt aktualisiert 20.06.2024
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