Ich habe in letzter Zeit immer wieder Probleme damit, dass Malm-Schrauben sich nach relativ kurzer Zeit lösen, obwohl sie eigentlich dafür bekannt sind, recht zuverlässig zu halten. Meine Frage ist daher: Warum lösen sich Malm-Schrauben – speziell diese Schrauben, die oft in Möbeln verwendet werden – so schnell?
Mir ist aufgefallen, dass das Lösen häufig ohne sichtbare äußere Einwirkungen passiert, also nicht durch Belastungen oder Erschütterungen. Ich gehe davon aus, dass das Material oder die Konstruktion eine Rolle spielt. Außerdem interessiert mich, ob vielleicht auch die Art der Montage oder bestimmte Umgebungsbedingungen wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit das Problem verstärken.
Hat jemand Erfahrung oder fundiertes Wissen darüber, warum man Malm-Schrauben öfter nachziehen muss und ob es Tipps gibt, wie man das Verdrehen vermeiden kann? Vielen Dank schon mal für Eure Meinungen und Erklärungen!
Mir ist aufgefallen, dass das Lösen häufig ohne sichtbare äußere Einwirkungen passiert, also nicht durch Belastungen oder Erschütterungen. Ich gehe davon aus, dass das Material oder die Konstruktion eine Rolle spielt. Außerdem interessiert mich, ob vielleicht auch die Art der Montage oder bestimmte Umgebungsbedingungen wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit das Problem verstärken.
Hat jemand Erfahrung oder fundiertes Wissen darüber, warum man Malm-Schrauben öfter nachziehen muss und ob es Tipps gibt, wie man das Verdrehen vermeiden kann? Vielen Dank schon mal für Eure Meinungen und Erklärungen!
joaquin6 schrieb:
Warum lösen sich Malm-Schrauben [...] so schnell?Das ist eine klasse Frage, die mich auch ab und zu bei meinem Ikea-Regal nervt 🙂 Malm-Schrauben sind halt eigentlich dafür gebaut, eine gute Klemmkraft zu liefern, aber leider sind sie auch für einige Schwachstellen bekannt.
Oft liegt das Problem daran, dass die Gewindebohrung in den Platten relativ weich ist, meistens MDF oder Spanholz, womit klassische Schrauben nicht die gleiche Haltekraft erreichen wie in Massivholz. Wenn man die Schrauben zu fest anzieht oder zu oft rein- und rausdreht, nutzt sich das Gewinde quasi ab und die Klemmkraft lässt nach.
Außerdem wirkt bei Möbeln wie Malm, die relativ leicht sind und manchmal bewegt werden, eine gewisse Zugbelastung auf die Verbindung, die mit der Zeit das Lösen unterstützt. Man könnte fast sagen, das ist eine Mischung aus Materialermüdung und der dynamischen Belastung im Alltag.
Eine kleine Empfehlung: Wenn es wirklich nervt, könnte man versuchen, zusätzlich mit ein paar kleinen Holzleim-Tropfen in die Bohrungen den Halt zu verbessern – das ist zwar kein offizieller Tipp, aber hilft manchmal 😉
keelko schrieb:
die Gewindebohrung in den Platten relativ weich istDas ist genau der Punkt. MDF und Spanplatten besitzen eine deutlich geringere Dichte und mechanische Festigkeit als Vollholz. Die Bohrungen für Malm-Schrauben werden oft direkt in dieses Material gesetzt, wodurch die Gewindeform schnell ausreißen kann.
Ein weiterer Faktor, der häufig übersehen wird, ist das Setzverhalten des Holzes, das heißt, leichte Bewegungen unter Belastung können dazu führen, dass sich die Schraube langsam herausdreht. Besonders bei Möbeln, die flexibler konstruiert oder regelmäßig bewegt werden, kommt das vor.
Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, beim Einbau darauf zu achten, nicht mit übermäßiger Kraft zu arbeiten, sondern die Schrauben so fest wie nötig, aber nicht unnötig anzuziehen. Alternativ kann man auf Gewindeeinsätze oder Metallhülsen zurückgreifen, um das Gewinde zu stabilisieren. Das ist in der Tat bei Möbelstücken mit Malm-Schrauben eine sehr sinnvolle Lösung.
joaquin6 schrieb:
warum man Malm-Schrauben öfter nachziehen muss und ob es Tipps gibt, wie man das Verdrehen vermeiden kann?Um auf diese konkrete Frage noch einmal präzise einzugehen: Das Hauptproblem bei Malm-Schrauben liegt in der Kombination aus weichem Werkstoff (MDF oder Spanplatte) und der standardmäßig verwendeten Konstruktion. Die Schrauben sind normalerweise als Flachkopfschrauben oder Verbindungsbeschläge ausgeführt, die weder eine selbstsichernde Gewindefunktion noch eine Sperre gegen Lösen bieten.
Das Werkstoffverhalten führt zu einer Lockerung durch Materialermüdung und Mikrobewegungen. Außerdem fehlt bei den meisten dieser Schrauben eine mechanische Sicherung gegen das Herausdrehen. Daher ist das Nachziehen nach einer gewissen Zeit unvermeidbar.
Praktisch kann man folgendes tun, um das Lösen zu minimieren:
- Sicherungsringe, Federringe oder Schraubensicherungskleber (Loctite oder ähnlich) verwenden
- Bei der Montage auf eine gleichmäßige und angemessene Anzugsdrehmoment achten
- Falls möglich, Gewindeeinsätze aus Metall verwenden, um die Gewindequalität zu erhöhen
Damit lassen sich die typischen Schwächen des Materials und der Schraubentypen weitestgehend kompensieren. Für Möbel, die häufig bewegt oder belastet werden, ist eine solche Vorsorge empfehlenswert.
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