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ᐅ Baukosten gehen aktuell durch die Decke


Erstellt am: 23.04.21 10:46

WilderSueden18.06.22 09:11
Myrna_Loy schrieb:

Man wird vielleicht kleiner aber dafür smarter bauen. Und mit anderen Materialien und Gestaltungen. Die „breite Masse“ wird in Zukunft wohl keine 200 qm Stadtvillen mit rundum Glaselementen, Kinderbädern, extra extra Zimmer etcp mehr bauen. Ich schätze, es wird kompaktere Grundrisse geben und weniger 20.000 Euro Küchen im klassischen Einfamilienhaus.
Ich glaube die breite Masse hat das noch nie gebaut. Ich glaube eher daran, dass sich der Typ Hausbauer verändern wird. Weniger Familien mit Kindern, mehr kinderlose Doppelverdiener und mehr Ältere bei denen die Kinder schon aus dem Haus sind. Aus der finanziellen Position baut es sich leichter.

Bezüglich Temperatursenkung...mir ist nicht ganz klar wie das funktionieren sollte. Der Vermieter regelt das ja nicht selbst sondern die einzelnen Thermostate in den Räumen. Man kann natürlich den Vorlauf absenken, aber das ist sehr indirekt. Erst einmal gehen alle Thermostate länger auf und erst wenn sie dauerhaft geöffnet sind, erreicht man mit der Absenkung vom Vorlauf auch eine Absenkung der Temperatur. Die ist aber nicht so einfach zu steuern
driver5518.06.22 09:23
WilderSueden schrieb:

Man kann natürlich den Vorlauf absenken, aber das ist sehr indirekt.
Jau, genau so. Wenn statt 50 oder 60 Grad nur noch 40 Grad durch die Heizkörper rauschen, kannst dauerhaft auf 5 stellen, Bude bleibt kalt.
WilderSueden18.06.22 09:49
Ja, aber die Endtemperatur kannst du kaum steuern, die hängt ja auch stark vom konkreten Raum ab. Und wenn statt der geplanten 20 Grad dann nur noch 15 sind, wird der Mieter sich einen Heizlüfter reinstellen. Schimmel hast du vermutlich dann auch. Pyrrhus lässt grüßen. Aber das kennt man ja von der Politik der letzten 2,5 Jahre schon recht gut

Mir ist jetzt auch noch nicht ganz klar welchen Vorteil der Vermieter dabei hätte. Heizung sind Nebenkosten und vom Mieter zu tragen. Dafür dann Schimmel und Streit mit Mietern...
Nida35a18.06.22 09:57
WilderSueden schrieb:

Und wenn statt der geplanten 20 Grad dann nur noch 15 sind, wird der Mieter sich einen Heizlüfter reinstellen. Schimmel hast du vermutlich dann auch. Pyrrhus lässt grüßen
bei 15 Grad Raumtemperatur lüftet auch niemand mehr und die Wäscheständer stehen eine Woche lang in allen Räumen
BackSteinGotik18.06.22 10:04
bavariandream schrieb:

Nur aus Interesse: Was denkst du, wie stark die Preise für Neubauten fallen und wo die Zinsen in einem Jahr stehen werden?

Ich glaube bei den Zinsen ist relativ absehbar, dass sie ganz sicher nicht günstiger werden als sie heute sind. Spannend wird es, wie stark die EZB reagieren muss - der Druck der FED und anderer Banken lässt sie ja nicht als isolierten Akteur zurück. Aber das wäre ja nur das untere Ende - der Ausblick in die Zukunft ist ja nun mal gerade ziemlich, ziemlich schwarz, sodass sich die Zinsen auch so weiter nach oben bewegen. Nimm das Gasthema, das kommt..

Die Folge: das direkt verfügbare Geldvolumen für einen Kauf/Bau - also Eigenkapital+Kreditsumme schrumpft weiter, weil die Geldkosten über die Laufzeit weiter zunehmen. Aufgrund der Inflation schrumpft auch der Anteil am Haushaltseinkommen, der für Kredite/Wohnen leistbar ist - schon jetzt ist die heutige Belastung für viele einfach nicht mehr darstellbar.

Bedeutet also einen weiteren Nachfragerückgang. Oder eben auch Schock. Ich verweise ja immer gerne auf die Anzahl Threads/Projektvorstellungen hier im Forum. Dürfte so langsam die Nulllinie erreicht haben. Und wenn, reden wir von Einkommen von 7000€ netto und mehr - und selbst da gibt es große Zweifel, ob das Vorhaben eine gute Idee ist. Wir haben also die Mittelschicht komplett abgehängt, und sind bei der unteren Oberschicht angekommen, die Probleme beim Kauf bekommt. Wenn sie nicht größere Millionenanteile Eigenkapital dabei hat..

Bei den Neubauten - oder besser Neubaupreisen - da wird es wohl am längsten dauern. Vorher geht es eher beim Grund los. Die Blasenpreise sind nicht mehr darstellbar. Um überhaupt noch ein Angebot zur extrem eingebrochenen Nachfrage zu kriegen, wird die Bauindustrie sich anpassen müssen. War ja bisher nicht wirklich durch Innovation aufgefallen. Da der globale Konsummarkt gerade ziemlich einbricht, wird es irgendwann im nächsten Jahr auch wieder einfacher mit dem internationalen Transport. Dann kann sich der deutsche Holzpreis eben nicht mehr vom Weltmarkt abkoppeln, und die Rohmaterialien kommen auch wieder unter Druck.
Ansonsten - bei Neubauprojekten vom Bauträger hab ich jetzt schon Preissenkungen in der Vermarktung gesehen, klein (30.000€), aber immerhin. Zu dem aufgerufenen Preis muss man halt schon sehr lange nach einem Verrückten suchen - besonders wenn 10, 20 andere es ebenfalls gerade probieren..

FOMO ist vorbei und endet für viele gerade hart - Kredit wird nicht mehr bewilligt. Der Zyklus geht ganz normal weiter - wir bekommen einen Käufermarkt.
WilderSueden18.06.22 10:21
BackSteinGotik schrieb:

Vorher geht es eher beim Grund los. Die Blasenpreise sind nicht mehr darstellbar.
Den Gedanken hatte ich auch vor kurzem. Meine Freundin war ja noch auf einer Warteliste für ein Baugebiet im Hegau. Die Gemeinde (<5000 Einwohner)hat wohl noch mehrere Neubaugebiete in der Pipeline die in den nächsten 2-3 Jahren bebaubar sein werden. Wenn ich das damit kombiniere, dass aktuell reihenweise Grundstücke zurückgegeben werden. Ich bin mal gespannt ob wir nicht mittelfristig wieder sehen, dass Auswahlverfahren und kurzfristiger Bauzwang in den meisten Gegenden verschwinden
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