Grundstück Scheune Erbschaftssteuer Wiese Wohnungen

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Hallo zusammen,


mir steht (freiwillig) ein riesen Projekt bevor und mich würden andere Meinungen dazu interessieren.

Sachlage:
Meine Oma (86) hat ein 2.300m2 großes Grundstück, nähe Frankfurt. Ihre zwei Töchter werden das mal erben, jedoch ist die Beziehung unter allen drei schlecht. Ich bin der Enkel (31) und verstehe mich gut mir meiner Mutter und als einziges sehr gut mit meiner Oma. Ich bin der einzige der sie wöchentlich besucht und für sie einkauft und Sachen erledigt.
Da meine Mutter und Tante verstritten sind und nicht in der Lage sind diese Erbschaft zu handeln, überlege ich derzeit „einzuspringen“. Meine Mutter bzw. Tante könnte den anderen nicht auszahlen und beide wären mit so einem riesen Grundstück überfordert. Ein Verkauf des Ganzen wird übrigens von allen eher ausgeschlossen. Nun komme ich allerdings ins Spiel, der das ganze gerne übernehmen möchte. Meine Mutter würde mir ihren Anteil schenken, sie will damit nichts zu tun haben. Mit meiner Tante habe ich noch nicht gesprochen, das steht bald bevor. Meiner Oma wäre mein Vorhaben recht, schließlich helfe ich schon seit Jahren das Grundstück zu pflegen und sie weiß, bei mir wäre es in den besten Händen.
Zum Grundstück/Haus:
2.300m2, in kurzer Fahrtdistanz nach Frankfurt. Das Grundstück kann in 3 Teile definiert werden

Teil 1 Ca. 650m2 Garten mit Apfelbäumen Teil 2 Ca. 850m2 Wohnhaus (Bj. 1966), zwei Wohnung á 100m2. Sehr gute Substanz, Keller, Neue Heizung, jährlich durchgeführte Instandhaltungsmaßnahmen Teil 3 Ca. 800m2 Alte Sandstein-Scheune (Denkmal), gute Substanz, Autogarage, großer gepflasterter Hof. Alles in sehr guten Zustand



Umsetzung
Hier liegt derzeit das Problem. Wie auch die Grundstücke teile ich mein Vorhaben in 3 Pläne, zeitlich sind diese kurzfristig, mittelfristig und langfristig angelegt.
Teil 1 (2019-2021):
Meine Oma will mir dieses Jahr Teil 1 schenken, also die Wiese. Der Wert liegt knapp unter 200.000 Euro, wäre also unterhalb der Erbschaftssteuer-Grenze für mich als Enkel. Ich würde gerne ein Haus mit drei Wohnungen bauen und es vermieten. Da es meiner Oma gesundheitlich noch relativ gut geht, ist es mein Plan bis zu Ihrem Ableben mit diesem Haus Eigenkapital aufzubauen. Aktuell können meine Frau und ich 15.000 Euro im Jahr sparen, die wir in dieses Projekt einfließen lassen könnten. Meine Frau wird in diesem Zeitraum zusätzlich von Ihrem Bruder ausbezahlt, womit weitere 50.000 Euro greifbar wären. Also etwas Eigenkapital ist schon da, mit dem Grundstück sowieso.
Teil 2 (ab Ableben meiner Oma)
Wenn meine Oma dann nicht mehr ist, müsste ich meine Tante ausbezahlen. Das wäre dann sicherlich eine große finanzielle Hürde. Die beiden Wohnungen meiner Oma würde ich dann vermieten wollen. Der Mietspiegel liegt bei 8 Euro.
Teil 3 (finanziell bedingt)
Die denkmalgeschütze Scheune ist mein großer Wohntraum. Diese würde ich gerne ausbauen und selber bewohnen. In unmittelbarer Nähe könnte ich dann auch besser das Grundstück verwalten und pflegen. Hierbei ist allerdings nochmal viel Geld von Nöten. Trotzt der steuerlichen Möglichkeiten (Denkmal), sollte dies nach einem Kredit für die Ausbezahlung meiner Tante erst einmal wohl nicht so einfach sein.

Was denkt ihr darüber? Macht es Sinn mir jetzt schon das Grundstück Nr. 1 zu überschreiben, damit ich jetzt schon einsteigen kann? Oder sollte ich lieber nicht darauf bauen, weiter sparen um dann meine Tante auszahlen zu können? Wenn Meine Tante allerdings nicht mitspielt, kann dies zu großen Problemen führen. Bei dem großen Grundstück spielt die Erbschaftssteuer natürlich auch eine Rolle. In zwei Wochen wird meine Oma ihre Töchter auf das Thema ansprechen, was sie denn für Pläne haben. Eigentlich gibt es noch keine Pläne was mit dem ganzen Grundstück passiert, die drei haben noch nie darüber gesprochen. Meine oben geschriebene Idee werde ich allen Parteien offen legen. Wenn ihr weitere Vorschläge habt (auch hinsichtlich taktisch klugen Handeln der Erbschaftssteuer) wäre ich sehr dankbar. Über das Thema Erbschaftssteuer ist das ganze Thema im übrigen erst ins Rollen geraten. Ich möchte hier eine gute Lösung finden. Meine Mutter und Tante haben sich bisher dem Thema verschlossen - was ich in Anbetracht des Sachwertes als äußerst fahrlässig betrachte. Last but not least, habe ich eine Schwester. Sie findet mein Vorhaben gut und stellt derzeit keinerlei Ansprüche auf das Grundstück.

Danke
Bornheimer
 

Anhänge

Ist denn überhaupt auf Teil 1 eine Bebauung mit 3 Wohnungen möglich? Ist ja nicht ohne Grund "Wiese". Abstands technisch sieht es auch sehr eng aus...

Auch habe ich mal gehört, dass Schenkungen der letzten 10 Jahre beim Erbe berücksichtigt werden. Wie das in deinem Fall ist, da du ja der Enkel bist, kann ich nicht sagen.

Und ist der Umbau der denkmalgeschützten Scheune zum Wohnhaus überhaupt zulässig?
 
Hallo Basti,

auf der Wiese ist eine Bebauung möglich. In der Tat ein schmales Grundstück, abzüglich der obligatorischen 3 Meter bleiben nur noch ca 9 Meter übrig. Allerdings haben die anliegenden Häuser keine Fenster. Ein befreundeter Architekt hat mir hier schon gesagt, das eventuell eine Grenzbebauung möglich wäre und die 9 Meter würden ebenfalls kein Problem darstellen.
Bezüglich der Scheune weiß ich nicht... das ist noch so fern, da habe ich noch keinen Kontakt zum Denkmalamt genommen.
 
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Das sind ganz viel wenn's und falls! Bei der Konstellation wo so viel Geld im Spiel ist, macht es jetzt aus meiner Sicht keinen Sinn über eine Planung zu diskutieren.

So was gehört diskutiert wenn, wenn das finanzielle innerhalb der Familie eindeutig geklärt ist. Warte mal ab, sobald deine Tante erfährt das deine Oma Dir "1" schenken möchte, wird auf Oma eingeredet, sowas geht bis zu "Oma ist ganz alt und nicht mehr richtig im Kopf" daher braucht Sie einen Vormund.

Ich verstehe Dich schon das Du jetzt planst und Dir Gedanken machst, so was macht durchaus Spaß aber um das jetzt zur Diskussion zu stellen ist es noch zu früh.
 
Zuletzt bearbeitet:
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In meinen Augen muss man hier sehr vorsichtig vorgehen.
Sonst wirst du sehr schnell in diesen Konflikt mit reingezogen
Oberstes Ziel sollte erstmal sein den Konflikt ergebnisoffen aufzulösen.
Sofern das überhaupt möglich ist. Vielleicht wäre hier ein professioneller Mediator nicht schlecht.

Wie ist dein Verhältnis zu deiner Tante?
Dein Plan beinhaltet ja u.a. das du sie in einem Teil ihres Erbes beschneidest.
Manch einer könnte das auch falsch verstehen.
Ich würde versuchen Sie nicht mit deinem Plan zu überfahren und diesen erstmal zurückzuhalten.
Zunächst würde ich mir ihre Wünschte und Motive erstmal anhören und ergründen.

Weitere Fragen:
-Wie sieht es mit der Bebaubarkeit aus? BPlan?
- zu dem schmalen Grundstück hat Basti ja schon was geschrieben
 
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Da muss ich Zaba zustimmen. Ihr solltet als Familie tatsächlich erst einmal die Erbschaftsfragen klären. Was mir auch auffällt ist, dass Du nur die Auszahlung Deiner Tante einplanst. Vergiss Deine Schwester nicht, Dir gehört - es sei denn es wird über Erbschaftsvertrag / Testament abweichend geregelt - laut gesetzlicher Erbfolge auch nach Auszahlung der Tante nur die Hälfte des Erbteils Deiner Mutter. Deine Schwester hat vielleicht kein Interesse an der Bewirtschaftung des Grundstückes selbst, "schenken" wird sie Dir ihren Anteil aber auf keinen Fall, sie braucht das Geld vielleicht selbst für eigene Vorhaben.
 
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