Luft in Wandheizung - Wie nachhaltig abstellen?

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OWLer

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Hallo zusammen,

meine Wandheizung aus diesem Beitrag ist nun mit unserem Einzug in Betrieb. Soweit so gut, es wird angenehm warm - wenn Durchfluss herrscht.

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Leider stelle ich fest, dass dieser Heizkreis 1x pro Tag mit Luft "verstopft".

Was bislang vom Heizungsbauer gemacht wurde:
  • 2x spülen kompletter HKV oben
  • Am Kopf gekrazt, wo denn die Luft herkommen könnte
  • Vermuten, dass es daran liegt, dass ich die ERR deaktiviert habe, sodass andere Heizkreise nie geschlossen sind, um "durchzupusten".

Was ich bislang mache:
  • Beobachten
  • Beobachtung ist, dass am Anfang sehr viel Luft im System war. Der komplette HKV hat geblubbert und gezischt. Das wurde weggespült.
  • Danach etwas Ruhe, allerdings auch recht hohe Außentemperaturen. Einstellen der Durchflussmengen, Heizkurfe etc. im ganzen Haus. Bemängelung, dass Heizkreis wieder keinen Durchfluss hat.
  • Nach dem zweiten Spülen meistens keine Geräusche mehr.
  • Allerdings muss ich einmal am Tag oben alle Heizkreise außer Wand schließen, um die Luft wieder "rauszupusten". Das funktioniert einigermaßen.
  • Über die 12-24h zieht die Luft anscheinend wieder im Kreis, bis sie den Heizkreis wieder verstopft.
  • GU anrufen, meinen Unmut mitteilen und einfordern, dass die komplette Anlage gespült und entlüftet wird.
Ich hätte jetzt gedacht, dass wenn man die Luft woanders hindrückt, sie sich irgendwann wieder am höchsten Punkt sammelt. In diesem Fall den Rohrbögen der Wandheizung. Alles spülen sollte zumindest helfen. Allerdings wird in der Pumpe, in Zwischenstücken und sonstwo noch Luft sein, die sich irgendwann wieder da sammelt.

Da ich bislang nur einen Schlammabscheider verbaut habe, wäre nun mein Vorgehen, dass ich (kostenpflichtig) einen z.B. Flamcovent Smart EcoPlus Mikroblasenabscheider im Vorlauf einsetzen lasse. Natürlich werde ich vorher alles auf Gewährleistung alles spülen lassen.

Funktioniert das so wohl? Die einzelnen Heizkreise lassen sich ja am HKV abdrehen, sodass der Wasserverlust durch das Öffnen der Hydraulik in Grenzen halten sollte. Alternativ würde ich auch in den sauren Apfel beißen und komplett neu alles spülen und neu Befüllen zu lassen. Aber nur, wenn der Mikroblasenabscheider dann auch zuverlässig, die Luft auf dem Weg nach Oben abfängt und entlüftet. Ob es nur mit dem komplett-Spülen getan ist, bin ich mir nicht so sicher. Irgendwo wird das System über die Jahre ja immer Gase ziehen oder Abscheiden.

Habt ihr dazu Tipps und Erfahrungen?
 
R

RotorMotor

Ich denke, dass es normal ist, dass das "Heizungswasser" etwas ausgast in den ersten Wochen.
Die Frage ist nur, wie kommt das aus dem System?
Haben die HKV entlüftungsventile? Oder die Hydraulik?

"Durchspülen" mit frischem Wasser klingt nicht nach einer Lösung, weil man damit ja wieder genau so viel Gas/Luft ins System bringt, wie man herausbefördert.

Also ist es denke ich wirklich eine gute Lösung die ERR für ein paar Tage/Wochen aktiv zu haben um mit genug Druck den Kreis in Bewegung zu halten damit Luftblasen sich nicht dort sammeln können und dann über HKV/Hydraulik entsprechend zu entlüften.
 
OWLer

OWLer

Ich habe zwei Schnellentlüfter im System installiert. Leider genau da, wo die Strömungsgeschwindigkeit maximal ist und nur Wasser kommt. Auch diese "Entlüftungsnippel" am HKV stehen konstant unter Wasser. Kenne das nur von früher, dass man am Heizkörper dreht und nach ein paar Sekunden die Luft raus ist und man bei Wasser wieder zu schraubt. Am HKV steht aber sofort Wasser an und das in Mengen. Habe mich sehr erschrocken. :D

Ich gehe davon aus, dass die Luft in den mehreren 100 Metern FBH steckt und immer im Kreis gepumpt wird, bis sie sich am höchsten Punkt sammelt = Wandheizung. Ich verstehe nur nicht ganz, warum die Luft sich nicht im RÜcklauf-Pufferspeicher sammelt, wenn ich sie wieder rausdrücke.

Wenn ich nach Wandheizung und Luft im Internet suche, dann kommen sofort Meinungen, dass das Heizsystem grundsätzlich dicht zu sein hat. Der Heizungsbauer die Anlage ordentlich spülen muss. Darüber hinaus bekommt man Ausgasungen mit dem Mikroblasenabscheider in den Griff. Problematisch ist, dass ich zurzeit Maxiblasen im System habe. Ich will, dass das Problem nachhaltig abgestellt wird und nicht alle 2 Jahre der Heizungsmensch zum spülen kommen muss.

ERR zum Rumpumpen der Luft empfinde ich persönlich als nicht zielführend. Es müssen schon 8 Kreise zu sein (ausprobiert am HKV), dass die Luft rausgepumpt wird. Das sollte bei meiner FBH-Auslegung bei NAT aber nie vorkommen. Im Winter, wenn ich die Wandheizung am nötigsten habe, würde diese somit nicht funktionieren.

Hat jemand in diesem Forum praktische Erfahrung mit Wandheizungen oder diesen Abscheidern?

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B

Benutzer200

Hat jemand in diesem Forum praktische Erfahrung mit Wandheizungen oder diesen Abscheidern?
Von Mikroblasenabscheidern wurde mir abgeraten, da sie Geld kosten und keinen wirklichen Mehrwert bieten.

Ich hatte zu Beginn auch viel Luft im System. Tipp meines Heizungslieferanten: Druck in der Anlage auf mindestens 2,5 bar bis hin zu 3 bar. Entlüftungsprogramm lange laufen lassen.
Ergebnis: Seit Monaten genau 0 Luft in der Anlage.

Ob es von der normalen FBH mit einem Panasonic Monoblock auf Deine Anlage übertragbar ist, kann ich nicht sagen. Aber einen Versuch ist es wert.
 
OWLer

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Ich habe herausgefunden, dass im Zulauf-Rohr des HKV sich doch relativ viel Luft sammelt, die ich weglüften kann. Ich werde da jetzt mal 1x pro Tag nachgucken und dann hoffen, dass sich mein Problem irgendwann "in Luft auflöst".
 
Zuletzt aktualisiert 29.11.2021
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