Langsam doch Zweifle an Finanzierung

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B

bierkuh83

Ich muss jetzt abschließend auch noch mal meinen Senf dazugeben.
1. Warum fragt jeder x-beliebige Finanzierungsrechner, Finanzierungsberater etc. die Sparrate + die bestehende Kaltmiete ab? Die Antwort muss ich nicht schreiben.
2. Miete während der Sparphase und Zins während der Tilgungsphase sind in gewisser Weise dasselbe... daher stimme ich hier 77.willo voll und ganz zu
Die Liquidität/Flexibilität des angesparten Kapitals ist beim Immobilieneigentum nur sehr eingeschränkt... Dafür hat man Platz und hoffentlich wenige und nette Nachbarn...
Grundaussage: Selbst wenn der Sparerfolg nur der Höhe der gestiegenen Kosten entspricht verbessert sich aus den Gesetzmäßigkeiten der Prozentrechnung eine Verbesserung der EK-Quote - dies kann viel Kosten sparen...

Mich würde interessieren woher das Wissen stammt, dass:
Nur als Beispiel, incl. aller gestiegenen Kosten würde unser Haus heute wohl ca. 40 k€ (auch aufgrund der neueren EnEV) teurer sein als noch vor 3-4 Jahren, was ca. 10% beträgt.
D.h. im Jahr müsste man ca. 10000.- € ansparen plus die Miete weiter zahlen. Dazu hat man wie gesagt noch das Risiko steigender Zinsen.
Wer sich heute ein Haus von 400000.- nicht leisten kann, der kann höchstwahrscheinlich auch keine mindestens 800.- sparen plus zusätzlich Miete bezahlen.
10% Preissteigerung
a) auf's Haus? (btw - woher kommen die Zahlen?)
b) auf das Haus + Grundstück?
Wenn b) wie viel davon entfällt auf das Grundstück?
Wäre es hier vielleicht sogar sinnvoll gewesen das Grundstück eher zu kaufen und vom Wertzuwachs zu profitieren (Sparen-Plus?)...

und noch - wenn die Zinsen wieder steigen, könnte es auch sein, dass die Preise wieder fallen

Ich lese hier öfters pauschale Handlungsempfehlungen die abgeleitet werden aus persönlichen Erfahrungen von Nutzern (z.B. wo dem Schwager vom Arbeitskollegen des besten Freunds mal was schlimmes passiert ist... naja egal.. führt ins Geschwafel...)
 
MarcWen

MarcWen

10% Preissteigerung
a) auf's Haus? (btw - woher kommen die Zahlen?)
b) auf das Haus + Grundstück?
Wenn b) wie viel davon entfällt auf das Grundstück?
Wäre es hier vielleicht sogar sinnvoll gewesen das Grundstück eher zu kaufen und vom Wertzuwachs zu profitieren (Sparen-Plus?)...
Für 3-4 Jahre. Rechne mal, dass die Baumaterialien und Handwerksleistungen pro Jahr und 2-3 % Steigen. Dazu weitere Verschärfungen bei den Vorgaben, sprich neue EnEV.
Dazu die große Nachfrage, Grundstücksverkäufer und Handwerker drehen zusätzlich am Rad. Meist haben sie die Bücher voll und wenn sie sich mit Kleinkram abgeben, dann zu ordentlichen Preisen.

In Summa sind ie 10% noch moderat angesetzt.
 
P

Peanuts74

Weshalb jemand ca. 2,5% Verteuerung im Jahr bezweifelt kann ich auch nicht nachvollziehen.
Ich habe einfach mal eine Beispielrechnung gemacht.
Annahme eins:

Baukosten insgesamt: 500.000 €
EK: 100.000 €
Kredit: 400.000 €
Laufzeit: 30 Jahre
Zinssatz: 2,3 %
Rate: ca. 1.540 €

Angenommen derjenige wartet 5 Jahre und spart etwa 1.000 € im Monat, dann sieht das wie folgt aus:

Baukosten insgesamt: ca. 550.000 €
EK: 160.000 €
Kredit: 390.000 €
Laufzeit: 25 Jahre
Zinssatz: 1,8 % (niedrigere Laufzeit und prozentual mehr EK)
Rate: ca. 1.615 €

Das sind natürlich nur reine Annahmen, wobei die mir durchaus realistisch erscheinen.
Einzig die Verringerung des Zinssatzes im Fall 2 habe ich bewusst über- bzw. untertrieben im Vergleich zu Fall 1 und dennoch ist die Rate höher.
bei der Sparrate habe ich angenommen, dass man etwa das Gleiche für Miete + Sparrate aufwendet, wie andernfalls für die Kreditrate.
Klar, wenn ich 2500 € sparen kann, dann sieht das anders aus. Jedoch wenn ich soviel sparen kann, dann kann ich mir auch die Kreditrate leisten.
 
S

Steffen80

Der Unterschied ist die Höhe der Beleihung vom Eigentum. Mir gehört praktisch von Stunde 1 an schon mehr vom Haus als bei Variante 1.
 
Musketier

Musketier

Der Unterschied ist die Höhe der Beleihung vom Eigentum. Mir gehört praktisch von Stunde 1 an schon mehr vom Haus als bei Variante 1.
Alles ist relativ - je nach Bezugspunkt. Beziehst du Stunde 1 auf den Einzug/Baustart oder auf das Alter des Bauherren?
Bezogen auf das Alter des Bauherren kann da die "Mehr-EK-Variante" durchaus schlechter da stehen.
 
P

Peanuts74

Logisch, nur macht das für das Wohngefühl einen Unterschied?
Darfst Du mehr Räume nutzen deshalb oder anders?
Für mich macht es gefühlsmäßig nichts aus, ob ich 20 oder 30% tatsächlich besitze.
Jedoch bin ich so 5 Jahre früher im eigenen Heim, kann den Garten gestalten und habe den Stress in jüngeren Jahren hinter mir bzw. wenn noch keine Kinder da sind.
Deshalb schrieb ich ja auch, dass der TE es nur allein entscheiden kann.
Jedoch finanziell führt warten selten zur Verbesserung der finanziellen Bilanz, bzw. nur bei extrem hoher Sparrate. Vor 10 Jahren bestand ja noch die Möglichkeit der Zinssenkung, nur dies ist inzwischen wohl nahezu ausgereizt.
 
Zuletzt aktualisiert 17.08.2022
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