Langsam doch Zweifle an Finanzierung

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C

cybergnom

Wenn der Ist-Zustand einen Bau nicht zulässt, der Ausblick dies aber verspricht, dann hilft nur Sparen (oder Erben, oder Lotto-Gewinn) oder man findet ein preiswerteres Bestandsobjekt.
Das gilt allerdings nur, wenn man Sparen isoliert betrachtet und die Rahmenbedingungen außer Acht lässt.
In unserem Fall würde "Warten und Sparen" bedeuten, dass wir in 5 Jahren ungefähr 60.000€ mehr EK haben, gleichzeitig aber 60.000€ an Miete verballert habe.
Der tiefere Sinn, die 60.000€ für die Miete nicht sofort ins Eigenheim fließen zu lassen, erschließt sich mir nicht.
 
P

Peanuts74

Ich sage nicht, dass sparen pauschal keinen Sinn macht. Jedoch, wenn eine Finanzierung jetzt schon mit ganz spitzem Bleistift kalkuliert gerade so klappen könnte, sprich das Einkommen ist auch nicht super üppig, dann kann man eben zumeist neben der zu zahlenden Miete nicht so viel zurücklegen, als dass man die Teuerungen mehr als wett macht.
Nur als Beispiel, incl. aller gestiegenen Kosten würde unser Haus heute wohl ca. 40 k€ (auch aufgrund der neueren EnEV) teurer sein als noch vor 3-4 Jahren, was ca. 10% beträgt.
D.h. im Jahr müsste man ca. 10000.- € ansparen plus die Miete weiter zahlen. Dazu hat man wie gesagt noch das Risiko steigender Zinsen.
Wer sich heute ein Haus von 400000.- nicht leisten kann, der kann höchstwahrscheinlich auch keine mindestens 800.- sparen plus zusätzlich Miete bezahlen.
Wer jedoch vielleicht gerade Anfang - Mitte 20 ist und kostenlos bei den Eltern wohnt und gleichzeitig gerade erst im Beruf Fuß fasst, bei dem kann bzw. macht sparen schon Sinn, da ja außerdem noch mit Gehaltssteigerungen zu rechnen ist.
Deshalb, pauschal kann man es natürlich nie sagen, aber wer es sich jetzt mit Mitte 30 nicht leisten kann, der wird es sich auch kaum in 5 Jahren leisten können zu bauen, außer wenn etwas einschneidendes passiert.
 
MarcWen

MarcWen

Tja, so ist das eben hierzulande. Anderswo auf der Welt leben 12 Personen aus 4 Generationen auf 25m² und hier ist es unmöglich mit 3-4 Personen auf 120m² zu leben
Man muss ja nicht mal so weit gehen, selbst in den Großstädten wohnen oft Familien mit Kind in einer 60-70m² 3-(kleine)-Zimmer-Wohnung.
Es ist schon schlimm genug, dass die Leute von anderswo alle zu uns kommen wollen.

Klar, wer in einer Großstadt wohnt, der hat sich das so ausgesucht. Auf dem Land gelten aber ein paar andere Regeln. Ganz lustig finde ich es immer, wenn man mit dem Rasenmäher durchs Wohnzimmer fahren muss um in den Garten zu kommen.
 
77.willo

77.willo

Das gilt allerdings nur, wenn man Sparen isoliert betrachtet und die Rahmenbedingungen außer Acht lässt.
In unserem Fall würde "Warten und Sparen" bedeuten, dass wir in 5 Jahren ungefähr 60.000€ mehr EK haben, gleichzeitig aber 60.000€ an Miete verballert habe.
Der tiefere Sinn, die 60.000€ für die Miete nicht sofort ins Eigenheim fließen zu lassen, erschließt sich mir nicht.
Ehrlich gesagt kann ich diese Argumente nicht mehr hören. Man spart nicht damit der Hausbau am Ende ein paar Prozent billiger ist, sondern um das persönliche Risiko zu minimieren. Gerade bei kleineren Einkommen und damit niedrigen Tilgungen unter drei Prozent ist das extrem wichtig.

Die Miete verschenkt man nicht., sondern bekommt dafür einen Gegenwert der zumindest rein materiell höher ist als beim Hausbau. Rein materiell müsste man sagen, warum x tausend Euro Rate zahlen, wenn ich für deutlich weniger im Monat zur Miete wohnen kann.

Beim Hausbau zählt hauptsächlich der ideelle Wert und den muss man sich leisten können bzw. mit überschaubarem Risiko finanzieren.
 
S

Steffen80

willo hat es auf den Punkt gebracht. Ich habe es mittlerweile aufgegeben die entsprechenden Argumente vorzutragen. Hier gibt es seitenweise Threads zu dem Thema.. soll doch jeder machen was er will
 
P

Peanuts74

Letzt endlich kann jeder eh nur für sich entscheiden und andere Leute lediglich nach ihrer Meinung fragen.
so niedrig ist das Einkommen des TE ja nun nicht, mit den weggelassenen Prämien und Nebenjob hat er immerhin über 5000.-€ im Monat zur Verfügung!
Außerdem hat er einen ordentlichen Puffer und die NK eher reichlich angesetzt sowie bei der Hausgröße sicher noch etwas Einsparpotenzial, so dass er auch gute mit 60 - 80000 weniger auskommen könnte, was dann einen Kredit von etwas über 420000.- ergeben würde. Je nach Zinssatz (etwa 2,3 angenommen) ergibt das bei 30 Jahren Laufzeit eine Rate von 1600.-€, die ist mit dem Einkommen auf jeden Fall zu stemmen.
Die Meinungen und Ansichten sind eben einfach zu verschieden, der eine ist verbeamtet und zweifelt bei über 8000 € Einkommen, ob 2000 € Rate möglich sind, andere haben zusammen gerade 3500 € und zahlen im Monat 1500 € nur fürs Haus.
Man muss einfach eine ehrliche Bilanz aufstellen und dann selbst entscheiden, das kann einem keiner abnehmen.
Ich kenne auch Leute, die haben ein 5-stelliges Einkommen, wohnen zur Miete und hauen das ganze Geld für Urlaube und Klamotten auf den Kopf und fahren einen alten französischen Kleinwagen. So hat jeder seine Prioritäten.
 
B

bierkuh83

Ich muss jetzt abschließend auch noch mal meinen Senf dazugeben.
1. Warum fragt jeder x-beliebige Finanzierungsrechner, Finanzierungsberater etc. die Sparrate + die bestehende Kaltmiete ab? Die Antwort muss ich nicht schreiben.
2. Miete während der Sparphase und Zins während der Tilgungsphase sind in gewisser Weise dasselbe... daher stimme ich hier 77.willo voll und ganz zu
Die Liquidität/Flexibilität des angesparten Kapitals ist beim Immobilieneigentum nur sehr eingeschränkt... Dafür hat man Platz und hoffentlich wenige und nette Nachbarn...
Grundaussage: Selbst wenn der Sparerfolg nur der Höhe der gestiegenen Kosten entspricht verbessert sich aus den Gesetzmäßigkeiten der Prozentrechnung eine Verbesserung der EK-Quote - dies kann viel Kosten sparen...

Mich würde interessieren woher das Wissen stammt, dass:
Nur als Beispiel, incl. aller gestiegenen Kosten würde unser Haus heute wohl ca. 40 k€ (auch aufgrund der neueren EnEV) teurer sein als noch vor 3-4 Jahren, was ca. 10% beträgt.
D.h. im Jahr müsste man ca. 10000.- € ansparen plus die Miete weiter zahlen. Dazu hat man wie gesagt noch das Risiko steigender Zinsen.
Wer sich heute ein Haus von 400000.- nicht leisten kann, der kann höchstwahrscheinlich auch keine mindestens 800.- sparen plus zusätzlich Miete bezahlen.
10% Preissteigerung
a) auf's Haus? (btw - woher kommen die Zahlen?)
b) auf das Haus + Grundstück?
Wenn b) wie viel davon entfällt auf das Grundstück?
Wäre es hier vielleicht sogar sinnvoll gewesen das Grundstück eher zu kaufen und vom Wertzuwachs zu profitieren (Sparen-Plus?)...

und noch - wenn die Zinsen wieder steigen, könnte es auch sein, dass die Preise wieder fallen

Ich lese hier öfters pauschale Handlungsempfehlungen die abgeleitet werden aus persönlichen Erfahrungen von Nutzern (z.B. wo dem Schwager vom Arbeitskollegen des besten Freunds mal was schlimmes passiert ist... naja egal.. führt ins Geschwafel...)
 
MarcWen

MarcWen

10% Preissteigerung
a) auf's Haus? (btw - woher kommen die Zahlen?)
b) auf das Haus + Grundstück?
Wenn b) wie viel davon entfällt auf das Grundstück?
Wäre es hier vielleicht sogar sinnvoll gewesen das Grundstück eher zu kaufen und vom Wertzuwachs zu profitieren (Sparen-Plus?)...
Für 3-4 Jahre. Rechne mal, dass die Baumaterialien und Handwerksleistungen pro Jahr und 2-3 % Steigen. Dazu weitere Verschärfungen bei den Vorgaben, sprich neue EnEV.
Dazu die große Nachfrage, Grundstücksverkäufer und Handwerker drehen zusätzlich am Rad. Meist haben sie die Bücher voll und wenn sie sich mit Kleinkram abgeben, dann zu ordentlichen Preisen.

In Summa sind ie 10% noch moderat angesetzt.
 
Zuletzt aktualisiert 26.06.2022
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