Einfamilienhaus Neubau ohne Keller: Grundrisscheck & bessere OG-Raumaufteilung gesucht

5,00 Stern(e) 6 Votes
T

thorsten2025

Hallo ihr Häuslebauer,

ich bin neu hier, daher verzeiht mir bitte falls ich irgendwelche Ettikette nicht beachte oder so.

Kurz zu mir: 49 Jahre, Maschinenbauingenieur, getrennt lebend, 2 Kinder (9+12), Renovierungserfahrung da ich mit meiner Ex-Partnerin zusammen ein Haus BJ 1978 komplett renoviert habe und einen Großteil davon in Eigenleistung.
Kinder zu ca. 30% bei mir

Ich finde es klasse, daß es solche Foren gibt und bin gespannt auf eure Antworten.

Bebauungsplan/Einschränkungen
Größe des Grundstücks: 573m2
Hang: nein
Grundflächenzahl: kein Bebauungsplan
Geschossflächenzahl: kein Bebauungsplan
Baufenster, Baulinie und -grenze: Vorgabe daß das Haus ähnlich wie das zuvor dort stehende Haus (denkmalgeschützt, aber nicht mehr zu retten) steht
Randbebauung: nach Norden (oben) hin, 2.5m Abstand zur Mitte des Weges muss eingehalten werden
Anzahl Stellplatz: keine Vorgabe, Doppelgarage geplant
Geschossigkeit: 1,5 bzw. Anpassung an Umgebungsbebauung
Dachform: Satteldach ca. 40° Dachneigung
Stilrichtung: Anpassung an Umgebungsbebauung, rotbraune Ziegel
Ausrichtung: Giebel zur Straße hin,
Maximale Höhen/Begrenzungen: Anpassung an Umgebungsbebauung
weitere Vorgaben

Anforderungen der Bauherren
Stilrichtung, Dachform, Gebäudetyp: Einfamilienhaus, Holzständer KFW40
Keller, Geschosse: kein Keller, 1,5 Geschosse mit 1,5m (nutzbare Höhe) Kniestock
Anzahl der Personen, Alter: 3 Personen, 49, 9, 12
Raumbedarf im EG, OG: EG Technikraum, Gäste-WC, Abstellraum, offener Wohn-Essbereich, Eingang von Hof, nicht von der Straße
Büro: Familiennutzung oder Homeoffice?: 95% familiennutzung
Schlafgäste pro Jahr: 10 (Hauptsächlich bei den Kindern)
offene oder geschlossene Architektur: Offen
konservativ oder moderne Bauweise: Konservativ wegen Anpassung an Umgebung
offene Küche, Kochinsel: ja + ja
Anzahl Essplätze: 4-6
Kamin: nein
Musik/Stereowand: TV-Wand
Balkon, Dachterrasse: nein
Garage, Carport: Doppelgarage mit Werkraum dahinter
Nutzgarten, Treibhaus: irgendwann...
weitere Wünsche/Besonderheiten/Tagesablauf, gern auch Begründungen, warum dieses oder das nicht sein soll
Wunsch: Podeststreppe wegen Optik und Komfort, viel natürliches Licht im EG, Platz für ein kleines Arbeitszimmer, das evtl. auch als Gästezimmer genutzt werden kann

Hausentwurf
Von wem stammt die Planung:
Plan stammt von mir (Ingenieur kann einfach nicht anders), durch mehrere Fertighaus-Anbieter und Planungsbüro meines Zimmermanns nahzu 1:1 übernommen
Was gefällt besonders? Offene Gestaltung des EG zur Gartenseite hin
Was gefällt nicht? Warum?: OG, da immer etwas Raum übrig bleibt und gleichzeitig kein richtiger Platz für ein gescheites Ankleidezimmer ist (Wobei das mit dem Ankleidezimmer nicht unbedigt sein muss, da keine Frau im Haus ist ;-)
Preisschätzung laut Architekt/Planer: 365.000 als Ausbauhaus
Persönliches Preislimit fürs Haus, inkl. Ausstattung: 510.000
favorisierte Heiztechnik: Luft / Wasser WP mit Fußbodenheizung, Lüftungsanlage

Wenn Ihr verzichten müsst, auf welche Details/Ausbauten
-könnt Ihr verzichten: Ankleidezimmer und ...wenn es wirklich einen großen Vorteil bringt -> Podesttreppe
-könnt Ihr nicht verzichten: offener Wohn-Ess Bereich

Warum ist der Entwurf so geworden, wie er jetzt ist? ZB
Standardentwurf vom Planer?: Viele Musterhäuser angeschaut, Gedanken gemacht und dann selbst am CAD einige Varianten erstellt
Entsprechende/Welche Wünsche wurden vom Architekten umgesetzt?
Ein Gemisch aus vielen Beispielen aus div. Magazinen...
Was macht ihn in Euren Augen besonders gut oder schlecht? Die Raumaufteilung im OG macht mir Kopfzerbrechnen...das geht bestimmt optimaler

Die Maße in der Handskizze des Lageplans sind nicht 100% da steht noch 9,5m drin, jetzt bin ich so bei 8,3-8,5m

Viele Grüße aus dem sonnigen Baden-Württemberg,
Thorsten

Lageplan eines Baugrundstücks mit angrenzenden Gebäuden, Grundstücksteilen und Zufahrt

Grundrissplan eines Hauses mit Wohnbereich, Küche, Treppen und Technikraum

Grundriss eines oberen Stockwerks mit zwei Schlafzimmern, Ankleide, Bad und Treppenaufgang

Grundriss eines Hauses mit Schlafzimmern, Bad, Treppe und Wohnbereich

Satellitenaufnahme eines Baugrundstücks mit farbigem Plan-Overlay am Straßenrand
 
Papierturm

Papierturm

Alright, erstmal zu den Zeichnungen:
- Schlafzimmer sollte kein Durchgangszimmer sein. Ankleide am Ende des Wegs funktioniert nicht gut (nutzt man die Ankleide tatsächlich als Ankleide, dann weckt man unweigerlich den Partner; ergo: Im Alltag wird es nur reduziert genutzt, bzw. mehr wie ein nur tagsüber zu betretener Kleiderschrank).
- Treppe im Wohnzimmer muss man mögen.
- Fensteranordnung gefällt mir nicht so ganz. Da würde ich generell nochmal drüber schauen.
- Problem: Im OG braucht es an sich einen kleinen Abstellraum, damit man nicht ständig Krams (Staubsauger, Putzutensilien und co) von unten hoch- und wieder runter tragen muss. Im OG-Plan 1 könnte, bei etwas anderer Tür, ein Teil der Ankleide dafür mit genutzt werden.

Davon abgesehen finde ich den Plan per se erstmal schön.

Jetzt zum Text:
Vorgabe daß das Haus ähnlich wie das zuvor dort stehende Haus (denkmalgeschützt, aber nicht mehr zu retten) steht
Ist es sicher, dass ihr das alte Haus abreißen dürft? Denkmalschutz kann manchmal sehr kompliziert werden.
Geschossigkeit: 1,5 bzw. Anpassung an Umgebungsbebauung
Nur zu meinem Verständnis: Ist dies notwendig? Ich komme gleich noch zu dem Grund. Bei eurem Plan würde ich über zwei Vollgeschosse nachdenken, oder einem niedrigeren Kniestock. Kommt gleich.
Keller, Geschosse: kein Keller, 1,5 Geschosse mit 1,5m (nutzbare Höhe) Kniestock
Kniestock von 1,5m ist in der "Todeszone" im OG, wo man bei den Traufseiten immer auf eine Wand schaut.

Deutlich höherer Kniestock => Fenster im OG möglich, durch die man gerade herausschauen kann.
Deutlich niedrigerer Kniestock => Dachfenster in "Durchschau-Höhe" möglich, alternativ auch Gauben optisch gut integrierbar.

Die Gegend um 1,5 herum macht da jedoch beides ungünstig (Gauben) bis unmöglich (sonstige Fensterarten).
Wunsch: Podeststreppe wegen Optik und Komfort, viel natürliches Licht im EG, Platz für ein kleines Arbeitszimmer, das evtl. auch als Gästezimmer genutzt werden kann
An sich würde sich hier der Flurbereich im OG anbieten, der aktuell noch offen ist? Eventuell auch durch kleinere Umplanungen? (Zum Beispiel das Haus etwas tiefer, dafür etwas weniger breit.)
Preisschätzung laut Architekt/Planer: 365.000 als Ausbauhaus
Persönliches Preislimit fürs Haus, inkl. Ausstattung: 510.000
Ausbauhauspreise kenne ich mich nicht mit aus. Garage hier mit inkludiert?
Was macht ihn in Euren Augen besonders gut oder schlecht? Die Raumaufteilung im OG macht mir Kopfzerbrechnen...das geht bestimmt optimaler
Hier ist für mich etwas die Frage nach dem realen Raumbedarf. Da steht, eine Ankleide bräuchte es nicht wirklich, aber es ist eine geplant. Da ist freie Flurfläche, die aber durch die geringe Breite nur bedingt gut genutzt werden kann als Arbeitszimmer. (OG Plan 1, OG Plan 2 ist etwas großzügiger.)
Viele Grüße aus dem sonnigen Baden-Württemberg,
Thorsten
Grüße aus dem eisigen OWL zurück!
 
T

thorsten2025

Hi Papierturm, danke für dein schnelles Feedback zum meinem Post.

Das Haus ist schon abgerissen worden, bevor ich das Grundstück gekauft habe, sorry, das war nicht klar geschrieben. Wenn man sich selbst schon lange mit dem Thema beschäftigt ist es schwer nichts zu vergessen.

Bzgl. Ankleidezimmer / Schlafzimmer habe ich den Plan etwas angepasst, so daß man übers Ankleidezimmer ins Schlafzimmer geht. Die Schränke sind dann nur 45cm tief, reicht aber für die viele Klamotten + Stauraum für Putzzeug etc.
Im Schlafzimmer hab ich dann noch Platz für einen 60cm tiefen Schrank.
So gefällt es mit jetzt ganz gut.

Der Preis war nur für das Haus in der Stufe: Technikfertig.

Durch das viele Hin- und Her schieben sind die Fenster momentan nicht mehr schön ausgerichtet, das passe ich noch an.
Die Ankleide hat auch ein kleines Fenster bekommen.

Das mit den 2 Vollgeschossen muss ich abklären, Kniestock höher geht aber bestimmt, bringt mir auch in der Dusche Vorteile.

Die Wand zum "Büro" hin will ich erst mal nicht einplanen und später spontan entscheiden.

Viele Grüße,
Thorsten

2D-Grundriss eines Hauses mit Schlafzimmern, Bad und Treppenhaus
 
Y

ypg

Geschossigkeit: 1,5 bzw. Anpassung an Umgebungsbebauung
Dachform: Satteldach ca. 40° Dachneigung
Stilrichtung: Anpassung an Umgebungsbebauung, rotbraune Ziegel
Ausrichtung: Giebel zur Straße hin,
Maximale Höhen/Begrenzungen: Anpassung an Umgebungsbebauung
weitere Vorgaben
Endlich mal etwas anderes als ein “modärnes Haus“, was sich in die schöne Umgebung einlassen darf. Das ist spannend. Noch spannender finde ich die Nachbarbebauung. Das ist ein Fall für den Architekten, keinen Schlichtbauunternehmer.
Randbebauung: nach Norden (oben) hin, 2.5m Abstand zur Mitte des Weges muss eingehalten werden
Als erstes würde ich mir einen Meter zu der nördlichen Zufahrt aushandeln lassen, dann muss man schauen bzw. erfragen, ob sich die Gemeinde etwas dabei denkt, dass die Häuser offensichtlich anfangs 2-geschossig sind. Kann aber auch sein, und das nehme ich eher an, dass die sehr alten Häuser halt keine hohe Deckenhöhe haben und deshalb die Gemeinde mit der Eingeschossigkeit etwas zügeln möchte.
Preisschätzung laut Architekt/Planer: 365.000 als Ausbauhaus
Persönliches Preislimit fürs Haus, inkl. Ausstattung: 510.000
Der Preis war nur für das Haus in der Stufe: Technikfertig.
Und was soll drin sein? Was muss noch extern gemacht werden?
Das wird eine heiße Rechnung.
Bei eurem Plan würde ich über zwei Vollgeschosse nachdenken
Warum? Es wird doch klar gesagt, dass man nach §34 bauen soll und sich an das alte Abrisshaus orientieren sollte.
Es gibt auch in dieser Planungsphase wie auch mit den Wünschen des TE überhaupt keinen Grund, an eine andere Hausform zu denken.
Kniestock von 1,5m ist in der "Todeszone" im OG
Ich weiß nicht, wo das extrem negative Wort, was nun eigentlich gar nix mit Hausbau zu tun hat (denke ich da eher an Lkws mit den Ngwl Morts oder Grenzgebieten in Kriegszentren oder an die KZs statt Kinderzimmer, die man auch vermeidet) aufgeschnappt wurde, und man kann es auch anders erklären.
Das mit den 2 Vollgeschossen muss ich abklären, Kniestock höher geht aber bestimmt,
Sehe ich erst einmal gar nicht nötig.
Ich sehe hier erst einmal ein Dachgeschoss, was gar kein Fenster auf Traufseiten nötig hätte, wenn man es gut plant und die Giebel für die Fenster nutzt. Wenn der Kniestock erhöht wird, hat man traufseitig viel Wand, die erst einmal zwar Stellfläche generiert, aber die ja so jetzt erst einmal gar nicht gebraucht wird, weil sie wie auch Raumfläche vorhanden ist.

Nun sehe ich gar kein oder ein widersprüchliches Raumprogramm. Bei den Anforderungen steht nichts von Ankleide, diese aber humoristisch mehrmals erwähnt - Du willSt sie wohl doch haben?
Kinderzimmer sind sehr üppig. Was machen die Kinder denn bei Dir? Sich in den Raum verkrümeln oder Zeit mit Dir verbringen?
Was kommt in die Zimmer und womit reisen sie an? Tablet, Handy.. ein paar Klamotten und die Zahnbürste in der Poststrasse.
@nordanney selbst hat auch drei Kinder für die Hälfte der Zeit (oder auch 1/3), er hat wohl 10qm für jedes und geniesst gemeinsame Quality-Time. Aber das kann er selbst erzählen. Ansonsten reicht es wohl, wenn Kinder-Gäste zum Schlafen auch in deren Zimmern mit untergebracht werden.
Was kann in den nächsten 10 Jahren passieren? Die „zweite“ Liebe nach geheilten Wunden zieht zu Dir - dann ist das eine Kind im fernen Ort zum Studieren oder wwi.. dann sollte das Haus auch einer Partnerschaft standhalten.
Plane die Küche also gewissenhaft und ausreichend groß.
Schlafzimmer sollte kein Durchgangszimmer sein.
Ist es auch nicht bei einem begehbaren Kleiderschrank. Denn mehr ist der Raum nicht und sehe ich auch nicht vonnöten. So ein begehbarer Schrank ist toll.
Die Schränke sind dann nur 45cm tief, reicht aber für die viele Klamotten + Stauraum für Putzzeug etc.
Schlimmverbessert! 45cm reichen nicht für Kleiderbügelware und Anzüge.
Die Raumaufteilung im OG macht mir Kopfzerbrechnen...das geht bestimmt optimaler
Witzigerweise brauchte ich für Deinen Entwurf (zur Erklärung: ich zeichne ab und skalier mir den Entwurf, um Maße zu erkennen, die so nicht da sind oder die fraglich sind) 5 Ansätze, die mir die korrekten Werte der Treppe anzeigen. Die ist viel zu klein, zu kurz und schmal gezeichnet.
Und auch wenn man nur 90cm breite Stufen haben möchte, so braucht man Platz fürs Geländer. Aber 2,30 inkl. Podest ist wahrlich zu kurz. Grob brauchst Du bei einer Podesttreppe 3 Meter. 2,30 sind gut genug für eine doppelt gewendelte Treppe.
Und ja, bei einem schmalen Haus muss man schon schauen, ob sie Platz hat. Schlecht ist da auch, wenn man dann noch die Küche, die eine gewisse Breite braucht, daneben setzt. Dann braucht das Haus nämlich eine bestimmte Breite, die ich mit 8,30 nicht sehe.
 
Y

ypg

Ich sehe: mein Beitrag wurde eingekürzt um diese Zeilen:

Vorschlag:

Wunschpodest überdenken. Eventuell Küche quer, auf AB unten verzichten, der Tiefkühlraum reicht für 1-2 Personen.
Mehr an Tagesabläufe denken: allein, und dann mal mit Kindern (bleibt ihr oft zu Hause oder macht Ihr eher Ausflüge?) Spiele spielen, am PC rumdaddeln? Und Du allein? Wo wird gegessen? Zu Haus oder im Betrieb? Am Wochenende wird Pizza bestellt?

Du brauchst kein Haus, wo sich kleine Kinder behütet fühlen müssen oder 5-jährige mit Matscheschuhen ins Haus kommen. Deine Kinder sind in der Pubertät, wenn Du ins Haus ziehst.
Du brauchst eigentlich auch kein Büro oder Gästezimmer. Ein Kämmerlein wäre sicherlich gut, wo Drucker und Ordner stehen. Dafür kann man aber auch die Räume oben anders anordnen. Man achte allerdings auf nicht zu schmale Räume, die unverhältnismäßig lang sind. Das zu Deiner Frage.
Ingenieur kann einfach nicht anders
Ein Ingenieur sollte einige Maße parat haben oder eben aber wissen, wie einige Dinge wie Treppe funktionieren. Deine Treppe, um es nochmal deutlich zu machen, reicht für eine Deckenhöhe von ca. 1,70!
 
11ant

11ant

Ersteinmal Danke für Dein gutes Vorbild, im Lageplan nicht herumzutippexen (wie es leider viele Fragesteller tun, um die Lage des Grundstücks zu verschleiern - was dann den Helfenden die Arbeit erschwert). Dann sogleich eine Warnung: eine 1:1 Importfähigkeit einer CAD Zeichnung klingt zunächst nach einer genialen Idee, ist es aber nicht. Das gilt um so mehr, wenn die Planung von einem Laien stammt (der auch nach hundertfacher Übung im Abmalen von Bauplänen einer bliebe). Bei Maschinenbauern / Metallern kommt noch hinzu, daß in einzelnen Millimetern gedacht wird, was an den Toleranzen in der Baurealität nicht haarscharf, sondern armdick vorbeigeht. Maurertoleranzen liegen im Bereich einer Daumenbreite, und auch in der hölzernen Bauweise ist die Programmierpräzision der Bearbeitungsmaschinen nicht 1:1 im fertigen Werkstück abbildbar. Die Bauweise rate ich übrigens grundsätzlich nicht in einem frühen Stadium festzulegen, selbst wenn ein ebenes Grundstück holzbaufreundlich ist. Trotz der prinzipiellen Gleichwertigkeit (und ausstattungsidentisch auch Gleichpreisigkeit) der Bauweisen kann im Einzelfall eine hölzerne oder steinerne Bauweise technisch und/oder preislich signifikant günstiger sein.

Es lohnt als Laie also grundsätzlich, einen freien Architekten mit dem Entwurf zu beauftragen (statt sich gleich mit möglichen Auftragnehmern kurzzuschließen) und diesen ungeachtet eigener Fähigkeiten sich planzeichnerisch auszudrücken in seiner "Phantasie" der Entwurfsentwicklung nicht mit Bildbeispielen vorzubelasten !

Dein in der Überschrift anklingendes Problem entsteht übrigens geradezu unausweichlich durch ein Beginnen mit dem Erdgeschoss. Unausweichlich bedeutet, daß dies prinzipbedingt (Schwerkraft, Komplexität) grundsätzlich ein wie das Amen in der Kirche sicher auftretendes Phänomen ist, gegen das auch Fachleute nicht gefeit sind. Daher beginnt jeder Bauplanungsprofi - außer wenn er masochistisch veranlagt wäre - immer mit dem komplexeren Stockwerk (= bei den meisten, ibs. flachen, Grundstücken regelmäßig dem OG) und leitet davon das einfachere ab statt umgekehrt. In der Praxis beginnt man zwar unten, in der Planung aber eben aus den beschriebenen Gründen oben.

Im Vorentwurfsstadium beginnt man am besten buchstäblich mit Serviettenkritzeleien, gerne sogar mit Kuli auf Rechenkästchenpapier. Auch "das Haus vom Nikolaus Diestelmeier ... finanziert von der Sparkasse" beginnt also als "Haus vom Nikolaus". Ein guter Planungs-Kleinschritt ist ein Doppeldezimeter, und ein ganzer Großschritt als Planungsraster sind achtzig Zentimeter - so läßt es sich auch leicht zwischen hölzernen und steinernen Bauweisen transkribieren. Dabei lasse man sich auch vom "zentimetergenau made to Measure" Geschwätz der Anbieter nicht irritieren und prüfe den späteren Entwurf auf seine Kompatibilität mit dem Default Konstruktionsraster von meist 62,5 (seltener 83,3) cm - ich drücke es bewußt nicht in mm aus.

Bei Deinem Entwurf sprichst Du von einem Kniestock 150, zeichnest aber viele traufennahe Elemente im DG so ein, als ob ein geradwandiges OG ("Stadtvilla") gebaut werden sollte. Die Kinderzimmer sind für 30% Teilzeitkinder reichlich groß bemessen. Außerdem ist mit Neunundvierzig der Ofen auch noch nicht aus, daß eine neue Partnerin Nachwüchse wollte oder mitbrächte. Ich rate übrigens grundsätzlich zu einer fluiden Räumegruppe "KGB" (Kind/Gast/Büro) zur leichteren Abbildung wechselnder Raum-Nutzer-Zuordnungen, statt diese Zuordnungen "fest" zu planen.

Ein denkmalgeschütztes Bestandsgebäude lese ich als Hinweis auf einen möglichen Keller bzw. Tiefabriß. Da würde ich nie hypothetisch ein jungfräuliches Grundstück zur Planungsgrundlage nehmen. Ein Ausbauhaus ist übrigens nur für Hardcore Heimwerker zu empfehlen (das Sparpotential von Einzelvergaben wird maßlos überschätzt).
 
Zuletzt aktualisiert 03.01.2026
Im Forum Grundrissplanung / Grundstücksplanung gibt es 2564 Themen mit insgesamt 88729 Beiträgen


Ähnliche Themen zu Einfamilienhaus Neubau ohne Keller: Grundrisscheck & bessere OG-Raumaufteilung gesucht
Nr.ErgebnisBeiträge
1Grundriss Einfamilienhaus, 2 Vollgeschosse ca. 180qm, 600qm Grundstück 56
2Verbindung Schlafzimmer / Ankleidezimmer / Bad - Seite 216
3Einfamilienhaus, Eingeschossigkeit, Kniestock, Fenster OG - Seite 230
4Erlaubte Gebäudehöhe (Kniestock) laut Bebauungsplan? 10
5Fragen Bebauungsplan (Vollgeschosse, Kniestock) 11
6Fenster Brüstungshöhe 130 im Schlafzimmer / Arbeitszimmer? - Seite 493
7Ankleide/Schlafzimmer Problem - Grundrissdiskussion 25
8Aufmusterung Elektro, Q2, Badfliesen, Drempel, bodentiefe Fenster 23
9Grobe Schnitzer im Grundriss? Küche zu klein? - Seite 639
10Bebauungsplan: Definition Dachgeschoss 11
11Grundrissdiskussion eines mittelkleinen Einfamilienhaus mit Satteldach & Doppelgarage - Seite 248
12Grundrissfrage, Treppe, Fenster, Ausrichtung 12
13Mehrfamilienhaus (3 WEH, Wohnkeller, Doppelgarage): Anregungen zur Planung 24
14Gestaltung Schlafzimmer - Seite 335
15Grundriss Neubau Einfamilienhaus: Fenster/Türen/Innenwände Größe/Anordnung ok? 20
16Neubau einer ca. 8x11 Doppelhaushälfte, Einschätzung Grundriss und Fenster - Seite 235
17Bungalow 135qm: Grundriss + Fenster - Seite 2104
18Grundrissplanung Neubau Einfamilienhaus mit Doppelgarage (Stadtvilla) - Seite 2124
19OG Stadtville optimieren. Fenster Bodentief - Seite 13104
20Grundriss-Idee 180 QM + Doppelgarage. 24

Oben