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ᐅ Siedlungshäuschen 1954 - Komplettsarnierung machbar?


Erstellt am: 22.08.2019 22:09

galdreth 22.08.2019 22:09
Hallo Zusammen,

meine Frau, Tochter und ich haben in unserem Wohn und Arbeitsort (Kleinstadt in BaWue, 8000 Einwohner) ein kleines altes Haeusschen gefunden mit folgenden Eigenschaften. Weiter unten gibt es noch offene Fragen.

  • Baujahr 1954, 110qm Wohnfläche mit 380qm Grundstück (dicht mit halbem Dutzend Obstbaeumen bepflanzt)
  • Bilder siehe unten.
  • Lage etwa 800m vom Stadtkern weg: 30er Zone; kaum Verkehr, da nur noch ein paar Häuser kommen und dann der nächste Berg anfängt. Kita 5min zu Fuss weg und Edeka 7minuten. Bahnhof 10min. Arbeit mit dem Rad 15 min. (Der Arbeitgeber ist aber auch der Immobilien-Preistreiber hier)
  • Heizung (Oel mit Holzscheit-Ergaenzung), Dachfirst und Fassade um '99 erneuert
  • Fenster doppelverglast, aber nur teilweise mit Kunststoff
  • Voll unterkellert (220 cm Deckenhöhe)
  • Garagenstellplatz im Keller (reicht locker für unsere Fahrradflotte)
  • Verkauf ohne Makler für 160 000 Euro
Klingt vielleicht erst mal gut, nur das Haus ist von der Innenausstattung her halt schon sehr abgenutzt und muss auch noch entruempelt werden. Wir waren mit einer Architektin bereits drin und haben gluecklicherweise keine Feuchtigkeits- oder Bauschaeden entdeckt. Unser Plan wäre trotzdem eine komplette Sanierung. Die Begehung eines von der KfW akzeptierten Effizienzhaus-Bauingenieurs steht noch an. Energieausweis gibts noch nicht. Wahrscheinlich unglaublich schlecht, durch die duennen Ziegelwaende.

Innenausbau, Elektrik und Wasserleitungen tauschen, Fußbodenheizung einbauen, Küche, Bad rechnen wir etwa 85 500 Euro kosten:





























































































































































Bauschutt & Sperrmuell Eigenarbeit 1000
Küche Estrich 1000
Fliesen legen 2000
Statiker 1500
Wandentfernung/Neu verputzen/streichen Eigenarbeit 8000
Bad Estrich 1000
Bad Fliesen legen 8000
Dusche 3000
Toiletten 2000
Waschtische 1500
2 Glastüren zum Garten 6000
Elektrik Eigenarbeit 5000
Rohrleitungen tauschen tlw. Eigenarbeit 10000
Bodenbeläge Material Eigenarbeit 5500
Haustür 3000
Küche tlw. Eigenarbeit 20000

Dann kommt noch die Energetische Sanierung dazu. Macht 135 650 Euro:










































































Fußbodenheizung 7000
Sole-Wärmepumpe + Technik 24000
Warmwasserspeicher 2000
Aufsparrendaemmung + Dach deckung (140 qm) 35000
Aussenwanddaemmung und Putz (200qm) 30450
Fenster (26 insges.) 18200
Photovoltaik Paneele 8000
Wechselrichter 2000
Lüftungsanlage 9000


Gesamtkosten des Hauses sind dann gut 385 000 Euro. Also sehr sehr happig und auf geringen Verbrauch ausgerichtet. Die Zahlen sind gröstenteils grobe Schaetzungen. Mir ist noch nicht klar, ob die angesetzten Maßnahmen für KFW 55 reichen. KfW 430 gäbe dann noch 30 000 Euro dazu, neben dem Baukindergeld.

Meine Fragen:

  • Machbarkeit: Bodenplatte des Kellers wird un-isoliert bleiben. -> Bricht da das KfW 55 Energiespar-Konzept zusammen?
  • Haben wir einen dickes Kostenrisiko übersehen? Darlehensaufwand wäre 230 000 Euro, die wir wohl zu 0.9% Zinsen auf 20 Jahre bekämen. Rate dabei 1000 Euro. Neben der Rate für den Kredit bleiben uns nach Abzug aller kosten noch 2300 Euro pro Monat zum sparen/tilgen ueber. Bin (noch) Alleinverdiener.
  • Zeitaufwand mit 12 Monaten (Bereitstellungszins) ausreichend? Bin zwar handwerklich halbwegs begabt, aber leider nicht mehr mit der nötigen Zeit gesegnet.
  • Gibt es jemanden mit einem ähnlichen Projekt im fertigen Zustand? Wir wären dankbar für jeden Tipp.


Bauplaene und Bilder:
















Architekturzeichnung: Frontansicht und Grundriss eines Hauses
EG

Querschnitt durch ein Haus mit Keller, Erdgeschoss, Dachgeschoss und Dach.

Grundriss eines Hauses mit Treppenhaus links, Wohnzimmer unten, Küche Mitte, Schlafzimmer rechts.
DG
Hier ist inzwischen Küche durch Bad ersetzt worden.

Handgezeichneter Hausgrundriss mit Treppen links und Räumen wie Küche, Keller, Wohnzimmer, Garage.
Keller
Bad wollen wir da aber nicht nutzen.

Garageeingang eines Wohnhauses, von Bäumen umgeben; blauer Zaun mit Nummer 15.

Straßenansicht: großer Baum am Gartenzaun, Betonmauer, Haus mit Spitzdach im Hintergrund


Querschnitt eines Hauses mit Keller, Erdgeschoss und Dachgeschoss, Dachstuhl sichtbar

nordanney 22.08.2019 22:43
Da geht Ihr aber mit der Sanierung in die vollen!
Gibt es einen Grund für die teure Heizung und Dachdämmung? Keller würde ich hingegen auf jeden Fall dämmen, es wäre fahrlässig, dies nicht zu tun (es sei denn, Ihr dämmt die Kellerwände von außen).

galdreth 22.08.2019 23:06
Aktuell ist der Plan, die Dämmung an der Hauswand seitlich ganz runter zu ziehen. Es gibt im Haus dann eine Treppe hinab in den Keller. Man könnte die Kellerdecke dämmen, aber dann ist der Keller selbst eiskalt und das Treppenhaus wird vermutlich zur Wärmebrücke - schätze ich jedenfalls. Was ist da die bessere Vorgehensweise?

Sole-Wärmepumpe wegen der höheren Effizienz. Aber das Haus ist klein - Vermutlich muss nicht tief gebohrt werden und ich überschätze die Kosten.

Dach ist zwar dicht, aber die Pfannen sehen schon alt aus. Würde ich sicherheitshalber erneuern wollen. Für die Dämmung der Dachschrägen im DG bleibt einem da eine andere Möglichkeit?

11ant 22.08.2019 23:34
Ein sehr charmantes, uriges Hexenhäuschen. Aber ökonomisch wäre das schon ein Projekt für einen spleenigen Großverdiener, dieses Objekt auf "Effizienzhaus" zu pimpen. Insofern sehe ich hier bei allem Charme eher ein Grundstück als ein Modernisierungsobjekt. Insgesamt gäbe es im Forum drei (mit zugedrückten Hühneraugen) leidlich vergleichbare Objekte. Die Außenwand in 25 cm (vmtl. Vollziegel) ist absolut zeitgenössisch und insofern nicht aus dem Rahmen fallend. Wie ortsüblich wären die praktisch 420 Euro (zzgl. Abrisskosten) pro Quadratmeter Grundstück ?

ypg 23.08.2019 00:21
Das Haus ist es wert, modernisiert zu werden.
Die Gesamtkosten werden sicherlich mit Neubaukosten konkurrieren können... 400000 ist ja lächerlich
galdreth schrieb:

Haben wir einen dickes Kostenrisiko übersehen? Darlehensaufwand wäre 230 000 Euro, die wir wohl zu 0.9% Zinsen auf 20 Jahre bekämen. Rate dabei 1000 Euro. Neben der Rate für den Kredit bleiben uns nach Abzug aller kosten noch 2300 Euro pro Monat zum sparen/tilgen ueber. Bin (noch) Alleinverdiener.

Liest sich doch super! Übernehmt Euch nicht mit den Eigenleistungen.
Finanziell ist da zur Not mehr drin.
Was ist mit der Elektrik?

P.s. Ich liebe diese Siedlungshäuser mit ihrem Charme

galdreth 23.08.2019 00:24
Bodenrichtwert der Stadt ist 175€/qm (stand 2017). Es gibt allerdings auf absehbare Zeit keine Neubaugebiete. Da sind wir nen paar Jahre zu spät gekommen. Diese Häuser stehen jetzt alle auf 400 bis 600 qm Grundstücken. Gesamtpreise angeblich von 600k€ bis 1200k€.
So zumindest die Gerüchteküche im Dorf

Der Preis ist natürlich happig, vermute auch weil das Haus theoretisch bezugsfrei ist. Rein wirtschaftlich betrachtet ist das ganze quatsch. Aber kann ein Neubau mit den Ansprüchen günstiger werden?
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