Jetzt bauen? Forward-Darlehen? Oder warten?

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O

Omega

Gesperrt
Habe jetzt schon mehrfach im Internet gelesen und aus Gesprächen erfahren, dass ein Baukredit momentan sehr günstig ist, das heißt, dass man nur sehr geringe Zinsen auf das Darlehen bezahlen muss.

Dass dies so ist steht meiner Erfahrung, Einschätzung und den ganzen Quellen nach außer Frage. Wo ich mir allerdings unsicher bin ist, ob die Zinsen auch in den nächsten Monaten / Jahren (?) in diesem Bereich bleiben werden? Klar kann man es nicht vorhersagen, aber was schätzt ihr?

Der Punkt ist, eigentlich wollten wir erst in 1-2 Jahren bauen aber machen uns Gedanken ob wir vielleicht wegen der günstigen Finanzierung schon jetzt bauen sollen. Was haltet ihr von der Möglichkeit eines Forward-Darlehens? Lohnt es sich? Oder meint ihr die Zinsen bleiben so niedrig oder sinken weiter und wir sollten dann bauen, wenn wir es eigentlich vor hatten?

Danke für die Einschätzung schon einmal!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
N

Nilo

Persönliche Meinung:

Aktueller EZB Leitzins 0,75%. Tendenz einer weiteren Zinssenkung auf 0,50% ist derzeit gegeben.

Ob eine weitere Zinssenkung der EZB auch zu weiter fallenden Bauzinsen führt, wage ich zu bezweifeln. Die Zinsen sind schon historisch niedrig und Risikoaufschläge müssen auch eingerechnet werden.

Auf 1 Jahr wird euch sicher nichts weglaufen, auf 2 Jahre kann ich mir persönlich auch nicht vorstellen.

Ist aber nur meine persönliche Meinung, eine Glaskugel hat leider niemand von uns ..
 
C

carthamen

Was hat mir neulich ein befreundeter Ex-Bankdirektor gesagt - bloss keine lange Zinsfestschreibung - die Zinsen werden in naher Zukunft nicht steigen. Die Staaten sind alle stark verschuldet und müßten bei einer Zinserhöhung ihre Kredite noch teurer bezahlen. Eher wird die Inflation steigen - die Zinsen werden auf lange Sicht niedrig bleiben - eher noch sinken.
Habe vor einem Jahr eine ETW gekauft - dachte auch schon damals die Zinsen seinen historisch niedrig = Fehleinschätzung. Ich habe das Darlehen auf 10 Jahre festgeschrieben. War ein großer Fehler. Hätte ich einen "Kurzläufer" wäre es deutlich günstiger gewesen. Ich hätte 1.3%-Punkte gespart - eine Menge Geld...........................
 
N

Nilo

Ich bin selber Banker und kann diese Meinung nicht teilen. Was ich teile, ist die Meinung das die Zinsen so schnell nicht steigen werden, u.a. wg. de hohen Staatsverschuldung in Europa. Wie gesagt, die EZB erwägt derzeit eine Senkung der Leitzinsen auf 0,50%.

Was ich nicht teilen kann, ist die Einstellung zur Zinsbindung. Als Kreditnehmer kann ich mir derzeit XX Jahre Sicherheit für einen sehr guten Zinssatz kaufen. Einen (überschaubaren)Teil kann ich immer noch flexibel halten (z.B. 10 Jahre KfW).
Selbst wenn die Zinsen noch um 0,50% fallen kann ich mit meinem aktuellen Zinssatz sehr gut leben. Wenn die Zinsen in 10 Jahren höher sind als heute (und das kann heute keiner beurteilen aber es ist sehr wahrscheinlich), könnte ich mit meiner fälligen Zinsfestschreibung schön doof aus der Wäsche gucken. Ein Zeitpunkt, wo viele Baufinanzierungen platzen. Werden beispielsweise 200.000,- EUR frei und wir haben eine Zinssteigerung von 3% sprechen wir hier von 500,- EUR Mehrbelastung monatlich! Die will man erstmal stemmen. Und dieses Risiko möchte ich nicht tragen ..
 
Der Da

Der Da

Was hat mir neulich ein befreundeter Ex-Bankdirektor gesagt - bloss keine lange Zinsfestschreibung - die Zinsen werden in naher Zukunft nicht steigen.
Das sind die gleichen die dann einem zu Schrottpapieren raten, oder deine Kohle verzocken, oder dir mit 80 noch nen Bausparvertrag aufjubeln.

Selbst der Bankdirektor kann nicht absehen, was in 2 Jahren sein wird, bzw was in 10 Jahren sein wird. Jeder der heute unter 20 jahren abschliesst, ist ein risikoliebender Mensch. Sollte der Zinssatz fallen, kann jeder nach 10 Jahren der Bank kündigen. Sofern sich eine andere Bank findet, die den Kredit übernimmt.
Aber ehrlich glaube ich nicht, dass irgendwann man eine hohe Summe weit unter 3 % bekommen wird.
 
C

carthamen

Das sind die gleichen die dann einem zu Schrottpapieren raten, oder deine Kohle verzocken, oder dir mit 80 noch nen Bausparvertrag aufjubeln.

Selbst der Bankdirektor kann nicht absehen, was in 2 Jahren sein wird, bzw was in 10 Jahren sein wird. Jeder der heute unter 20 jahren abschliesst, ist ein risikoliebender Mensch. Sollte der Zinssatz fallen, kann jeder nach 10 Jahren der Bank kündigen. Sofern sich eine andere Bank findet, die den Kredit übernimmt.
Aber ehrlich glaube ich nicht, dass irgendwann man eine hohe Summe weit unter 3 % bekommen wird.

Also, dass sehe ich nun mal anders - schau Dir mal die Entwicklung in Amerika an - welche harten Indikatoren gibt es zur Zeit, dass die Zinsen wieder steigen sollen? Wollen wir das Geld verknappen und damit die Konjunktur verlangsamen? Wollen die Staaten noch mehr Zinsen für Ihre Schulden bezahlen? Soll noch mehr Geld gespart werden um niedrige Zinsen zu kassieren?
Also volks- und betriebswirtschaftlich gibt es zumindest europäisch gesehen keine Indikatoren, dass die Zinsen mittelfristig (in bis zu 3 Jahren) steigen werden.
 
N

Nilo

Du hast mit deiner Aussage vollkommen Recht. Ich persönlich gehe auch von keiner Zinssteigerung in den nächsten 2-3 Jahren aus. Aber alles weitere ist doch hypothetisch. Wie die Zinsen in 10 Jahren stehen kannst weder du, noch ich noch dein Bankdirektor sagen. Seine Aussage die Zinsen derzeit nicht festzuschreiben halte ich jedenfalls für unseriös.
Wenn man, wie er wahrscheinlich, genug auf dem Sparbuch hat das einem die o.g. Mehrkosten nach 10 Jahren wg. evt. Zinssteigerungen egal sind kann man variabel finanzieren.
Aber 90% der Bauherren müssen nun mal aufs Geld gucken, daher halte ich auf aktuellen Niveau eine lange Zinsbindung für unbedingt ratsam. Alleine schon aus Aspekten der eigenen Absicherung!
 
C

carthamen

Du hast mit deiner Aussage vollkommen Recht. Ich persönlich gehe auch von keiner Zinssteigerung in den nächsten 2-3 Jahren aus. Aber alles weitere ist doch hypothetisch. Wie die Zinsen in 10 Jahren stehen kannst weder du, noch ich noch dein Bankdirektor sagen. Seine Aussage die Zinsen derzeit nicht festzuschreiben halte ich jedenfalls für unseriös.
Wenn man, wie er wahrscheinlich, genug auf dem Sparbuch hat das einem die o.g. Mehrkosten nach 10 Jahren wg. evt. Zinssteigerungen egal sind kann man variabel finanzieren.
Aber 90% der Bauherren müssen nun mal aufs Geld gucken, daher halte ich auf aktuellen Niveau eine lange Zinsbindung für unbedingt ratsam. Alleine schon aus Aspekten der eigenen Absicherung!
Du hast schon Recht - aber auch ich muss aufs Geld schauen und gerade deshalb ist eine "kreative Finanzierung" gefragt - die auch kaum mehr Risiko beinhaltet als das herkömmliche Modell.
Mit den 2 möglichen KFW-Darlehen und einer gut austarierten Mischung aus "Kurzläufern" und "Sicherheits-Anteil (Langläufer)" unter der Berücksichtigung der jeweiligen Tilgungsrate- lassen sich Vorteile von ca. 0,5 - 0,8 % Punkte über eine Laufzeit von 20 Jahren erzielen. Denke immer daran - was Du jetzt an Zinsvorteil gewonnen hast, kannst Du falls die Zinsen unerwartet doch wieder steigen sollten, so zu sagen als "Gewinn" gegenbuchen. Und da sich der Betrag auf den Du im Laufe der Jahre Zinsen zahlen musst verringert hast Du einen doppelten Vorteil. Kurzläufige Darlehen hoch tilgen, dann geht das "Spiel" auf. Rechne mal nach.............................................................
 
Zuletzt aktualisiert 27.05.2022
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