Sammlung Tipps zum Senken der Baukosten

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G

Goldi09111

Da bin ich mit euch, gefährliches Halbwissen bringt in jeder Branche ein Risiko mit sich.

@Bieber0815, ja solche Hinweise würde auch schon genügen, es geht ja hauptsächlich um eine Art Wissensdatenbank zumindest nach meinem Verständnis des TE.
 
B

Bauexperte

@Karlstraße

dieses Thema ist schwierig ... mit einem kleineren Doppelflügelfenster ist es nicht getan; ein Wechsel Bodenplatte aka Streifenfundamente bei Garage ist kostenneutral. Deshalb versuche ich es mit der umgekehrten Herangehensweise. In der Anlage findest Du ein EFH mit vielen Gimmicks, welche als Kostentreiber angesehen werden müssen.

In der Ursprungsplanung wurden in den Zimmern Bad + Gast des DG Weiße Kämpferelemente geplant; real wurden die in der Ansicht gezeigten, farbigen Brüstungsfenster mit abgeschrägter Ecke (passend zum Dachverlauf und rückwärtiger Ansicht) verbaut. Zusätzlicher "Nachteil" - bei diesen Fenstern kann kein kostengünstiger Rolladen eingebaut werden.

Der überdachte Hauseingang kostet Aufpreis; schön trockenen Fußes das Türschloß zu bedienen, aber auch teurer. Der umlaufend eingerückte Hauseingang wird wie eine Außenwand behandelt; round about 2.5 qm Fläche zusätzlich zu verputzen.

Der angebaute Erker - im DG als Balkon genutzt - erfordert eine teurere Bodenplatte; ein Mehr an bodentiefen Fenstern ebenfalls. Der Rücksprung rechts vor der Küche im EG wurde im DG überbaut; hier entstehen Mehrkosten für Dämmung, wie für den Stützpfeiler und dessen Verankerung im Boden. Der Balkon benötigt - neben einem frostsicheren Plattenbelag - eine Absturzsicherung, also entstehen Kosten für ein Geländer. Im Beispiel wurde ein Geländer aus VA gewählt, noch die derzeit preisgünstige Alternative.

Die verbaute Podesttreppe ist wesentlich teurer, als eine gewendelte Standardtreppe. Zusätzlich wurde diese im Beispielhaus als Betontreppe mit gemauertem Handlauf und Belag Granit ausgeführt.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß ein EFH dann "preiswert" - wobei das stark vom Bundesland und dessen jeweiligen Land- und Baupreisen abhängt, errichtet werden kann, wenn
  • ein möglichst ebenes Grundstück gekauft wird
  • auf Bodenplatte gebaut wird
  • nach jeweils geltender EnEV gebaut wird
  • eine geradlinige Architektur mit Satteldach gewählt wird
  • die Geschoßhöhe nicht verändert wird
  • eine Standardtreppe, als Wangen- oder Bolzentreppe verbaut wird
  • auf aufwendige Fensterkonstruktionen verzichtet wird
  • manuelle Rollläden gewählt werden
  • der Standard (Sanitär, Fliesen etc.) des favorisierten Anbieters akzeptiert wird
  • Malerarbeiten und Bodenbeläge in EL ausgeführt werden
  • externer Sachverstand (bspw. TÜV®) hinzugekauft wird
Wobei auch immer die Frage zu klären ist, was ist "preiswert"? Ein EFH der Größe 130 qm ist - ob des Gesamtinvestes betrachtet - preiswerter, als ein EFH der Größe 100 qm, wie auch ein EFH der Größe 180 qm deshalb nicht exorbitant teurer sein muß. Ein Anbieter ist bspw. mit seinem WDVS preiswerter, als ein Anbieter, welcher monolithisch anbietet und umgekehrt; kommt immer auf die jeweiligen Einkaufskonditionen an. Der Zimmermann aus dem nächsten Ort ist vlt. preiswerter in seinem Angebot, als der bekannte Fertighausanbieter aus der Werbung, der Schreiner in seinem Küchenangebot günstiger, als Meda-Küchen (stellvertretend genannt) usw.

Wenn sich überhaupt eine grundsätzliche Aussage treffen läßt, dann diese, daß der Anbieter - gleich, welche Bauweise - welcher über seine Baubeschreibung einen mittleren Standard anbietet, nicht die verkehrteste Wahl ist. Alles, was vorne nach einem Schnäppchen ausschaut ist hinten überwiegend verdammt teuer. Niemand, aber auch wirklich Niemand hat etwas zu verschenken

Liebe Grüsse, Bauexperte
 

Anhänge

f-pNo

f-pNo

Ergänzend zu den oben genannten (Einspar-)Punkten sollte aber noch erwähnt werden:

Es sind häufig die Abweichungen vom Standard, welche das Haus individuell und zu "meinen Haus" machen. Diese Abweichungen vom Standard kosten i.d.R. einen Aufschlag. Dieses unique selling proposition (Alleinstellungsmerkmal) ist dem Bauherren oftmals der Aufschlag wert.
 
I

Ippebson

@Karlstraße

...
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß ein EFH dann "preiswert" - wobei das stark vom Bundesland und dessen jeweiligen Land- und Baupreisen abhängt, errichtet werden kann, wenn
  • ein möglichst ebenes Grundstück gekauft wird
  • auf Bodenplatte gebaut wird
  • nach jeweils geltender EnEV gebaut wird
  • eine geradlinige Architektur mit Satteldach gewählt wird
  • die Geschoßhöhe nicht verändert wird
  • eine Standardtreppe, als Wangen- oder Bolzentreppe verbaut wird
  • auf aufwendige Fensterkonstruktionen verzichtet wird
  • manuelle Rollläden gewählt werden
  • der Standard (Sanitär, Fliesen etc.) des favorisierten Anbieters akzeptiert wird
  • Malerarbeiten und Bodenbeläge in EL ausgeführt werden
  • externer Sachverstand (bspw. TÜV®) hinzugekauft wird
...

Liebe Grüsse, Bauexperte
Was mich hier etwas verwundert (wir hatten dazu nämlich kürzlich eine Diskussion mit unserem Architekten) ist, dass Bodenplatte (Dicke ca. 30 cm) günstiger kommt als eine Gründung auf Streifenfundamenten. Dieser hat uns ausdrücklich zu den Fundamenten geraten. Er hat mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Streifenfundamente und die "dünnere" Bodenplatte (15 cm) aufgrund der geringeren Bewehrung kostengünstiger ist, auch unter Berücksichtigung eines aufwendigeren Aushubs bei Streifenfundamenten. Wenn hier Erfahrungswerte vorliegen, würde ich dazu gerne an dieser Stelle mehr erfahren.

Danke.
 
E

Evolith

Bei uns gehörte zum Aufpreis:
-Fernwärmekompaktstation in Wasserspeicher-Variante statt Durchlauferhitzer = 1500€ mehr
-Krüppelwalmdach statt Walmdach =~7000€
-Grundrisserweiterung von 13,5m×13m auf 14,5m×14m =3000€
-Lärmschutzputz = 300 €
-Verzicht auf Dachfenster = 1300 € Gewinn
-Spezialbeschichtung Dachziegel = 2 € pro qm Dach
-bodentiefe geflieste Dusche = 3500 €
-Aufschüttung des Geländes = ~15 000€
 
B

Bieber0815

-Grundrisserweiterung von 13,5m×13m auf 14,5m×14m =3000€
-Lärmschutzputz = 300 €
Keine Tippfehler (null vergessen)? Alleine die Grundrisserweiterung führt zu Pi mal Daumen 27 m² mehr Grundfläche. Ganz grob, ungeachtet der Geschosszahl, kann man sicher annehmen, dass es auch 27 m² mehr Wohnfläche ergibt. Mal 1400 Euro führt das zu über 35 000 Euro. Von daher hätte ich 30 000 Euro geglaubt, bei 3000 Euro würde ich sagen: Unbedingt machen und gleich mal fragen, ob auch 15,5 m mal 15 m möglich sind . Oder 10 m mal 11 m verlangen und dann vergrößern :p

Lärmschutzputz? Was ist das? Auch nur 300 Euro?
 
P

Peanuts74

Bodentiefe geflieste Dusche (1 Stück?) 3500.- Aufpreis??? Selbst eine Aco Duschrinne gibts für ca. 500.- € plus 1-2m² Fliesen. Dafür fällt die Duschwanne/Board weg, der Rest sollte ziemlich gleich sein. Für 3500.- lassen sich mindestens 3-4 Duschen "aufrüsten"...
 
Zuletzt aktualisiert 13.08.2022
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