Ist ein Neubau für uns finanzierbar?

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Zuletzt aktualisiert 18.07.2024
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M

MachsSelbst

(...)
Also familiäre Gründe gibt schon, aber normalerweise weiß man die auch schon bevor man in ne Doppehaushälfte nebendran zieht.
Also vermute ich mal die Gründe liegen an der Lage oder im Haus selbst?
Ja sicher. So wie man Ende vom Pokalspiel natürlich schon vor Anpfiff wusste, dass die Aufstellung so nicht funktioniert und Stürmer TrifftDasTorNix wieder mal 2 Elfmeter verschießt. Klar, verstehe...

Nun... Situationen können sich ändern. Die Eltern sind womöglich in Rente gegangen und haben sich zu aufdringlichen Besserwissern entwickelt? Oder sie haben sich getrennt und einer ist verbittert... oder beide sind verbittert, weil die Rente nicht reicht...
Was sich auch in meinem Umfeld, vollkommen unerwartet aber massiv, verändert hat, ist die politische Einstellung zu gewissen Sachverhalten... Corona, Ukraine, Flüchtlinge, AfD... durch viele Familien verlaufen inzwischen metertiefe Panzergräben mit Nato-Draht gesichert...

Ich schätze dich Tolentino als kompetenten, besonnenen Ratgeber hier... lass dich nicht auf das "Hätte man doch wissen müssen"-Level der Schlaumeier hier herunter. In zwischenmenschlicher und vor allem familiärer Dynamik gibt es viel, viel mehr, als man hier im Schönwetter- und Bestverdienerforum auch nur im Traume erahnt...
 
S

Slawimk

Nur mal so über den Daumen geschätzt, was circa auf euch zukommen würde:
Grundstück: 80-110k
Haus: 130qm x 3000€ = ~400k
Nebenkosten/Außenanlage usw.: ~80k
Kosten ~550-600k - 150k Eigenkapital = 400-450k Kredit
Abtrag 3,5%+2% Tilgung = 1800-2000€ im Monat+Nebenkosten
Danke für die Aufstellung, muss es denn am Ende wirklich ein 400-450k Kredit sein? Wir haben noch kein Grundstück. Sollte das ganze Thema in 2 Jahren losgehen, dann hätten wir knapp 200k Eigenkapital zur Verfügung.
Wäre nicht auch ein Haus von 130m² für einen Preis von 2.500 €/m² möglich? Wie gesagt, wir wären definitiv bereit Abstriche zu machen und eine "Standard"-Ausstattung ohne Schnickschnack wäre für uns okay.
Außerdem wäre für uns eine Kfw Förderung 300 eine Option.

Nun zu unseren Beweggründen, ich hole kurz aus. Meine Eltern haben das Doppelhaus vor 25 Jahren gebaut. Zuerst haben meine Großeltern in der anderen Doppelhaushälfte gewohnt, dann kurz meine Schwester und danach bin ich eingezogen.
Unser Wunsch nach einem eigenen Haus hat nichts mit dem Haus zu tun. Das Grundstück ist 1.200 m² groß, jeder hat seine eigene Terrasse und ausreichend Platz für sich. Vor paar Jahres kam eine neue Küche rein, alle Wände wurden neu gespachtelt, neue Böden kamen rein, vor kurzem eine neue Heizung usw.
Es hat auch nichts mit meinen Eltern zu tun. Es gibt keinen Druck auszuziehen, im Gegengentil, wenn es nach meinen Eltern geht, sollten wir für immer in dem Haus wohnen bleiben. Wir haben ein gutes Verhältnis, sicherlich gibt es Familien die evtl. noch ein besseres Verhältnis haben, jedes Jahr gemeinsam in den Familienurlaub fahren, wöchentlich zusammen etwas unternehmen usw. Wir sehen uns regelmäßig und helfen uns gegenseitig. Wir übernehmen deren Papierkram, buchen für sie Urlaube, bestellen wöchentlich irgendein Zeug, ich mache viel im Garten. Dafür übernimmt mein Vater das ganze handwerkliche bei uns (habe 2 linke Hände). Für meine Eltern ist es natürlich schön, wenn die Enkelkinder nebenan wohnen und sie würden definitiv auf die kleine aufpassen, wenn z. B. meine Partner wieder arbeiten geht, aber die Kita noch nicht beginnt.

Als ich vor 6 Jahren hier eingezogen bin, hatte ich immer den Gedanken ein eigenes Haus zu haben. Für immer neben den Eltern zu wohnen war keine Option. Meine Partnerin ist dann vor 4 Jahren zu mir gezogen. Sie hat zu unserem jetzigen Wohnort kein Bezug. Unser Wunschort gefällt uns besser. Sollten wir irgendwann ein Grundstück in dem Baugebiet bekommen, wären Ihre Eltern und Freundinnen fußläufig erreichbar, Kindergärten, Schulen, Einkaufmöglichkeiten sind fußläufig erreichbar. Der Weg in die Stadt (mein Arbeitsort) ist deutlich kürzer und wir hätten etwas eigenes.

Wir haben nächste Woche einen Termin bei der Bank (Arbeitgeber von meiner Partnerin), um zu schauen was überhaupt möglich ist.
 
Tolentino

Tolentino

Also vor allem Lage.
Ohne konkretes Grundstück braucht ihr jetzt eigtl auch nicht zur Bank zu gehen. Vor allem nicht wenn ihr selbst sagt, ihr wollt das erst in 2 Jahren angehen.
Mein Vorschlag wäre dann lebt die nächsten zwei Jahre so, wie wenn ihr schon die höhere Rate habt. So könnt ihr einerseits prüfen, ob ihr so zurechtkommt, aber auch ob ihr so dauerhaft leben möchtet. Und als netter Nebeneffekt baut sich das Eigenkapital weiter auf.

In zwei Jahren können die Bedingungen für eine Finanzierung schon wieder ganz anders aussehen. Mehr Eigenkapital hilft immer und die Preise sind zur Zeit vorläufig am Stagnieren, d.h. ihr spart nicht chancenlos gegen den Markt an wie noch vor drei-/vier Jahren.

Fangt ruhig schon an nach anderen Grundstücken in dem Wunschort zu suchen - ich vermute in der heutigen Marktlage wird das Neubaugebiet noch länger dauern - und zwar nicht nur in den Portalen (das ist eigtl die Resterampe) sondern aktiv! Wenn die Eltern deiner Frau dort ansässig sind, sollen die sich schonmal umhören und ihr könnt bei Spaziergängen auch Baulücken, verwaiste Grundstücke etc. ausfindig machen.

Eure Voraussetzungen zur Lauerhaltung sind fast perfekt. Günstige Miete und auch sonst kein hoher Leidensdruck bald ausziehen zu müssen, ist eine Situation, die nicht viele Hausbauwillige haben.
 
D

Deichsicht

Da du jetzt fragt, kann man dir natürlich auch nur den Ist-Zustand geben. :)
Was in zwei Jahren ist wüssten wir wahrscheinlich alle gerne (oder besser nicht?), aber ganz seriös wird dir das keiner voraussagen können.

Stichwort KFW - da wissen andere sicher besser bescheid, aber soviel ich weis müsstet ihr dafür Effizienz-Stufe 40 erreichen und das kostet richtig Geld.

Als Hinweis zu den 3000€ vs. Katalogpreise. Denkst dran das "Schlüsselfertig" nicht heisst, das ihr nur noch die Möbel reintragen müsst. Und da ihr Handwerklich (nach eigener Aussage) eher nicht so fit seit, kommen da noch viele Extrakosten.
 
S

Slawimk

Danke für eure Rückmeldungen.
Ich habe mich vllt. falsch ausgedrückt. Wir möchten nicht das Thema in 2 Jahren angehen, sondern würden gerne zeitnahe loslegen, falls wir fündig werden und es mit der Finanzierung klappt.
Die aktuelle Situation in unserem Wunschort ist, dass vor 2-3 Jahren ein Baugebiet komplett bebaut wurde. Direkt nebenan hat der selbe Investor die gleiche Fläche. Es gibt auch einen Bebauungsplan, der allerdings aufgrund unterschiedlicher Themen nicht freigegeben wurde. Das zieht sich leider schon seit mehreren Jahren. Wir hatten vor Jahren (als die Zinsen extrem niedrig waren) schon die Hoffnung, dass es evtl. mit der Verteilung der Grundstücke losgeht.
Da es aktuell nicht an Anschein macht, dass bald die Verteilung der Baugrundstücke erfolgt, habe ich einfach mal die 2 Jahre in den Raum geworfen.

Wie Tolentino sagt, haben wir wirklich eine gute Situation, da wir wenig Miete zahlen, genug Platz haben und weiter Eigenkapital ansparen können.
 
P

Prager91

Danke für eure Rückmeldungen.
Ich habe mich vllt. falsch ausgedrückt. Wir möchten nicht das Thema in 2 Jahren angehen, sondern würden gerne zeitnahe loslegen, falls wir fündig werden und es mit der Finanzierung klappt.
Die aktuelle Situation in unserem Wunschort ist, dass vor 2-3 Jahren ein Baugebiet komplett bebaut wurde. Direkt nebenan hat der selbe Investor die gleiche Fläche. Es gibt auch einen Bebauungsplan, der allerdings aufgrund unterschiedlicher Themen nicht freigegeben wurde. Das zieht sich leider schon seit mehreren Jahren. Wir hatten vor Jahren (als die Zinsen extrem niedrig waren) schon die Hoffnung, dass es evtl. mit der Verteilung der Grundstücke losgeht.
Da es aktuell nicht an Anschein macht, dass bald die Verteilung der Baugrundstücke erfolgt, habe ich einfach mal die 2 Jahre in den Raum geworfen.

Wie Tolentino sagt, haben wir wirklich eine gute Situation, da wir wenig Miete zahlen, genug Platz haben und weiter Eigenkapital ansparen können.
Kann das voll und ganz verstehen und ich würde wahrscheinlich kein Jahr in solch einer familiären Situation wohnen wollen, dennoch könnte mein Verhältnis mit meiner Familie nicht besser sein! Da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Ihr wollt euer eigenes Ding durchziehen - ich kann das zu 100% verstehen.

Letztlich seid ihr sicherlich auch bereit dafür finanzielle Einbußen hinzunehmen, ob das finanziell "Sinn" macht oder nicht ist einfach egal - auch das verstehe ich total. Finde es super, wenn ihr einen gemeinsam Weg gefunden habt bzw. damit in Planung seid.

Das angesparte Eigenkapital gibt euch durchaus mehr Sicherheit als bei einigen anderen hier im Forum und zeigt auch durchaus, dass ihr gewillt seid zu sparen.

Letztlich macht mir jedoch trotzalledem euer Haushaltsnettoeinkommen in Verbindung mit dem Kind und auch mit dem geplanten Kind etwas sorgen. Euer Verdienst ist i.O., jedoch mMn nicht genug für eine Kreditsumme von ca. 450k (die ihr definitiv brauchen werdet). Hättet ihr keine Kinder und würdet ihr keine Kinder wollen, dann würde ich sofort sagen: Macht es!

In eurer Situation weiß ich aber ehrlich gesagt nicht, ob es euch zu viele schlaflose Nächte, zu wenig Urlaub die nächsten Jahre und allgemein zu viele finanzielle Einbußen beschert.

Die 2k Rate müsst ihr schon erstmal stemmen können - ich spreche da aus Erfahrung. Wir haben so ziemlich eine ähnliche Konstellation wie ihr - jedoch mit ein paar Hundert Euro mehr Einkommen und 1% Bauzinssatz deutlich bessere Voraussetzungen. AKtuell haben wir aufgrund Kind die Rate auf 1.500€ gesenkt und können damit auch sehr gut Leben. Wir müssen auf nichts verzichten und tilgen aktuell nur ganz ganz wenig, da unser Zinssatz dies hergibt.

In eurem Fall macht es wenig Sinn die Rate nach unten zu drücken, da der Zins euch sonst auffrisst. Ihr müsst dauerhaft damit leben... Mir persönlich wäre es definitiv zu heftig!

Ich würde es lassen... weiter sparen, eventuell ist auch noch eine Gehaltserhöhung drin?
 
Zuletzt aktualisiert 18.07.2024
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