ᐅ Architektin wird emotional und will nicht weiter machen. Wie mache ich nun weiter?
Erstellt am: 11.03.26 17:41
O
OhropaxGerddieter schrieb:
Oder du mahnst die Erfüllung des Vertrages an (Bauantrag einreichen) - wenn Sie nicht macht kannst Du es von jemandem anderen machen lassen und die Kosten dafür von Ihrem Honorar abziehen (dann darfs auch der GU fü 10tsd machen weil für dich sind es am Ende immer 30tsd).Diesen Weg werde ich gehen. Ich habe selbst so viel in den Entwurf gesteckt, dass ich ihn nicht wegwerfen möchte. Nun passt es für mich.
Es ist für mich unverständlich, weshalb man auf 15.000 Euro verzichten will, weil man sie nicht sofort, sondern erst nach Erstellung des Bauantrags bekommt.
Wahrscheinlich hätte ich 10.000 Euro nach Einreichung und 5.000 Euro nach Genehmigung gezahlt. So bekommt sie nichts davon. Ich verstehe dieses Verhalten nicht, außer der Entwurf ist wirklich nicht genehmigungsfähig.
ypg schrieb:
Das ist natürlich nicht in Ordnung, bzw wissen wir nicht, was da in der Kommunikation falsch gelaufen ist... kann auch sein, dass es erst einmal ein einfacher Vorentwurf war, um abzustecken, wie "etwas", also das ein oder andere bei Dir ankommt.50% Budgetüberdehnung sind noch nicht einmal ungewöhnlich, wenn man sich "@Gerddieter warnt" / "erste Halbzeit" Architekten nimmt. Das Korrektiv der Evaluierung wird ja nie erlebt, wenn der Entwurf gar nicht in die Umsetzung begleitet wird. Häufig wird der teure Entwurf ja auch gar nicht gebaut, sondern der GU macht einen bezahlbaren Gegenvorschlag und der Schuß in den Ofen wird nicht beklagt. Der "normale" Weg bei "Infinite Monkey Entwurfsfindungen" ist, daß bei ausbleibender Begeisterung über den Testballon ein neu gekneteter weiterer Anlauf fabriziert wird. Hier war es atypisch: der TE hat sich konkludent bereits für den Testballon entschieden und diesen konkret verbesserungsversucht. Da ist einer unreifen Architektin nicht zu verdenken, darauf auch einzusteigen. Vielleicht war sie bis zum Verwürfnis über die Honorierung sogar glücklich, im Dialog von einem Kunden gecoacht zu werden und dadurch zu reifen.
Ohropax schrieb:
Ich habe selbst so viel in den Entwurf gesteckt, dass ich ihn nicht wegwerfen möchte. Nun passt es für mich.Nun ja, das Phänomen "Sunk Cost Fallacy" - in gewisser Weise ein entfernter Cousin des Stockholm-Syndroms - wurde glaube ich bereits angesprochen. Mit "Passen" ist wohl die annähernde Übereinstimmung mit der usprünglichen Vorstellung gemeint. Was das taugt, ist von uns nicht zu ermessen - daß tausend Worte weniger sagen als ein Bild, wird hier wohl eindrucksvoll vorgeführt ;-)
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Ohropax schrieb:
Das ist ein gutes Schlusswort. Dieses Tool hätte auch ich so benutzen können, mit etwas Übung.Sagen wir mal so: nur durch Kreativität baut man kein Haus. Ganz im Gegenteil.
Gestern gesehen:
ein Technikraum von 2,5qm in einem Haus von ü200qm, wobei der TK in die Doppelgarage integriert wurde, was zur Folge hat, dass nur ein Pkw in die Garage passt.
Heute gesehen: ein Luftraum, der WZ im EG mit Schlafzimmer im OG verbindet und durch den man vom Flur OG vor den KiZis direkt ins Schlafzimmer schauen kann.
Jeder dritte kreative Grundriss kann als Haus nicht gebaut werden, weil sie nur aus 2D-Gedanken bestehen und kein Dach funktioniert.
Einige Treppen stoßen im OG gegen die Dachschräge, weil man sie einfach gedreht haben will.
Küchen werden aufs minimalste verkleinert, damit man eine Speis bekommt, die genauso groß ist wie die Küche.
Usf.
11ant schrieb:
50% Budgetüberdehnung sind noch nicht einmal ungewöhnlich, wenn man sich "@Gerddieter warnt" / "erste Halbzeit" Architekten nimmt."Ungewöhnlich" ist aber nicht der Maßstab. Gut- oder Schlechtleistung, darum geht es hier.
11ant schrieb:
Vielleicht war sie bis zum Verwürfnis über die Honorierung sogar glücklich, im Dialog von einem Kunden gecoacht zu werden und dadurch zu reifen.Diesen Eindruck hatte ich auch. Wobei "gecoacht" etwas hart klingt.
11ant schrieb:
Was das taugt, ist von uns nicht zu ermessen - daß tausend Worte weniger sagen als ein Bild, wird hier wohl eindrucksvoll vorgeführt ;-)Es läuft auf einen Rechtsstreit hinaus und die Architektin besteht darauf, dass der Entwurf ihr gehört. Ich bitte um Verständnis.
ypg schrieb:
Usf.Garderobe im Schmutzbereich.
Vom Gästezimmer zum Gästebad musste man über den Flur/Schmutzbereich laufen. Ich haben dann darum gebeten das Gästezimmer und Gästebad in die selbe "Ecke" zusammen zu setzen, damit die Gäste nicht durch den Flur/Schmutzbereich müssen und so eventuell durch andere Menschen im Haus "halb-nackt" gesehen werden können. Du weißt was ich meine? Solche grundlegenden Praktikabilitätserwägungen wurden nicht angestellt. Als Laie und Kunde ist man irgendwann dann nur noch genervt.
Ohropax schrieb:
Du weißt was ich meine?Ja, als Planerin muss ich allerdings sagen, dass es in den meisten Grundrissen von bezahlbaren Einfamilienhaus normaler Größe nicht gelingt. Genau das ist nämlich die Quadratur des Kreises.
Und da steht sich ein Bauherr oft selbst im Weg, wenn er Gästen die gleiche Wichtigkeit entgegenbringt und sich die Priosetzung verschiebt.
Ähnliches Beispiel ist der Zugang vom Flur/TK-Raum zur Garage. Fälschlicherweise wird 24/7-Niederschlag in D angenommen und macht den TK-Raum zum Flur. Der Flur ist dann auch kein Schmutzbereich mehr, das ist ja der TK-Raum 😉
Nimm es mir nicht böse, wenn ich ahne, wie sich der Mio-Villa-Entwurf entwickelt hat.
Wahrscheinlich resultiert auf einer Priorisierung auch Dein zu schmaler Flur.
Ohropax schrieb:
Ich hatte schnell den Eindruck, dass die Architektin einfach etwas erstellt, ohne zu überprüfen ob das so sinnvoll ist.Vielleicht hat ja anfangs schon das ganze Raumanforderungsprofil nicht wirklich gepasst, dass die Dame bewusst diese Anzahlung genommen hat 8-)
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