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gottholdko25.01.20 18:37Hallo zusammen,
ich habe eine Frage, die sicher schon einige von euch beschäftigt hat, die ein Malm Bett von Ikea länger nutzen: Warum haben Malm Betten nach längerer Zeit eine gewisse Spielwut / lockere Beweglichkeit?
Dabei meine ich nicht das normale leichte „Nachgeben“ beim Hinsetzen, sondern ein richtig spürbares Wackeln oder Knarren der Konstruktion – häufig an den Verbindungsstellen zwischen Lattenrost und Bettrahmen oder an den Eckverbindungen der Seitenteile und Kopf-/Fußteil.
Mich interessiert, woran das genau liegt. Liegt es an der Materialwahl, an der Befestigungstechnik, einem Verschleiß bestimmter Bauteile oder evtl. an vielen montagen/montagefehlern?
Ich weiß, dass Malm Betten im Vergleich recht günstig sind, aber ist diese Spieligkeit nach 3-5 Jahren normal oder kann man sie dauerhaft durch Nachziehen, Verstärkungen oder ähnliches vermeiden?
Bin auf eure Erfahrung und fachlichen Erklärungen gespannt.
ich habe eine Frage, die sicher schon einige von euch beschäftigt hat, die ein Malm Bett von Ikea länger nutzen: Warum haben Malm Betten nach längerer Zeit eine gewisse Spielwut / lockere Beweglichkeit?
Dabei meine ich nicht das normale leichte „Nachgeben“ beim Hinsetzen, sondern ein richtig spürbares Wackeln oder Knarren der Konstruktion – häufig an den Verbindungsstellen zwischen Lattenrost und Bettrahmen oder an den Eckverbindungen der Seitenteile und Kopf-/Fußteil.
Mich interessiert, woran das genau liegt. Liegt es an der Materialwahl, an der Befestigungstechnik, einem Verschleiß bestimmter Bauteile oder evtl. an vielen montagen/montagefehlern?
Ich weiß, dass Malm Betten im Vergleich recht günstig sind, aber ist diese Spieligkeit nach 3-5 Jahren normal oder kann man sie dauerhaft durch Nachziehen, Verstärkungen oder ähnliches vermeiden?
Bin auf eure Erfahrung und fachlichen Erklärungen gespannt.
Die häufigste Ursache für das Spiel an Malm Betten nach längerer Nutzung ist die Kombination aus Material und Verbindungstechnik.
Malm Betten bestehen zu einem Großteil aus Spanplatten / MDF mit einer Dekorfolie. Diese Werkstoffe sind weniger widerstandsfähig gegen ständige Belastungen und mechanische Beanspruchungen als Massivholz. Dazu kommt, dass die Befestigungselemente meist metallische Dübel und Schrauben sind, die im Holzwerkstoff mit der Zeit lockerer werden können.
Ein weiterer Punkt:
Diese Stellen sind statisch besonders belastet. Durch die Belastungszyklen (Hinsetzen, Umdrehen, Aufstehen) verändert sich langsam das Material, die Verbindungen können sich minimal verschieben oder ausleiern.
Nachziehen der Schrauben kann kurzfristig helfen, hat aber keine dauerhafte Wirkung, wenn das Spanholz bereits ausgefranst ist.
Zusammenfassend: Das Spiel kommt durch Materialermüdung und Verschleiß der Verbindungselemente zustande. Für dauerhafte Stabilität wäre eine Konstruktion aus Massivholz oder Metallverbindungen besser geeignet.
Malm Betten bestehen zu einem Großteil aus Spanplatten / MDF mit einer Dekorfolie. Diese Werkstoffe sind weniger widerstandsfähig gegen ständige Belastungen und mechanische Beanspruchungen als Massivholz. Dazu kommt, dass die Befestigungselemente meist metallische Dübel und Schrauben sind, die im Holzwerkstoff mit der Zeit lockerer werden können.
Ein weiterer Punkt:
gottholdko schrieb:
Oft an den Verbindungsstellen zwischen Lattenrost und Bettrahmen oder an den Eckverbindungen der Seitenteile und Kopf-/Fußteil
Diese Stellen sind statisch besonders belastet. Durch die Belastungszyklen (Hinsetzen, Umdrehen, Aufstehen) verändert sich langsam das Material, die Verbindungen können sich minimal verschieben oder ausleiern.
Nachziehen der Schrauben kann kurzfristig helfen, hat aber keine dauerhafte Wirkung, wenn das Spanholz bereits ausgefranst ist.
Zusammenfassend: Das Spiel kommt durch Materialermüdung und Verschleiß der Verbindungselemente zustande. Für dauerhafte Stabilität wäre eine Konstruktion aus Massivholz oder Metallverbindungen besser geeignet.
Ergänzend zu dem, was flo56 schrieb, möchte ich noch etwas zum Montageprozess sagen. Besonders bei dieser Bauweise mit Spanplatten ist die korrekte und vorsichtige Montage ausschlaggebend für die spätere Stabilität.
Wenn beim Aufbau die Schrauben zu fest oder zu locker angezogen werden, kann dies das Material schädigen. Zu fest kann das Spanmaterial aufbrechen oder die Schrauben "ausreißen" lassen, wodurch das Gegenstück später Spiel bekommt. Zu locker angezogene Schrauben erzeugen direkt von Anfang an eine wackelige Konstruktion.
Des Weiteren können Längenausdehnungen durch Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen minimal die Spannung der Verbindungen verändern. Das ist zwar bei einem Bett im Alltag nicht sehr groß, aber über mehrere Jahre durchaus spürbar.
Das trifft es gut. Ist das Material beschädigt, hilft oft nur Ersatz oder Aufdopplung mit zusätzlichen Verbindungselementen.
Wer handwerkliches Geschick mitbringt, kann z. B. kleine Holzdübel ergänzen oder Metallwinkel zur Verstärkung anbringen. So lässt sich das Bett stabilisieren und das Spiel deutlich reduzieren.
Wenn beim Aufbau die Schrauben zu fest oder zu locker angezogen werden, kann dies das Material schädigen. Zu fest kann das Spanmaterial aufbrechen oder die Schrauben "ausreißen" lassen, wodurch das Gegenstück später Spiel bekommt. Zu locker angezogene Schrauben erzeugen direkt von Anfang an eine wackelige Konstruktion.
Des Weiteren können Längenausdehnungen durch Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen minimal die Spannung der Verbindungen verändern. Das ist zwar bei einem Bett im Alltag nicht sehr groß, aber über mehrere Jahre durchaus spürbar.
flo56 schrieb:
Nachziehen der Schrauben kann kurzfristig helfen, hat aber keine dauerhafte Wirkung, wenn das Spanholz bereits ausgefranst ist.
Das trifft es gut. Ist das Material beschädigt, hilft oft nur Ersatz oder Aufdopplung mit zusätzlichen Verbindungselementen.
Wer handwerkliches Geschick mitbringt, kann z. B. kleine Holzdübel ergänzen oder Metallwinkel zur Verstärkung anbringen. So lässt sich das Bett stabilisieren und das Spiel deutlich reduzieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Spiel an einem Malm Bett nach längerer Nutzung vor allem durch folgende Faktoren entsteht:
1. Materialbeschaffenheit: Spanplatten und MDF sind nicht für dauerhafte, dynamische Belastungen auf Zug und Scherung optimiert. Mit der Zeit treten Ermüdungserscheinungen auf.
2. Verbindungsmittel: Schrauben und Dübel verlieren an Halt, wenn das Werkstoffsubstrat beschädigt oder ausgefranst ist.
3. Belastungsschwerpunkte: Die Eckverbindungen und Auflagen für Lattenrost sind statisch besonders beansprucht.
4. Montagequalität und Pflege: Unsachgemäße Montage oder häufiges Ständig-nachziehen ohne Zugabe von Verstärkungen begünstigt das Spiel.
Präventiv lässt sich das Problem nicht vollständig vermeiden, wenn man die originale Konstruktion beibehält.
Ich empfehle, nach 3-4 Jahren eine Sichtkontrolle aller Verbindungspunkte durchzuführen, die Schrauben zu kontrollieren und bei Beginn ersten Spielens kleine Verstärkungen mit Metallwinkeln oder Holzleisten anzubringen. Diese Maßnahmen verlängern deutlich die Lebensdauer und Stabilität.
Damit bleibt die Grundkonstruktion erhalten, und man vermeidet rasch zunehmende Lockerungen.
1. Materialbeschaffenheit: Spanplatten und MDF sind nicht für dauerhafte, dynamische Belastungen auf Zug und Scherung optimiert. Mit der Zeit treten Ermüdungserscheinungen auf.
2. Verbindungsmittel: Schrauben und Dübel verlieren an Halt, wenn das Werkstoffsubstrat beschädigt oder ausgefranst ist.
3. Belastungsschwerpunkte: Die Eckverbindungen und Auflagen für Lattenrost sind statisch besonders beansprucht.
4. Montagequalität und Pflege: Unsachgemäße Montage oder häufiges Ständig-nachziehen ohne Zugabe von Verstärkungen begünstigt das Spiel.
Präventiv lässt sich das Problem nicht vollständig vermeiden, wenn man die originale Konstruktion beibehält.
Ich empfehle, nach 3-4 Jahren eine Sichtkontrolle aller Verbindungspunkte durchzuführen, die Schrauben zu kontrollieren und bei Beginn ersten Spielens kleine Verstärkungen mit Metallwinkeln oder Holzleisten anzubringen. Diese Maßnahmen verlängern deutlich die Lebensdauer und Stabilität.
Damit bleibt die Grundkonstruktion erhalten, und man vermeidet rasch zunehmende Lockerungen.
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