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flo-Theres05.07.23 11:03Ein wichtiger Aspekt, den man bei der Feuchtigkeitsempfindlichkeit von Malm nicht übersehen darf, ist die mikroporöse Struktur und deren Einfluss auf die Kapillarbewegung. Malm verfügt über ein poröses Netzwerk aus sehr feinen Poren, sodass Wasser nicht nur schnell eindringen kann, sondern auch lange gehalten wird.
Das führt zu einer verlängerten Exposition gegenüber Feuchtigkeit, was chemische Reaktionen fördert und Frostschäden verschärft.
Zudem sind im Malm oft dolomitische Komponenten enthalten, welche mit Wasser anders reagieren als reines Kalksteinmaterial. Das Zusammenspiel dieser Faktoren verlangt angepasste Schutzmaßnahmen im Bauwesen, beispielsweise die Nutzung dampfdichter Schichten oder kontrollierter Belüftung.
Das führt zu einer verlängerten Exposition gegenüber Feuchtigkeit, was chemische Reaktionen fördert und Frostschäden verschärft.
Zudem sind im Malm oft dolomitische Komponenten enthalten, welche mit Wasser anders reagieren als reines Kalksteinmaterial. Das Zusammenspiel dieser Faktoren verlangt angepasste Schutzmaßnahmen im Bauwesen, beispielsweise die Nutzung dampfdichter Schichten oder kontrollierter Belüftung.
Tinaneo schrieb:
Die Frage, warum Malm so empfindlich bei Feuchtigkeit ist, muss also ergänzt werden um: Welcher Malm genau?Danke für den Hinweis. Ich beziehe mich in meinem Fall auf Malm aus Süddeutschland, vorwiegend Jura-Malm, der häufig für historische Bauten verwendet wurde und in der Region viel vorkommt. Ich vermute, die Mineralstruktur und der Gehalt an feinverteiltem Ton oder organischen Partikeln könnten auch eine Rolle spielen, neben der kurzen konkreten physikalischen Reaktion von Calciumcarbonat auf Wasser.
Hat jemand konkrete Empfehlungen, wie man bei solchen Malmarten die Feuchtigkeitsaufnahme im Baubereich erheblich minimieren kann ohne den optischen Charakter zu beeinträchtigen?
dranau36 schrieb:
Hat jemand konkrete Empfehlungen, wie man bei solchen Malmarten die Feuchtigkeitsaufnahme im Baubereich erheblich minimieren kann ohne den optischen Charakter zu beeinträchtigen?Technisch sieht man bei Jura-Malm oft die Kombination von physikalischem Schutz und chemischer Behandlung. Wichtig ist eine Imprägnierung mit hydrophoben, aber dampfdurchlässigen Materialien. Silan- oder Siloxan-basierte Produkte sind in der Praxis bewährt, da sie die Poren wasserabweisend machen, dabei aber eine Austrocknung ermöglichen und den natürlichen Look erhalten.
Außerdem empfiehlt sich ein Unterhalt der Schutzstelle, regelmäßige Sichtprüfungen auf Kapillarfeuchte und der Verzicht auf Beschichtungen, die Dampfsperren bilden, da diese Feuchtigkeit einschließen und Schäden fördern.
Ergänzend zur Imprägnierung ist die korrekte Ausführung bei der Verlegung entscheidend.
Fehler bei Fugen und Anschlussstellen ermöglichen Wasserzugang, was die Empfindlichkeit erhöht. Gute Drainage und Abdeckungen verhindern Wasserstau und reduzieren die langfristige Feuchtebelastung. Das Bauklima und Standortfeuchtigkeit müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Fehler bei Fugen und Anschlussstellen ermöglichen Wasserzugang, was die Empfindlichkeit erhöht. Gute Drainage und Abdeckungen verhindern Wasserstau und reduzieren die langfristige Feuchtebelastung. Das Bauklima und Standortfeuchtigkeit müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Lucien schrieb:
Silan- oder Siloxan-basierte Produkte sind in der Praxis bewährtRichtig. Generell rate ich dazu, bei Malm nie aggressive chemische Mittel einzusetzen. Hydrophobe Imprägnierungen auf Silanbasis bieten eine gute Balance zwischen Schutz und Erhalt der Atmungsaktivität.
Achte auch darauf, dass die angewendeten Substanzen für den jeweiligen Malmtyp geprüft sind. Manche Imprägnierungen verändert die Optik leicht – hier hilft ein kleines Testfeld.
Zusammenfassend: Porosität minimieren, Feuchtigkeit vom Gestein fernhalten, keinen Feuchtigkeitsstau erzeugen, regelmäßig kontrollieren. So kann man Malm geschützt halten.
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