Mehrfamilienhaus nach Energieeinsparverordnung oder KFW55 bauen??

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Zuletzt aktualisiert 24.05.2024
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N

nominator

(Fast) kein Mensch, dem eine Wohnung, oder ein Haus gut gefällt, interessiert sich für Haustechnik, KfW irgendwas, Wanddicken, Energieeinsparverordnung, Dämmung, Dreifachverglasung oder Wärmepumpen. Da zählt Lage, Lage und Lage, dazu Peripähriekrams, den du nicht beeinflußen kannst (Sonne schien bei der Besichtigung, Vorgarten sehr gepflegt mit den Lieblingsblumen, Rasen frisch gemäht, Wände schön in weiß, oder die Küche ist in heller, netter Buche gehalten).

Wer aufwendig baut, baut für sich. Ein paar Features emporieren den Preis, als da wären Fußbodenheizung, Schallschutzfenster, Südausrichtung mit großen Fenstern, Verkabelung für alles in allen Räumen, aber das wars auch schon (schreibt einer, der mehrere Immobilien ge- und verkauft hat).

Von daher schließe ich mich dem Tenor meiner Vorredner an - gut, solide, sicher und simpel bauen, alles andere ist Hobby.
 
I

Informatiker

Bisher immer gute und hilfreiche Infos bekommen. Erstmal vielen Dan an allen Beteiligten...

Meine eigentliche Frage war, wie viel wird der Kostenunterschied ca. prozentual sein wenn das Objekt nicht nach Energieeinsparverordnung sondern nach KFW gebaut wird.
Hier gehts um die KFW Zuschüsse mitnehmen und ins Haus investieren oder nicht??
Letztendlich geht es hier um 90Tsd € KfW 55 Zuschuss+ zinsgünstiges Darlehen!
 
S

Specki

So, hier mal eine Gegenstimme

Lass es auf jeden Fall anschauen!
Du kannst doch jetzt noch gar nicht sagen, wie viel teurer es wäre, wenn du auf KFW55 gehst.
Es ist ein Mehrfamilienhaus, das hat deutlich weniger Außenfläche pro Wohnraum, wie ein Einfamilienhaus. Da hast du schon mal große Pluspunkte.
Du hast doch sicher einen Profi an der Hand der müsste das doch mit relativ wenig Aufwand ganz gut abschätzen können wie viel von deinem derzeit geplanten Standard zu KFW55 noch fehlt. Es sind immerhin bei 5 Wohneinheiten 90.000,- die du an Förderung bekommst. Dafür lässt sich schon ne Menge machen.

Sind halt Fragen, wie:
Wie ist die Dachdämmung bisher vorgesehen (Ich vermute sehr gut, wenn du unter dem Dach wohnen willst)
Wie ist die Bodenplatte gedämmt? (Evtl. Mehrpreis, aber da es 3 Stockwerke sind, wird der Mehrpreis im Verhältniss zur Wohnfläche nicht stark ins Gewicht fallen)
Was müsste man ggf. an der Außenwand ändern? (Auch hier fällt die Fläche im Vergleich zur Wohnfläche nicht so stark ins Gewicht wie bei einem Einfamilienhaus.) Soweit ich weiß erfüllen 36,5er Ziegel auch oft schon KFW55, vielleicht braucht man hier dann nur einen leicht besseren Stein)
Technik: ist ne Fußbodenheizung eh schon vorgesehen? Die kann man auch für Wärmepumpe nehmen, also keine/kaum Mehrkosten
Fenster sind eh schon 3-Fach verglast, das sollte also locker schon passen.

Evtl. musst du nur etwas Mehr Dämmung an der Bodenfläche gemacht werden, ein etwas anderer Stein für die Außenwand gewählt werden und eine Wärmepumpe anstatt Gas vorgesehen werden und fertig ist das KFW55 Haus.

Ja, die meisten Mieter wählen nicht nach Haustechnik oder Energiestandard, sondern nach Lage.
ABER: Ich vermute du planst das Haus irgendwo, wo die Nachfrage definitiv gegeben ist nach Mietwohnungen. Wenn du jetzt eine KFW55 Wohnung anbietest, kannst du definitiv mit dem Mietpreis etwas über Durchschnitt gehen. Du hast dann zwar nicht mehr so viele Mieter zur Auswahl, aber es sollten noch genug sein. Und so kannst du von Anfang an mehr Mieteinnahmen erzielen, da du mit niedrigeren Heizkosten "werben" kannst durch das KFW55. Auch wenn diese dann in der Realität vielleicht wirklich nur unter 100€ im Jahr liegen.
Und wie gesagt, vielleicht musst du gar nicht mit viel Aufpreis rechnen und für 90.000,- kannst du viel machen.

Nächstes Thema: Solltest du es mal verkaufen wollen ist es einfach mehr Wert. Auch hier zählt hauptsächlich die Lage. Aber in selber Lage lässt sich für KFW55 anstatt Energieeinsparverordnung schon noch ein paar € mehr rausholen.

Meine Meinung kurz gesagt: Ich würde es einer näheren Betrachtung unterziehen!

Gruß
Specki
 
B

boxandroof

Genau laufender Verbrauch ist (leider) völlig egal - daher sollte es sich direkt rechnen oder man lässt es.

KfW55 ist je nach Ausgangslage nicht besonders anspruchsvoll oder teuer, bei mehreren Wohneinheiten im Besonderen. Durch die jetzt offenbar erheblich gesteigerte Förderung kann sich das durchaus sehr gut lohnen.

Gas + ST kannst Du kostenneutral durch Wärmepumpe ersetzen, da kommt es auf die Angebote der Handwerker an, und natürlich darauf ob Du Wärmepumpen verbauen willst. Bei Vermietung sind die u.U. etwas weniger effizient (aber zahlt ja der Mieter). Ob die Dämmung ertüchtigt werden muss oder nicht kann hier niemand beurteilen. so teuer kann es nicht sein.

Ich persönlich würde es durchaus rechnen lassen, von einem Rechentrickser der nicht nur seine Standardsoftware bedienen kann und sich mit alternativen technischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Werte auskennt (BWWP+Photovoltaik, Duschrohr), sofern man bei Gas bleiben will. Mit einfachen Wärmepumpen wäre die technische Seite ansonsten erfüllt und ein mittelmäßig begabter Energieberater bekommt das hin.
 
Zuletzt bearbeitet:
M

matte

Meine eigentliche Frage war, wie viel wird der Kostenunterschied ca. prozentual sein wenn das Objekt nicht nach Energieeinsparverordnung sondern nach KFW gebaut wird.
Hier gehts um die KFW Zuschüsse mitnehmen und ins Haus investieren oder nicht??
Letztendlich geht es hier um 90Tsd € KfW 55 Zuschuss+ zinsgünstiges Darlehen!
Das wurde dir aber auch schon beantwortet: Das wird dir hier keiner Sagen können.
Lass dir für beides Angebote machen, dann siehst du es.
 
Zuletzt aktualisiert 24.05.2024
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