ᐅ Bimsstein mit hoher Eigenfeuchtigkeit?
Erstellt am: 01.04.25 11:10
Servus!
Wir haben derzeit Gespräche mit einigen GUs für unser zukünftiges Häusle und aufgrund der Nähe zur westdeutschen Vulkanlandschaft sieht man regelmäßig Bimsstein bzw. Bisotherm in den Bauleistungsbeschreibungen. Einer der angefragten GUs hat jedoch gesagt, dass er seit einigen Jahren lieber mit anderen Steinen baut, weil Bims durch "zu kurze bzw. gar keine Lagerfrist und Trocknung nach der Produktion" eine sehr hohe Restfeuchte hat, die teilweise über 1-2 Jahre hinausbefördert werden muss. Der Kenntnisstand kommt wohl noch aus Zeiten des Baubooms, in dem die Steine angeblich direkt aus der Produktion heraus auf die Baustellen gefahren sind. Ich hatte eigentlich keine Lust auf Poroton-Luftziegel, bei denen ich jedes Hängeregal vom Garten aus kontern muss.
Daher: Stimmt das überhaupt und falls ja, stimmt das heute noch? Bims bzw. Bisotherm ist in meinen Augen ein sehr sympathischer Stein. @11ant scheint ja auch ein Fan zu sein, evtl. hast du eine Meinung dazu?
Wir haben derzeit Gespräche mit einigen GUs für unser zukünftiges Häusle und aufgrund der Nähe zur westdeutschen Vulkanlandschaft sieht man regelmäßig Bimsstein bzw. Bisotherm in den Bauleistungsbeschreibungen. Einer der angefragten GUs hat jedoch gesagt, dass er seit einigen Jahren lieber mit anderen Steinen baut, weil Bims durch "zu kurze bzw. gar keine Lagerfrist und Trocknung nach der Produktion" eine sehr hohe Restfeuchte hat, die teilweise über 1-2 Jahre hinausbefördert werden muss. Der Kenntnisstand kommt wohl noch aus Zeiten des Baubooms, in dem die Steine angeblich direkt aus der Produktion heraus auf die Baustellen gefahren sind. Ich hatte eigentlich keine Lust auf Poroton-Luftziegel, bei denen ich jedes Hängeregal vom Garten aus kontern muss.
Daher: Stimmt das überhaupt und falls ja, stimmt das heute noch? Bims bzw. Bisotherm ist in meinen Augen ein sehr sympathischer Stein. @11ant scheint ja auch ein Fan zu sein, evtl. hast du eine Meinung dazu?
Anzeige
Araknis schrieb:
aufgrund der Nähe zur westdeutschen Vulkanlandschaft sieht man regelmäßig Bimsstein bzw. Bisotherm in den Bauleistungsbeschreibungen. Einer der angefragten GUs hat jedoch gesagt, dass er seit einigen Jahren lieber mit anderen Steinen baut, weil Bims durch "zu kurze bzw. gar keine Lagerfrist und Trocknung nach der Produktion" eine sehr hohe Restfeuchte hat, die teilweise über 1-2 Jahre hinausbefördert werden muss. Der Kenntnisstand kommt wohl noch aus Zeiten des Baubooms, in dem die Steine angeblich direkt aus der Produktion heraus auf die Baustellen gefahren sind."Mein" Haus ist so alt wie ich - entsprechend habe ich nicht mit angesehen, von welchem Produzenten die Steine geliefert wurden. Ich wohne jedenfalls - wie bereits in mehreren vorherigen Wohnungen - in grauem Bims. Bisotherm ist rosa und ich muß gestehen noch nicht ergründet zu haben, ob das an einer ziegeligen Beimischung liegt. Ein Mitbewerber (klassischer grauer Bims) heißt lustigerweise sogar Zieglowski. "Mein" Haus (wie auch die vorherigen) hatte ganz bestimmt noch Restfeuchte, weil damals noch keine Plansteine gefertigt wurden und die Vermörtelung noch im Dickbett geschah. Die Bauboomzeiten kenne ich noch, und fertige Bimssteine in baugebietsgroßen Freilagern (im Neuwieder Becken aktuell nur noch von Kann, in der Pellenz noch von allen Produzenten). Meine Abendspaziergänge führen mich ständig über Felder, wo sämtliche landwirtschaftlichen Nutzgebäude in unverputztem Bims ausgeführt sind. Die sind nach jedem Regenguß schnell wieder trocken. Dem GU hat wohl ein Verkäufer ein dramatisches Ammenmärchen ins Ohr gesetzt. Ich kenne im gesamten Rheinwiedwesterwald, Kannenbäckerlandwesterwald, der Pellenz, und der Vulkaneifel samt Brohltal sowie dem Hunsrück grauen Bims (KLB, Meurin) und Bisotherm mit ungefähr hälftigem Marktanteil (und Porenziegel als der anderen Hälfte) als Lieblingsbaustoff der Bauherren und -Unternehmer, mit Porenbeton bauen hier vornehmlich Zugezogene oder traditionsarme Bauunternehmer. Im Lahnwesterwald bis Rheingau (Weton sitzt in Limburg, damit hat meines Erinnerns @Curly zufrieden gebaut) findet man am Markt dann eine "Lautverschiebung" vom Bims zum Blähton. Die Eigenschaften unterscheiden sich wohl ähnlich marginal wie die Rezepturen der Kartoffelmettkuchen. Der Bau mit dem Zeug ist einfach bewährt, nachhaltig und seit Generationen nicht gereut. Die Hersteller sind technisch auf der Höhe der Zeit, die Produkte eignen sich auch aktuell hervorragend für monolithisches Bauen. In manchen Sommern wünschte ich mir, die Sonnenerwärmung würde weniger gut gespeichert. Schalltechnisch komme ich im Mehrfamilienhaus prima klar. In den Bimsgaragen (mit und ohne Innenputz) hat sich kein eingelagertes Möbel verzogen und auch Akten haben keinen Schaden genommen. Mein Vater hat schon mehrfach in Porenbeton gewohnt, mein Fabrikgebäude bestand ebenfalls daraus, auch hier kann ich keine der Schmähungen / Haßpredigten nachvollziehen. Aber auch aus meinem örtlichen Bekanntenkreis, der ja statistisch zur anderen Hälfte in Porenziegeln wohnen müßte, höre ich nie Klagen, daß die ihren mühsam erarbeiteten Lohn für Chuck Norris Spezialdübel ausgeben müßten. Bild nicht zu lesen macht glücklicher.https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
Ähnliche Themen