Gesundheitsgefährdung in Altbauten: Asbest erkennen und entfernen


Von den 30er-Jahren bis in die frühen Neunzigerjahre entstanden in Deutschland alle Arten von Gebäuden mit asbesthaltigen Baustoffen. In den Wirtschaftswunderjahren kamen sie nach Schätzungen von Experten in etwa 60 Prozent aller Bauten zur Anwendung. Noch in den 1970ern und 1980ern wurden sie unvermindert häufig im Neubau oder bei Sanierungen genutzt, obwohl gesundheitliche Gefahren und die potenziell krebserzeugende Wirkung des Asbests längst bekannt waren. Erst 1993 wurden Asbest und asbesthaltige Stoffe verboten – langlebige Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dämmungen belasten viele Altbauten jedoch bis heute. Erfahren Sie hier, wie Sie diese erkennen und sich vor den Gefahren schützen.

Was ist Asbest und in welchen Baustoffen kommt es vor?


Die Entstehung von Asbest vollzieht sich weltweit auf natürliche Art in Gesteinen. Spaltet man es ab, erhält man sehr feine mineralische Fasern – teilweise mit einem Durchmesser von nur ein paar Tausendstel Millimeter. Diese Asbestfasern sind sehr hitzebeständig, elastisch, zugfest und ergänzen sich gut mit anderen Materialien zu haltbaren, robusten neuen Stoffen. Durch diese Eigenschaften wurde Asbest schnell zu einem Favoriten in der Baustoffherstellung oder im Fahrzeugbau für Brems- und Kupplungsbeläge. Insgesamt zählte man früher rund 3000 Asbestprodukte – darunter gängige Baumaterialien wie

  • Asbestzement in Dacheindeckungen, Fassadenelementen oder Fensterbänken
  • Asbestpappe als Hitzeschutz hinter Heizungen, Heizkörpern oder Öfen
  • Asbestschnur als Rohrumwicklung oder Stopfmaterial für Durchbrüche, aber auch
  • Asbest in Fensterkitt, Fliesenkleber, Putzen und Spachtelmassen

Von Asbest in Reinform wie bei den Schnüren oder schwach gebundenem Asbest – beispielsweise als Brand- oder Hitzeschutz in Leichtbauplatten und Pappen genutzt – geht eine hohe Gesundheitsgefahr für Menschen aus. Sie geben meist schon ohne Einwirkung kontinuierlich Asbestfasern an die Raumluft ab. Werden asbesthaltige Stoffe etwa durch Schleifen bearbeitet, steigen Luftbeeinträchtigung und Gesundheitsrisiko exponentiell.

Asbest in Gebäuden finden


Hierzu müssen Sie nicht gleich einen teuren Baugutachter beauftragen. Auch Laien können stattdessen selbst einen deutlich günstigeren einfachen, aber zuverlässigen Asbest Test über ein akkreditiertes Testlabor nutzen. Dazu nehmen Sie anhand einer detaillierten Anleitung eine kleine Probe in Räumen oder von Bauteilen mit potenzieller Asbestbelastung. Diese senden Sie an das Labor und erhalten wenig später eine fundierte Analyse der Probe gemäß den Richtlinien in VDI 3866, Blatt 5 zur Bestimmung von Asbest in technischen Produkten. Dabei können Sie die Raumluft untersuchen lassen, was sich zur Prüfung von Asbestfreisetzung nach Bau-, Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten empfiehlt. Genauso testet das Prüflabor für Sie Standard- und Spezialmaterialien in weiteren Test-Sets. Die verschiedenen Tests zeigen teilweise schon kleinsten Asbestgehalt von bis zu 0,001 Prozent an. Mit diesen präzisen Testergebnissen können Sie schnell reagieren und die Gesundheitsgefahr durch den Asbest beseitigen.

Asbest entfernen


Asbest oder asbesthaltige Stoffe sollten Sie bald nach einem positiven Testergebnis entfernen. Einzig bei weniger gefährlichem, schwer gebundenem Asbest bildet eine Kosten-Nutzen-Abwägung eine Alternative. Denn eine Asbestsanierung bedeutet meist einigen Aufwand und entsprechende Kosten – auch wenn Sie Do-it-yourself-Anleitungen nutzen und so bei Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten Geld sparen können. Die Ausgabe lohnt sich jedoch, denn sie schützt Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie oder von Nutzern beziehungsweise Mietern eines Objekts. Ständige Asbestbelastung kann ansonsten eine Asbestose auslösen. Ebenso begünstigt der Schadstoff die Entstehung von Lungenkrebs und einigen anderen Krebsarten. Die Risiken steigen dabei jeweils mit der Dauer und Intensität der Asbestbelastung. Mit einem Asbest-Test als erstem Schritt können Sie diese Risiken vermeiden.


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