Perimeterdämmung vergessen

Dieses Thema im Forum "Mängel / Garantieleistung" wurde erstellt von jeti79, 24. 06. 2017.

Perimeterdämmung vergessen 4.7 5 3votes
4.7/5, 3 Bewertungen

  1. jeti79

    jeti79

    13. 11. 2014
    76
    3
    Ja, der GU ist pleite. Angeblich, weil intern Rechnungen in sechsstelliger Höhe von einem Mitarbeiter nicht weitergegeben wurden.

    Die Bodennähe wurde dann mit 30cm über den bereits erstellten Gullis angenommen. (Das sollte auch ungefähr mit dem Plan übereinstimmen.

    Ja, ich bin mir 100%ig sicher, da es im Angebot enthalten ist und wir es mehrfach eingefordert haben, woraufhin wir natürlich vertröstet wurden.

    So, wie ich das mitbekommen habe, hatten die immer Agregate dabei und Wasser im Fass.

    Ich habe mit dem Insolvenzverwalter selbst gesprochen. Der War sehr freundlich und hat direkt drauf hingewiesen, dass es sein Job ist, Geld einzutreiben und er direkt mit dem Start des Verfahrens die letzte Rechnung mit mehr Nachdruck erneut stellen wird und wir uns zur Sicherheit einen gerichtlich bestellten Baugutachter suchen sollen, der den Wert bestimmt. Diesen sollen wir dann zurückhalten ...

    Ich werde zeitnah einen Termin beim Anwalt machen.
     
  2. Die Seite wird geladen...


  3. Payday

    Payday

    22. 02. 2015
    1.330
    162
    das solltest du erst mit deinen anwalt besprechen. wieso sollst du beweisen, wieviel vom abschnitt wie gemacht wurde. eigentlich müßte er doch beweisen, das der angeforderte betrag zur ausgeführten arbeit ordnungsgemäß vollzogen wurde. (wer geld will, muss seine rechtmäßigkeit auch belegen können)
    sehr wahrscheinlich sind die mängel aber alle gutachterlich preislich nicht so hoch wie gedacht, so das du tatsächlich noch geld hinterherwerfen darfst. viele mängel lassen sich leicht durch alternative verfahren günstig auskompensieren (theoretisch). praktisch findest du aber wohl niemanden, der das machen möchte. wenn du schon nen gutachter da hast, kann er dir sicherlich etwa sagen, was die beseitigung der mängel etwa kosten wird. liegt der wert in etwa beim abschlagswert, den der insolvenzverwalter einkassieren möchte?

    immerhin will er gleich die kohle und kommt nicht erst in paar jahren damit an.
     
    ---------------
    designsockel.ch - für mehr Design
  4. Bieber0815

    Bieber0815

    21. 10. 2014
    2.233
    338
    Das mag stimmen, praktisch beim Hausbau wird der Unternehmer nach seinem Ermessen die Rechnung stellen und letztendlich das gerichtliche Mahnverfahren in Gang setzen. Dann muss(!) der Rechnungsempfänger handeln und er braucht stichhaltige Belege, dass die Forderung nicht gerechtfertigt ist.
     
    ---------------
    Bautagebuchverzeichnis von Hausbau-Forum.de
    Bautagebücher finden / eintragen
    11ant gefällt das.
  5. jeti79

    jeti79

    13. 11. 2014
    76
    3
    Payday:
    Die Theorie ist sicher richtig. Wenn ich aber warte, bis sowas durch ist, bin ich vorher selbst pleite.

    Deshalb, jetzt die Bestandsaufnahme und mit diesem Wert der Forderung des Insolvenzverwalters entgegenwirken.

    So kann ich wenigstens weitermachen. Sonst fehlen mir alle Beweise, um Forderungen abzuwehren
     
    ---------------
    designsockel.ch - für mehr Design
    11ant gefällt das.
  6. Alex85

    Alex85

    21. 07. 2016
    1.497
    394
    Ich kam in den "Genuss", ein solches Mahnverfahren gegen einen Schuldner letztes Jahr durchzuführen und kann daher sagen, dass das nicht stimmt. Der Schuldner wird vom Mahngericht angeschrieben und kann Stellung beziehen. Lehnt er den Anspruch ab, wird dies dem Gläubiger so mitgeteilt bzw. es wird direkt ein Verfahren eröffnet, sofern der Gläubiger das bei Beantragung des Verfahrens so gewünscht hat.
    Bei diesem gerichtlichen Mahnverfahren ist kein Mensch inhaltich prüfend tätig, entsprechend gibt es auch keine Urteile. Es ist eher ein Schuss vor den Bug für den Schuldner, indem er (sofern gewünscht) die Mahnung vom Gerichtsvollzieher überreicht bekommt. Wenn er sagt "stimmt nicht" - was nur ein Kreuz auf dem Formular ist - dann hat es sich erstmal erledigt. Pennt er bzw. fügt sich seinem Schicksal, erhält man für wenig Geld und in relativ kurzer Zeit einen vollstreckbaren Titel. Gute Sache.

    (In meinem Fall hat der Schuldner nicht reagiert, alle Fristen verstreichen lassen, sodass ich im Ergebnis einen vollstreckbaren Titel in der Hand hielt. Hab dann den Gerichtsvollzieher geschickt um zu pfänden, war aber nix zu holen bzw. alles unter Pfändungsgrenze. Aber der Schuldner ist noch jung, der Titel 30 Jahre gültig, die Zinsen laufen. Irgendwann ...)
     
    ---------------
    Bautagebuchverzeichnis von Hausbau-Forum.de
    Bautagebücher finden / eintragen
  7. Lanini

    Lanini

    29. 07. 2016
    128
    54
    Genau so wie Alex geschrieben hat, ist es! Im Mahnverfahren prüft niemand den Anspruch. Niemand muss etwas beweisen, weder Gläubiger, noch Schuldner. Der Gläubiger kann ganz easy einen Mahnbescheid (und danach einen Vollstreckungsbescheid) beantragen, ohne irgendeinen Nachweis für die Rechtmäßigkeit seiner Forderung zu erbringen. Der Schuldner kann dann im Gegenzug ganz leicht durch ein Kreuz auf einem Formular Widerspruch gegen den Mahnbescheid bzw. Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einlegen, ohne eine Begründung oder einen Beweis erbringen zu müssen und damit hat sich die Sache (vorerst) erledigt. Dann ist der Gläubiger im Zugzwang; er muss - wenn er die Sache weiter verfolgen will - in einem regulären zivilgerichtlichen Verfahren seinen Anspruch geltend machen und begründen und beweisen. Und danach muss/kann der Schuldner seine Sicht der Dinge darlegen und beweisen. Nach der Beweisaufnahme wird dann im Regelfall ein Urteil erlassen.

    @ TE: Ich würde auch auf jeden Fall erst mit deinem Anwalt sprechen und überlegen, welche Vorgehensweise taktisch klug ist, bevor du einen Gutachter beauftragst. Stell dich aber so oder so schonmal darauf ein, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass die Sache in einem zivilgerichtlichen Verfahren geklärt werden muss. Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet, offene Rechnungen für den Insolvenzschuldner einzutreiben, um dessen Gläubiger zu befriedigen. Zur Not auch durch ein gerichtliches Verfahren. Nicht selten wird wegen streitiger und nicht beglichener Rechnungen vom Insolvenzverwalter geklagt. Ich habe mal knapp zwei Jahre bei einem Insolvenzverwalter gearbeitet, bevor es mich in die Justiz verschlagen hat. Und da war das unser "täglich Brot".
     
    ---------------
    designsockel.ch - für mehr Design