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Nachbarschaftsstreit

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Nachbarn sind ja was schönes, wenn man Glück hat. Viele haben aber auch Pech. Manchmal gibt es Exemplare, wo man sich echt an den Kopf greift. Wer will, kann hier seine Geschichte erzählen. Dann schauen wir mal, wer den Vogel abschießt. Hier kommt meine eher kleine Story:

Mit meiner Firma sitze ich mitten im Wohngebiet - ist ein Ladengeschäft. Bei uns kommen Montag früh die Müllfahrer. Und zwar richtig früh - oft noch vor 7 Uhr. Das ist ein Problem für mich. Ich kann die Tonne schlecht am Freitag auf den Gehweg stellen - da wäre das ganze Wochenende die stinkende Tonne auf der Flaniermeile. Montags bin ich aber erst ab ca. 8 auf Arbeit - da sind die schon durch. Nun hab ich mit denen gesprochen, wie wir das lösen. Da kam raus, Tonnen bitte gegenüber auf den Gehweg stellen, diese Seite fahren die erst so gegen 9 an. Wunderbare Lösung - gesagt getan!

Letztens stand dann mein Nachbar von gegenüber bei mir vor der Tür und erklärte mir, dass ich meine Tonne zur Leerung da nicht abstellen könne, sie gehöre auf die andere Straßenseite. (Wir reden hier von ca. 2 Stunden, wo die Tonne auf die Abholung wartet). Ich erkläre ihm den Sachverhalt - nein, die gehöre auf die andere Seite. Ich frag ihn, was denn das Problem für ihn konkret sei? "Die Tonne gehört auf die andere Seite."

Meine Verwirrung war hinsichtlich dieser monotonen Aussage groß. Er meinte dann, er würde sich beschweren. Wo hat er nicht verraten. Nachdem ich dann zum x. mal versucht hatte, ihn zu einem klärenden Gespräch zu bewegen, musste ich wegen Zeitmangel abbrechen und verließ ihn mit den Worten, "So ein Quatsch, machen Sie was sie wollen!" Sehr unprofessionell - ich weiß.
 
Kaho, bei solchen Leuten machst du nichts. Ob sich jemand um seine Beschwerde kümmert, wird sich erst zeigen. Gibt es einen Nachbarn 10m weiter auf der anderen Seite, der kein Problem damit hat?

Das findest du natürlich erst raus, wenn du vorher fragst und das musst du dir schon ankreiden: Auch den ersten Nachbarn hättest du vor dem ersten Verbringen der Tonne darauf ansprechen sollen. Die Leute schalten schnell auf stur, wenn ohne sie einfach Fakten geschaffen werden.
 
Ja, da hast Du vermutlich recht. Ich habe mir eingebildet, dass ich bei einem öffentlichen Fußweg der Stadt, niemanden fragen muss.
 
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Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe ( so 10 - 11 Jahre her ): Mein Vater war Kontaktmann des Verwalters der Eigentümergemeinschaft, die durch die Reihenhäuser dort gebildet wurde. Ein Bewohner ziemlich schwierig. Griesgrämiger Typ, stand öfter auf der Matte, weil irgendwas war. Wasser, Heizung, Dach, immer hatte er exklusiv irgendwelche Probleme, die sonst keiner hatte.
Stand einmal Sonntags um 6:45 Uhr (!) auf der Matte, weil ihm kalt sei. Tatsächlich war Nachts die Heizung ausgefallen, was niemand gemerkt hat, außer Klaus, der 24°C Wohlfühltemperatur in allen Räumen seiner Bude eingestellt hat.
Mein Vater, Engelsgeduld, hat ihn sehr freundlich hinauskomplementiert und gesagt, er kümmere sich darum, sobald er ausgeschlafen habe.

Meine Eltern etwas später im Urlaub, Heizung immer noch ( oder erneut? ) defekt, klingelt der Klaus mich um ähnliche Zeit aus dem Bett und fordert barsch, dass nun "unverzüglich etwas unternommen werde, er friere schon wieder".
Ich bin nicht mit dem Gleichmut meines Vaters gesegnet und habe in selbem Ton geantwortet, dass es eine Frechheit sei um diese Uhrzeit, ich nicht die Urlaubsvertretung sei und er sich gefälligst dicker anziehen soll.

Holla, da kam Leben in den Klaus. Der Rücken wurde gerade, eine Ader am Kopf schwoll an, eine Lebenselixier ward ihm angediehen. Was ich Bengel mir erlauben würde, keinen Respekt, blabla, ein mehrminütiger Sermon, der von der Lautstärke her reichte, die anderen Nachbarn aus dem Bett an die Fenster zu locken.

Da habe ich dann auf freundlich umgeschaltet, gelächelt, habe eine nette Erwiderung mit "Du, Klaus..." begonnen ( er hatte mir mit "du Bengel" doch das "Du" angeboten? ), konnte aber nicht enden, da der nächste wütende Schwall von Gardinenpredigt über Respekt und Siezen und blabla begann. Das Publikum war gebannt, Klaus Stimme war kraftvoll, ich schwankte zwischen genervt und amüsiert.

Naja, Ende vom Lied, nachdem er etwas knapp bei Luft wurde, hakte ich ein und sagte, dass ich nun die Türe schließen werde und er gehen kann. Das tat ich, Klaus zog ab.

Danach hatte er offenbar beschlossen, mich zu ignorieren und grüßte mich fortan nicht mehr, wenn wir uns begegneten, obwohl der respektvolle Umgang von Nachbarn doch solches eigentlich gebietet? Naja, ich jedenfalls wollte nicht der respektlose Bengel sein, als der er mich hingestellt hatte und grüßte jedesmal überlaut vernehmlich: "Guten Tag Klaus" und wenn er ohne Reaktion weiterzog: " Das ist aber respektlos, nicht zu grüßen."

Die Nachbarn bekamen das mit, einmal wurde ich angesprochen darauf, von der Nachbarin direkt neben Klaus, die auch bei ihm öfter ein- und ausging. Ich sagte, dass man da wohl Verständnis für haben müsse, die 80-jährigen hätten ja teils schwere Biografien und so. Ich hoffe, sie hat ihm mein Verständnis überbracht. Klaus war dazumal 63.

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Ja, ich kann ein Arsch sein, wenn Leute mich auf eine ganz bestimmte Weise abfucken. Und nein, man muss nicht mit jedem Verständnis haben. Für Klaus hatte ich keins.

Das Problem war mit meinem Auszug bei meinen Eltern dann erledigt. Klaus hat sich nie mehr getraut, bei meinen Eltern morgens zu nerven. Bei manchem Klotz hilft der grobe Keil also doch.
 
Grins. .. Dein Gegenüber war wohl mal "Blockwart". Du hast eine mündliche Vereinbarung mit dem Entsorger. Der Bürgersteig ist öffentlicher Raum. Lass den doch "trommeln".
 
Ouha! Das sind ja mal Storys.

Ich bin da langweilig. Ich hatte noch nie streit mit Nachbarn. Bin in meinem Leben bestimmt schon 15 mal umgezogen. Ich find die immer alle nett oder erträglich. Hab immer guten Kontakt zu denen.

Bin wohl leicht umgänglich...
 
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