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ᐅ Energie"Konzept" für alten Bauernhof


Erstellt am: 26.12.19 20:25

Warongo26.12.19 20:25
Guten Abend allerseits,

für einen alten Bauernhof bin ich mit meiner Frau auf der Suche nach einem Konzept für die zukünftige Energieversorgung.
Ich hoffe, diese Kategorie ist die richtige, ansonsten bitte verschieben.

Allgemein: Der Hof ist in Alleinlage, die nächsten Häuser sind ca. 500 Meter entfernt. Der Hof hat zukünftig ca. 300 qm Wohnfläche (mehr wäre auch möglich) und ist an das öffentliche Stromnetz und die Kanalisation angeschlossen. Wärme u. Heißwasser wird derzeit über einen Gasdurchlauferhitzer erzeugt (Gas kommt aus einem Flüssiggastank). Diesen Hof werden wir weitgehend renovieren. Die Wände sind aus Fachwerk (Stroh + Lehm) und werden neu gemacht. Im Rahmen dieses Renovierens/Umbauens werden alle Leitungen (Strom und Sanitär) getauscht. Jetzt sind wir am überlegen wie wir das zukünftige Energiekonzept des Hauses planen können.

Ein paar Fakten zu den Gegebenheiten.
  • Neben dem Bauernhof ist eine Scheune mit Südsüdostausrichtung (ca. 25-30 m entfernt). Auf diesem Dach haben wir eine verfügbare Fläche von ca. 80 qm2. Das Dach wurde vor 10 Jahren neu gemacht.
  • Das Dach des Bauernhauses ist ca. 25 Jahre alt. Es ist derzeit nicht geplant dieses Dach neu zu machen. Hier ist die Frage, inwieweit dann einen Photovoltaikanlage oder eine Solarthermie-Anlage Sinn macht, wenn das Dach in ca. 20 Jahren neu gemacht werden muss. Hier sind ca. 60-70 qm Platz. Die Ausrichtung ist nach Südwesten.
  • Rund um das Bauernhaus ist viel Platz. Für alle Energieformen, für die viel Platz benötigt wird ist genügend Raum – nur ein Windrad wird nicht klappen J.
  • An eine Seite des Bauernhofes schließt ein Wald an. Dieser Wald gehört zum Bauernhof dazu und könnte „kostenlos“ Holz liefern.
Für den Umbau sind wir nun am Überlegen, wie wir zukünftig Heizen und Warmwasser erzeugen wollen. Zusätzlich überlegen wir mittels Photovoltaikanlage Strom zum Eigenverbrauch/Einspeisung zu erzeugen.

Überlegt hatten wir u.a.:
  • Bau eines groß genug dimensionierten Kachelofens um große Bereiche des Hauses zu heizen.
  • Solarthermie für Warmwassererzeugung (macht nur Sinn auf dem Haupthaus – oder kann Warmwasser unterirdisch zum Haupthaus gelegt werden?)
  • Photovoltaikanlage für Strom (evtl. mit Speicher?) – diese könnte zwecks Einspeisung auch massiv überdimensioniert werden.
Grundsätzlich sind wir für alle Ideen offen – neigen aber zu erneuerbaren Energien (sofern es einigermaßen wirtschaftlich sinnvoll ist).

Was macht aus Sicht der Experten hier am meisten Sinn?
Warongo26.12.19 21:44
Ach ja, noch eine Ergänzung hinsichtlich heizen.

Ich bin Frischluftfanatiker ... Heizungen bei denen man nicht die Fenster öffnen darf sind für mich ein Graus.
nordanney26.12.19 22:11
Zuerst müssten wir mal wissen, welchen Energiestandard Du zu erreichen versuchst.

Unabhängig davon ist meine Meinung, dass Solarthermie Unsinn ist.
Um mit einem Kachelofen große Teile des Hauses zu heizen, müsstest Du Dir wahrscheinlich - um diesen effektiv zu nutzen - einen Haussklaven anschaffen, der im Sommer einige Festmeter Holz hackt und stapelt und dieses dann im Winter rund um die Uhr auflegt
rick201826.12.19 22:16
Solarthermie rechnet sich nicht.
Auch Speicher für Photovoltaik (noch) nicht. Würde es aber vorsehen um es später nachrüsten zu können.
Bei der theoretisch verfügbaren Größe der Photovoltaikanlage würde eine Wärmepumpe Sinn machen. Da sollte auch an den schlechten Tagen ein Großteil des Stroms verfügbar sein. Plant ihr mit Fußbodenheizung? Wärmepumpe ist für Niedertemperatur...
dab_dab26.12.19 22:39
eigener Wald, große beheizte Fläche - bei vorhandem Platz (evtl. Nebengebäude) könnte bei euch eine externe Scheitzholz- oder Hackschnitzelanlage evtl. mal angedacht/ausgelegt werden.

Photovoltaik wäre dann ein reines Investment mit Amortisation über Einspeisung unabhängig von der Heizung.
Warongo26.12.19 22:51
  • Fußbodenheizung wären wir nicht abgeneigt - ist aber kein 100% Muss.
  • Ein bestimmter Energiestandard wird nicht angestrebt. Kriterien für irgendwelche Förderkredite müssen nicht erreicht werden. Angestrebt wird ein wirtschaftlich sinnvoller Dämmungsgrad (Nutzen/Ertrag).
  • Holz fällt halt sowieso an, da kaputte Bäume aus dem Wald geholt werden müssen (Sicherung der Spaziergänger). 10 Raummeter Holz wären aber z.B. immer möglich. Viel mehr Holz zu spalten, wäre aber def. nicht meine liebste Freizeitbeschäftigung. Denkbar wäre es, dass man das Holz vom Dienstleister in Hackschnitzel verarbeiten lässt. Alternativ kann der Kachelofen auch nur einen Teil einer Etage (Wohn-/Esszimmer) beheizen soll. Ich kenne es halt bei meinem Elternhaus, dass der dortige Kachelofen das komplette Erdgeschoss sehr warm macht. Der zusätzliche konstante Arbeitsaufwand ist aber definitiv ein Negativpunkt für diese Heizungsart.
  • Scheitzholz- oder Hackschnitzelanlage werde ich direkt einmal recherchieren - Platz in Nebengebäuden ist genügend vorhanden ... direkt am Haus wäre noch ein ehemaliger Stall (dessen Dach ist aber nicht für eine Photovoltaik geeignet).
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