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ᐅ Grundrissplanung für Einfamilienhaus inkl. Keller und Doppelgarage


Erstellt am: 16.03.26 19:52

R
RomeoZwo
17.03.26 20:00
Minerva121 schrieb:
nimmt Stellfläche für das Sofa – das müssten wir ja direkt vor die Glasfront stellen

Ich werde nie verstehen warum Architekten so gerne Sofas vor eine Glasfront stellen um dann ins dunkle Loch des Raumes zu gucken. Fenster sind doch zum RAUS schauen da, oder? Es gibt doch immer Lösungen das Sofa(*) so zu platzieren, dass man raus und auf einen Fernseher glotzen kann. Hier z.B. indem man die Südwand tlw. massiv macht - am besten da dann auch den Knick ansetzt und durch das Westfenster und Südfenster vom Sofa auch mal in den Garten schauen kann. 
1
11ant
17.03.26 20:21
Minerva121 schrieb:
Ich verstehe nicht ganz, wieso ein Keller nur in Hanglage Sinn machen sollte - aber vielleicht habe ich den Kommentar auch falsch interpretiert. Zur Erklärung: Das ist der Entwurf des Architekten, den er auf Basis unserer Ideen ("mitgebrachter Entwurf") erstellt hat. Damals haben wir noch massiv geplant, sind aber mittlerweile davon abgekommen aufgrund verschiedener Gründe (kürzere Bauzeit, gefühlt bessere Kostenkontrolle wegen Festpreisen, leichteres Erreichen von Energieeffizienz, weniger Koordinationsaufwand mit den Gewerken).

Ohne Hanglage gibt es auch keinen hanglagebedingten Sowieso-Kelleraufwand, den klassisch mit einem Keller zu lösen diesen schon teilweise mitbezahlt. Der Keller im Wandel der Zeit ist mit denen als die Kanzler noch Helmut hießen nicht mehr zu vergleichen: damals baute man noch Hochparterres auf Sockeln, heute baut man "bodentiefe" Erdgeschosse. Den Begriff des Weckglases müssen die Jüngeren heutzutage schon nachschlagen. Wäschetrocknung wird auch oft nicht mehr der Leine überlassen. Und für Parties geht heute auch niemand mehr in den Keller. Bei einem Flachgrundstück gilt also "außer Spesen nichts gewesen", wenn man nur für den Hausanschlussraum und ein Zwischenlager für aufgeschobenen Sperrmüll eine Grube unter dem Erdgeschoss ausschachtet.

Ein guter Architekt plant bauweisenneutral, da sich erst in der Weichenstellung während der Teigruhe zeigt, ob es überhaupt einen Grund pro Holz oder pro Stein gibt (die Begriffe "fertig" oder "massiv" sind so unsinnig wie das Wort Zitronenfalter als Berufsbezeichnung zu vermuten). Ob sich der Standard EH40 lohnt, ist häufig mit einem dicken Fragezeichen zu versehen - und beinahe nur dann hat das Holzrahmentafelhaus die Nase weiter vorn. Die Vorfertigung von Wandtafeln spart nur scheinbar Zeit, effektiv sind voll baustellengefertigte Gebäude gleichauf.

Minerva121 schrieb:
Da würde ich gerne bei dir nachhaken: Würdest du denn sagen, Massivhaus hat deutliche Vorteile ggü. Fertighaus? Individualisierungsgrad, höhere Wertigkeit / Robustheit wird mittlerweile auch (manchen) Fertighaus-Anbietern zugeschrieben - ebenso der stabile Wandaufbau / "Diffusionsoffenheit".

Made to Measure zu "zentimetergenau" übertreiben, ist grundsätzlich kein Wert an sich. Ein günstiger Raster-Großschritt liegt im Holzbau bei 80 und im Steinbau bei 75 cm. In der Vorentwurfsplanung operiert man am besten mit ganzen und halben Doppeldezimetern, und rundet / glättet dann nach der Bauweisenentscheidung (die nicht durch Vorfestlegung, sondern im Rahmen der Weichenstellung erfolgen sollte) in Kleinschritten, die beim Steinbau mit einem Achtelmeter feiner auflösen als beim Holzrahmentafelbau mit einem Viertel oder Drittel von zwanzig Achtelmetern. Die Stabilitäten sind voll ebenbürtig. Eine Vorfestlegung ist also sowohl pro als auch contra ein Muster ohne Wert.

Minerva121 schrieb:
Siehst du denn - abgesehen von der Festlegung auf Fertighaus - planerische bzw. andere Unstimmigkeiten oder wurde das bereits von den Kollegen zuvor adressiert?

Die größte planerische Unstimmigkeit - die mich auch davon abhält, den Konkretentwurf überhaupt zu kritisieren, Besteht in unserer Unkenntnis über seine Genese. Diesen Thread hast Du als absoluter Newbie begonnen, von der Planungsgeschichte 2022 kennen wir also nichts. Sicher kann man hauptsächlich sagen, daß in der Zwischenzeit einige Teuerung ins Land gegangen ist - welche Sparansätze wurden denn dafür verfolgt, mit der geschrumpften Kaufkraft des Budgets (entsprechend kleiner und/oder einfacher) zu bauen, oder wurde inzwischen geerbt bzw. Lottoglück oder karrierebedingte Gehaltssteigerung erschlossen ?

Ein Wolkenkuckuckseigenheim zu diskutieren macht nämlich weder Sinn für Euch noch Spaß für die Community.

Minerva121 schrieb:
Zur Erklärung: Das ist der Entwurf des Architekten, den er auf Basis unserer Ideen ("mitgebrachter Entwurf") erstellt hat.

Der Entwurf stammt hoffentlich nicht von "damals", der Architekt ist hoffentlich einer für "beide Halbzeiten", und das Mitbringen eines Entwurfes überhaupt der goldene Einstieg in ein falsches Fahrwasser.

Folgt meinem "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" mit den ersten beiden Schritten "Modul A" und "Teigruhe mit Weichenstellung" - natürlich nur, wenn Ihr nicht Geld zu viel habt und auch loswerden wollt. Ein wichtiger Grundsatz lautet: "erst Planen, dann Zeichnen" ! (das bedeutet, vor jedwedem Zeichnen erst einmal die fachgerechte Konzeptfindung abzuschließen, die wiederum auf einem qualifizierten Raumprogramm fußt). Der Architekt sollte ein freier sein, und wie gesagt beide Halbzeiten beherrschen (andernfalls wird er Euch unrealistische Kostenschätzungen einbrocken).
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Y
ypg
18.03.26 00:38
RomeoZwo schrieb:
Ich werde nie verstehen warum Architekten so gerne Sofas vor eine Glasfront stellen um dann ins dunkle Loch des Raumes zu gucken.

Naja. Wenn genug Platz da ist und hinter dem Sofa/Fenster ein toller Garten ist, dann sieht’s halt einfach cool aus - nämlich als wenn das Sofa in dem Garten steht. Allerdings muss auch der Raum das hergeben, dass man diesen Blick auch hat. So eine piefige 12qm Nische, wo das Kippan-Sofa ans Fenster gequetscht wird, reicht da bei weitem nicht aus.

RomeoZwo schrieb:
Fenster sind doch zum RAUS schauen da, oder?

Ja, aber nicht unbedingt vom Sofa im Innenbereich aus.

RomeoZwo schrieb:
Es gibt doch immer Lösungen das Sofa so zu platzieren, dass man raus und auf einen Fernseher glotzen kann.

Ja, kann man. Haben wir auch so. Und manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich nach draußen schaue.
Allerdings gibt es im Leben im Haus viele andere Gelegenheiten, in den Garten bzw rauszuschauen. Das muss man nicht gerade dann machen, wenn man sich abends um Neune aufs Sofa fletzt und etwas vorm TV anspannen möchte. Im Winter ist es nach Feierabend eh dunkel, im Sommer sitzt man draußen. Also.warum.nicht?
M
motorradsilke
18.03.26 06:36
ypg schrieb:
Allerdings gibt es im Leben im Haus viele andere Gelegenheiten, in den Garten bzw rauszuschauen. Das muss man nicht gerade dann machen, wenn man sich abends um Neune aufs Sofa fletzt und etwas vorm TV anspannen möchte. Im Winter ist es nach Feierabend eh dunkel, im Sommer sitzt man draußen. Also.warum.nicht?

Weil manche Menschen nicht nur abends um 9 auf dem Sofa sitzen, sondern auch mal tagsüber. Weil es zwischen Sommer und Winter noch Zeiten gibt, wo es nach Feierabend hell, aber zu kalt zum draußen sitzen ist, jetzt z.B. 
Wir haben auch das Sofa so, dass wir darauf sitzend raus gucken können. Und ich würde es nie anders planen. Mir wäre der praktische Nutzen aber auch immer wichtiger als wenn etwas cool aussieht. 
Y
ypg
18.03.26 10:47
motorradsilke schrieb:
Weil manche Menschen nicht nur abends um 9 auf dem Sofa sitzen,

Da hast Du recht. Du hast mittlerweile auch einen anderen Tagesrhythmus als der/die TE.

Es gibt halt immer ein mehr als ein Schwarz-Weiß.
Es war auch nur die Antwort an @RomeoZwei

motorradsilke schrieb:
Mir wäre der praktische Nutzen aber auch immer wichtiger als wenn etwas cool aussieht.

Was dem einen die Ruhe auf dem Sofa mit Blick in den Garten ist dem anderen der Blick in den Raum mit dem Sofa vor der Garten.
Merkst was? Der „praktische Nutzen“ aber ist bei beiden nicht da. 

Wenn etwas für einen mega aussieht, dann kann man sich daran ständig und lange Zeit daran ergötzen.

Hier handelt es sich nunmal nicht um ein piefiges Standardhaus. Hier gibt es ja eine lange Fensterfront zu möblieren. Ein Sofa macht sich da halt mega. Für Silke oder andere Genießer kommen da ein, zwei drehbare Sessel hin. Ist halt praktischer als einen TV vor die Fensterfront zu setzen. Praktisch. Praktisch ist dieses Haus eh nicht. Die lange Fensterfront auch nicht. Praktisch ist aber nicht nicht allgemeingültig. Genauso wenig, wie eingezeichnete Möblierung in einem Entwurf.
D
derdietmar
18.03.26 11:16
Hallo,

grundsätzlich ist der Grundriss ganz gut, ich sehe einige kleinere Verbesserungenpotentiale und nötige Änderungen:

Keller

  • Streichen, ist zu teuer

Garage

  • Vergrößern auf maximale Grenzlänge (9 m) zur Unterbringung der Haustechnik
  • Vorsprung des Vordachs ist sinnlos

Erdgeschoss

  • Die Fensterfront ist konstruktiv so nicht machbar, da fehlt eine Abstützung - ich würde wohl das senkrechte Fensterstück (westlich des "W" im Plan) gegen eine Wand tauschen, ggf. muss auch noch das Fenster westlich des Sofas etwas verkleinert werden
  • Falls nötig kann zur Kostenersparnis das Fenster südlich des Sofas verkleinert werden, die Glasecke entfällt - hier könnte ich mir auch ein Fenster mit 40 cm Brüstungshöhe gut vorstellen, außen kann eine Bank unter dem Fenster stehen
  • Südliches Fenster der Küche vergrößern, so dass nur noch die Tiefe der Küchenzeile als Wandvorsprung verbleibt, dafür das östliche Fenster weg (da steht nun der Technikraum)
  • Kücheninsel drehen und voll bestücken (Spüle, Kochfeld mit Abzug)

Obergeschoss

  • Kinderbad an Stelle der aktuellen Ankleide, Elternbad verkleinern
  • Ankleide ganz nach Westen mit Zugang von Süden her, Schlafzimmer zwischen Ankleide und Kinderbad
  • Abstellraum/Hauswirtschaft am westlichen Flurende

Damit sollte es budgetseitig hinhauen.

Viele Grüße
sofagartenfensterkellerarchitektsteinbau