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ᐅ Grundriss Einfamilienhaus, 2 Vollgeschosse ca. 180qm, 600qm Grundstück


Erstellt am: 06.10.21 00:29

11ant08.10.21 21:05
Masterle25 schrieb:

Das hier vorliegende ist das Ergebnis unserer Vorplanung und den Ratschlägen Verbesserungen des Bauzeichners/Vertrieblers des GU. Mittlerweile arbeiten wir mit einer Architektin des GU zusammen, die auch unseren Bauantrag bearbeitet.
Die Pfuschertaschen sind nicht genehmigungsschädlich, die Architektin wird sie nicht mehr ausmerzen. Auffallen sollten sie ihr, aber sie wegzulektorieren ist nicht ihr Job, genug zu tun haben wird sie auch ohnedem, also werden sie vermutlich bis in die Werkpläne überleben.
Masterle25 schrieb:

Kannst du mir mal die Konsequenzen der "Pfuschertaschen" erläutern? Noch steht ja nichts,
Die Bemaßung ist nicht ausführlich genug, daß ich die Pfuschertaschen schon genau einkreisen könnte; aktuell kann ich sie noch nicht einmal zählen. Es kann also durchaus sein, daß sich ihre Zahl in Grenzen hält. Beispielsweise an der Wand hinter dem Herd: 36,5 + 390 + 17,5 + x ergeben 444 + x cm. Wenn der Türanschlag "x" = 6 cm sind, geht es auf ganze Steine auf. "Noch steht ja nichts" nützt leider nichts, da die Pfuschertaschen ein Planer- und kein Maurerpfusch sind. Dem Maurer bleibt garnichts anderes übrig, als bei der Ausführung zu improvisieren: Pest oder Cholera, eines von beidem muß er dann wählen. Aber mache Dir darum keinen Kopf, das Haus wird davon nicht dramatisch schadhaft, im Ergebnis wirst Du davon nichts sehen. Als Maurer würde ich hier allerdings über meine Kollegen Sesselpupser fluchen.

Dennoch beantworte ich gerne Deine Frage nach den Konsequenzen, damit Du Dir etwas darunter vorstellen kannst: wenn ein Maurer eine Wand erstellt, dann arbeitet er jeweils von zwei Fixpunkten aufeinander zu. Also z.B. von einer Hausecke auf eine Laibung (im obigen Beispiel: die der Haustür). Also zuerst erster Stein, zweiter Stein, dritter Stein, letzter Stein, vorletzter Stein, vorvorletzter Stein, immer rationell mit ganzen Steinen raboti raboti. In der Mitte der Strecke wird es dann knifflig, wenn die Lücke keine ganze Steinlänge hat. 51 cm sind kein Problem, das kann er moderieren, dafür hat die Stoßfuge genug Spiel im Verzahnungsprofil. 52 cm sind auch keines, dann moderiert er zweimal. 49 cm sind ganz doof, dann muß er flexen. 48 cm sind noch doofer, zum Flexen zu viel und zum Sägen zu wenig. Also sägt er ein bißchen mehr und füllt die Lücke dann mit Mörtel. Du kannst Dir sicher vorstellen, daß er nun nicht für diese eine Fuge extra Dämmörtel anmischt, da wird der Fugenmörtel reingeschmiert. Das führt nicht gleich zu einem Riss oder Schimmelherd, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Ich will hier jetzt nicht alle Kombinationen durchdeklinieren, aber es gibt auch "unglückliche Wandmaße" in Größenordnungen, die mit Reststücken "geflickt" werden, und dabei entstehen regelmäßig Verletzungen der fachgerechten Überbindemaße (so heißt die Differenz, wie weit zwei Stoßfugen benachbarter Lagen eben gerade nicht übereinanderstehen, um einen stabilen Mauerverband zu erhalten). Fazit: kleiner Pfusch, kein Weltuntergang, aber bei von mir beratend begleiteten Bauten wird derlei dennoch vermieden.
Masterle2509.10.21 17:24
11ant schrieb:

Aber mache Dir darum keinen Kopf, das Haus wird davon nicht dramatisch schadhaft, im Ergebnis wirst Du davon nichts sehen. Als Maurer würde ich hier allerdings über meine Kollegen Sesselpupser fluchen.
Fazit: kleiner Pfusch, kein Weltuntergang, aber bei von mir beratend begleiteten Bauten wird derlei dennoch vermieden.
Danke für die wirklich ausführliche Belehrung und auch für die Zeit die du für so einen lehrhaften Post investierst. Ich hab das Gefühl, dass man eigentlich zweimal bauen müsste, um dann im zweiten Durchgang halbwegs fehlerfrei zu bleiben. Immerhin weiß ich nun, dass es die richtige Entscheidung war, dass wir schlüsselfertig bauen und ich das Handwerk denen überlasse, die etwas davon verstehen. Hätte ich gewusst, dass man dich für ne Bauberatung buchen kann, hätte ich mich sicherlich früher gemeldet! 😉 Falls du sonst noch kritische Gedanken bezgl. anderer Dinge hast, dann gerne her damit! 🙂
11ant09.10.21 17:51
Masterle25 schrieb:

Danke für die wirklich ausführliche Belehrung und auch für die Zeit die du für so einen lehrhaften Post investierst. Ich hab das Gefühl, dass man eigentlich zweimal bauen müsste, um dann im zweiten Durchgang halbwegs fehlerfrei zu bleiben.
Nichts zu danken, ich höre mich gerne schreiben ;-)
Man soll sprichwortgemäß nicht zweimal, sondern dreimal bauen (für einen Feind, einen Freund und erst dann für sich selbst). Die Mehrheit der hier vertretenen Bauherrn (bis 40) werden zweimal bauen, nämlich einmal an der Schwelle zur Vollfamilie und das zweite Mal, wenn sie wieder zum Paar geworden sind und das Rightsizen ihres Hauses damit verbinden wollen, viel Wohnerfahrung in eine Planung einfließen zu lassen.
Masterle25 schrieb:

Hätte ich gewusst, dass man dich für ne Bauberatung buchen kann, hätte ich mich sicherlich früher gemeldet! 😉 Falls du sonst noch kritische Gedanken bezgl. anderer Dinge hast, dann gerne her damit!
Du kannst Dich gerne immer noch melden, siehe "Informationen" in meinem Profil. Gerne auch mit Kleinkram, wie z.B. wenn Du genauere Pläne hast, die Pfuschertaschen-Verdachtsstellen für Deinen Sachverständigen "anzukreuzen".
miriam8514.10.21 09:37
Frage an die Grundriss-Experten: Würde es sich nicht anbieten die Tür vom Flur zum Wohnzimmer zu entfernen? Ich sehe hier den Vorteil, dass das Wohnzimmer besser möblierbar ist, da die TV-Bank nicht so sehr am Rand gequetscht ist und außerdem sollte es doch gemütlicher wirken, wenn das Wohnzimmer kein Durchgangszimmer ist? Oder ist dann der Laufweg Sofa -> WC zu lang?
haydee14.10.21 10:00
Bezogen auf den Grundriss in 42 würde ich die Türe lassen.
Ihr habt eine Schiebetüre zwischen Küche und Essen. Soll die jedes Mal geöffnet werden, weil was aus dem Kinderzimmer geholt werden muß, jemand auf Toilette geht, es an der Tür klingelt usw.
ypg14.10.21 11:42
Schön, dass Du nachfragen magst 🙂
miriam85 schrieb:

Frage an die Grundriss-Experten: Würde es sich nicht anbieten die Tür vom Flur zum Wohnzimmer zu entfernen? Ich sehe hier den Vorteil, dass das Wohnzimmer besser möblierbar ist,
miriam85 schrieb:

wenn das Wohnzimmer kein Durchgangszimmer ist?
Das ist in meiner Sicht nach persönlichem Nutzen und Gewohnheit geknüpft. Für einen Hauptdurchgang sehe ich die Küchentür nicht präsent genug, WZ-Tür kann man auch geschlossen halten und hier soll die Küche wohl auch nicht als Durchgang dienen.
miriam85 schrieb:

Oder ist dann der Laufweg Sofa -> WC zu lang?
Sofa / WC Weg sehe ich grundsätzlich nicht als Punkt, den man nachgehen müsste - es handelt sich ja um ein griffiges Einfamilienhaus, da wird man einige Schritte durch seine Räume gehen können. Weg Bett / Toi wäre vom Grundsatz, also im Allgemeinen, eher ein Aspekt.
maurertürwohnzimmerdurchganggrundrisssofaküche