Dachsanierung: Solarthermie ersetzen oder behalten bei PV & Ölheizung?

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S

silverdok

Hallo Zusammen,

ich muss altersbedingt mein Dach neu eindecken lassen. Das führt mich zwangsweise zu einer Photovoltaikanlage. Da das Gerüst dann schon steht macht es ja auch Sinn dies zu tun.

Mein Ist-Zustand sind zwei Solarthermie-Module in Verbindung mit einer Ölbrenntwertheizung ( Viessmann Vitosolic 100, Vitocell 100-B/W 400Liter und Vitoladens 300W). Wenn man von großen Schwierigkeiten in den ersten 3 Jahren nach Neuinstallation im Jahr 2009 absieht, hat diese Kombination ganz gut funktioniert.

Ursprünglich wollte ich die Südseite mit 10 Photovoltaik Modulen belegen und auf Volleinspeisung gehen, die beiden ST Module beibehalten. Jetzt hat die Solarthermie seit einigen Tagen keinen Durchfluss mehr, Pumpe ist wohl in Ordnung. Jetzt frage ich mich, was tun?

Die Solarthermie im Frühjahr im Zuge der Dachsanierung rückbauen und zusätzlich 4 Photovoltaik Module installieren? Oder die ST spülen lassen bzw. das MAG prüfen lassen? Aber wie lange kann die ST noch funktionieren? Wäre halt richtig schlecht, wenn man nach Fertigstellung des Daches inkl. Photovoltaik die ST Module dann kurze Zeit später entfernen muss.

Angenommen ich baue die ST zurück. Lasse ich dann einfach die Ölheizung das ganze Jahr für Brauchwasser laufen und kaufe vom gesparten Geld ein wenig mehr Öl? Und wie sieht das im Detail aus, baue ich dann die ganze Verrohrung zurück? Auf die Anschlüsse am Vitocell kommen dann Messingverschlüsse?

Oder investiere ich in einen 10kwh Speicher und einen Heizstab für die Vitocell bis ich irgendwann auf eine Wärmepumpe umstellen muss? Aber da frage ich mich wie die Steuerung im Detail aussehen kann? Akku wird tagsüber geladen und daraus wird dann morgens um 5 Uhr Warmwasser erzeugt. Die Ölheizung startet um 6 Uhr und merkt der Speicher ist noch warm? Oder gibt es dan eine Logik im Speicher bzw. Wechselrichter welche dann zum Beispiel mit den Heizstab ansteuert? Also das ist mir nicht ganz klar. Wie würde man das ganze im Idealfall realisieren?

Es sind jetzt doch sehr viele Fragen geworden. Vielleicht hat jemand Erfahrungen die er mit mir teilen kann.

Vorab vielen Dank und herzliche Grüße
 
S

silverdok

Hallo Zusammen, allen ein gutes Neues Jahr.

Folgende Überlegungen habe ich angestellt: Die Dacheindeckung erfolgt mit Erlus 58S Brazilbraun oder Wienerberger Alegra 15 Altrot.

Ich bin auch zu dem Entschluss gekommen die ST zurück zubauen, ich möchte das Dach so schnell nicht wieder anfassen müssen. Ich komme dann auf 14 Paneele in 1762x1134 (Aiko 475 Watt AIKO-A475-MCE54Db) was 6.6KWp entspricht. Die Rohre der ST baue ich zurück, für Photovoltaik stehen mir noch andere Leerrohre in den Keller zur Verfügung. In diesem Zuge wollte ich auch die alte Leitung des Strom-Dachständers in den Keller rückbauen. Das Haus ist jetzt Erdverkabelt. Oder könnte man diese dicke Leitung noch für etwas verwenden?

Wechselrichter habe ich folgende drei in meiner Auswahl:

1. SMA STP6.0-3SE-401
2. Growatt MOD 6000TL3-XH BP
3. Sungrow Hybrid SH8.0RT / Sungrow Hybrid SH6.0RT

Alle gleich mit HEMS und möglicher Batterie Option.

Gibt es Meinungen dazu?

Danke & Grüße
 
N

Nauer

Hi,

spannender Gedankengang, und ja, das mit dem Dach nur einmal anfassen wollen kann ich nachvollziehen, das sagt man sich spätestens nach dem zweiten Gerüst. ST raus ist aus technischer Sicht kein Drama, die Dinger laufen zwar gern 20Jahre, aber nur wenn Pumpe, MAG und Wärmetauscher nicht langsam dichtmachen, was bei Baujahr 2009 eben statistisch nicht mehr exotisch ist. Bei 6.6kWp Photovoltaik bist du schon in einem Bereich, wo Eigenverbrauch Sinn macht, Volleinspeisung wirkt da fast etwas nostalgisch. Die Vitocell nur über Öl fürs WW zu fahren ist energetisch nicht hübsch, aber realistisch gerechnet reden wir über ein paar hundert Liter/Jahr, das relativiert sich schnell.

Heizstab plus Speicher klingt logisch, aber 10kWh sind schneller leer als man denkt, besonders wenn morgens um 5Uhr Warmwasser kommt und der Akku im Winter eher Deko ist. Die Logik übernehmen WR und HEMS, Prioritäten, Freigaben, Sperrzeiten, das klappt, aber nur wenn man es sauber parametriert, sonst heizt dan doch wieder der Kessel. Bei den WR würde ich weniger auf Prospekte schauen als auf Service und Updatepolitik, SMA ist solide, Sungrow technisch stark, Growatt preislich attraktiv, aber willst du bisschen basteln oder einfach Ruhe haben? Und die alte Dachständerleitung, Kupfer ist Kupfer, Querschnitt prüfen lassen, als Reserve oder für Wallbox später nicht ganz doof. Frage an dich, planst du perspektivisch E-Auto oder Wärmepumpe, oder soll das Haus energetisch jetzt einfach erstmal fertig sein?
 
S

silverdok

Vielen Dank für Deine Ausführungen. Primär Ruhe haben. Einen Speicher und das Einspeisemodell mache ich von der Förderung abhängig, keine Förderung = Volleinspeisung. eAuto und Wärmepumpe kommen bestimmt, aber erst wenn der bestehende Diesel und die Ölbrennwertheizung nicht mehr funktionieren.

Die Leitung vom Spitzboden in den Keller könnte aber für eine Wallbox nicht verwendet werden, der WR ist im Keller geplant. Es muss also nur der String der Paneele in den Keller, Leerrohre sind ausreichend vorhanden. Bei der Dachständerleitung (2009 erneuert) dachte ich ehr an den Anschluss eines Klimagerätes oder ähnliches. Wobei eine neue Leitung mit passendem Querschnitt schnell eingezogen ist.
 
N

nordanney

Einen Speicher und das Einspeisemodell mache ich von der Förderung abhängig, keine Förderung = Volleinspeisung.
Das ist Unsinn. Primär vom Eigenverbrauch, dann von der Einspeisevergütung, dann von der Zukunftsplanung. Aber nur von Förderungen? Nee. Falsche Herangehensweise.
eAuto und Wärmepumpe kommen bestimmt, aber erst wenn der bestehende Diesel und die Ölbrennwertheizung nicht mehr funktionieren.
Wobei Du auch betrachten solltest, dass das eAuto mit eigener Wallbox günstiger bis sehr viel günstiger als ein Verbrenner sein kann. Wir steigen jetzt vom Verbrenner auf eAuto für den Zweitwagen um und sparen damit alleine beim Kraftstoff einen vierstelligen Betrag im Jahr. Geringere Steuern (nämlich gar keine) und günstigere Wartung noch gar nicht berücksichtigt. Muss man aber für sich selbst immer genau berechnen.
 
S

silverdok

1800 kWh pro Jahr Verbrauch, Einspeisevergütung 12.4 Cent/Kwh, 9000km Jahresfahrleistung mit lange bezahltem Auto.
 
Zuletzt aktualisiert 08.01.2026
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