ᐅ Schwieriger Grundriss Grundstück und Denkmal - §34
Erstellt am: 11.02.25 21:44
ypg24.02.25 18:18
11ant schrieb:
Da würde ich mal mit dem Bürgermeister sprechen und meinen Anwalt vorsorglich beim Denkmalamtsoberchef anrufenIch kann das auch nicht verstehen. Das in der heutigen Zeit. Außen ist es nachvollziehbar. So kleine historische Magnete kann jedes Dorf gebrauchen. Aber was innen jetzt für die Nachwelt erhalten werden soll???K a t j a24.02.25 19:40
Ich muss gestehen, ich hatte sowas befürchtet und kenne ähnliche Fälle. Konzentrier Dich auf das Haupthaus und schau, was da möglich ist. Bis das fertig ist, hat vielleicht die Amtsleitung beim Denkmalamt gewechselt und es findet sich jemand, mit dem man reden kann.
RomeoZwo24.02.25 20:26
11ant schrieb:
Manchmal fragt man sich, ob die sich im Elfenbeinturm Asbestjoints drehen.Du scheinst Denkmalämter wirklich schlecht zu kennen. Ich hatte da auch meinen Spaß - u.a. mit normalen (nix Muster oder Ornament) rotbraunen Fliesen, ca. 15x15cm. Die sind original, die müssen erhalten bleiben. Damit war die Fußbodenheizung in dem Raum futsch und es musste eine Deckenheizung eingebaut werden... doof nur, mit Physik und warmer Luft und so... (nein, nicht ärgern, das Haus ist fertig :-) )11ant24.02.25 23:45
buttyhome schrieb:
Wie gerne würde ich diesen Post als Antwort an die Denkmalbehörde schicken. Made my day! Möglicherweise würde danach konstruktives Arbeiten mit denen nicht mehr ganz so flüssig laufen.Deswegen sage ich ja, der Anwalt soll den Oberchef anrufen. "Verhältnismäßigkeit" ist ein durchaus mächtiges Zauberwort, denn an diesem Punkt hat der Eiskunstlauf des Amtsschimmels Grenzen. Das zum BeispielRomeoZwo schrieb:
Du scheinst Denkmalämter wirklich schlecht zu kennen. Ich hatte da auch meinen Spaß - u.a. mit normalen (nix Muster oder Ornament) rotbraunen Fliesen, ca. 15x15cm. Die sind original, die müssen erhalten bleiben. Damit war die Fußbodenheizung in dem Raum futsch und es musste eine Deckenheizung eingebaut werden... doof nur, mit Physik und warmer Luft und so... (nein, nicht ärgern, das Haus ist fertig)ist wohl hanebüchenster Quatsch - auch, weil es Deckenheizungen im Originalbaujahr nicht gab - aber in der Abwägung "originale Fliesen erhalten" vs. "technisch in die Moderne renovieren" ist die Verhältnismäßigkeit noch Ansichtssache. Hingegenypg schrieb:
Ich kann das auch nicht verstehen. Das in der heutigen Zeit. Außen ist es nachvollziehbar. So kleine historische Magnete kann jedes Dorf gebrauchen. Aber was innen jetzt für die Nachwelt erhalten werden soll???den Erhalt des Hausinneren für die Nachwelt wollen aber bloß weil man keinen Spender hat der den Ab- und Wiederaufbau im Freilichtmuseum finanziert dem Grundeigentümer zu sagen "ja dann spiele Du auf Deinem Grundstück mal Museum", das geht über noch tolerierbare Narretei hinaus. Ich wage zu bezweifeln, daß ausgerechnet die Vormopf-Version des Original Niederfinsdorfer Zwergenhüttenmustergrundrisses kulturgeschichtlich eine Zeitenwende illustriert, die dem wißbegierigen Marsianer bei seiner Landung auf Terra bereitgehalten werden muß. Wenn doch, soll das Kultusministerium Fondsmittel bei der UNO locker machen, um dieses Nebengebäude für diesen Zweck pachten zu können. Aber ohne solche kulturellen Nutzungen einfach nur verbieten, daß die Wand zwischen Nähzimmer und Schnupftabakkammer versetzt wird, ist Willkür und nahe an der Enteignung. Nicht alle, die spinnen, sind Römer.RomeoZwo25.02.25 09:00
11ant schrieb:
soll den Oberchef anrufenIch hatte sogar eine Telefonkonferenz mit dem Oberchef, sowohl Städt. Denkmalamt als auch Landesdenkmalbehörde. Da ging es aber um "originale Einfachfenster vs. energetische Sanierung". Die Erklärung war final folgende: "Es geht nicht um das Aussehen sondern um den Erhalt der Originalität". Auf Nachfrage, wenn die alten Fenster "weg" wären, ist es ihnen (fast) egal ob die neuen billige Kunststofffenster oder Holzfenster im Design von damals sind. Die Fliesen waren das i-Tüpfelchen, weil Heizberechnung und alle gesetzlichen Vorgaben dazu eine Heizung im Flur gefordert haben. Nur die Fliesen durften nicht angerührt werden.Würde ich nochmal ein Denkmal sanieren wollen, würde ich wohl vor der Begehung mit dem Denkmalamt einmal mit dem Vorschlaghammer durchs Haus. Oder den Entrümpler zu extra wenig Vorsicht ermahnen. Ich glaube, dass ist das Grundwissen, dass auf Denkmäler spezialisierte Bauträger haben und den Laien, die das zum ersten mal machen fehlt.
11ant25.02.25 12:34
RomeoZwo schrieb:
Würde ich nochmal ein Denkmal sanieren wollen, würde ich wohl vor der Begehung mit dem Denkmalamt einmal mit dem Vorschlaghammer durchs Haus. Oder den Entrümpler zu extra wenig Vorsicht ermahnen. Ich glaube, dass ist das Grundwissen, dass auf Denkmäler spezialisierte Bauträger haben und den Laien, die das zum ersten mal machen fehlt.Bei den Bauunternehmern sagt man da "Schwamm drüber", was so viel bedeutet, wie daß bzgl. der Urteiles wie erhaltungswürdig eine Bausubstanz ist, der Hausschwamm in der Hierarchie effektiv noch über dem Landeskonservator steht. Irgendwo kommt eben überall ein Punkt, wo selbst ein Präsident Donald der Allererste das Votum der Realität nicht mehr ignorieren könnte.Ähnliche Themen