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ᐅ Grundriss verbessern - wie?!


Erstellt am: 20.09.20 21:50

11ant22.09.20 13:36
145 qm sind absolut nicht XS - aber eine Quadratgestalt ist immer eine Hypothek für einen Grundriss, und die Kantenlänge 950 ist dabei m.E. klar die Schmerzgrenze, daß der Grundriss trotzdem funktionieren kann. Auch ist das Haus nicht absolut zu klein, sondern nur relativ für die Differenzierung des Grundrisses: ein Arbeitszimmer ist für die Aufteilung der Fläche hier schon eine Belastung, das Separieren von Bett und Schränken ebenso, und ein Kinderbad (was Ihr ja immerhin auch weggelassen habt) ginge gar nicht.

Daß Du keine Alternativen genannt bekommen hättest, stimmt nicht ganz: ich hatte zumindest die Modelle Edition 134 und Evolution 134 desselben Anbieters erwähnt. Und ich meine zu erinnern, auch den Hinweis, ein Modell mit nichtquadratischem Rechteck-Grundriss zur Grundlage zu nehmen, hätte ich schon gegeben. Dein Grundriss ist übrigens (doppelschwör !) typisch für eine „Stadtvilla“, sodaß ich echt bald vom Stuhl gefallen bin, daß Dein Hausanbieter darauf regulär eine „Landhaus“ Version aufbaut.

Heiztechnik ist klar kein Laienkram, das haben andere Normalbürger auch nicht oft als Hobby. Deswegen fand ich vor allem den Hiweis zu geben wichtig, daß wenn Du Dich da sowieso noch schlau machen mußt, die diversen Möglichkeiten in keine lineare Besser-Rangordnung zu bringen sind, sondern jeweils in Relation zur angestrebten energetischen Fettstufe des Hauses eine andere Technik optimal ist - und ebenso den Hinweis, daß der Hausanbieter davon zwar mehr versteht als die Kunden, sein Mehrwissen aber mit den Kunden nicht teilt, ohne sich dabei auch von eigenen Interessen leiten zu lassen. Welches Kalkül dahinter stecken mag, Dich mit der Behauptung von 30 TEUR Mehrkosten von der „Stadtvilla“ wegzuberaten, vermag ich noch nicht zu spekulieren. Prinzipiell ist das jedenfalls geschwindelt, denn: was die „Stadtvilla“ so günstig anbietbar macht, ist nicht zuletzt ihr billiger Deckel. Durch die Konzeption als Kniestockhaus statt „Stadtvilla“ wird ein erheblich teurerer Dachstuhl erforderlich. Der Unterschied ist im wesentlichen konstruktiv bedingt. Die verständliche Laienlogik Kniestock 180 teurer als 160, 200 nochmals teurer als 180, Geradwand (= so gesehen ja quasi Kniestock 250) müßte also noch oberteurerer sein, ist ein Denkfehler (den die Anbieter aber immer wieder gerne ausnutzen, um den Kunden mit Aufpreisängsten zu dem Haus hinzusteuern, das sie ihm verkaufen möchten). Auch an kannst Du Dich hier kaum orientieren, „massiv“ ist die Kalkulation nochmals anders geartet. Auch die regionalen „Massiv“-GU bieten im Economy-Segment bevorzugt „Stadtvillen“ an. Real kann die „Stadtvilla“ also nicht teurer sein - sogar im Gegenteil ! - sondern lediglich der Anbieter kann sie in seiner Kalkulation teurer machen. Das sollte dann allerdings nur Dich dazu bewiegen, Dich bei anderen Anbietern umzuschauen !
LuiseRadiese schrieb:

Nicht eine Option oder Idee, sondern so werden wir das Grundstück übernehmen.
D.h. als Ihr das Grundstück gekauft habt, war die Aufschüttung lediglich noch nicht erledigt, aber im Kaufpreis schon mit drin ?
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https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
Tolentino22.09.20 13:38
Ja, das mit dem Fertighaus hatte ich überlesen.
Altai23.09.20 08:51
11ant schrieb:

145 qm sind absolut nicht XS - aber eine Quadratgestalt ist immer eine Hypothek für einen Grundriss, und die Kantenlänge 950 ist dabei m.E. klar die Schmerzgrenze, daß der Grundriss trotzdem funktionieren kann.
*Mathematik-Exkurs:
Man nehme ein Rechteck und sage, welche Fläche es hat. Dann kann man eine Seite vorgeben, z.B. die Länge und es ergibt sich dann die Breite. Wenn ich beim Hausbau eine bestimmte Fläche anstrebe, ist das ja eigentlich das Vorgehen.
Nun ist das Quadrat dasjenige unter allen Rechtecken gleicher Fläche mit dem kleinsten Umfang (also der kürzesten Außenwand). Außerdem ist der Mittelpunkt (Schnittpunkt der Diagonalen) am weitesten von der nächstgelegenen Außenwand weg.
Mathematik Ende*

Für den Grundriss bedeutet das, dass man relativ wenig Platz für Fenster hat (weniger als bei jedem anderen Rechteck gleicher Fläche) und die dann auch noch weit von der Hausmitte entfernt sind (es gibt also in der Mitte eine Fläche, die schwer mit Tageslicht zu beleuchten ist). Ich denke, das macht das Entwerfen von quadratischen Grundrissen dann etwas anspruchsvoller.
Wenn es keinen Grund für das Quadrat gibt, würde ich wohl eher Richtung moderates Rechteck schielen.

Mal eine ganz platte Frage: wenn ihr schon einen Vertrag unterschrieben habt, ist der Haustyp dann nicht schon festgelegt? Dürft ihr den noch wechseln? Je nach Vertragsinhalt ist das vielleicht auch nicht ganz selbstverständlich, dass diese Möglichkeit besteht.
face2623.09.20 09:10
Dein Mathematik-Kurs find ich gut und inhaltlich auch richtig. Der mangelnde Platz für Fenster resultiert allerdings hier aus dem Kniestock und nicht wegen des Umfangs bzw. der zur Verfügung stehenden Außenwandfläche.
Ein Quadrat ist bzgl. Aufteilung beim Grundriss in der Tat schwieriger, liegt aber nicht am Umfang sondern eher an den daraus resultierenden Zimmerformen und der Treppenpositionierung bzw. der notwendigen Flurform.

10x10 ergibt 40m Umfang
8x12,5 ergibt 41m Umfang

Das ist bei den Fenstern nicht der entscheidende Faktor.
11ant23.09.20 14:01
Altai schrieb:

Ich denke, das macht das Entwerfen von quadratischen Grundrissen dann etwas anspruchsvoller.
Nein, die Schwierigkeit beim Grundrißplanen mit der Vorgabe es möge ein quadratisches Rechteck sein liegt darin, daß die darin unterzubringenden Räume die Tücke haben, nicht alle entweder selbst quadratisch zu sein oder ersatzweise ggü. einem Quadrat so viel schmaler wie die Nachbarräume breiter sein wollten. Das führt unweigerlich zu a) Qietschen und Knarren an allen Ecken und Enden, b) Räumen mit angehaltener Luft / eingezogenen Bäuchen, c) Räumen, die sich gekrümmt umeinander schmiegen bis die Wandverläufe verwinkelt sind wie in einem Labyrinth. Wenn dann noch ein sperriges Objekt hinzukommt (Kochinsel, gerade Treppe, abgemauerter Schlafzimmerschrankbereich vulgo "Ankleide"), dann platzt entweder der Grundriss mit einem lauten Knall oder man muß zur Entspannung des Druckes Flächen zugeben - wobei leicht 30% Speckröllchen zur eigentlich benötigten (und finanziell leistbaren) Fläche hinzukommen.
Was man mit einer Anstatt-Villa auf Quadratgrundfläche jedoch ganz prima hinbekommt - und deshalb ist sie bei den Baufirmen so beliebt - ist: eine gefällige Illusion eines gelungenen Eigenheimes, die mit einer Handvoll Modeaccessoires aufgepeppt einen breiten Kundenkreis anspricht. Zusätzlich kommt man so einfach zu einer mantelflächenoptimierten thermischen Hülle, daher der Spitzname "KfW-Würfel"
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