Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit dem Problem, dass sich bei stärkerer Belastung an Malm Möbeln (insbesondere bei den Schrauben, die die Teile verbinden) immer wieder die Schrauben lösen. Mich interessiert vor allem, warum das passiert, obwohl die Schrauben eigentlich korrekt eingedreht und mit dem passenden Drehmoment befestigt werden.
Ich habe den Eindruck, dass das Material oder die Konstruktion vielleicht nicht optimal sind, oder dass es andere physikalische Gründe gibt, warum sich die Schrauben bei dynamischer Belastung lockern. Vielleicht spielen auch Faktoren wie Vibrationen, Materialermüdung oder die Art der Verschraubung eine Rolle.
Wer kann mir dazu fundierte Infos geben oder kennt bewährte Methoden, um das Lösen bei stärkerer Belastung zu verhindern? Interessant wäre auch, ob es daran liegt, dass die Holzverbindung einem hohen Reibungs- und Verformungsgrad ausgesetzt ist und die Schrauben deshalb nicht dauerhaft halten.
Danke für eure Hilfe!
ich beschäftige mich gerade mit dem Problem, dass sich bei stärkerer Belastung an Malm Möbeln (insbesondere bei den Schrauben, die die Teile verbinden) immer wieder die Schrauben lösen. Mich interessiert vor allem, warum das passiert, obwohl die Schrauben eigentlich korrekt eingedreht und mit dem passenden Drehmoment befestigt werden.
Ich habe den Eindruck, dass das Material oder die Konstruktion vielleicht nicht optimal sind, oder dass es andere physikalische Gründe gibt, warum sich die Schrauben bei dynamischer Belastung lockern. Vielleicht spielen auch Faktoren wie Vibrationen, Materialermüdung oder die Art der Verschraubung eine Rolle.
Wer kann mir dazu fundierte Infos geben oder kennt bewährte Methoden, um das Lösen bei stärkerer Belastung zu verhindern? Interessant wäre auch, ob es daran liegt, dass die Holzverbindung einem hohen Reibungs- und Verformungsgrad ausgesetzt ist und die Schrauben deshalb nicht dauerhaft halten.
Danke für eure Hilfe!
N
narDietmar15.02.23 10:25Das Problem mit dem Lösen von MALM-Schrauben bei starker Belastung liegt häufig in mehreren Faktoren begründet.
Zum einen sind viele dieser Möbel mit Pressspan- oder MDF-Platten gefertigt, die nicht die gleiche Festigkeit und das gleiche Haltevermögen für Schrauben bieten wie Massivholz. Unter dynamischer oder zyklischer Belastung kann das Material rund um die Schraube leicht nachgeben.
Das ist der entscheidende Punkt. Bei starker Belastung treten oft Vibrationen oder Bewegungen auf, die das Schraubengut "arbeiten" lassen. Dadurch wird die Fuge nach und nach schwächer, und die Schraube verliert ihre Vorspannkraft.
Als Gegenmaßnahme hilft oft das Verwenden von Schraubensicherungsmitteln oder auch spezielle Sicherungsmuttern, die das selbstständige Lockern verhindern.
Zum einen sind viele dieser Möbel mit Pressspan- oder MDF-Platten gefertigt, die nicht die gleiche Festigkeit und das gleiche Haltevermögen für Schrauben bieten wie Massivholz. Unter dynamischer oder zyklischer Belastung kann das Material rund um die Schraube leicht nachgeben.
GLATAU9 schrieb:
dass sich die Schrauben bei dynamischer Belastung lockern
Das ist der entscheidende Punkt. Bei starker Belastung treten oft Vibrationen oder Bewegungen auf, die das Schraubengut "arbeiten" lassen. Dadurch wird die Fuge nach und nach schwächer, und die Schraube verliert ihre Vorspannkraft.
Als Gegenmaßnahme hilft oft das Verwenden von Schraubensicherungsmitteln oder auch spezielle Sicherungsmuttern, die das selbstständige Lockern verhindern.
narDietmar schrieb:
Viele Möbel sind mit Pressspan- oder MDF-Platten gefertigt, die nicht das gleiche Haltevermögen bieten wie Massivholz.Ganz genau. Zusätzlich fehlt bei vielen MALM-Modellen eine geeignete Vorverzahnung oder Verstärkung an den Schraubstellen. Bei Belastung bewegen sich die Plattenstellen minimal, was dann zum Lockern führt.
Oft hilft es, die Schrauben mit entsprechendem Drehmoment anzuziehen, aber nicht zu fest. Zu festes Anziehen kann das Material schädigen und so den Halt verringern.
Ich möchte hier etwas ausführlicher eingehen, um das Thema umfassend zu beleuchten.
MALM-Möbel nutzen oft eine Kombination aus Spanplatten und MDF, die mit Melamin- oder Folienbeschichtung versehen sind. Diese Platten sind zwar kosteneffizient, haben jedoch eine begrenzte Zug- und Druckfestigkeit. Wenn man Schrauben in solches Material eindreht, greifen die Gewinde oft nicht so gut im Materialkern, sondern halten sich hauptsächlich an der Pressspannung.
Unter dynamischer Belastung – zum Beispiel wenn man sich auf einen Tisch lehnt oder an eine Kommode stößt – treten Folgeschäden auf. Die folgende Wertung beeinflussen das Lösen der Schraube:
1. Mikrobewegungen zwischen Schraube und Holz, bedingt durch Materialverformung.
2. Kriechen und Relaxation des Holzwerkstoffs: das Material "kriecht" langsam um die Schraube.
3. Vibrationen, die Schrauben Drehmomente entgegenwirken und sie langsam lockern.
4. Mangelnde oder fehlende Schraubensicherung (z.B. Kleber, Sicherungsringe).
Zudem ist der Faktor der korrekten Anzugsdrehmomente entscheidend. Wenn diese nicht eingehalten werden, etwa zu schwach angezogen, lockert sich das Gewinde leichter, zu stark angezogen führt zu Faserschädigung, die wiederum den Halt mindert.
Eine mechanische Verstärkung (z.B. Metallhülsen) kann hier Abhilfe schaffen.
Gibt es genauere Informationen, welche Schraubenart und Verbindungstyp verwendet wird? Zum Beispiel Holzschrauben, Spax, oder Metallgewindeeinsätze? Das könnte helfen, die Ursache noch präziser einzugrenzen.
MALM-Möbel nutzen oft eine Kombination aus Spanplatten und MDF, die mit Melamin- oder Folienbeschichtung versehen sind. Diese Platten sind zwar kosteneffizient, haben jedoch eine begrenzte Zug- und Druckfestigkeit. Wenn man Schrauben in solches Material eindreht, greifen die Gewinde oft nicht so gut im Materialkern, sondern halten sich hauptsächlich an der Pressspannung.
Unter dynamischer Belastung – zum Beispiel wenn man sich auf einen Tisch lehnt oder an eine Kommode stößt – treten Folgeschäden auf. Die folgende Wertung beeinflussen das Lösen der Schraube:
1. Mikrobewegungen zwischen Schraube und Holz, bedingt durch Materialverformung.
2. Kriechen und Relaxation des Holzwerkstoffs: das Material "kriecht" langsam um die Schraube.
3. Vibrationen, die Schrauben Drehmomente entgegenwirken und sie langsam lockern.
4. Mangelnde oder fehlende Schraubensicherung (z.B. Kleber, Sicherungsringe).
Zudem ist der Faktor der korrekten Anzugsdrehmomente entscheidend. Wenn diese nicht eingehalten werden, etwa zu schwach angezogen, lockert sich das Gewinde leichter, zu stark angezogen führt zu Faserschädigung, die wiederum den Halt mindert.
Eine mechanische Verstärkung (z.B. Metallhülsen) kann hier Abhilfe schaffen.
Gibt es genauere Informationen, welche Schraubenart und Verbindungstyp verwendet wird? Zum Beispiel Holzschrauben, Spax, oder Metallgewindeeinsätze? Das könnte helfen, die Ursache noch präziser einzugrenzen.
Danke schon mal für die ersten Erklärungen.
Bei den MALM-Kommoden in meinem Fall werden überwiegend Metall-Holzschrauben verwendet mit großem Kopf, und oft eine Kunststoff- oder Metall-Einpressmutter an der Rückseite. Die Platte ist klassisches Pressspan.
Die Schrauben werden manuell handfest gezogen, ich weiß nicht, ob das schon ein Problem ist, da kein Drehmomentwerkzeug verwendet wird.
Meine Vermutung, dass es die Kombination aus Werkstoff und Belastung ist, scheint also nicht falsch zu sein. Mich interessiert nun noch, ob es Möglichkeiten gibt, ohne großen Aufwand das Lösen zu verhindern, z.B. durch Schraubensicherung oder andere Mechanismen?
Vielleicht hat jemand praktische Empfehlungen?
Gafiel schrieb:
Gibt es genauere Informationen, welche Schraubenart und Verbindungstyp verwendet wird? Zum Beispiel Holzschrauben, Spax, oder Metallgewindeeinsätze?
Bei den MALM-Kommoden in meinem Fall werden überwiegend Metall-Holzschrauben verwendet mit großem Kopf, und oft eine Kunststoff- oder Metall-Einpressmutter an der Rückseite. Die Platte ist klassisches Pressspan.
Die Schrauben werden manuell handfest gezogen, ich weiß nicht, ob das schon ein Problem ist, da kein Drehmomentwerkzeug verwendet wird.
Meine Vermutung, dass es die Kombination aus Werkstoff und Belastung ist, scheint also nicht falsch zu sein. Mich interessiert nun noch, ob es Möglichkeiten gibt, ohne großen Aufwand das Lösen zu verhindern, z.B. durch Schraubensicherung oder andere Mechanismen?
Vielleicht hat jemand praktische Empfehlungen?
Ähnliche Themen