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ᐅ Grundrissoptimierung Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung

Erstellt am: 19.01.26 10:26
D
DieHnnH
Hallo zusammen,

wir (beide 34) möchten im ländlichen BaWü gerne unser Zuhause bauen (lassen). Wichtige Vorabinfos: keine Kinder geplant, dafür Hund. Einliegerwohnung ist Pflicht mit mind. 23qm.

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns euren Senf dazugebt und wir somit sicher weniger Schmarrn fabrizieren.

Bebauungsplan/Einschränkungen
Größe des Grundstücks: 494qm
Hang: nein
Grundflächenzahl: 0,32
Randbebauung: Garage erlaubt
Anzahl Stellplatz: 3
Geschossigkeit: 2 Vollgeschosse Pflicht
Dachform Satteldach 25-38°
Ausrichtung: siehe Plan
weitere Vorgaben Einliegerwohnung

Anforderungen der Bauherren
Stilrichtung: Landhaus/modernes Schwedenhaus
Keller, Geschosse: kein Keller, 2 Vollgeschosse
Anzahl der Personen, Alter: 2 Erwachsene (34), 1 Hund (geplant), 1 Person Einliegerwohnung
Raumbedarf im EG, OG: 120qm wir plus mind. 23qm Einliegerwohnung
Büro: Familiennutzung oder Homeoffice? Home Office, 1 Person vollständig im HO
Schlafgäste pro Jahr: gesamt ca. 5 – 15 Nächte
offene oder geschlossene Architektur: offen
offene Küche, Kochinsel: offene Küche, Kochinsel gewünscht bzw. U-Form
Anzahl Essplätze: 4 - 6
Kamin: aus Gemütlichkeit gewünscht und klein genug dimensioniert, vermutlich objektiv nicht sinnvoll.
Garage, Carport: Carport + 2 weitere Stellplätze
Nutzgarten, Treibhaus: kleines Treibhaus plus Nutzgarten
weitere Wünsche/Besonderheiten/Tagesablauf, gern auch Begründungen, warum dieses oder das nicht sein soll: wichtigster Raum für uns ist Küche und Wohnzimmer als offener Raum. Wir möchten es gerne gemütlich haben, das ist uns wichtig. Der Bauplatz ist in Richtung Osten Ortsrandlage, es kommt dort nichts mehr. Diesen Blick finden wir toll, jedoch sollte die Terrasse gerne auch im Süden sein.
Generell möchten wir so gut es geht auch den verbleibenden Garten möglichst gut nutzen und sind auch da auf der Suche, wie das Haus aufs Grundstück gebaut werden kann, damit wir vom Garten am meisten haben. Dass es an sich nicht viel Garten wird, ist uns klar.
Wir haben beide recht häusliche Hobbys, die Platz benötigen: Mein Mann spielt Schlagzeug, ich Klavier --> Platzbedarf oben. Ich backe gerne, er kocht gerne --> Platzbedarf Küche. Ich lese gerne --> Bücher brauchen auch Platz. Wir gärtnern beide gerne.

Hausentwurf
Von wem stammt die Planung: Architektin BU
Was gefällt besonders? Warum?
- Anordnung Allraum und Küchengröße
- Lage Einliegerwohnung
- Raumgewinnung im OG. Wir dachten ursprünglich an einen einstöckigen Anbau für die Einliegerwohnung, laut der Architektin ist das aber teurer, als insgesamt das Haus zu vergrößern. So können wir den Technikraum unten klein halten und Hauswirtschaftsraum komplett nach oben verlegen. Raumnutzung oben würden wir tauschen: Schlafzimmer --> Hauswirtschaftsraum im Nordosten, Büro --> Schlafzimmer (so hat man dort auch eine schöne Kleiderschranknische).

Was gefällt nicht? Warum?
- Einliegerwohnung hat keinen Platz für einen Schrank.
- Unsicher, ob Größe des Allraums ausreichend ist.
- Das Badezimmer ist ein Tanzsaal, hier haben wir überlegt, ob es sinnvoll ist, den Flur zu verlängern und so einen extra kleinen Abstellraum zu schaffen. Allerdings fehlt dann im Bad Licht aus Westen.
- Fenster und Terrassentüren gefallen uns noch gar nicht.
- Lage Carport: muss gedreht und uMn an die Grenze gesetzt werden.

Preisschätzung laut Architekt/Planer: 600.000 € inkl. Baunebenkosten
Folgendes übernehmen wir in Eigenleistung: Dach decken, Kauf und Installation Photovoltaikanlage & Speicher, Beplankung Wände & Decken, Spachteln, Streichen, Böden, Bäder.
Favorisierte Heiztechnik: Luft-Wasser-Wärmepumpe + Fußbodenheizung

Wenn Ihr verzichten müsst, auf welche Details/Ausbauten
-könnt Ihr verzichten: Kamin, so viel Platz im OG
-könnt Ihr nicht verzichten:Einliegerwohnung, große Küche

Warum ist der Entwurf so geworden, wie er jetzt ist?
Da so unsere Wünsche, die Einliegerwohnung und der Bebauungsplan Beachtung finden. Wir haben selbst versucht, das Haus quadratischer zu bekommen, um Richtung Süden Platz zu schaffen, das hat aber mit der Einliegerwohnung nicht hingehauen.

Naja, wir sind gerne bereit, dass ihr den Grundriss roasted und froh über jeden Verbesserungsvorschlag – vielen Dank schon mal vorab.



Grün eingekreist und genordet.



Sonnige Grüße
11ant10.02.26 18:07
ypg schrieb:
Die Zitierfunktion klappt hier leider nur mangelhaft. Man kann nicht sortieren oder auswählen oder alte Zitate löschen deshalb ohne: der Kalksandstein, der ist natürlich falsch durch die Ersetzfunktion des Forums falsch übersetzt - es soll Kniestock heißen.

Armer Klaus Schmitz. Da hat die Auto-ersetzen-Funktion mal wieder das Auto durch die Bahn ersetzt.

DieHnnH schrieb:
Vollgeschoss im OG ist möglich. Wir haben uns eben eine Kostenersparnis durch die Kniestocksenkung erhofft. Aber nicht um jeden Preis. Wenn dadurch andere Probleme, siehe zB Fenster, entstehen, ist die Frage des Mehrwerts neu zu bewerten.

Nein, ein Kniestock 170 cm ist ggü. einem "Kniestock 100%" aka Anstattvilla-OG eben keine Kniestocksenkung, sondern eine Tieferziehung der Fußpfetten eines dann Satteldaches, wo ansonsten ein Binderdach hätte gewählt werden können. Rein befensterungstechnisch sind auch ein Kniestock 220 oder 180 okay. Preislich haut hier die vorgenannte Auswirkung auf die Dachkonstruktion rein. Für mich als "VW Golf Fahrersitz 95 Prozent Mann" würde ein Kniestock 160 bedeuten, im Stehen den oberen Fensterrahmen optisch voll als Brett vor dem Kopf zu haben. 10 cm mehr haben den gleichen Effekt für die längeren Jungs von heute. Und aufpreistechnisch rechnen die GU / Haushersteller einen Kniestock 170 eben nicht als "220 weniger einen halben Meter", sondern als "120 plus einen halben Meter" und haben dann eine Überdosis Dollarzeichen in den Augen.

ypg schrieb:
Bei Technik auf dem Dachboden nicht vergessen, dass es viele (aus statischen Gründen) gar nicht anbieten. Die meisten bieten noch nicht einmal den begehbaren Dachboden an.

Ich hatte zwar als konkretes Einzelbeispiel @Golfi90 gewählt, wo es tatsächlich um den Einbau im Dachraum ging, denke hier aber eher banal und kostenmäßig zivil an Technik im OG/DG unterhalb eines evtl. Spitzbodens.
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Y
ypg
11.02.26 16:51
DieHnnH schrieb:
bei 1,7m Kniestock funktionieren normal öffnende Fenster im Südwesten und Nordosten nicht.

Das stimmt. Allerdings kann man Fenster setzen. Die wären dann kniehoch und dienen nur einem Effekt. Danwood bietet solche Fenster in ihren Häusern an. Ich war mal in so einem oder hab es auf einem Blog gelesen, dass man diese dann halt nur mit Schlüssel aus Sicherheitsgründen öffnen kann. Sie dienen nicht der Belüftung.

Nochmal Quick&Dirty als Inspiration:


D
DieHnnH
12.02.26 11:51
Vielen Dank @ypg für deine Zeit und deine Ideen.
Die ersten Ideen haben mir schon gut gefallen, macht es oben deutlich angenehmer gefühlt. Wir werden das mal nachbauen am Wochenende!
Die Idee, den Technikraum unten zu haben und einen Hauswirtschaftsraum-Raum oben, gefällt mir sehr. Wäsche fällt oben an etc.. Unten hat man einen Roboter, der einem die Böden reinigt, oben braucht man dafür öfter den normalen Staubsauger etc.

Bei deinem neuen Entwurf hast du Küche und Wohnzimmer getauscht. Da schwanke ich auch hin und her, weil das so herum natürlich die Küche breiter und damit auch eine Insel realistischer macht. Gleichzeitig macht es möglich, dass hinter der Küche der Technikraum sein kann. Das geht mit dem Wohnzimmer an dieser Stelle nicht, weil man somit keinen geeigneten Stellplatz mehr für Leinwand/TV hätte. Zwei gute Gründe, es so herum anzuordnen.

Das Wohnzimmer wäre damit im Südwesten, was mir auch wiederum aus zwei Gründen nicht gefällt:
- Im Wohnzimmer darfs gerne dunkler sein, da passt der Norden ganz gut
- Ich lass mir lieber von der Straße in die Küche als ins Wohnzimmer schauen (je nachdem wie man dann natürlich das Haus platziert ist vor dem Haus mehr oder weniger Platz bis zur Straße)

11ant schrieb:
Und aufpreistechnisch rechnen die GU / Haushersteller einen Kniestock 170 eben nicht als "220 weniger einen halben Meter", sondern als "120 plus einen halben Meter" und haben dann eine Überdosis Dollarzeichen in den Augen.

Ok, ich sehe, dass ich mich da mehr mit befassen muss, um das Thema Kniestock & Auswirkungen ordentlich zu verstehen. 
11ant12.02.26 15:21
DieHnnH schrieb:
Ok, ich sehe, dass ich mich da mehr mit befassen muss, um das Thema Kniestock & Auswirkungen ordentlich zu verstehen.

Das sind sehr unterschiedliche: bautechnische, baurechtliche und preisliche. Atypisch ist in Eurem Fall, daß Ihr die Vollgeschossigkeit auf der Ebene II nicht vermeiden, sondern hier ausdrücklich haben wollt. Wenn es die Haushöhe erlaubt, ist die Vollgeschossigkeit geradwandig günstiger zu erreichen als mit einem Hochkniestock. Ein Tieferziehen der Traufhöhe führt zu einem Dachstuhl mit Sparren und Pfetten, wo über einem geradwandigen OG auch ein Binderdach möglich wäre. Und wie im externen Beitrag ausgeführt, kommt der Kniestockhöhe eben auch eine Zweitbedeutung als Fensterscheide hinzu.
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D
DieHnnH
15.02.26 17:33
Danke @11ant für die Erklärung. Wir haben nachgefragt: Kniestock von 2m geht mit normalen Fenstern. Das kostet ca. 7000 € weniger als 2,3m.
Wir möchten kein Binderdach, da wir den Dachboden als Stauraum nutzen möchten.

@ypg vielen Dank auch dir nochmal.
Ich habe das mal versucht, umzusetzen (Fenster fehlen teilweise noch und sind nicht ganz richtig, vor allem im OG).

EG



OG



OG Alternative



Die Anordnung der Badmöbel find ich bei beiden Fälle noch nicht optimal, allerdings gefällt es mir mit dem Hauswirtschaftsraum Raum im OG und den Kleiderschränken im Arbeitszimmer sehr gut.
Das Bett im Gäste/Hobbyraum ist ein Platzhalter, im echten Leben kommt ein Sofa mit Ausziehfunktion hier her.

Mir gefällt es so jetzt ganz gut. Welche Schwachstellen seht ihr noch?
11ant15.02.26 19:02
Warum hat das EG so schmalbrüstige Außenwände ?

DieHnnH schrieb:
Wir haben nachgefragt: Kniestock von 2m geht mit normalen Fenstern. Das kostet ca. 7000 € weniger als 2,3m.

Na ja, was heißt "normal". Fassadenfenster gehen, durchaus schon bei deutlich weniger Kniestockhöhe. Bei Kniestock 200 wird - Ringanker und Rollladen abgezogen - bei etwa 1,5 m Höhe (statt wie sonst bei etwa 2,2 m) die Oberkante des Wandausschnittes liegen, und die Glasoberkante dann bei etwa 1,4 m. 

DieHnnH schrieb:
Wir möchten kein Binderdach, da wir den Dachboden als Stauraum nutzen möchten.

Das ist kein zwingender Ausschluß. Zum einen gibt es verschiedenerlei Bindervarianten, und zum anderen wäre eine Vollüberspitzbodung häufig ebenso unnötig wie eine Vollunterkellerung. Es ist eben nur so, daß bei einem Dachstuhl mit Sparren und Pfetten die Fußpfetten naturgemäß nicht unterhalb der Traufe liegen können. Die Möglichkeit - wohlgemerkt "Möglichkeit", nicht Zwang - der Variante Binderdach ist daher darauf angewiesen, den Untergurt niedrigstenfalls in die Ebene der Grenze zwischen Wohn-Dachraum und Spitzboden legen zu können. Binder sind nicht minderwertig / schlecht / nachteilig: sie ermöglichen, die oberste Geschossdecke in Kongruenz / "Personalunion" mit der Basis des Dachstuhles auszuführen. In der Praxis erlaubt dies eine stärkere Emanzipation der Geschoßgrundrisse OG/EG voneinander, u.a. durch Einsatzmöglichkeiten für Leichtbauwände im OG, wo sie unter einer Betondecke ausgeschlossen wären. Konstruktion und Nutzung von OG und DG sind ein komplex zu betrachtendes Feld.
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