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ᐅ Wie kann man Malm Möbel wasserfest machen?

Erstellt am: 02.02.16 08:13
N
Nonkazim
N
Nonkazim
02.02.16 08:13
Hallo zusammen, ich habe eine größere Herausforderung daheim: Ich möchte meine Ikea Malm Möbel wasserfest machen, da sie in Feuchträumen wie etwa im Badezimmer oder auch in der Küche schnelle Schäden durch Feuchtigkeit zeigen. Meine Frage ist also: Wie genau kann man Malm Möbel wasserfest machen, ohne die Optik groß zu verändern, und welche Materialien oder Verfahren sind besonders geeignet, um das Holz und die Oberfläche vor Wasser zu schützen? Wenn möglich, bitte auch Hinweise zur Vorbereitung der Oberfläche und welcher Lack, welche Versiegelung oder welches Öl am besten geeignet ist. Danke für eure Tipps!
K
keelko
02.02.16 09:27
Hey Nonkazim, gute Frage! 🙂 Malm ist ja leider nicht das robusteste Möbelstück, wenn’s um Wasser geht, das merkt man schnell. Ich würde an deiner Stelle auf Klarlack oder Acryllack setzen, das schützt recht gut und verändert die Optik kaum. Wichtig ist vorher anschleifen, damit die Oberfläche aufnahmefähig wird – sonst hält der Lack schlecht.

Einfach mit feinem Schleifpapier matt anschleifen, entstauben und dann mehrere dünne Lackschichten auftragen. Je mehr Schichten, desto besser der Schutz. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit Klarlack auf Wasserbasis gemacht, der riecht auch nicht so streng. Und keine Angst, das wird wirklich fast unsichtbar. Ach ja, immer gut trocknen lassen zwischen den Schichten ;-)
F
fidasi
02.02.16 10:42
Zur Ergänzung: Wichtig ist, dass man zunächst die Oberfläche sehr gründlich vorbereitet. Viele unterschätzen das Anschleifen, aber gerade bei den glatten Folien, die Malm oft hat, ist es essentiell, damit der Lack gut haftet. Dabei am besten Schleifpapier mit Körnung zwischen 180 und 220 verwenden.

Ich empfehle zudem, vor dem eigentlichen Klarlack eine Spachtelmasse für Holzfasern aufzutragen, falls das Möbelstück kleine Kratzer oder Unebenheiten hat – so wird die Oberfläche schön glatt und der Lack zieht gleichmäßig ein.

Zum Lack selbst: Ein hochwertiger Polyurethan-Klarlack ist ideal, da er wasserabweisend, widerstandsfähig und elastisch ist. Er ist allerdings etwas teurer. Möchtest du eine besonders robuste Oberfläche, solltest du mindestens 3 Durchgänge mit Zwischenschliff (fein, ca. 320er Körnung) machen.

Noch ein Tipp: Die Kanten des Möbelstücks zuerst behandeln, weil dort die Feuchtigkeit oft zuerst eindringt.

Welche Art von Nutzung und Feuchtigkeit hast du denn genau geplant? Das könnte die Auswahl des Lacktyps noch beeinflussen.
N
Nonkazim
03.02.16 07:55
fidasi schrieb:
Welche Art von Nutzung und Feuchtigkeit hast du denn genau geplant?

Danke für die Hinweise! Die Möbel stehen in einem kleinen Badezimmer mit mäßiger, aber regelmäßiger Feuchtigkeit (duschen, Wassertropfen auf Oberflächen) und gelegentlich auch neben der Spüle in der Küche, dort kann auch mal Wasser spritzen. Komplett nass werden sollen die Oberflächen aber nicht, es geht vor allem um Schutz vor Spritzwasser und hoher Luftfeuchtigkeit.
keelko schrieb:
Das wird wirklich fast unsichtbar
Das ist gut zu hören, da ich die typische Oberfläche und Optik erhalten will und nicht, dass sie glänzend oder "künstlich" wirkt.

Mit den Lacktypen tue ich mich noch etwas schwer; was genau der Unterschied von Acryllack und Polyurethan-Klarlack ist, wäre für mich noch interessant - eventuell hast du da noch eine kurze Erklärung?
K
keelko
03.02.16 09:12
Nonkazim schrieb:
Was genau der Unterschied von Acryllack und Polyurethan-Klarlack ist

Klar, gerne! Acryllack basiert auf Acrylharz, ist meist wasserbasiert, trocknet schnell, riecht weniger und ist gut für Innenräume. Er bildet eine dünne, flexible Schutzschicht, die allerdings nicht ganz so strapazierfähig wie Polyurethan ist.

Polyurethanlack dagegen ist robuster und widerstandsfähiger gegen Kratzer, Wasser und Chemikalien. Er ist oft etwas glänzender und härtet härter aus, braucht aber auch länger zum Trocknen und riecht intensiver. Es gibt auch wasserbasierte Varianten mit Polyurethan, die etwas verträglicher sind.

Also, wenn du es sozusagen einfach und optisch unauffällig willst, ist Acryllack super. Für den Bereich Badezimmer und Küchen, wo es öfter feucht wird, ist Polyurethan besser, wenn du die Strapazierfähigkeit höher schätzt. 😉

Noch was: Immer auf gute Belüftung beim Lackieren achten, egal welchen du nimmst!
B
blapau
04.02.16 11:08
Ich schließe mich den Vorschlägen an, möchte aber noch betonen: Die Schutzwirkung hängt extrem von der Verarbeitung ab. Mehrere dünne Schichten mit Zwischenschliff sind besser als eine dicke Schicht.

Für Malm Möbel empfehle ich, nach dem Schleifen und Reinigen eine Grundierung (z.B. eine Holzgrundierung) aufzutragen, bevor der Lack kommt. Dies verbessert die Haftung enorm.

Zudem: Die Ränder und Kanten benötigen besondere Aufmerksamkeit, weil hier die meisten Feuchtigkeitsschäden starten. Diese Stellen solltest du sorgfältig versiegeln.

Alternative zu Lacken sind auch wasserabweisende Öle oder Wachsbehandlungen, allerdings sind diese deutlich weniger dauerhaft und bei feuchter Umgebung oft nicht ideal.

Mein Tipp: Lieber ein paar Euro mehr in die Materialien investieren und mit viel Sorgfalt arbeiten - dann hält der Schutz langfristig.
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