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ᐅ Einfamilienhaus Südhang - Grundrissplanung, Tipps?

Erstellt am: 05.02.19 11:39
P
philipok
Hallo ins Forum,

bei uns wird es ernst: Wir gehen in die konkrete Planung unseres Bauvorhabens. Und ich wäre froh und dankbar über euer Feedback zu unserer laienhaften Grundrissplanung. Wir bauen im Erzgebirge in Deutschlands höchstgelegener Stadt Oberwiesenthal. Hier gelten noch ostdeutsche Preise (ich habe verglichen und es ist ein signifikanter Preisunterschied auszumachen). Also los gehts...

Bebauungsplan/Einschränkungen
  • Größe des Grundstücks: 1.200 qm
  • Hang: Ausrichtung gen Süden
  • Grundflächenzahl: k. A.
  • Geschossflächenzahl: k. A.
  • Baufenster, Baulinie und -grenze:
    • 3 m zur Grundstücksgrenze
    • das südlich & westlich angrenzende Grundstück gehört meinen Eltern
  • Randbebauung: k. A.
  • Anzahl Stellplatz: 2 (Carport auf der Ostseite des Hauses)
  • Geschossigkeit: Keller, EG, OG, Dachgeschoss
  • Dachform: Satteldach 35-38°
  • Stilrichtung: bayerisches Landhaus
  • Ausrichtung: Ost-West, d. h. Dachflächen N-S
  • Maximale Höhen/Begrenzungen: muss sich der Bebauung in der Umgebung anpassen
  • weitere Vorgaben: k. A.
Anforderungen der Bauherren
  • Stilrichtung, Dachform, Gebäudetyp:
    • Land-/Holzhaus (Keller + EG außen weiß verputzt; OG + Dachstuhl Holzbohle mit Tiroler Schloss-Optik)
    • Satteldach
  • Keller, Geschosse
    • Keller z. T. gewerblich genutzt (Naturheilpraxis meiner Frau und mein Büro mit Zutritt von Außen/Süden)
    • EG + OG als Wohnbereich
    • Dachgeschoss: zur Hälfte Lager, andere Hälfte Schlaf-/Chill-Area für unsere Kinder mit Freunden oder Freunde zu Besuch
  • Anzahl der Personen, Alter
    • Kati (40) & Philipp (39)
    • Helene (10), Benedikt (8) und Valerie (6)
  • Raumbedarf im EG, OG
    • siehe Grundrisse (ca. 150 qm)
  • Büro: gewerblich genutzt
  • Schlafgäste pro Jahr: 20-30 Nächte
  • offene oder geschlossene Architektur: geschlossen (Gebirge, kalte Winter, stetiger Wind)
  • konservativ oder moderne Bauweise: konservativ
  • offene Küche: ja; Kochinsel: nein
  • Anzahl Essplätze
    • standardmäßig: 5
    • erweiterbar auf 10
  • Kamin: Grundofen mit Sichtfenster (wasserführend)
  • Musik/Stereowand: nein
  • Balkon: EG gen Süden; Dachterrasse: nein
  • Garage: nein; Carport: für 2 KFZ
  • Nutzgarten: nein, Treib-/Gewächshaus: ja
  • weitere Wünsche/Besonderheiten/Tagesablauf
    • wir haben in Oberwiesenthal noch richtige Winter
    • die Kinder gehen i.d.R. täglich Skifahren
    • sie kommen also mit nassen Klamotten in Skistiefeln mit dem Ski-Equipment nach Hause
    • daher zweiter Eingang im Keller auf Westseite geplant inkl. einfacher Garderobe und Abstellraum für Ski bzw. Mountainbikes im Sommer bzw. Arbeitskleidung nach Gartenarbeit
    • Wichtig: aktuell liegt in Oberwiesenthal enorm viel Schnee (ca. 150 cm)
      • im Winter müssen die Wege/Zufahrten beräumt werden
      • der Schnee muss clever "deponiert" werden (also "Schneelager" so fräsen, dass der Auswurf der Schneefräse nach 2 Monaten Winter den Schnee immer noch über die Schneewand geworfen bekommt)
      • bzgl. Dach(-schrägen) und abrutschendem Schnee beachtenswert
    • im Keller gibt es eine Vorküche für das Prijut12, welches ich ab 05/2020 betreiben werde (urige Holzblückhütte mit überschaubar großem Speiseangebot und tolle Ausgeh-Location für Drinks)
      • in der Vorküche möchten wir vor der Hauptsaison im Winter a) Speisen vorproduzieren und einfrieren bzw. b) Speisen in Menge frisch zubereiten und gegenüber im Prijut12 (ca. 80 m entfernt) direkt verkaufen
      • die Prijut12-Küche ist ganz einfach sehr klein
Hausentwurf
  • Von wem stammt die Planung:
    • Do-it-Yourself
  • Was gefällt besonders? Warum?
    • große Fenster/Schiebetür gen Süden & Westen
      • die Sonne fällt ein (solare Energie kommt ins Haus)
      • der Ausblick den Südwesten ist einfach atemberaubend (Skihang, Nachtski, Klínovec als höchster Gipfel des Erzgebirges)
      • der Blick ist unverbaut und ohne Bäume
    • offener Wohn-Küchenbereich
      • Interaktion mit Kindern & Freunden wenn z. B. gekocht wird
    • Musche-Pu-Pu-Ecke inkl. TV
      • hat mein Vater in seinem Ferienhäuschen umgesetzt
      • ist super kuschelig
      • große Liegefläche
      • Vorhänge verdecken den TV (er verschwindet also aus der tagtäglichen Wahrnehmung)
    • zweites, kleines Bad im OG
      • wenn die beiden Mädchen in die Pubertät kommen, haben sie ihren Hygienebereich für sich
  • Preisschätzung lt Architekt/Planer: 480.000 €
  • Persönliches Preislimit fürs Haus, inkl Ausstattung: 500.000 €
  • favorisierte Heiztechnik: da bin ich recht verunsichert und unentschlossen...
    • Option-1:
      • Solarthermie für WW-Aufbereitung
      • Gasbrennwerttherme
      • wasserführender Grundofen (ich habe 2 ha Land, damit Holz und möchte definitiv eine Feuerstelle im Haus)
    • Option-2:
      • wasserführender Grundofen
      • Solewärmepumpe
        • versorgt durch eine Photovoltaikanlage
  • Wenn Ihr verzichten müsst, auf welche Details/Ausbauten
    • Gäste-/Arbeitszimmer im EG verkleinern
    • Gäste-Bad im EG exkl. Dusche (also reines Gäste-WC)
  • worauf könnt Ihr nicht verzichten:
    • Wohnräume
    • 2 Bäder
    • Vorküche
    • Praxisraum
    • Büro
  • Warum ist der Entwurf so geworden, wie er jetzt ist?
    • weil wir uns viel Licht im Wohnbereich wünschen
    • weil wir so einen großartigen Ausblick genießen können in einer super Lage
    • weil ich persönlich so viel solare Energie nutzen möchte wie möglich
    • weil wir im Sommer die große Schiebetür öffnen möchten, um direkt in den Garten heraus treten zu können, wo das Gewächshaus stehen wird und ich zu meinen Bienen komme (ich möchte mit Imkern beginnen)
    • weil wir von den technischen Anforderungen allerdings keine Ahnung haben
  • Standardentwurf vom Planer: gibt es noch nicht
  • Was ist die wichtigste/grundlegende Frage zum Grundriss in 130 Zeichen zusammengefasst
    • Ergibt der Grundriss in dieser Form bzgl. der Haustechnik/Verlauf Rohrleitungen etc. Sinn und erkennt das Forum Schwächen für die tägliche Nutzung?
Im Anhang die Grundrisse und ein Beispielhaus aus Bayern, was uns von der Optik der Außenverkleidung her als Vorlage dient.

Dachboden-Grundriss: großes Rechteck mit Geländer-/Gitterunterteilung und Maßlinien (11 m).


Grundriss EG: Wohn- und Küchenbereich, Speisekammer, Bad, Flur, Garderobe, Gäste-/Arbeitszimmer


Keller-Grundriss: Vorküche, Haustechnik, Werkstatt, Büro und Praxis mit Türen.


OG-Grundriss: Flur, vier Zimmer, zwei Bäder, Treppe zum Dachboden, Einbauschränke.


Holz-Chalet mit Balkon, Terrasse und weißem Sockel in verschneiter Winterlandschaft
M
Mottenhausen
10.02.19 00:13
Da muss ich jetzt TE aber nochmals in Schutz nehmen: unsere traditionelle "Architektur" hier ist wirklich speziell und klassisch-langweilig und 2019ff nicht mehr zeitgemäß.

In der Regel 2 Vollgeschosse mit darauf aufgesetztem Satteldach. Massiv gebautes EG mit Waschküchen, Werkstätten, Garage und Ähnlichem, Wohnraum im Fachwerk-OG oder Holzständer OG mit Holzverkleidung oder Schieferverkleidung. Nutzbares DG dank steiler Dachneigung und kleinen Gauben. Dachneigung auch wegen hoher Schneelast im Winter, allgemein keine Dachüberstände, daher halt die verschieferte Fassade. Grundsätzlich längliche Grundform des Hauses: Traufseite zu Giebelseite mindestens 2:1 eher 3:1

Bis auf die "Stube" alles Mini-Räume, Raumhöhe 1,80 - Max. 2,20. Ich mein, wer will sowas heutzutage noch bauen und so wohnen? ich erkenne hier kein einziges übertragbares architektonisches Highlight, dass man in einen Neubau übernehmen sollte.
kaho67410.02.19 11:20
Ich muss gestehen, ich kann mich jetzt auch nicht an den sensationell regionalen Hausbau-Stil im Erzgebirge erinnern, als wir leztens dort waren. Es ist genau wie @Mottenhausen beschreibt für einen Neubau eine eher triste Grundlage - schmale Häuser mit spitzen Dächern. Mmh.
Ich find die Bayernkopie jetzt auch nicht so schlimm im Erzgebirge. Immerhin ist es auch winterliches Bergland.

Bei uns hat einer so ne Ski-Blockbohlenhütte mitten in die Stadt im Flachland gebaut. Das ist dann schon eher gaga, denke ich.
M
Mottenhausen
10.02.19 22:12
Genau so! Das "Gebirge" in "Erzgebirge" darf man zwar nicht als "Gebirge" im eigentlichen Sinne verstehen, aber immerhin gibt es hier noch richtige Winter und durchaus beliebte Skigebiete. Eine alpine Bauweise ist daher nicht direkt fehl am Platz.
H
haydee
10.02.19 22:21
Passt besser als eine Stadtvilla im toskanischen Stil
11ant11.02.19 15:05
Mottenhausen schrieb:
unsere traditionelle "Architektur" hier ist wirklich speziell und klassisch-langweilig
Nü mach abermaln Pungt, so häslsch sin die Häusr im Ärzgebürsche nu ooch widder ni. Gebirgsarchitektur ist winterhart und holzbaugeprägt, aber gerade Architekturrevoluzzer aus den jeweiligen Regionen finden da Wege zu Neuinterpretationen. Also zum Herausarbeiten des Regionalcharakters OHNE 1:1 Nachbauen musealer Puppenzimmer.
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
P
philipok
15.02.19 10:25
ypg schrieb:
Maße raten können wir noch nicht
Allerdings ist es eher so, dass _Du_ _Deine_ Arbeit falsch einschätzt.
Sollen wir Deinen Laiengrundriss, wo noch nicht einmal die Treppe von Dir grob durchdacht ist, loben, dass Du später zum Architekt sagst: genau so und nicht anders! Später ärgerst Du Dich.
Sei froh, dass wir so ehrlich mit Dir sind.

Bin ich ja. Hab ich frühzeitig von meinem Vater gelehrt bekommen: Sei froh über konstruktives, kritisches Feedback.
dachneigungneubau