EFH-Neubau am Hang in BW: Grundriss, Bauweise & Architekt – Meinungen gesucht

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Zuletzt aktualisiert 03.01.2026
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11ant

11ant

Architekt: Ich werde mich auf die Suche machen. Gibt es best-practices den richtigen zu finden (Kammer, Listen, ...)? Schön wären natürlich Erfahrungsberichte, denn auf diesem Gebiet fehlt mir bislang jede Referenz, habe aber viele Horrorgeschichten gehört.
Ich empfehle Dir, gleich alle drei Best Practices anzuwenden: erstens, einen Architekten zu suchen, der für Eigenheime geeignet ist. Den findet man in den Gelben Seiten, indem man über die hervorgehobenen Einträge (Fettdruck, gestaltet bzw. womöglich gar mehrspaltig) hinwegsieht. Dein Kandidat ist (Mit)inhaber eines kleinen Büros mit nur einem oder zwei Berufsträgern, Bauzeichner/Bauleiter und einer Teilzeitbürokraft. Großkanzleien vergiß´, für die sind Einfamilienhaus Peanuts. Und hinter designorientierten Websites verbergen sich "@Gerddieter warnt" Architekten, die sich gerne mit edlen Unikaten Denkmäler setzen und schaurig wenig Erfahrung mit Bauleitung sowie ebenso schwache Trefferquoten bei Baukostenschätzungen haben. Ebenso hüte Dich (aus beiden vorstehenden Gründen) vor solchen, die sich speziell nur für die erste Halbzeit anbieten.
Zweitens, folge meinem Hausbau-Fahrplan und mandatiere den Architekten zunächst nur für das "Modul A". Das benötigst Du ohnehin und hier ist die Arbeit des Architekten so objektiv im Ergebnis, daß man dabei kaum etwas "falsch" machen kann. Dennoch gewinnst Du dabei ausreichend Gefühl für die Frage, ob er für Euer Projekt der "Richtige" ist.
Drittens, nach dem "Modul A" (vgl. "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" legst Du dann die > Teigruhe ein, in der Du auch die > Weichenstellung vornimmst oder vornehmen läßt. Dabei findest Du automatisch heraus, ob im konkreten Einzelfall die hölzerne oder steinerne Bauweise signifikant günstiger ist (und über die Antwort auf Frage 2, ob es ein gut adaptierbares bewährtes Katalogmodell gibt oder weiter individuell geplant werden "muß".
 
11ant

11ant

erstens, einen Architekten zu suchen, der für Eigenheime geeignet ist. Den findet man in den Gelben Seiten, indem man über die hervorgehobenen Einträge (Fettdruck, gestaltet bzw. womöglich gar mehrspaltig) hinwegsieht. Dein Kandidat ist (Mit)inhaber eines kleinen Büros mit nur einem oder zwei Berufsträgern, Bauzeichner/Bauleiter und einer Teilzeitbürokraft.
Da wir hier von einem Bestandsobjekt reden, ist primär wichtig, daß der Architekt erfahren im "Bauen im Bestand" ist. Das trifft nicht auf jeden ansonsten eigentlich einfamilienhaus-geeigneten Architekten zu. Die Priorität der Bauortnähe muß dann ausnahmsweise zurückstehen. In diesem Fall also nur manchmal, bei einem "grüne Wiese" Neubau immer, sollte ein Umkreis von 20 bis 25 km (ein Landkreis, derer mehrere nur wenn der Bauort am Rand liegt) als Suchradius genügen. Selbst im Fall eines Tiefabrisses (so weit würde ich hier aber vmtl. nicht zu gehen empfehlen) hat man es nicht mit derselben Qualität von Bauplatz zu tun, als wenn das Grundstück unbebaut wäre. Das wird häufig teuer vergessen.
 
B

beicampi

Selbst im Fall eines Tiefabrisses (so weit würde ich hier aber vmtl. nicht zu gehen empfehlen) hat man es nicht mit derselben Qualität von Bauplatz zu tun, als wenn das Grundstück unbebaut wäre. Das wird häufig teuer vergessen.
Dazu würde mich eine Erläuterung interessieren. Ist der Bauplatz nach Abriss also schlechter / schwerer / teurer zu bebauen als ein bislang unberührter Bauplatz? Der "Tiefenabriss" ist für mich eigentlich zu 99% gesetzt, ich möchte weder den alten Keller noch etwas anderes vom Altbestand belassen.
 
11ant

11ant

Ein Bestandsgebäude kann weder im Ganzen noch in Teilen irgendetwas dafür, kein "Wunschkind" zu sein, die emotionale Reaktion des Exorzismus / der "Übertötung" durch restloses Auskratzen des Baugrundes wäre daher nicht angebracht. Auch ich "rette" nicht jeden Keller als wäre er das Bernsteinzimmer, prüfe aber jeden Einzelfall kaufmännisch kaltblütig. Selbst für einen geschenkten Gaul zahlt man den Abdecker. Nicht zuletzt weil bei einem Tiefabriß nicht archäologisch-chirurgisch präzise gefräst, sondern mit der groben Schaufel gearbeitet wird, findet durchaus eine "Zerstörung" der Substanz des Baugrundes statt - umgekehrt ist ein Bestandsgebäude bzw. sein Fundament gewissermaßen "höchstpersönlich" ein Baugrundgutachten. Daher kann ein jungfräuliches Grundstück im Vergleich mitnichten nur mit Pluspunkten glänzen, und ist ein beräumtes nicht dasselbe wie ein unbebautes.
 
B

beicampi

Eine rein kaufmännische Entscheidung erfordert das Unterstellen einer Nutzenfunktion oder eine messbare monetäre Bewertung des (z.B.) Kellerverbleibs. Das ist insofern natürlich hochindividuell. Ich kann im Moment gar nicht sagen wo meine Euro-Schmerzgrenze genau läge und lasse das gerne dann auch mal ausrechnen um die eigene Reaktion herauszufinden. Mein Bauchgefühl sagt aber, dass eine "clean plate" für das Bauvorhaben und die Zufriedenheit damit sehr vorteilhaft wäre, auch wenn ggf. Mehrkosten damit verbunden sind.
 
Zuletzt aktualisiert 03.01.2026
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