Deutsche Reihenhaus AG Bauprojekt in Bretten

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Zuletzt aktualisiert 08.01.2026
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H

Hikmatum

Wobei das 120qm Haus IMMER ein Fenster im Bad hat. Nur beim Gäste-WC ist das anders.

Wer im Vergleich ein günstiges Haus haben möchte bzw. sich kein "Mehr" leisten kann, ist mit der Deutschen Reihenhaus sehr gut aufgehoben, da die Qualität des Hauses sehr gut ist - dank Standardisierung und Vorfertigung. All die negativ genannten Punkte machen (bis auf das Fenster im Bad) machen das Haus gerade erst bezahlbar.
Ob man dann in einer WEG-Siedlung wohnen möchte, in der sehr viele junge Familien mit Kindern wohnen, muss man selbst entscheiden. Oder das Portemonnaie deutlich weiter öffnen. So eine Nachbarschaft findest Du nicht häufig (im positiven Sinne - da alle relativ ähnlich gestrickt sind familiär).
Hi Nordanney,

du lebst nicht zufällig in solch einem Haus?
ich schließe mich dir an. Gerade in Berlin sind Bestandsimmobilien in der Gegend viel teurer als dieser Neubau. Da ist man halt in anderen Preisklassen, die man sich erstmal leisten muss bzw. leisten will…
 
N

nordanney

du lebst nicht zufällig in solch einem Haus?
Nein, aber ich kenne die Wohnparks (und die der Wettbewerber) durch meine berufliche Tätigkeit.
Und tatsächlich hat sich das Klientel dort seit der Zinswende auch geändert. Wer sich früher die Reihenhaus geleistet hat, kauft heute maximal eine Wohnung oder eben gar nicht. Und wer heute bei der Reihenhaus kauft, wollte vorher frei bauen, was aber nicht mehr funktioniert.
 
11ant

11ant

Daß viele Menschen den Hauskauf als größte Investition ihres Lebens betrachten (weil sie dem längst nicht mehr zeitgemäßen Spruch "man baut nur einmal" nachlaufen, gilt für die Immobilienklasse "Zwischenhaus" (oder wie Yvonne sagt "Starterimmobilie") noch weniger: denn solche Häuser sind "Lebensabschnittsgefährten", die nach einer meist rund fünfzehnjährigen Nutzungsdauer an die nächste junge Familie mit Kind(ern) weitergegeben werden wie Kinderkleidung. "Lage" bedeutet in diesem Sinne: "genau da, wo es für die Nachnutzer ideal ist".

In Projekten wie diesen werden den Zwischenhausbesitzern - egal ob Erstbezieher oder Nachfolger - homogenere Nachbarschaftsverhältnisse angeboten als in gewöhnlichen Neubaugebieten. Wer der Stellplatzform als geschlossene Garage auf der Sondereigentumsfläche einen hohen Wert beimißt, hat den Schuß nicht gehört, der hier zum Kern des Konzeptes gehört (Wohneigentum in der Größenordnung 120 oder gar 140 qm jungen Familien bereitzustellen, die sie als Etagenwohnung never ever zum Index ihres Bedarfes machen könnten). Die Bäder werden an den Giebelseiten angeordnet, die naturgemäß nur bei Doppelhaushälfte oder REH befenstert sein können.

Die "Lage, Lage, Lage" von Bretten verhält sich zu Karlsruhe ähnlich wie beim hier ebenfalls besprochenen (fertiggestellten) Traumhaus / Hildmann Projekt in Neuwied-Block (einem Kreisstadt-Vorort im Pendlerbereich zur Behördenstadt Koblenz und dem ICE-Haltepunkt und FOC-Standort Montabaur). Da ist die Bereitschaft zu lokal relativen C-Lagen der Schlüssel zu bezahlbarem Baugrund. In NR-Block schauen die Doppelhaushälfte auf eine Kreisstraßenschallschutzwand, dafür liegt der Campus in einem Natur- und ibs. Trinkwasserschutzbereich, auch wenn er ebenfalls eine Industriebrache war. Altlastenbereiche sind jedoch eher die Regel, wenn es um den Baugrund solcher Projekte geht - irgendwo muß der Ramschpreis schon herkommen.

Die WEG-Struktur der Horizontal-ETW würde mich weniger stören, die Bauqualität "Plattenbau" schon deutlich eher, aber als wirklich problematisch empfinde ich die Abhängigkeit von einem gemeinsamen Wärmecontracting statt kleinteiligerer oder gar wohneinheitsbezogener Energiekonzepte. Die von mir bevorzugten > "üblichen Verdächtigen" bauen in einer anderen Weise seriell, nämlich "Stein auf Stein", wobei lediglich die Grundrißvarianten (durchschnittlich drei je Geschoss) eine beschränkte Auswahl bieten und die Treppen, die Giebeldreiecke und die Decken nebst ihrer Durchbrüche für den Installationskrempel identisch und Fertigteile sind. Deren Projekte bestehen überwiegendst aus Doppelhäusern und nur gelegentlich Dreierriegeln - Reihen mit mehreren Mittelhäusern sind dort selten, allerdings ist diese Bauform nochmals ein Turboknopf für einen niedrigen Hauspreis.

Ich persönlich finde das klassische Etagenwohnungs-ZFH die ökonomischere Bauform, leider hängen viele Bauwillige an der "eigenen" Hausgrundfläche. Auch ich bin zwar der Meinung "jeder Schritt hält fit", aber das handele ich lieber im Treppenhaus ab. Meinerseits der Wohnungstür verzichte ich dann gerne auf Treppen zwischen Wohnen und Schlafen. Fahrwege zum Anliefern der Einkäufe zur Haustür finde ich gut, aber eine Konzentration der Stellplätze für Fahrzeuge wie auch Abfallbehälter raumplanerisch zeitgemäßer als das jeder sein Auto "mit ins Bett nimmt". Eine Garage nur für Kinderfahrzeuge und Sperrmüll, mit noblem Sektionaltor und dem Auto davor nur damit jeder sieht wer das dickste hat, paßt nicht wirklich zur Idee "junge Familien raus aus der Mieterhöhungsbedrohung".

Man muß halt wissen, was "wichtig" ist - und für die Kids sind das Spielkameraden, Lärmendürfen und Eltern ohne schlaflose Nächte wegen der Kreditrate für den heißesten Sch... an Hausautomation mehr als der siebzehnte Quadratmeter Kinderzimmer, die individuellste Verklinkerung, Eckfenster, ein Kamin oder dergleichen. Als Teenager sind ihnen dann Dunkelheit und das WLAN Paßwort am wichtigsten. Ob der Pampersbomber in der Garage versteckt wird und der M5 davor schausteht, interessiert sie nicht.
 
H

HuppelHuppel

Daß viele Menschen den Hauskauf als größte Investition ihres Lebens betrachten (weil sie dem längst nicht mehr zeitgemäßen Spruch "man baut nur einmal" nachlaufen, gilt für die Immobilienklasse "Zwischenhaus" (oder wie Yvonne sagt "Starterimmobilie") noch weniger: denn solche Häuser sind "Lebensabschnittsgefährten", die nach einer meist rund fünfzehnjährigen Nutzungsdauer an die nächste junge Familie mit Kind(ern) weitergegeben werden wie Kinderkleidung. "Lage" bedeutet in diesem Sinne: "genau da, wo es für die Nachnutzer ideal ist".
Man kann aber auch nicht alle 15 Jahre 10-12% Kaufnebenkosten aufbringen.
 
H

Hikmatum

Es ist interessant zu lesen, welche verschiedenen Meinungen und Sichtweisen zu diesem Thema geteilt werden. Dafür erstmal ein Dankeschön!
Natürlich ist es in erster Linie immer eine individuelle Sache. Wir z.B. sind eine jüngere Familie mit zwei Kindern, die bereits in der Stadt leben. Unser Leben spielt sich halt zum größten Teil hie ab. Arbeit, Schule, Eltern, Familie und Freizeitaktivitäten sind unmittelbar in der Nähe. Die Frage für uns ist, ob sich die Konstellation Haus nach WEG mit den dazugehörigen Verbindlichkeiten künftig eher negativ auf uns aufwirken könnte. Da wir derzeit auch in unserer Eigentumswohnung leben, ist uns die WEG nicht fremd, jedoch ist es auch ein anderer Kostenfaktor zwischen Wohnung und Haus. Das man sich im alter eventuell erneut nach altersgereechten Wohnungen umschauen wird, ist uns ebenfalls klar.
 
11ant

11ant

Man kann aber auch nicht alle 15 Jahre 10-12% Kaufnebenkosten aufbringen.
Auch genau deswegen steigt der Mittelstand eher ab als auf: weil er stets auch noch "Vernunftgründe" für sein kaufmännisches Fehlverhalten herbeizieht. Eine Immobilie ist wie der Name schon sagt etwas eher negatives, und Eigentum daran sollte sich damit ins Verdienen bringen, als Finanzierungsform für die Befriedigung von Wohnbedürfnissen zu dienen. "Der Teufel hat den Schnaps gemacht", sang Udo Jürgens. Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst, diese beiden sollte man getrennt halten. Emotionen (wie Besitzerstolz einschließlich Vorfreude auf das Erblassen) haben in einer kaufmännischen Operation nichts zu suchen, und um eine solche handelt es sich vorrangig, wenn man seine Familie in ein Obdach ohne Mieterhöhungsgefahr bringt. Jeder gescheite Schmetterling wirft seine Raupenhülle ab, wenn er entsprechend gereift ist. Das Weiterunterhalten leer gewordener Zimmer und die Ertüchtigung der Immobilie durch Lifte gegen gefühlt steiler gewordene Treppen gibt es auch nicht geschenkt. Sind die Kinder aus dem Haus, hat der Kombi ausgedient und ein Cabrio kann wieder her, oder ein Wohnmobil. Natürlich könnte man auch einen Wohnwagen als Anhänger kaufen (nicht wirklich billiger) oder dem Kombi ein Panoramafaltdach einbauen lassen (sauteuer). Das Zwischenhaus ist immerhin ein Asset mit Wertsteigerung, die die Objektwechselnebenkosten mit trägt. Ceterum censeo, Wertsteigerungen der Auszugsimmobilie sollten steuerlich mit Erwerbsnebenkosten der Einzugsimmobilie verrechnet werden können. Als König von Deutschland würde ich darauf achten, doppelschwör. In der Zwischenzeit arbeite ich im Hintergrund mit anderen Fachleuten an Konstrukten, die die Benachteiligung von Otto Normalverdiener ggü. dem (Geld)adel beseitigen helfen. In Foren auch durch Aufrufe, an Immobilien nicht emotional festzukleben. Es sind in erster Linie Obdächer, und Kauf ist (wie Miete) eine Finanzierungsform der Legitimation von Nießbrauch - mehr nicht. Dort mehr hineinzuinterpretieren, muß man sich leisten können. Der normalsterbliche Kassenpatient kann es nicht, tut es aber dennoch. Und fühlt sich sogar noch klug und vernünftig dabei. Herr, schmeiß´ Kaufmannsverstand vom Himmel !

Man darf hier ja leider nichts externes verlinken, aber ich habe auf der Plattform mit dem roten Play-Button kürzlich ein Video gefunden, in dem ein wohlhabender Investor erklärt, warum er seine eigenen Wohnbedürfnisse als Mieter befriedigt. Wenn ich das Lesezeichen wiederfinde, stelle ich es bei mir ´mal ein.

Jungen Familien empfehle ich ganz klar: 1. rein ins bodenständig bedarfsgerechte Eigentumsobdach und nicht vergessen, daß es auf der Immobilienleiter keinen Aufstieg ohne Umstieg gibt; 2. Verzicht auf Ballast wie Mehrpreise für Hatindiesemfarbtonaußerunskeinerklinker, Unikattreppen und dergleichen, die sind Gift für die finanzielle Beweglichkeit; und - Danke für Dein Stichwort: 3. man hüte sich vor "einleuchtenden Argumenten" dafür, sich selbst am Aufstieg zu hindern.

Der Weg zum Traumhaus führt für Alle, die es sich nicht in einem einzigen Schritt leisten können, über das Kompromißhaus; und das Vollstopfen des Kompromißhauses mit Trostpflastergimmicks ist „Opium für das Volk“, das finanziell belastet und den (degressiven !) Status Quo zementiert.

Daher: im Zwischenhaus nicht über das nicht fugenlose Bad weinen und die Rollladen stolz von Hand hochziehen, auch ein Reihencarport schützt das Familienauto vor Hagel und Kinder freuen sich über entspannte Eltern mehr als wenn diese schlaflose Nächte wegen der Kreditraten für die Aufmusterungen haben.
 
Zuletzt aktualisiert 08.01.2026
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