Daß viele Menschen den Hauskauf als größte Investition ihres Lebens betrachten (weil sie dem längst nicht mehr zeitgemäßen Spruch "man baut nur einmal" nachlaufen, gilt für die Immobilienklasse "Zwischenhaus" (oder wie Yvonne sagt "Starterimmobilie") noch weniger: denn solche Häuser sind "Lebensabschnittsgefährten", die nach einer meist rund fünfzehnjährigen Nutzungsdauer an die nächste junge Familie mit Kind(ern) weitergegeben werden wie Kinderkleidung. "Lage" bedeutet in diesem Sinne: "genau da, wo es für die Nachnutzer ideal ist".
In Projekten wie diesen werden den Zwischenhausbesitzern - egal ob Erstbezieher oder Nachfolger - homogenere Nachbarschaftsverhältnisse angeboten als in gewöhnlichen Neubaugebieten. Wer der Stellplatzform als geschlossene Garage auf der Sondereigentumsfläche einen hohen Wert beimißt, hat den Schuß nicht gehört, der hier zum Kern des Konzeptes gehört (Wohneigentum in der Größenordnung 120 oder gar 140 qm jungen Familien bereitzustellen, die sie als Etagenwohnung never ever zum Index ihres Bedarfes machen könnten). Die Bäder werden an den Giebelseiten angeordnet, die naturgemäß nur bei Doppelhaushälfte oder REH befenstert sein können.
Die "Lage, Lage, Lage" von Bretten verhält sich zu Karlsruhe ähnlich wie beim hier ebenfalls besprochenen (fertiggestellten) Traumhaus / Hildmann Projekt in Neuwied-Block (einem Kreisstadt-Vorort im Pendlerbereich zur Behördenstadt Koblenz und dem ICE-Haltepunkt und FOC-Standort Montabaur). Da ist die Bereitschaft zu lokal relativen C-Lagen der Schlüssel zu bezahlbarem Baugrund. In NR-Block schauen die Doppelhaushälfte auf eine Kreisstraßenschallschutzwand, dafür liegt der Campus in einem Natur- und ibs. Trinkwasserschutzbereich, auch wenn er ebenfalls eine Industriebrache war. Altlastenbereiche sind jedoch eher die Regel, wenn es um den Baugrund solcher Projekte geht - irgendwo muß der Ramschpreis schon herkommen.
Die WEG-Struktur der Horizontal-ETW würde mich weniger stören, die Bauqualität "Plattenbau" schon deutlich eher, aber als wirklich problematisch empfinde ich die Abhängigkeit von einem gemeinsamen Wärmecontracting statt kleinteiligerer oder gar wohneinheitsbezogener Energiekonzepte. Die von mir bevorzugten > "üblichen Verdächtigen" bauen in einer anderen Weise seriell, nämlich "Stein auf Stein", wobei lediglich die Grundrißvarianten (durchschnittlich drei je Geschoss) eine beschränkte Auswahl bieten und die Treppen, die Giebeldreiecke und die Decken nebst ihrer Durchbrüche für den Installationskrempel identisch und Fertigteile sind. Deren Projekte bestehen überwiegendst aus Doppelhäusern und nur gelegentlich Dreierriegeln - Reihen mit mehreren Mittelhäusern sind dort selten, allerdings ist diese Bauform nochmals ein Turboknopf für einen niedrigen Hauspreis.
Ich persönlich finde das klassische Etagenwohnungs-ZFH die ökonomischere Bauform, leider hängen viele Bauwillige an der "eigenen" Hausgrundfläche. Auch ich bin zwar der Meinung "jeder Schritt hält fit", aber das handele ich lieber im Treppenhaus ab. Meinerseits der Wohnungstür verzichte ich dann gerne auf Treppen zwischen Wohnen und Schlafen. Fahrwege zum Anliefern der Einkäufe zur Haustür finde ich gut, aber eine Konzentration der Stellplätze für Fahrzeuge wie auch Abfallbehälter raumplanerisch zeitgemäßer als das jeder sein Auto "mit ins Bett nimmt". Eine Garage nur für Kinderfahrzeuge und Sperrmüll, mit noblem Sektionaltor und dem Auto davor nur damit jeder sieht wer das dickste hat, paßt nicht wirklich zur Idee "junge Familien raus aus der Mieterhöhungsbedrohung".
Man muß halt wissen, was "wichtig" ist - und für die Kids sind das Spielkameraden, Lärmendürfen und Eltern ohne schlaflose Nächte wegen der Kreditrate für den heißesten Sch... an Hausautomation mehr als der siebzehnte Quadratmeter Kinderzimmer, die individuellste Verklinkerung, Eckfenster, ein Kamin oder dergleichen. Als Teenager sind ihnen dann Dunkelheit und das WLAN Paßwort am wichtigsten. Ob der Pampersbomber in der Garage versteckt wird und der M5 davor schausteht, interessiert sie nicht.