Kompostieren

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Durch das Kompostieren im eigenen Garten schliessen Sie einen Stoffkreislauf.

Dieser Zyklus beginnt bei den Pflanzen, welche mit Sonnenenergie, Bodennährstoffen und Wasser die Pflanzenmasse bilden. Vom Menschen wird diese Masse durch Verzehr genutzt. Dabei bleiben aber Reste an Biomüll zurück, die am Komposthaufen von den Destruenten zerlegt werden. Die Destruenten sind Millionen kleiner Lebewesen, die organische Stoffe zerlegen und sie so dem natürlichen Kreislauf zurückgeben. Sich zu Hause selbst einen Komposthaufen zusammenzubasteln ist keine Wissenschaft. Wenn man gewisse Regeln beachtet ist es ein leicht nachvollziehbarer Prozess, den wir auch unseren Kindern nicht vorenthalten sollten.


Selbsthergestellter Kompost bietet eine Vielzahl an Vorteilen. Er verfügt über eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und sorgt durch die Krümelstruktur für gelockerte und gut durchlüftete Erde. Dadurch wird ein gesundes Bodenleben garantiert und die mit Kompost versorgten Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Nebenbei liefert der Kompost meist genau die Menge an Nährstoffen, die zum optimalen Wachstum der Pflanzen führt. Man spart sich den Dünger. Statistisch gesehen sind rund ein Drittel aller Abfälle, die in einem Haushalt anfallen, Bioabfälle, von welchen die meisten kompostierbar sind.

Verschiedene Dinge können kompostiert werden:

Biomüll aus Küche und Haushalt
Obst- und Gemüsereste Tee- und Kaffeesud mit Filterpapier Zerkleinerte Schnittblumen und Topfpflanzen Kleintiermist von Pflanzenfressern Speisereste, verdorbene Lebensmittel Zerdrückte Eierschalen Papiertücher, mit Lebensmitteln verschmutztes Zeitungspapier, Servietten. Bioabfälle aus dem Garten

Baum- und Strauchschnitt
es gilt als besonders gutes Strukturmaterial, welches den Komposthaufen locker und luftig hält. Unkraut Laub Gras und Rasenschnitt Baumnadeln, Moose Fallobst

In geringen Mengen kompostierbar
Gekochte Speisereste, Fischreste Holzasche Schalen von Südfrüchten Thujenschnitt

Nicht kompostierbar
Glas, Metalle, Kunststoff Windeln, Getränkepackungen, usw. Staubsaugerbeutel, Kohlenasche Problemstoffe Hunde- und Katzenkot.

Die Standortwahl
Sie sollten ihren Komposthaufen an einer natürlichen, ebenen Stelle errichten. Dazu sollte der Kompost direkten Bodenkontakt haben. Der ideale Platz für einen Komposthaufen ist im Halbschatten, liegt windgeschützt und ist leicht zugänglich. Von der Sonne würde der Komposthaufen austrocknen. Stellen Sie den Komposthaufen in sicherer Entfernung zu ihren Nachbarn auf.

Behälterwahl
Es ist auch möglich ohne Behälter zu kompostieren, doch bei gleichmässigem Anfallen von Bioabfällen, ist es eher zielführend in einem Behälter zu kompostieren. Man kann die Behälter in zwei Kategorien unterteilen. Die beiden Kategorien unterscheiden sich im wesentlichen dadurch, dass die erste oben offen ist und die zweite geschlossen. Die zweite Variante ist etwas teurer, schützt aber vor Feuchtigkeit und Gestank. Sie sollten immer mindestens zwei Behälter im Einsatz haben. Das erleichtert den Umgang mit dem Kompost.

Aufsetzen
Um befüllt zu werden, muss der Komposthaufen auf offenem Boden angelegt werden. Die unterste Schicht, sollte aus Ästen, Zweigen oder Häckselgut bestehen. Das sorgt für eine gute Durchlüftung und verhindert Staunässe. Sie sollten immer trockenes und feuchtes sowie strukturreiches und strukturarmes Material miteinander vermischen. Das unterstützt den Rottvorgang immens. Ausserdem sollten Sie Küchenabfälle und Speisereste sofort mit Laub, Erde oder Gras abdecken oder leicht eingraben. Das ist eine weitere Methode um Gerüche zu vermeiden. Daneben bleiben noch Ratten und Vögel weg vom Komposthaufen.

Umsetzen und Absieben
Sobald der Kompostbehälter voll ist, kann umgesetzt werden. Als Umsetzen bezeichnet man das Umschichten eines Komposthaufens, um ihn besser zu durchlüften.
Nach ungefähr einem halben Jahr kann die fertige Komposterde dann gesiebt werden. Das Material das durch das Sieb fällt ist ausreichend verrottet und kann im Garten als Erde verwendet werden. Die verbleibenden Grobanteile kommen zurück auf den neuen Komposthaufen und dienen dort als Strukturmaterial.

Tipps
Decken sie gekochte Fischreste auf Ihrem Komposthaufen sofort ab. Vermeiden Sie Hunde- und Katzenkot auf ihrem Kompost. Stellen Sie Ihren Komposthaufen nicht in die Nähe des Nachbargrundes. Graben sie Speisereste ein oder vermischen Sie sie mit Material aus dem Garten, um ungebetene Gäste vom Komposthaufen fernzuhalten. Zur optimalen Erdgewinnung sollten sie mindestens 2 Behälter haben. Das Umsetzen eines vollen Kompostbehälters verschnellert den Rottvorgang. Verwenden sie zum Durchsieben ein Durchwurfsieb mit einer Maschenweite von 15 bis 20 mm.






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