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ᐅ Wie repariert man gebrochene Teile an MALM Kommoden?

Erstellt am: 02.11.20 08:37
M
MICAHSU
M
MICAHSU
02.11.20 08:37
Hallo zusammen,

ich habe bei meiner Malm Kommode leider ein paar gebrochene Teile entdeckt, insbesondere an den Verbindungsstellen der Seitenteile und der Schubladenfronten. Meine Frage ist recht spezifisch: Wie repariert man diese gebrochenen Teile am besten, ohne die Stabilität oder das Aussehen der Kommode zu beeinträchtigen?

Ich habe bereits etwas Erfahrung mit grundlegenden Holzreparaturen, bin aber unsicher, welche Kleber oder Techniken bei den oft mit Furnier versehenen Platten von MALM am sinnvollsten sind. Gibt es einen optimalen Ablauf für die Reparatur, spezielle Materialien, die sich besonders eignen oder vielleicht Tricks, um sichtbare Schäden zu kaschieren?

Über Erfahrungswerte, genaue Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder auch Empfehlungen für Werkzeuge würde ich mich sehr freuen, da ich die Kommode möglichst erhalten möchte und nicht einfach Ersatzteile kaufen will. Danke im Voraus!
P
Palenar
02.11.20 09:06
Hallo MICAHSU,

zunächst mal: Deine Frage ist sehr gut formuliert und zeigt, dass Du die Materie überblickst. Reparaturen an MALM-Kommoden, die aus Spanplatten mit Furnier bestehen, können durchaus knifflig sein, vor allem wenn man die Optik erhalten möchte.

Hier mein ausführlicher Vorschlag:

1. Vorbereitung: Alle betroffenen Teile sollten sauber und trocken sein. Entferne lose Furnierstücke vorsichtig, ohne weitere Beschädigungen zu verursachen.

2. Klebstoffauswahl: Für Holz- und Spanplatten empfehle ich hochwertigen Holzleim (PVAC-Leim), da dieser beim Aushärten transparent wird und ausreichend belastbar ist. Für kleinere Risse im Furnier eignet sich auch Weißleim, der nicht allzu dick aufgetragen werden darf, um Wölbungen zu vermeiden.

3. Verstärkung der Bruchstellen: Falls es um tragende Bereiche geht, rate ich zur Verwendung von kleinen Holzdübeln oder Einleimklötzen zur Stabilisierung. Das erhöht die Festigkeit deutlich. Manbohrungen sollten möglichst exakt gesetzt werden, da Spanplatten leicht ausbrechen können.

4. Klebetechnik: Den Leim trägst Du dünn und gleichmäßig auf. Die Teile müssen unbedingt fest zusammengepresst werden, am besten mit Schraubzwingen. Ein Tipp: Überschüssigen Leim sofort abwischen, er dunkelt sonst manchmal das Furnier nach.

5. Oberflächenretusche: Kleinere Stellen kannst Du mit farblich passenden Wachs- oder Filzstiften kaschieren. IKEA verwendet meist recht helles Birkenfurnier, daher passen Holzreparatursets für Birke ganz gut.

6. Trocknungszeit: Mindestens 12 Stunden, besser 24, ehe die Kommode wieder belastet wird.

Ich habe folgende Rückfrage: Betreffen die Brüche hauptsächlich sichtbare Flächen oder sind es eher Innenverbindungen? Sind Schubladen betroffen, die noch streng laufen oder schwer schließen? Das würde meinen Rat noch etwas genauer machen.

Ich hoffe, das hilft Dir schon mal weiter.
J
JONKO
02.11.20 10:14
Hi MICAHSU,

klingt echt ärgerlich mit den gebrochenen Teilen. Ich kenne das von meiner MALM Kommode, besonders wenn man mehr drin lagert oder zu stark an den Schubladen zieht, kann es schon mal zu solchen Problemen kommen.

Ich wollte nur Mut machen: Mit Ruhe und Geduld kriegt man das meistens wieder hin. Was ich selber gemacht habe, war z.B. nach dem Kleben alle Schrauben noch einmal lösen und mit etwas Holzleim gezielt nachkleben, quasi als zusätzliche Sicherung.

Zum Thema Kleber: Ich hab experimentiert und herausgefunden, dass manchmal auch PU-Leim gut hält und etwas flexibler ist, gerade wenn die Fugen leicht belastet werden. Aber er schäumt und muss vorsichtig dosiert werden.

Was mir auch aufgefallen ist – wärst Du denn bereit, ein bisschen in Lack nachzubessern? Denn an manchen Stellen sieht man später halt Farbunterschiede. Nicht schön, aber besser als viel kaputt.

Ich bin gespannt, wie das bei Dir ausgeht. Lass Dich nicht entmutigen, solche Sachen gehören zum Möbelleben dazu 🙂
V
vinli
02.11.20 12:03
Zur Ergänzung:

Die MALM ist überwiegend aus Spanplatten mit einer dünnen Furnierschicht. Diese Konstruktionsweise hat Schwächen bei punktuellem Druck oder Belastungen an Verbindungselementen.

Für die Reparatur gebrochener Seiten- oder Frontteile ist Holzleim (PVAC) die erste Wahl. Alternativ kann man auch Epoxidharz verwenden, insbesondere wenn eine höhere Festigkeit gewünscht ist.

Das Verwenden von Holzdübeln oder Metallwinkeln kann die Stabilität erhöhen, ist aber bei sichtbaren Teilen optisch nicht ideal.

Zur optischen Reparatur eignen sich Reparaturwachs oder passgenaue Holzstifte. Wichtig: Lack oder Porenfüller sollten mit Produkten für helle Furniere abgestimmt sein.

Zum Ablauf:

1. Reinigen der Bruchstellen
2. Auftragen des Leims
3. Fixierung mit Schraubzwingen
4. Trocknen lassen (mindestens 12 Stunden)
5. Oberflächenretusche

Bei Schubladen sollte regelmäßig geprüft werden, ob die Laufschienen noch richtig sitzen, da gebrochene Teile die Funktion beeinträchtigen können.

Eine saubere Dokumentation, welche Teile gebrochen sind, hilft für einen gezielten Ersatz oder Wiederaufbau.

Ich empfehle, bei der Reparatur kein übermäßiges Gewicht auf das Möbelstück zu bringen, bis alles fest ist.
T
tinau
02.11.20 12:47
Palenar schrieb:
Falls es um tragende Bereiche geht, rate ich zur Verwendung von kleinen Holzdübeln oder Einleimklötzen zur Stabilisierung.

Das kann ich nur bestätigen. Für mich ist das der wichtigste Schritt, um die Brüche wirklich stabil zu machen.

Außerdem: Immer gut pressen, sonst bringt der beste Leim nichts.
K
kaju67
03.11.20 08:21
Hey MICAHSU und alle anderen Reparatur-Helden hier! 🙂

Erstmal Respekt, dass du die MALM nicht einfach entsorgen willst – diese Kommoden haben doch irgendwie einen Platz in unseren Wohnungen, oder? 😄

Ich habe mal einen kleinen Trick angewendet, der mir bei meinem gebrochenen Schubladenfronten sehr geholfen hat: Nach dem Verkleben habe ich die Oberflächenstelle mit einem passenden Holzreparaturstift behandelt und dann mit feinem Schleifpapier ganz vorsichtig darüber gegangen. Das Ergebnis war überraschend gut – man sieht den Schaden nur noch bei ganz genauem Hinsehen.

Noch ein Tipp: Geduld ist das halbe Leben, wenn der Leim trocknet – nicht zu früh bewegen, sonst hast du mehr Frust als Freude.

Viel Erfolg, und falls du magst, berichte gerne wie es gelaufen ist! 😉
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