Thermischer Abgleich bei Fußbodenheizung selbst durchführen, aber wie konkret?

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Zuletzt aktualisiert 07.01.2026
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J

Jschm88

Ich würde sehr empfehlen mal in die Anleitung vom Hersteller zu schauen. Das ist keine "normale" Regelung. Die Stellschrauben unter dem orangen Kappen sind Durchflussbegrenzer. Zumindest laut Anleitung bleibt der eingestellte maximale Durchfluss erhalten, auch wenn man an den anderen Heizkreisen etwas verstellt.

Man kann vom bestehenden Abgleich ausgehen, aber das kann problematisch sein, wenn alle Kreise zu stark begrenzt sind. Mein Heizungsbauerer hatte relativ gesehen die Kreise gut eingestellt, aber so, dass der benötigte Durchfluss nur mit einer 10m Pumpe auf Maximum erreicht wurde (150 W Leistungsaufnahme permanent). Das ganze konnte ich dann durch eine Neueinstellung auf 3m Pumpeneinstellung reduzieren, was zu erheblichen Stromeinsparungen geführt hat.

Daher würde ich die Kreise nicht nur relativ zueinander einstellen, sondern zusätzlich insgesamt so weit wie möglich aufdrehen, damit der Widerstand für die Pumpe reduziert wird.
Danke. Aus dem grund hatte ich auch den YouTube link mal hier reingesendet. Aber was heißt das jetzt alles konkret?

Ich sagte ja, dass ich die Regler unter den orangenen Kappen alle voll aufgedreht habe. Also müsste ja der maximale durchfluss anliegen. Was heißen deine Ausführungen für die flowmeter?
 
J

jehd

Die Tipps der anderen sind soweit ok, die leichten Abweichungen auch nicht so relevant. Aber Du fragst nach der konkreten Umsetzung. Dazu empfehle ich, systematisch zu verstehen was eine Änderung an den Einstellungen bewirkt. Dann wird das auf einmal einfach.

Dazu:
  1. wie oben geschrieben nur eins auf einmal ändern und ein Logbuch führen. Das kann knapp sein aber sollte die Änderung, den Grund für die Änderung, und im Nachgang das Ergebnis (hat geklappt/ nicht geklappt, vermutlich weil...) enthalten.

  2. externe Einflüsse prüfen. Vor allem die Heizungspumpe. Die kann zum Beispiel auf "konstanten Druck" oder auf "konstantes Volumen" eingestellt sein. Das würde beim Drosseln eines Heizkreises unterschiedliche Resultate geben. Denn in einem Fall würde bei konstanten Druck mit höherem Widerstand der gesamte Durchfluss sinken. Im anderen Fall würde die Pumpe stärker pumpen und der Durchfluss gleich bleiben aber sich anders zwischen den Kreisen verteilen. Die Pumpe könnte auch dynamisch reguliert werden. Ist alles kein Ausschlusskriterium aber muss bedacht werden wenn man die Änderungen verstehen will.

  3. Funktion eines Reglers prüfen/verstehen. Wenn nun alles ganz auf ist, dann vermute ich, dass die Durchflüsse durch den baulichen Widerstand (Leitungslänge usw) begrenzt sind. Wenn der Regler also wirklich nur den maximalen Durchfluss begrenzt, dann solltest Du das drosseln können ohne dass sich anfangs der Durchfluss ändert. Erst wenn der eingestellte max. Durchfluss unter den "natürlichen" ohne Begrenzung geht, sollte er sinken. Das kannst Du an dem topmetern sehen (anfangs beim Drosseln keine Änderung, ab einem Wert wird der Durchfluss kontinuierlich geringer) auch wenn Du da noch keine Werte ablesen kannst.

  4. falls das so ist, dann kannst Du so die natürlichen Durchflüsse bestimmen. Jeweils die Regler an die Grenze einregeln und den Wert an der Einstellschraube ablesen. Dann kannst Du prüfen ob die Summe dieser Durchflüsse (-> Tabelle in Anleitung ) dem entspricht was die Heizung anzeigt . Dann wären die Durchflüsse quantitativ verstanden.

  5. wenn das so ist dann kannst Du nun über die Werte an der Schraube auch eine Skala für die Topmeter bestimmen (wo steht die Anzeige bei welchem Durchfluss). Ist aber eigentlich nicht nötig weil Du dann den Durchfluss an dem Regler ablesen kannst (aber nur solange er begrenzt dh maximal bis zum natürlichen Durchfluss)

  6. schauen ob beim einregeln eines Kreises der Durchfluss der anderen kreise sich ändert.
Falls das alles so ist - ich vermute nur nach der Anleitung - dann wäre die Funktion ja gut verstanden, und es wäre einfacher mit deinem System den Abgleich durchzuführen als mit normalen Ventilen, weil Du dann einen Heizkreis drosseln könntest ohne dass sich die anderen ändern.

Dann würde ich als erstes alle Regler auf den natürlichen Durchfluss stellen als Ausgangslage, d.h., so dass sie gerade nicht reduzieren (-> werte in Logbuch)

Dann Heizkurve und/oder Pumpe nachregulieren bis Du an der Grenze bist im kältesten Raum.

Dann Kreise einzeln drosseln und dabei überwachen ob sich die anderen wirklich nicht ändern, und den gesamten Durchfluss laut Heizung im Auge behalten.
 
J

Jschm88

Danke für die sehr ausführlichen Tipps. Für mich klingt das alles wahnsinnig kompliziert und aufwendig, im Detail verstehe ich es auch nicht, aber dafür kann ja nur ich was.

vllt ist es besser einfach die Firma kommen zulassen, die das System installiert haben, und gemeinsam alles durchzugehen. So langsam glaube ich, dass dies sinnvoller für mich persönlich scheint :(
 
J

jehd

Ist nicht schwer. Du musst es nur systematisch machen weil man nach jeder Änderung lange warten muss was passiert, da die Fußbodenheizung so träge ist. Ich vergesse dann was ich vor ein paar Tagen eingestellt habe und muss raten, was ineffizient ist. Man hat aber bald raus wie es funktioniert (was die Änderungen bewirken) und dann braucht es nur etwas Geduld.

Daher bringt auch eine Firma nur bedingt was. Die kommt einmal und stellt berechnete Werte ein. Man will die ja nicht bezahlen dass sie alle paar Tage kommt bis es richtig eingestellt ist.
 
J

Jschm88

Ist nicht schwer. Du musst es nur systematisch machen weil man nach jeder Änderung lange warten muss was passiert, da die Fußbodenheizung so träge ist. Ich vergesse dann was ich vor ein paar Tagen eingestellt habe und muss raten, was ineffizient ist. Man hat aber bald raus wie es funktioniert (was die Änderungen bewirken) und dann braucht es nur etwas Geduld.

Daher bringt auch eine Firma nur bedingt was. Die kommt einmal und stellt berechnete Werte ein. Man will die ja nicht bezahlen dass sie alle paar Tage kommt bis es richtig eingestellt ist.
das mag sein, aber ich hab so viele Fragen alleine bei deinem Text, die könnte ich dann dem Fachbetrieb stellen und mir zeigen lassen, wo ich was drehen muss.

Ich weiß nicht, wo ich die Einstellung der Pumpe sehe, ich weiß nicht, welche Konsequenzen welche Einstellung daran hätte und was daraus resultiert, ich weiß Grundstück nicht, wie ich deine Annahmen prüfen sollte, ich weiß nicht was du mit „natürlichem durchfluss“ meinst, und welche Regler du überhaupt meinst (topmeter? Die unter den orangenen Deckel?), usw usw.

und ich kann euch netten Menschen auch nicht ewig be
 
J

Joedreck

Der natürliche Durchfluss: jeder Heizkreis hat eine maximal mögliche Durchflussmenge, welche sich anhand des Pumpendrucks, der Leitungslänge und des Leitungsdurchschnitts berechnen lässt. Das kann man aber auch testen.

Wenn der Heizkreis aufgrund der oben genannten Parameter zb max 10l/Minute physikalisch durchlassen kann, kannst du den Topmeter auf 20l/min stellen, ohne dass es positive Auswirkungen auf den Durchfluss hat. Du kannst diesen Kreis quasi solange "eindrosseln" ohne ein Ergebnis zu haben, bis zu die 10l/min unterschreitest. Erst dann ändert sich etwas an der eingebrachten Wärmeenergie in diesen Heizkreis.

Ich möchte dich etwas beruhigen: sofern du alles halbwegs dokumentierst, kannst du nichts kaputt machen. Wenn's doof läuft ,geht die WP mal auf Störung und du machst die letzte Einstellung rückgängig.
Das ist learning by doing. Ein Unternehmen kommt nur, stellt es dir so ein, dass es schön warm wird, der Verbrauch ist allerdings für die völlig egal. Viele Firmen haben ehrlicherweise auch nicht das Wissen und Interesse an diesen Themen.
Es ist wirklich empfehlenswert, wenn du dich Schritt für Schritt informierst.
 
Zuletzt aktualisiert 07.01.2026
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