Grundwasserabsenkung laut Bodengutachten - Eure Erfahrungen?

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Zuletzt aktualisiert 20.04.2024
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A

Allthewayup

Dann nimm mit kokusfasern ummanteltes drainrohr. Ein wenig Gefälle sollte trotzdem nicht verkehrt sein.

Der Aufwand mit den Lanzen wäre natürlich 10x geringer. Zur Not nimmst halt 4 stk.

oder du baust den Keller im August, vielleicht ist da dann gar kein Wasser :D

Wann wurde das Gutachten erstellt?
Wie stark schwankt der Pegel der Donau über den jahresverlauf?
Gefälle ist sowieso notwendig - keine Frage. Ein Baumaschinenhändler hat eine große Schlitzfräse die geht ca. 70cm tief, das wäre ideal. Dann noch etwas Split aus der gepflasterten Einfahrt die eh abgerissen werden muss, um die Rohre damit zu betten. Ich würde liebend gerne im August Anfangen aber das wird dem GU nicht passen, leider. Tatsächlich ist im Herbst jedoch der niedrigste Pegelstand und gar nicht im Hochsommer wie man vielleicht vermuten würde. Das Gutachten stammt aus Anfang Dezember 21 und es war normaler Pegelstand und es gingen auch keine großen Niederschläge die Tage zuvor herab.
Ich denke auch darüber jetzt Tag und Nacht den Kopf zu zerbrechen macht einen nur verrückt. Wir haben jetzt die Pumpleistung mal ordentlich aufgestockt (von 15 auf 27 ccm/h) und sollte das wider Erwarten nicht reichen schieben wir eine mit 15 ccm/h nach. Nach Abzug von Verlustleistungen dürften dann noch immer 35 ccm/h zu schaffen sein. Kommen wir auch damit nicht zu einer trockenen Grube lassen wir es sowieso besser sein. Denn wenn wir alles im Umkreis unbemerkt „auswaschen“ sollten haben wir ganz andere Probleme.
 
A

Allthewayup

mal was anderes, kommt bei dir der Technikraum mit Versorgungsleitungen im Keller unter?
Kannst dort ja gleich für ca. 1000€ nen tiefbrunnen bauen.
Während der Errichtung des Kellers senkst du den Spiegel ab um den einen Meter.
später nimmst du den für Gartenbewässerung.
Dann sind die 1500 incl. Pumpe nichtmal versenkt, sondern sinnvoll investiert.
Wir haben schon einen Brunnen auf dem Grundstück (optimal im Eck platziert), den wir über die Bauzeit hinweg erhalten wollen. Da dieser die Wasserundurchlässigen Schichten durchstößt und bis ca. 12m tiefe geht eignet er sich leider nicht zur Grundwasserabsenkung. War übrigens unser erster (dummer) Gedanke das so zu versuchen.
 
T

TmMike_2

Wir haben schon einen Brunnen auf dem Grundstück (optimal im Eck platziert), den wir über die Bauzeit hinweg erhalten wollen. Da dieser die Wasserundurchlässigen Schichten durchstößt und bis ca. 12m tiefe geht eignet er sich leider nicht zur Grundwasserabsenkung. War übrigens unser erster (dummer) Gedanke das so zu versuchen.
Wer sagt das?
Für 20k würde ich mal 2h lang nen 2,5m Loch buddeln auf dem anderen Ende vom Brunnen.
Wenn sich Wasser bildet wirfst du die Pumpe mal 2 Tage lang an und mit nem Schlauch in den Kanal.
Würde mich wundern, wenn sich da nichts tut.
 
A

Allthewayup

Wer sagt das?
Für 20k würde ich mal 2h lang nen 2,5m Loch buddeln auf dem anderen Ende vom Brunnen.
Wenn sich Wasser bildet wirfst du die Pumpe mal 2 Tage lang an und mit nem Schlauch in den Kanal.
Würde mich wundern, wenn sich da nichts tut.
Also der Geologe sagte: Wenn unterhalb wasserundurchlässiger Schichten zu schnell Wasser entnommen wird, kann kein Volumenausgleich für das entzogene Wasser in kurzer Zeit erfolgen, sodass die Schichten darüber irgendwann absacken können. Also im schlimmsten Fall ergeben sich so Senklöcher. Also wenn ich das Nachbarhaus ganz verschwinden lassen möchte kann ich das tun :-)
Ich bleibe aber lieber oberhalb dieser Schicht mit meiner Bastelei :-)
 
A

Allthewayup

Ein kleines Update zu diesem Thema.

Nach etlichen Telefonaten mit der Stadt (Umweltamt) und den Kommunalbetrieben bezüglich der Ausführung in Eigenregie nun folgende Sachlage:

Ich stelle nun einen Antrag auf temporäre Grundwasserabsenkung. Hierzu habe ich einen mehrseitigen Bericht verfasst in dem u.a. eine Begründung für die Bauwasserhaltung notwendig war, ich den Zufluss in die Baugrube berechnen musste sowie eine hydraulische Berechnung aufgestellt habe. Da ich mich ja schon seit Monaten mit dem Thema beschäftige ist auch eine Baubeschreibung der gesamten Anlage zur Bauwasserhaltung von mir verfasst worden samt Lageplan der Anlage.

Wie bin ich vorgegangen?

Durch das Bodengutachten waren alle erforderlichen Kennzahlen zur Berechnung der Wasserzuflussmenge in die Baugrube vorhanden. Nach Berechnung der Menge kam die Wahl des richtigen Verfahrens zur Wasserhaltung. Ich entschied mich für ein Drainagesystem mit 2 Schluckbrunnen - wieso, weshalb, warum sprengt hier jetzt allerdings den Rahmen. Es gibt Diagramme die je nach Bodendurchlässigkeit und Absenktiefe das optimale Verfahren ausweisen, einfach danach suchen. UND wichtig ist natürlich, dass die berechnete Wassermenge von dem System aufgenommen, bzw. abgeleitet werden kann. Anschließend ging ich an die Dimensionierung der Anlage: Pumpen, Schläuche, Sandfangcontainer, Ablaufrohre, Kanalkapazitäten, etc. Zur richtigen Auswahl dieser Dinge können die Ergebnisse der hydraulischen Berechnung herangezogen werden. Dann ist zu klären wo diese Drainagen und Schluckbrunnen gesetzt werden. Das hängt u.a. vom Baufeld, dem Platz dort und der Grundwasserfließrichtung sowie der abzusenkenden Höhe des Grundwasserspiegels ab. Nachdem diese Dinge geklärt waren, fuhr ich alle Baumaschinenverleiher in der Stadt ab, um mir die Maschinen die benötigt werden anzusehen und technische Details zur Ausführbarkeit zu klären. Das waren zum Beispiel die Frästiefe für die Grabenfräse abzuklären, um die Drainagen in den Boden zu bekommen, den Multilader und Bohraufsatz um die Schluckbrunnen zu versenken in Augenschein zu nehmen, die Gehwegüberfahrt in Sachen maximal mögliche Höhe für das Absflussrohr, usw, usw...

Schließlich habe ich alle Dinge die benötigt werden aufgelistet und mit einem Preis (das meiste kriegt ihr Online) versehen. Für alle die es Interssiert:

- Materialkosten: 2.450€
- Mietgeräte: 1.720€
- Abwassergebühr für berechnete Menge (29.500m³): 19.175€
- Strom und Amtsgebühren: 3.025€
- Erdbau für 2 Schächte: 750€

SUMME: 27.310€

Es hilft ungemein, dass wir die Anlage auf dem Grundstück meiner Eltern platzieren dürfen und wir durch optimales Gefälle keine weiteren Pumpen für das Ableiten des Wassers benötigen. Das spart Strom und Miet- bzw. Anschaffungskosten der Pumpen. Wobei ich hier wirklich zum Kauf der Pumpen rate !!! Das Mieten hätte genau das gleiche gekostet wie kaufen und wenn wir fertig sind verkaufen wir die Pumpen +/- paar € weiter. Das gleiche mit den Feuerwehrschläuchen, Storzkupplungen, Wasserzähler, usw. Der nächste braucht das ja auch wieder.

Ich schätze, dass wir gegenüber der Ausführung einer Fachfirma ca: 10.000€ oder mehr dadurch einsparen. Sollte die Stadt unseren Antrag genehmigen denke ich sind wir was die Ausführung angeht auch nicht mehr weit von einer Fachfirma entfernt :) Zumindest sind wir laut Aussagen des Mitarbeiters der Kommunalbetriebe die ersten Bauherren, die den Antrag samt Berechnungen und Baubeschreibung selbst auf die Beine gestellt haben. Da darf man doch etwas stolz sein :-D

Da man über das Thema Grundwasserabsenkung so gut wie keine Informationen anderer Bauherren im Internet findet, werde ich versuchen das ganze hier etwas am Laufen zu halten und informieren, wenn es Neuigkeiten gibt und wie der jeweilige Stand dazu ist.


Das ganze soll keine "generelle Anstiftung" sein, die Wasserhaltung auf Biegen und Brechen selbst durchzuführen. Wir waren dazu genötigt, da wir keinen Tiefbauer fanden, der es machen wollte. Vermutlich bei einer so kleinen Baustelle einfach nur Zeitverschwendung für die Firmen, denn die Anlagen verdienen das meiste (einfachste) Geld wenn sie einfach nur laufen. Auf- und Abbau ist da wohl unnötiger Verschleiß.
 
Zuletzt aktualisiert 20.04.2024
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