Bauvertrag - Welche Leistungen vor Unterschrift klären?
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Bauvertrag - Welche Leistungen vor Unterschrift klären?


Durch Baubeschreibungen werden selten – eigentlich immer nur beim Bauträger – alle Baukosten abgedeckt. Was kommt finanziell noch auf mich zu?

Der Fertighausanbieter und der GU liefern gewöhnlich alle technischen und baurechtlichen Leistungen, die zur Erstellung Ihres Hauses notwendig sind. Aufwendungen für Arbeiten, die außerhalb des eigentlichen Hauses entstehen, sind sehr selten im Kaufpreis inbegriffen.

Gibt einem der GU oder Fertighausanbieter eine Liste mit notwendigen aber nicht durch den Kaufpreis abgedeckten Leistungen an die Hand, hat man es leicht, die Baunebenkosten in die Finanzierung einzubeziehen. In der Regel muss man aber während der Vertragsverhandlungen nachhaken; scheuen Sie sich nicht, direkt nach weiteren notwendigen Aufwendungen außerhalb des Vertrages zu fragen.

Als übliche Baunebenkosten berücksichtigt man Ausgaben für:

Vermessung des Grundstücks, Gebäudeeinmessung
Ist zwar erst direkt vor Baubeginn erforderlich; die Forderung einer Vermessung besteht durch die Gemeindeverwaltung aber schon vor Bauvertragsabschluss.
Bei einem örtlichen Vermesser nach den Gebühren erkundigen.

Behördliche Gebühren
Amtlicher Lageplan, Baugenehmigung, Bezirksschornsteinfeger

Hausanschlüsse
Arbeiten von der Grundstücksgrenze bis zum Hausanschluss für Energie,- Wärme-, Wasserversorgung, Abwasser, Telefon werden von den Versorgern meist nicht übernommen. Hier kommen beispielsweise Kosten für Erdarbeiten und Verteiler, Leerrohre, Revisionsschächte, Versickerungsanlagen auf den Bauherrn zu.
Zum Umfang der geforderten Bauherrenleistungen informiert man sich deshalb genau beim jeweiligen Versorger.

Energieversorgung während der Bauzeit
Klären Sie, ob Bestellung und Vorhaltung von Bauwasseranschluss und Baustromzähler im Vertrag berücksichtigt werden. Und wer übernimmt die Energiekosten für die Heizung einer Winterbaustelle und den Testlauf der Heizungsanlage. Außenanlagen vor Baufertigstellung
Voraussetzung für den Baubeginn ist ein baureifes Grundstück, das frei ist von Gebäudeteilen, Baumbestand, Leitungen oder sonstigen Hindernissen und für schwere Baufahrzeuge befahrbar.

Außenanlagen nach Baufertigstellung
Als unerfahrener Bauherr hat man seine Vorstellungen vom fertigen Haus; Terrasse, befestigter Zugang und Garten gehören meist dazu. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn das fertige Haus bei der Abnahme auf einem von Unkraut bewachsenen Terrain steht, mit einem Zugang aus Brettern und Bohlen und matschigem Baugrund einen halben Meter unter den Terrassentüren.
Verhandeln Sie, welche Leistungen im Außenbereich vom Vertragspartner übernommen werden sollen. Hier bieten sich mindestens befestigter Zugang/Außentreppe an und die Terrasse, weil beides in direkter Verbindung mit der Nutzung des Hauses steht.

Versicherungen
Bis zur Baufertigstellung können folgende Versicherungen empfohlen werden:
Bauleistungsversicherung, Feuerrohbauversicherung, Bauherrenhaftpflichtversicherung und nur bei Eigenleistungen eine Unfallversicherung.
Fragen Sie Ihren Versicherungsmakler um Rat, welche der möglichen Versicherungen für Sie notwendig oder empfehlenswert sind.

Eigenleistungen
Man mag sich wundern, warum Eigenleistungen hier unter den Baunebenkosten erwähnt werden, wo doch gerade Eigenleistungen helfen sollen, den Baupreis zumindern. Als erfahrener Heimwerker, besser noch Handwerker von Beruf kann man sich tatsächlich einiges an Baukosten sparen, vor allem bei zeitintensiven Arbeiten; am Preis von Bauprodukten allerdings spart man nicht.
Benötigt man aber der handwerklichen Unerfahrenheit wegen Nachhilfe durch Abendkurse im örtlichen Baumarkt oder durch Heimwerkerliteratur, wird sich Eigenleistung nicht lohnen. Die Erfahrung zeigt, dass das Versuch-und-Irrtum-System unerfahrener Heimwerker sehr ins Geld – und mehr noch an die Nerven – geht und die Kosten für Bauhandwerker durchaus übersteigen kann.

Sonstige Baunebenkosten
Nebenkosten, die individuell oder in örtlicher Abhängigkeit entstehen können, sind kaum in Gänze aufzählbar; denkbar sind:
- Gebühren für die Sperrung öffentlicher Verkehrswege zur Anlieferung des Fertighauses;
- Miet- oder Abstandszahlungen für die Nutzung des Nachbargrundstücks;
- die Einfriedung des Grundstücks kann durch den Bebauungsplan gefordert werden;
- Pflanzgebot durch den Bebauungsplan;
- Erschließungsgebühren, die nicht schon beim Grundstückskauf erhoben werden, sondern erst nach Fertigstellung der Erschließung;
- Sicherungsmaßnahmen am Grundstück, z.B. bei Lage am Hang oder an Gewässern;
- Garage, Carport, Kellerersatzraum;
- Honorare und Gebühren für Bauleitung, Bauberatung, Baurechtsanwalt;


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